Eine Rede der Reichsfrauenführerin, gehalten auf der Frauenkundgebung anläßlich des Kreisparteitages der NSDAP in München, Oktober 1936

von Gertrud Scholtz-Klink

Das große Geschehen, in dem wir heute alle stehen, ist das Werden einer neuen deutschen Volksordnung — einer Volksordnung, in deren Mittelpunkt der große Gedanke und die verpflichtende Idee der Volksgemeinschaft steht.

Dieser verpflichtende Mittelpunkt für uns alle, nämlich die Volksgemeinschaft, hat sowohl den einzelnen als auch Einrichtungen, Institutionen, Schulen, Verbände ge­zwungen, sich und ihren Lebenskreis einmal unter diesem Gesichtswinkel zu betrach­ten. Da hat es sich dann als notwendig erwiesen, daß sich mancher von uns und manche Einrichtung in unserem Staate einer Erneuerung, einem Umlernen und Um­denken unterwerfen mußte, und dieses Umdenken hat uns alle so in den Bann geschlagen und so erfaßt, daß eigentlich nichts mehr davon verschont geblieben ist.

Alle unsere Wege, die wir in Deutschland zu Erfassung und Erziehung des deutschen Menschen im Leben des einzelnen sowie in seinem Verhältnis zur Gemeinschaft ge­gangen sind, haben sich unter neue Gesetze stellen müssen.

Ich möchte einmal zu Beginn unseres heutigen Abends – der wieder eine Ausrichtung, ein Weg, ein Sich-selbst-klar-Werden über unsere Arbeit sein soll – an uns selbst eine Gegenüberstellung vornehmen:

Wie hat man es denn früher mit uns gemacht, als wir in eine Gemeinschaft hinein­wachsen sollten, und wie müssen wir es heute mit unserem Volke machen? Denn wir alle, die wir in dieser Halle sind, haben doch irgendwo als kleine Pioniere des Führers einen besonderen Auftrag, und Sie alle, die Sie hier sind, Männer und Frauen, wissen, daß dieses deutsche Volk heute Menschen braucht, die um das Gewordensein ihres Volkes und die Zusammenhänge in diesem Volk wissen, damit sie aus diesen Er­kennt­nissen des Gewordenseins des Volkes aufbauen, neue Wege klar und frei sehen können.

Ich möchte bei dieser Gegenüberstellung von früher und heute mit der primitivsten Stufe anfangen, bei der man den Menschen überhaupt in eine Gemeinschaft hineinstellt – ihn in eine bestimmte Haltung zum Volke bringt – mit der ersten Stufe, in der der Mensch gezwungen wird, von dem eigensüchtigen Ich-Denken hinwegzukommen und sich mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen: Die Schule. Sie ist für jeden Menschen der erste Schritt in die Allgemeinheit hinein, jener erste bittere Schritt, in dem er ge­zwungen wird, sei es zuerst auch nur durch das ABC, sich mit den Problemen des Lebens auseinanderzusetzen.

Ich sagte Ihnen vorhin, daß unser Volk heute Menschen braucht, die über das Ge­wor­den­sein ihres Volkes, über die Zusammenhänge, das Woher, Warum, über das geistige Geschehen und die geistige Mission Bescheid wissen. Wenn wir nun 10, 15, nein, heute sind es schon 20 oder 25 Jahre, zurückgehen, dann werden alle, die hier sind und viel­leicht einmal das Glück gehabt haben, auf einer höheren Schule zu sitzen, mit mir eines feststellen müssen: Was haben wir damals vom Gewordensein unseres Volkes und von seiner geistigen Sendung an dieser ersten Lehrstelle kapiert und gelernt?

