Tag Archive: 21. April 1945



Am 21. April 1945 wandte sich Joseph Goebbels über den Rundfunk letztmalig an das Deutsche Volk:

Joseph Goebbels am 22.6.41 (Russlandfeldzug)Meine Berliner Volksgenossen und Volksgenossinnen!

Am vergangenen Sonntag begannen die Bolschewisten ihre Großoffensive an der Oderfront. Berlin ist ihr Ziel. Die Eroberung der Reichshauptstadt soll Stalin eine wichtige Trumpfkarte im politischen Spiel der Alliierten in die Hand geben. Damit ist der Kampf um die Reichshauptstadt ein Kampf um Deutschland und um Europa geworden.

In heldenhafter Abwehr haben unsere tapferen Divisionen und Volkssturmmänner in den vergangenen Tagen den Sowjets schwerste Verluste zugefügt. Ihr aufopfe­rungs­voller Einsatz hat jedoch nicht verhindern können, daß die Bolschewisten an die äußeren Verteidigungslinien der Reichshauptstadt herangekommen sind. Damit ist Berlin zur Frontstadt geworden.
Aus dieser Tatsache ergeben sich folgende Folgerungen:

1.   Alle zur Verteidigung der Reichshauptstadt eingeteilten Soldaten und Volks­sturm­männer haben die ihnen befohlenen Plätze besetzt und nehmen, sobald sowjetische Panzer oder Truppen sich zeigen, sofort den Kampf auf.

2.   Die Zivilbevölkerung hat allen Anforderungen, die von zivilen und militärischen Stellen getroffen werden, unbedingt Folge zu leisten. Neugieriges Herumstehen ist zu vermeiden. Die Bewegungen der Wehrmacht und des Volkssturms sind durch größte Verkehrsdisziplin zu unterstützen. Die Fahrbahnen müssen von Fußgängern und vor allem von spielenden Kindern freigehalten werden.

3.   Rüstungsbetriebe, Versorgungsbetriebe und die für die Führung der Reichs­haupt­stadt verantwortlichen Behörden und Dienststellen arbeiten weiter.

4.   Der Werkschutz sorgt für die äußere und innere Sicherheit der Betriebe. Provokateure oder aufsässige Ausländer sind sofort festzunehmen oder besser noch unschädlich zu machen.

5.   Sollten Provokateure und verbrecherische Elemente versuchen, durch das Hissen von weißen Fahnen oder sonstiges feiges Verhalten in die zur Verteidigung der Stadt entschlossene Bevölkerung Unruhe zu tragen und ihren Widerstand zu läh­men, so ist dagegen sofort mit allen Mitteln einzuschreiten. Jeder Berliner ist für sein Haus und seine Wohnung selbst verantwortlich. Häuser und Wohnungen, die weiße Fahnen zeigen, Weiterlesen

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Der Kampf um Berlin war eine der letzten Erhebungen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS und Volkssturm gegen die sowjet-russischen Angreifer Ende April, Anfang Mai 1945. Es war die finale und bedeutende Schlacht des Zweiten Weltkriegs im Endkampf um Deutschland. Sie hatte die vollständige Besetzung der Reichshauptstadt durch die Rote Armee zur Folge.

Ausgangslage

Josef Stalin befahl Anfang 1945 die Eroberung Berlins als finalen Schlag gegen das Großdeutsche Reich, da er unbedingt vor den VS-Amerikanern die Reichshauptstadt einnehmen wollte. Die Sowjetunion sammelte dazu eine gigantische Armee, die ca. 2,5 Millionen Soldaten (inklusive nichtkämpfender Einheiten), 6.000 Panzer, 7.500 Flugzeuge und noch tausende Artilleriegeschütze umfaßte. Ihnen standen mit bereits schwer angeschlagenen deutsche Wehrmachtseinheiten sowie Volkssturm und Waffen-SS insgesamt ca. 1 Million Mann mit nur ca. 800 Panzern und ohne nennenswerte Luftunterstützung entgegen. Außerdem war die Versorgungslage mit Treibstoff und Munition sehr schlecht.

Die Rote Armee entschloß sich zu einem Zangenangriff auf die Reichshauptstadt um sie einzukesseln. Entlang der Oder standen die 2. Weißrussische Front unter Rokossowski im Abschnitt Ostseeküste bis Schwedt, ab dort bis Guben die 1. Weißrussische Front unter Schukow und die 1. Ukrainische Front unter Konew im südlichen Abschnitt bis Görlitz.

Am 16. April eröffnete die Rote Armee die Offensive mit dem stärksten Artilleriefeuer des gesamten Krieges (statistisch ein Geschütz alle fünf Meter entlang der Oder), welches jedoch aufgrund von Umgruppierungen bei den Deutschen großteils ins Leere ging.

Zum 20. April erreichten auch Granaten Berlin-Mitte. Sofort darauf eröffnete die Rote Armee die Offensive und im südlichen Abschnitt schaffte es die 1. Ukrainische Front unter dem Sowjetmarschall Iwan Konew schon bald, die deutsche Verteidigungslinie an der Lausitzer Neiße zu durchbrechen. Im nördlichen Abschnitt konnte die 1. Weißrussische Front unter dem Sowjetmarschall Georgij Schukow erst nach dreitägigen brutalen Kämpfen in der Schlacht um die Seelower Höhen, die tapferen deutschen Einheiten zurückdrängen.

Die Schlacht um Berlin

Die eigentliche Schlacht um Berlin begann am 21. April 1945, als sowjetische Einheiten bei Malchow die Stadtgrenze überschritten. Der deutsche Befehlshaber, Generalleutnant Hellmuth Reymann, hatte zuvor angeordnet, Berlin „bis zum letzten Mann und zur letzten Patrone“ zu verteidigen. Weiterlesen