Tag Archive: Kapitulation



…anläßlich der

Verleihung der Ulrich-von Hutten-Medaille an Prof. Dr. Walter Marinovic
(2016)

von nordland.tv

Video-Beschreibung:

Prof. Dr. Walter Marinovic 

Der Jubilar, 1929 in Wien geboren, war bereits mit 15 Jahren Soldat und erlebte im Mai 1945 in Prag das Kriegsende, wobei er noch unbeschadet die Stadt verlassen konnte, bevor der Aufstand gegen die deutsche Bevölkerung losbrach.

Nach seinem Studium der Germanistik war er bis 1989 Professor an einem Wiener Gymnasium. Danach entwickelte der Parteilose eine rege Vortragstätigkeit und schrieb bis jetzt mehr als ein Dutzend Bücher. Nicht zuletzt deshalb wird der Kul­turbeflissene von linker Seite als „aktivster Kulturkämpfer Österreichs“ bezeich­net. Sein Referat „Vor 2000 Jahren befreite Arminius Germanien von den Römern — Wovon befreien wir uns heute?“ im Parlament, das er im Jahre 2009 auf Einladung des Dritten Nationalratspräsidenten gehalten hatte, erregte österreich­weit große Aufmerksamkeit.

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Heute vor 71 Jahren hat die Wehrmacht die Waffen niedergelegt.

Danach ist nicht etwa der Frieden ausgebrochen — für Deutschland und die Deutschen begann mit diesem Tag die blutigste und mörderischste Zeit des Zweiten Weltkriegs. Kriegsgefangene deutsche Soldaten wurden nun rechtlos, da die Sieger keine Vergeltung mehr fürchteten. Das Völkerrecht hatte für Deutsche aufgehört zu existieren. Die Sieger verdoppelten ihren Eifer, die Beute einzusammeln und das besiegte Land auszuplündern.

Wir sind nicht als Befreier ge­kommen, sondern als Besatzer in einem besiegten Feindesland. Und es war nicht unsere Absicht, Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien, sondern es für immer als Gegner und Konkurrent aus­zuschalten. — Das ist der Originalton der Feinde des Reiches, wie er nach dem Sieg verkündet worden war. Weiterlesen

Regierungschef


Karl Dönitzvon Karl Dönitz

Die deutsche Reichsregierung war im Januar 1945 in den Besitz des englischen Operationsbefehls „Eclipse“ gelangt, der die „Planungen und die Vorbereitungen für die Maßnahmen bei einer Besetzung Deutschlands“ nach Vollzug seiner bedingungslosen Kapitulation enthielt. In einer Karte, die diesem Befehl beigegeben war, war die Aufteilung Deutschlands unter die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien eingezeichnet. Sie entsprach etwa der tatsächlichen späteren Zoneneinteilung, mit Ausnahme des französischen Besatzungsgebietes, das den Franzosen erst auf der Jalta-Konferenz im Februar 1945 von den Alliierten zugebilligt wurde.

Die beabsichtigte Teilung und die im Morgenthau-Plan niedergelegten Methoden, die für die Behandlung Deutschlands vorgesehen waren, ließen das Ende unseres Lebens als geschlossene Nation befürchten.

Die Schärfe dieser Bedingungen hatte zur Folge, daß die politischen Hemmungen, die auf unserer Seite gegenüber einer sofortigen Beendigung des Krieges durch eine bedingungslose Kapitulation bestanden, entsprechend stark waren.

Zu diesen politischen Bedenken traten noch schwerwiegende praktische Hindernisse dazu.

Am 12. Januar 1945 hatten die Russen ihre Offensive an unserer Ostfront begonnen. Sie waren in Schlesien eingebrochen und hatten die mittlere Oder bei Küstrin und Frankfurt erreicht. Die Deutsche Wehrmacht hatte an unserer Ostgrenze ihre natürliche militärische Aufgabe, den Schutz unserer deutschen Ostbevölkerung und ihres Heimatlandes, nicht erfüllen können. Die Menschen fluteten daher aus diesen Gebieten nach Westen, um sich vor dem russischen Einmarsch zu retten. Furcht und Grauen erfüllten sie. Sie wußten, was die sowjetische Armee ihnen bringen würde. Als Goldap an der ostpreußischen Grenze mit einigen Dörfern im Oktober 1944 verloren gegangen war, hatten die Russen die deutsche Bevölkerung dort unter entsetzlichen Grausamkeiten niedergemetzelt.

Auch ein Aufruf des sowjetischen Schriftstellers Ilja Ehrenburg an die russischen Soldaten zeigte der deutschen Bevölkerung, was ihr bevorstand. Dieser Aufruf lautete: „Tötet, tötet! Es gibt nichts, was an den Deutschen unschuldig ist, an den Lebenden nicht und nicht an den Ungeborenen! Folgt der Weisung des Genossen Stalin und zerstampft für immer das Faschistische Tier in seiner Höhle. Brecht mit Gewalt den Rassenhochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute. Tötet, ihr tapferen, vorwärtsstürmenden Rotarmisten!“

Die Rettung der deutschen Ostbevölkerung hielt ich unter diesen Umständen für die erste Pflicht, die der deutsche Soldat noch zu erfüllen hatte. Wenn wir zu unserem Schmerz den Ostdeutschen ihr Heimatland nicht erhalten konnten, so durften wir sie bei der Rettung ihres nackten Lebens keinesfalls im Stich lassen. Allein dafür bereits mußte der Soldat an der deutschen Ostfront weiterkämpfen. Weiterlesen