Wir sind doch damals in der Geschichte der Römer, der Griechen und vor allen Dingen in der Geschichte des jüdischen Volkes oft besser zu Hause gewesen als in der deut­schen Geschichte; die jüdischen Propheten können Sie heute bestimmt noch genau so auswendig wie ich. Darüber haben wir vielleicht viel besser, zum mindesten aber ein­dringlicher Bescheid bekommen als über die Zusammenhänge der deutschen Geschich­te. Und selbst das, was wir über die deutschen Belange wußten, war insofern reichlich unvollkommen, als wir nicht etwa einen zusammenhängenden Überblick in dieser Zeit Jahr für Jahr über eine bestimmte Entwicklungsperiode unseres Volkes in allen Fächern der Schule bekamen, also etwa so, daß man uns in einem Jahr eine bestimmte Entwicklungsepoche des deutschen Volkes im Querschnitt eines Jahr­hun­derts geoffen­bart hätte, sondern praktisch gesehen war es – etwas kraß aus­ge­drückt – doch so:

Wenn wir in der ersten Stunde Naturkunde hatten und uns dort in der Eiszeit bewegten, dann erwärmten wir uns in der zweiten Stunde in der Literatur vielleicht wieder an den Minnesängern, um uns in der dritten Stunde in der Geschichte auf eine fachliche Ebene zurückzubegeben, auf der uns vielleicht unser Geschichtsprofessor eindringlich und folgerichtig den naturnotwendigen und absolut nützlichen Einfluß der Sonne Italiens auf die politische Entwicklung Deutschlands einimpfte. Und wenn dann noch die seelische Struktur dieses Geschichtsprofessors aus jener glücklichen Mischung von absolut pat­rio­ti­scher Haltung einerseits und – da man ja ein fortschrittlicher Mensch war – Mensch­heits­apostel anderseits bestand, wofür wir das  wunderschöne Wort „national-liberal“, d. h. „sowohl als auch“ gehabt haben, dann, meine lieben deutschen Menschen, brauchen wir uns am Ende nicht mehr zu wundern, wenn aus dieser ersten Lehr­werk­stätte unserer Kindheit Menschen – Deutsche – herauskamen, die vor lauter fachlicher, einseitig abgegrenzter Wissenschaft und Objektivität ganz verlernt und vergessen hatten, daß es auch noch eine subjektive Weltbetrachtung geben könnte, in der deutsche Menschen mit deutschen Augen und deutschen Herzen deutsche Dinge hätten ansehen können.

Das war weiter gar kein Wunder mehr. Wir haben keine Zusammenhänge gekannt und wir haben sogar noch einen weiteren Erfolg dieser bezirksweise abgegrenzten Lebens­lehre erlebt; wir kamen auf unseren Hochschulen, der Fortsetzung dieser ersten Lehr­werkstätte, immer mehr in eine absolute Spezialistenzüchterei — und in den einzelnen Fächern, als Erfolg dieser Spezialistenzüchterei, wieder zum Streit der speziellsten Kapazitäten über die Richtigkeit ihrer speziellen „Theorie an sich“. Der höchste Stolz eines Menschen als Wissenschaftler bestand doch damals häufig, ich möchte fast sagen, darin, eine „Sache an sich“ zu verfechten, und nicht etwa zu sagen, wie weit nun diese Sache um bestimmter Volksnotwendigkeiten willen im Interesse des ganzen Volkes erarbeitet und gesegnet sein sollte. Nein, der höchste Stolz war „die Sache an sich“.

Mit diesen Lehren sind wir aufgewachsen, so sind wir in der Schule erzogen worden. Dann hat man uns nachher losgelassen und wir sollten uns nun eine Weltanschauung bilden und sollten in das Leben hineinwachsen. Wir haben das solange miterlebt, bis der Führer kam und uns gewissermaßen als Volk an den Ohren nahm und sagte: Mein liebes Volk, du wirst nun einmal lernen müssen, diesen Weg zurückzugehen und an den Anfang nicht dein kleines Ich, dein Wollen und deine Spezialität zu stellen, sondern du wirst einmal wieder sehen müssen, was die Notwendigkeiten deines Volkes von dir erfordern.
Mit andern Worten: der Führer lehrte uns wieder, einen verpflichtenden Mittelpunkt für alles, was wir tun, zu sehen. Er lehrte uns, daß alle Arbeit, alles Wissen, alles Lernen, alles Kämpfen nicht eine „Sache an sich“ ist, sondern eine heilige Aufgabe jedes ein­zel­nen im Dienste an der Gemeinschaft aller. Und nach diesem Gedanken haben wir uns hochkämpfen müssen.

