Tag Archive: Richard Wagner



Da habe ich am Premiereabend zu später Stunde noch – eher zufällig – in die Live-Übertragung von „Tannhäuser“ reingezappt, wollte mir den Rest anschauen — und dachte, mich trifft der Schlag! Ich traute meinen Augen kaum, als beim Schlußapplaus dieses Ungetüm über die Bühne lief:

„Le Gateau Chocolat“ bei seinem Auftritt im Park des Festspielhauses.

Dieses gräßliche Etwas wurde also in Bayreuth ausgebuht „Elende Schande“: Travestiekünstler kritisiert Bayreuth-Publikum  — Na, den Göttern sei Dank! Wenigstens doch noch ein paar Normale…

Was hat so ein selbstgefälliges Stück Sch**** in einer Wagner-Oper verloren!?! Und dann meint er noch, das Publikum kritisieren zu dürfen, wenn er dort nicht „ankommt“? Was glaubt der, wer er ist??

Das ist aber leider nicht alles. Beim Googeln nach Bildern (um meinen Augen doch nicht zu mißtrauen) mußte ich feststellen, Weiterlesen


Die deutsche Sprache — Zitate


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Ernst Moritz Arndt
(1769 – 1860)

*

Die deutsche Sprache ist nach allgemeinen Einverständnis eine der wichtigsten der Welt,
tief und schwer an Sinn und
Geist,
in Ihren Gestalten und Bildungen unendlich frei und beweglich,
in ihren Färbungen und Beleuchtungen der Innern und äußeren Welt
vielseitig und mannigfaltig.
Sie hat Ton, Akzent, Musik. Sie hat einen Reichtum,
den man wirklich unerschöpflich nennen kann
und den ein Deutscher mit dem angestrengtesten Studium seines Lebens
nimmer umfassen mag.

*

Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.

*

Ein geistigeres und innigeres Element als die Sprache hat ein Volk nicht.
Will ein Volk also nicht verlieren, wodurch es Volk ist, will es seine Art
mit allen Eigentümlichkeiten bewahren, so hat es auf nichts mehr zu achten,
als daß ihm seine Sprache nicht verdorben und zerstört werde.

*

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel
(1770 – 1831)

*

Alles in der Muttersprache ausdrücken zu können,
bekundet höchste Geistes- und Seelenbildung.

*

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Friedrich Ludwig Jahn
(1778 – 1852)

*

Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt, gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf
und ist zur stummen Rolle auf der Völkerbühne verwiesen.

*

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Otto v. Leixner
(1847 – 1907)

*

An deiner Sprache, Deutscher, halte fest!
Weh dem, der diesen Schatz sich stehlen läßt:
Wer erst beginnt, das reine Wort zu fälschen,
Dem kann gar bald auch Kopf und Herz verwälschen.

*

Trennlinie lila Rosen

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Was ist deutsch?


von Richard Wagner

breker-richard-wagnerAus dem Jahre 1865 fand sich, bei einer neuerlichen Untersuchung meiner Papiere, in zer­stückelten Absätzen das Manuskript vor, von welchem ich heute den größeren Theil, auf den Wunsch des mir für die Herausgabe der »Bayreuther Blätter« verbundenen jüngeren Freundes, der Veröffentlichung für unsere ferneren Freunde des Pat­ronat­vereines zu übergeben mich bestimmt habe.

War die hier vor mir stehende Frage: »was ist deutsch?« überhaupt so schwierig zu beant­worten, daß ich meinen Aufsatz, als un­voll­endet, der Gesammtausgabe meiner Schriften noch nicht beizugeben mich getraute, so beschwerte mich neuerdings wiederum die Aus­wahl des Mitzutheilenden, da ich mehrere in diesen Aufsätzen behandelte Punkte bereits anderswo, namentlich in meiner Schrift über »deutsche Kunst und deutsche Politik«, wei­ter ausgeführt und veröffentlicht hatte. Mögen hieraus Mängel des vorliegenden Aufsatzes erklärt werden. Jedenfalls habe ich aber dießmal die Reihe meiner damals niedergelegten Gedanken erst noch zu schließen, und es wird dieser Schluß, welchem ich nun, nach drei­zehnjähriger neuer Erfahrung, allerdings eine besondere Färbung zu geben habe, demnach mein letztes Wort im Betreff des ange­regten, so traurig ernsten Themas enthalten. Es hat mich oft bemüht, mir darüber recht klar zu werden, was eigentlich unter dem Begriffe »deutsch« zu fassen und zu verstehen sei.