Dieser verpflichtende Mittelpunkt Volksgemeinschaft nahm nun wieder jeden einzelnen von uns und sagte uns: Mein lieber Freund, du magst auf deinem Gebiet sehr viel wis­sen und noch Schöneres leisten, aber eins wirst du erkennen müssen: daß dein Wissen allein – das wir fast einmal zum Abgott in Deutschland gemacht hatten – dir das Welt­bild erst einmal zersetzt. Denn je mehr ich weiß, umso mehr erkenne ich, wie viele Dinge es in der Unendlichkeit gibt, von denen ich nichts weiß.

Wenn ich also mit meinem Verstand in eine Wissenschaft hineingehe, dann wird mir erst einmal das schöne runde Bild, das ich von der Welt gehabt habe, zersetzt. Erst die in der Stille aus dem Einzelwissen langsam erwachsende Weisheit setzt mir allmählich in tieferem, größerem Erkennen und Erleben der Zusammenhänge das Weltbild wieder zusammen und rundet es mir zu einem organischen Ganzen.
Das müssen wir lernen: alle unsere einzelnen Dinge hineinzustellen in die Gesamtlage unseres Volkes, in den Dienst an unserem ganzen Volk. Darum haben wir Mütter – wenn ich noch einmal auf die Schule zu sprechen kommen darf – aus der Lehre unserer eigenen Schulzeit heraus zuerst gesagt: Gebt jetzt einmal den deutschen Kindern eine Schule, in der unabhängig von allem Wissen um fremde Dinge und fremde Länder – auch das muß sein und hat seine Richtigkeit – vom ersten Schuljahr an eine zusam­men­hängende Schau der deut­schen Dinge geboten wird, damit die Kinder das lernen, was uns erst in späten Jahren durch der Führer zu lernen vergönnt war: die Ehrfurcht vor der Arbeit und dem Wissen als Mittlerin zur Weisheit.

Unter diesem Erneuerungsprozeß stand und steht die Arbeit der Nationalsozialistischen Frauenschaft, die zuerst auch in sich selbst suchen und tasten mußte: wo können wir etwas ändern, wo können wir etwas besser machen, wie können wir es machen, daß wir wieder Ehrfurcht vor der Arbeit lernen als dem Mittler und dem Weg zu einer Weisheit, die wir alle brauchen? Wie können wir diesen Weg dann andern Menschen durch unsere Art, durch unser Wort, unsere Haltung, unsere Arbeit übermitteln?
Denn im Verlaufe dieser Auseinandersetzung haben wir ja die Aufgabe, andere Frauen, Millionen deutscher Frauen, an diesem Prozesse der Umwandlung vom Ich zum Du der Volksgemeinschaft teilhaben zu lassen und sie durch unsere Arbeit zu uns heraus­kommen und für den Nationalsozialismus zu gewinnen.

Da haben wir neben der NS-Frauenschaft das Deutsche Frauenwerk geschaffen, das Sie jetzt allmählich wohl alle kennen; wir schufen das Frauenamt der Deutschen Arbeits­front, in das wir die besondere Seite der sozialpolitischen Sorge um die Frau hinein­gestellt haben; das Ringen um die Arbeitslehre der schaffenden Frau; das Ringen um den Schutz der erwerbstätigen Mutter. Jedes Amt hat seine Aufgabe. Das Schönste und unendlich Große aber an der ganzen Arbeit ist nicht, daß die Frauenschaft nun eine besonders gute politisch-weltanschaulische Schule ist und das Frauenamt die Frau besonders gut sozialpolitisch betreut oder Hauswirtschaft und Mütterdienst ihre Arbeit tun, sondern daß wir uns wiedergefunden haben als Frauen einer Nation, die eigene Arbeit leisten, aber gemeinsam von dem einzigen fanatischen Willen beseelt sind, wieder für ihr Volk zu sorgen, und bei denen jeder, der dessen bedarf, weiß, daß er jederzeit kommen kann und dann in uns einen verständnisvollen Menschen und einen Kameraden findet.

Ich habe vor einiger Zeit von einer Arbeiterin ein Gedicht gelesen. Sie schrieb:

Mein Vater geht auf das Hammerwerk,

Er schlägt das Eisen zu Stahl.

Ich bin so stolz auf seine Stärke,

Und er lacht nicht einmal.

Meine Mutter ist eine fleißige Frau,

Sie schafft von früh bis in die Nacht

Und hat, ich weiß es ganz genau,

Mir einmal zugelacht.

Diese Worte bergen das ganze politische Geschehen unserer Zeit in sich. Mann und Frau stehen in einer unendlich schweren Arbeit und beide tun ihr Bestes. Der Mann wird manchmal hart, er wird dabei auch manchmal zu ernst, er lacht nicht mehr und geht seinen Weg in festem Schritt und Tritt. Die Frau geht nebenher, sie tut auch ihre Arbeit, genau im Rahmen ihrer Kraft wie er. Aber was sie dazu tun muß, das, meine lieben Frauen, ist das letzte unserer ganzen Frauenarbeit.
Was hier noch extra dazugegeben werden muß, das ist das, was das Mädchen in dem kleinen Gedicht sagt, „sie hat mir einmal zugelacht“. Wir Frauen müssen zu der Arbeit noch ein Kunststück fertigbringen, daß wir erstens einmal nicht zappelig werden, sondern daß wir Ruhe bewahren, und zweitens, daß wir jederzeit für jeden Menschen, der dessen bedarf, noch ein frohes Lächeln haben. Aus diesem letzten Denken heraus, aus dieser Lebenshaltung heraus gehen wir nun allen Dingen an den Leib, die unserem Volk irgendwo schaden könnten.

Wir reden z. B. in Deutschland zu Zeiten viel von Fleischverknappung. Meistens reden wir zu viel davon. Auf der andern Seite reden wir auch sehr viel von Berufserziehung. Nun sagt mir vielleicht jemand: Aber was hat denn die Fleischverknappung mit der Berufserziehung und die Berufserziehung mit der Hausfrau zu tun?
Ich möchte dafür einmal ein reales Beispiel bringen. Wir wissen, daß wir zu manchen Zeiten wenig Fleisch von der und der Sorte haben; auf der andern Seite machen wir z. B. auch Berufserziehung für Gastwirtsleute, für Angestellte des Gastwirtsgewerbes, Haus­frauen und Herausangestellte. Da sehen wir nun soundsoviele Männer und Frauen in unseren Städten, die tagsüber einer Arbeit außer Haus nachgehen, und hören sie fragen: Sagen Sie, können Sie mir nicht eine Gaststätte nennen, in der man nicht immer dieses ewige Fleisch und diese Sauce essen muß, sondern wo es mehr Kartoffeln und Gemüse, Salate usw. gibt?

Da treiben wir nun Berufserziehung und erziehen unsere Gaststättenangestellten zu den besten Köchen und Köchinnen der Welt. Wie wär’s wenn wir auch hier einmal das Praktische mit dem Notwendigen verbinden und z. B. zum  Gegenstand eines Reichs­berufs­wett­kampfes für Frauen die Aufstellung wunderbarer Speisezettel machen würden mit viel Gemüse, Kartoffeln und Salaten ohne bzw. weniger Fleisch?

Wenn der Führer sagt: Wir  haben nicht die Devisen, um all das Fleisch einzuführen, das wir zusätzlich brauchen und das wir schon immer eingeführt haben, dann könnten wir Hausfrauen einen Beweis unserer guten Berufserziehung ablegen, indem wir einfach sagten: Brot haben wir, an Kartoffeln haben wir auch genug, Milch und Zucker sind zur Genüge vorhanden, ausreichend für das ganze Jahr. Nun werden wir einmal Küchen­zettel aufstellen, in denen wir eben am Abend Kartoffeln kochen und schöne Sachen dazu machen, die wir durch eine geschickte Vorratswirtschaft uns vorher zurecht­gerichtet haben: rote Rüben, Rettichsalat, Selleriesalat und all die vielen schönen einfachen Dinge.