Dem Patrioten ist es sehr geläufig, den Namen seines Volkes mit unbedingter Ver­ehrung anzuführen; je mächtiger ein Volk ist, desto weniger scheint es jedoch darauf zu geben, sei­nen Namen mit dieser Ehrfurcht sich selbst zu nennen. Es kommt im öffentlichen Leben England’s und Frankreich’s bei Weitem seltener vor, daß man von »englischen« und »fran­zösischen Tugenden« spreche, wogegen die Deutschen sich fortwährend auf »deutsche Tiefe«, »deutschen Ernst«, »deutsche Treue« u. dergl. m. zu berufen pflegen. Leider ist es in sehr vielen Fällen offenbar geworden, daß diese Berufung nicht vollständig begründet war. Wir würden aber dennoch wohl unrecht thun anzunehmen, daß es sich hier um gänz­lich nur eingebildete Qualitäten handele, wenn auch Misbrauch mit der Berufung auf die­selben getrieben wird. Am besten ist es, wir untersuchen die Bedeutung dieser Eigenthüm­lichkeit der Deutschen auf geschicht­lichem Wege. Weiterlesen

Das Judentum in der Musik


Germanenherz

breker-richard-wagner Leipzig Verlagsbuchhandlung von J.J. Weber 1869

An
Frau Marie Muchanoff
geborene
Gräfin Nesselrode.

Hochverehrte Frau!

Vor Kurzem wurde mir aus einem Gespräche, an welchem Sie teilnahmen, Ihre verwunderungsvolle Frage nach dem Grunde der Ihnen unbegreiflich dünkenden, so ersichtlich auf Herabsetzung ausgehenden Feindseligkeit berichtet, welcher jede meiner künstlerischen Leistungen, namentlich in der Tagespresse, nicht nur Deutschlands, sondern auch Frankreichs und selbst Englands, begegne. Hie und da ist mir selbst in dem Referate eines uneingeweihten Neulings der Presse die gleiche Verwunderung aufgestoßen: man glaubte meinen Kunsttheorien etwas zur Unversöhnlichkeit Aufreizendes zusprechen zu müssen, da sonst nicht zu verstehen sei, wie gerade ich so unabläßlich, und bei jeder Gelegenheit, ohne alles Bedenken in die Kategorie des Frivolen, einfach Stümperhaften herabgesetzt, und dieser mir angewiesenen Stellung gemäß behandelt würde.

Es wird aus der folgenden Mitteilung, welche ich als Beantwortung Ihrer Frage mir gestatte, Ihnen nicht nur hierüber ein Licht aufgehen, sondern namentlich werden Sie…

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Morbus ignorantia - Krankheit Unwissen

wagner_kunst_gg_unmenschlichkeitAm 22. Mai 2013 jährte sich der Geburtstag des größten Musikdramatikers aller Zeiten zum 200. Mal. Kein Komponist hat in den letzten 150 Jahren mehr Furore gemacht, keiner größere politische Kontroversen ausgelöst als Richard Wagner, der Erfinder des „Gesamtkunstwerks“. Wagners Weltanschauung bot von Anfang an politischen Sprengstoff – und die Reihe der „Wagner-Erklärer“, die sich am „Mythos Wagner“ abarbeiten, ist lang. Anlass genug, das Genie Richard Wagner in diesem Jahr einmal von einer Seite zu betrachten, die frei ist von hasserfüllter, politisch-übler Nachrede. „Wagner ist ein Mann von bewunderungswürdigem Genie, eine neue und glänzende Erscheinung in der Kunst“, heißt es in einem Empfehlungsschreiben des großen Komponisten Franz Liszt für Richard Wagners Aufenthalt in Paris 1849.

Der „Parsifal“, das letzte Bühnenwerk Richard Wagners, uraufgeführt 1882 bei den zweiten Bayreuther Festspielen, ist grandioser Ausdruck weltanschaulicher, völkischer und religiöser Gedanken. Ein Monumentalwerk von religions- und kunstphilosophischen Ideen. Die „Parsifal“-Dichtung überträgt historisch-rituelle Handlungen…

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