Man soll auch abends nicht immer, wie es in vielen Häusern der Fall ist, belegte Brote auf den Tisch stellen. Nein, wir werden in Millionen Haushaltungen zeitweilig mehr die gesunde Kartoffel zubereiten und das Fleisch denen lassen, die durch harte Schwer­arbeit eben darauf angewiesen sind; denn erstens schadet es manchen Menschen, die geistig oder körperlich leichter Arbeiten, gar nicht, besonders nicht ihrer schlanken Linie, wenn sie etwas weniger Fleisch essen, und zweitens ist es auch nicht mehr als recht und billig, daß Menschen und Geschwister, die eine gemeinsame Mutter haben, nämlich Deutschland, sich untereinander ausgleichen und sich gegenseitig aushelfen. Das ist in jeder anständigen Familie so und das wollen wir auch so halten.

Ich sage Ihnen das nur, damit Sie einmal sehen, wie heute die deutsche Hausfrau letzten Endes eigentlich der beste Wirtschaftsminister sein könnte; denn wenn wir Frauen nur einmal konsequent für diesen Gedanken eintreten und ihn systematisch durchführen, dann braucht sich der Führer mit seinem ganzen Wirtschaftsstab den Kopf nicht mehr so sehr zu zerbrechen.

Ich muß aber dabei noch etwas sagen. Wir haben damit auch der Hausfrau ihre Arbeits­ehre wiedergegeben, die sie einmal in der marxistischen Zeit verloren hatte. Sie kennen alle noch die Zeit, in der es geheißen hatte: Ich möchte halt doch lieber einen Beruf ergreifen; sehen Sie, Hausfrau sein ist gewiß nett, man ist versorgt, aber es ist eine so „unproduktive Tätigkeit“ — ein Wort, mit dem in Deutschland so viel herumgeworfen wurde. Als Stenotypistin sehe ich am Abend, was ich geschafft habe, aber von der „unproduktiven Tätigkeiten“ der Hausfrau sieht man nichts, es sei denn, daß man das Bäuchlein des Mannes, das immer größer wird, als „produktive Arbeit“ ansieht. Aber das ist ja letzten Endes kein Trost fürs ganze Leben, im Gegenteil, es kann mit der Zeit eher zu einer Beschwernis werden.

Dieses Wort von der „unproduktiven Tätigkeit“ der Frau hat die Hausfrauenarbeit, die einer der wirtschaftlich stärksten Faktoren einer Nation ist, in Mißkredit gebracht. Dieses Wort konnte nur im Denken einer Zeit entstehen, die unter Produktivität nur das Verstand, was eben in die eigene Tasche, in die eigene Familie sichtbar einging, was man nachzählen, greifen konnte, aber niemals das, was dem Volksganzen und damit indirekt auch dem einzelnen wieder zugute kam.

Wie produktiv die Tätigkeit der Hausfrau ist, möchte ich an einem kleinen Beispiel dartun:

Wenn in Deutschland in einer Familie in einer Woche ein Stück Brot achtlos beiseite geworfen wird, das 50 Gramm wiegt – es ist das eine kleine Scheibe Brot -, so macht das bei 17,5 Millionen Familien, die wir in Deutschland haben, in einem Monat 8.750 Doppelzentner Brot aus, d. h. in einem Jahr 445.000 Doppelzentner — das sind 4.000 Eisenbahnwagen voll Brot. Nun prüfen Sie einmal selber, meine Frauen, wie oft Sie ein Stück Brot achtlos beiseite liegen lassen.

Wenn man am Sonntag im Sommer an Lagerstätten von Ausflüglern kommt, wie oft muß man dann sehen, wie das Brot achtlos auf dem Boden liegt und buchstäblich mit den Füßen getreten wird. Wie mühevoll ist dagegen die Arbeit, die der Führer auf­wen­det, um dem Meer meterweise Land abzugewinnen; und nun rechnen Sie sich einmal aus, wieviel Land nötig wäre, um 450.000 Doppelzentner Brot ernten zu können.

Wir treten also hier Boden, den wir nicht haben und bitter nötig brauchen, buchstäblich mit Füßen, wir treten darauf herum und machen uns gar keine Gedanken darüber. Sie können mir sagen: Ja, unter den 17,5 Millionen Haushaltungen sind ein Teil ländliche Haushaltungen, und dort verdirbt nichts. Meine Frauen, ich weiß, daß die Landfrau kein Brot verderben läßt, weil sie noch eine größere Ehrfurcht vor der Erde hat als der Stadt­mensch.
Aber wenn nur die Hälfte dieses Brotes umkommt und in der Stadt in den Mülleimer oder sonst wohin wandert, dann haben wir damit immer noch kundgetan, daß wir es bitter nötig haben, das zu lernen, was unsere Vorfahren noch gehabt haben: die Ehr­furcht vor der Erde und vor ihren Gaben. Diese Ehrfurcht müssen wir wieder haben. Wir müssen der Stadtfrau sagen: So wie dir deine Asphaltstraßen die Erde zugedeckt haben, so ist auch allmählich mit diesem äußeren Verschwinden der Erde durch den Asphalt in deinem Herzen die Ehrfurcht und das Wissen um deine Abhängigkeit von dieser Erde geschwunden.

Wir wollen absolut nicht sagen: darum weg mit dem Asphalt, zurück zur Natur. Aber etwas anderes wollen wir in die Herzen hineinhämmern: Stadtfrau und Stadtmann, vergiß nicht, wisse immer, daß unter deinem Asphalt deine Erde lebt, der du verdankst, daß du auf dem Asphalt leben und arbeiten kannst.
Das ist das, was wir dem Städter wieder beibringen müssen. Dann wird der Mensch auch wieder die Ehrfurcht vor der Erde und ihren Gaben bekommen. Eins spielt nun ins andere hinein. Wir haben im Spätherbst die Ernte, wir haben das, was uns die Erde gibt — und sie gibt es uns reich­lich und gut, aber sie verwöhnt uns nicht. Deshalb müssen wir die Ernte auch gut aufbewahren und Vorratswirtschaft treiben für die Zeit, wo die Erde Ruhe braucht und uns keine Gaben schenken kann. Sonst fragen wir im Januar nach frischen  Gemüsen und Dingen, die uns die Erde nicht mehr geben kann, und schimpfen, wenn das, was wir wollen, zu teuer ist, weil es nicht aus unserer Erde stammt.

Unser Erntedankfest muß darin bestehen, daß wir die Gaben der Erde zu der Zeit, wo sie uns von der Natur geschenkt werden, so verwerten, daß wir dann über die Zeiten hinwegkommen, wo sie uns nichts geben kann, und wo der Führer das Geld, das wir früher für zu viele Einfuhr ausgegeben haben, nun für Dinge braucht, die nach seinem Ermessen im Augenblick nötiger sind.

Ich glaube, der Führer dürfte uns Garant sein dafür, daß er nichts von uns verlangt und nichts für nötig erachtet, wenn er es nicht wirklich vor sich und vor der Nation verantworten könnte.

Deutsche Frauen! Das ist nur eine praktische Lehrprobe aus unserer Arbeit. Wir müssen immer wieder zueinander davon sprechen.

Wenn wir dann auf dem Gebiete der Volksgesundheit über unseren Mütterdienst den Müttern auch beibringen, daß unsere Kinder das kostbarste Gut sind, das wir haben nächst unserer Ehre, und daß wir über ihr Werden und ihre Pflege Bescheid wissen müs­sen, bevor wir in eine Ehe hineingehen, so sind das nur Brücken, die wir zueinander schlagen.
Mütterdienst ist eine Brücke ebenso wie Hauswirtschaft und alle andere Arbeit, sei es Rotkreuzarbeit oder die Sorge um unsere werktätigen Frauen. Alle Arbeit ist eine Brücke, auf der wir zueinander die Wege finden müssen, auf der wir uns eigentlich in die Herzen hineinschauen, uns anschauen und sagen: Willst du nicht auch bei unserer Arbeit mitwirken? Es ist schön und es ist notwendig, und wir brauchen einander, denn wir sind ja heute verantwortlich füreinander. Der Führer hat uns die Verantwortung für das gesamte deutsche Volk übertragen.
Nun sagt du mir vielleicht: Ja, aber hören Sie einmal, ich kann doch nicht für jeden Menschen ver­ant­wort­lich sein, der in meiner Umgebung lebt; jeder Mensch bringt doch seine Art, seinen Charakter, seine Haltung mit. Für den kann ich doch nicht ver­ant­wort­lich sein.

Meine Frauen und Männer! Wohl können wir nicht für die Art oder den Grundcharakter verantwortlich sein, den ein Mensch mitbringt, aber wofür wir in Verantwortung sind, das ist dafür, wieweit wir in der Entwicklung seines Lebens und seines Weges auf ihn eingewirkt haben, d. h. ob wir ihn herabgezogen oder ob wir ihn in die Höhe geführt haben. Dafür sind wir für unsern Teil an ihm verantwortlich. Wie sollte anders sich eine Gemeinschaft vor dem Leben und vor Gott rechtfertigen können, wenn nicht dadurch, daß einer eben für den andern verantwortlich ist in seiner Haltung, die er dem andern entgegenbringt. Ich weiß, daß das unendlich schwer ist. Es ist deshalb schwer, weil wir dazu eines können müssen: Wir müssen immer sehen, daß unser Mut zum Guten in uns selbst immer etwas stärker ist als die Furcht vor dem Bösen in der Welt.

Zum andern müssen wir dafür sorgen, daß auch der Mut zur eigenen Forderung an uns, an unsere Kraft, an unsere Hingabe an den andern immer etwas stärker ist als die allzu menschliche Neigung zu unserer eigenen seelischen Trägheit und Bequemlichkeit. Das sind die zwei Dinge, die wir fertigbringen müssen.
Es ist oft so, wenn wir einem Men­schen sagen, du bist für den andern verantwortlich, du bist durch deine Haltung für ihn verantwortlich, daß er uns dann entgegnet: Ach, laß mir meine Ruhe, ich habe soviel mit mir selber zu tun, ich muß für mich selbst sorgen und kann es nicht noch für andere tun, ich habe es bisher nicht getan, laßt mir meine Ruhe. Der Mensch ist von Natur aus in Forderungen und Kämpfen sich selbst gegenüber leicht zur Trägheit geneigt; und diese Trägheit müssen wir uns abgewöhnen, deshalb, weil wir in einer Gemeinschaft stehen und weil wir uns Kameraden nennen.

Was bedeutet denn das Wort Kamerad?

Dieses Wort wird heute sehr, sehr oft als Schlag­wort gebraucht. Jeder sagt zum andern „Kamerad“. Er denkt gar nicht mehr darüber nach, was es heißen soll. Der eine meint, Kamerad heißt, daß du und ich eben an einer Arbeitsstelle stehen; der andere meint wieder, Kamerad heißt: wenn ich einmal eine Dummheit mache oder mich schlecht benehme, dann sagst du nichts darüber. Dann kannst du dich das nächste mal schlecht be­nehmen, und dann sage ich nichts darüber. Jeder versteht also unter Kamerad etwas, was im Notfall seine eigene Schwäche deckt.

Ich glaube, Kameraden dürfen sich nur Menschen nennen und um Kameradschaft dürfen nur solche bitten, die wissen, daß das Wesen der Kameradschaft darin besteht, daß ich meinem Kameraden – wenn es sein muß – auch einmal der größte Feind sein kann, nämlich dann, wenn ich merke, daß er Dinge tut, in denen er eben seiner eigenen seelischen Faulheit frönt und sich damit schadet. Dann muß ich zu ihm gehen können und sagen: Mein lieber Freund, hier mache ich nicht mit, hier machst du dir das so leicht und bequem, daß du gar nicht das Starke und Gute in dir förderst, sondern eben das Faule und Bequeme. Und wenn ich wirklich dein Kamrad sein will, habe ich hier die Pflicht, dich dir so zu zeigen, wie du sein kannst, wenn du dir nur ein klein wenig Mühe gibst.
Das ist Kameradschaft; denn eine wahre Kameradschaft sieht nicht das, was im Augen­blick ist, sondern sieht den andern an und weiß: über dir, über mir, über deiner und meiner Arbeit steht etwas, das größer ist als du es bist und ich es bin, das ist die Ge­mein­schaft, in der wir leben und in der wir nicht von ungefähr stehen, sondern in der wir Jahrhunderte besten Erbes deutscher Väter und Mütter in uns hochzubringen und weiterzutragen haben. Und weil wir dieses Dritte sehen, sind Kameraden solche Menschen, die Ehrfurcht vor dem Größten und Stärksten haben, was in einem Menschen lebt, die den Drang haben müssen, diese Größte und Schönste aus einander heraus­zuholen.

Das wollte ich euch, meine Frauen, sagen, weil wir auch oft von unserer Kameradschaft sprechen und es nötig ist, daß wir wissen, daß das etwas Schönes und Gewaltiges ist. In dieser Kameradschaft bilden wir eine Kette und nehmen uns an den Händen. Es mag dann auch einmal sein, daß der eine oder der andere müde und mutlos wird, daß er ein­mal schimpft und Krach macht — das gehört dazu; aber was er nicht darf und was nicht sein kann, ist, daß seine mutlosen und müden Stunden ihn zu Fall bringen.
Vor uns muß dann ein Kreis stehen, der uns so unendlich festhält, daß der eine ruhig hin­fallen kann. Wir sagen dann zu ihn: Mein lieber Freund, du bist heute müde, du hast einen Kummer, wir können dir im Augenblick nicht helfen, weil es Dinge gibt, die man dem Menschen nicht abnehmen kann. Wir können aber eins, wir können dich so lange in die Mitte nehmen, bis du aus unserer Kraft, unserer Gemeinschaft, unserer Treue, wenn auch unter Tränen, nach Tagen wieder lachen und froh sein wirst.

Wir haben doch allen Grund dazu, daß wir deutsche Menschen frohe Menschen sind. Ich weiß, wir werden so oft mißverstanden. Es kommen Menschen zu mir, die sagen: Sie predigen dauernd, man solle froh sein. Sie selbst sind froh; wir aber haben keine Arbeit, haben Kurzarbeit und kein genügendes Auskommen.
Glaubst du, meine liebe Frau, ich weiß das nicht? Ich weiß, wie schwer es ist, mit weni­gen Mark in einer Woche ein Häuflein Kinder zu ernähren. Ich weiß, wie schwer es ist, Kurzarbeit zu haben, arbeiten zu wollen und nicht zu können. Ich weiß aber trotz alle­dem auch das andere, nämlich, daß man mit viel Geld und mit allen schönen Dingen und mit aller Arbeit unser Volk niemals nationalsozialistisch machen würde, wenn wir nicht erst den Menschen wieder zum bewußten Träger einer frohen und starken Lebens­haltung machen.

Und weil ich das weiß, fangen wir dort an, wo wir anfangen können. Daß der Mensch Arbeit, daß er Brot bekommt, ist für uns eine Selbstverständlichkeit — und es wird geschehen, so schnell und so gut es möglich ist. Wenn wir aber daneben durch unsere Gemeinschaft, d. h. durch unsere Treue, durch unsern Glauben den Menschen froh machen, so ist das nicht an eine Zeit gebunden, sondern wir können es sofort in Angriff nehmen und damit gleich den Anfang machen, und damit haben wir Frauen den Anfang gemacht.

Und noch etwas anderes zu diesem Frohsinn. Wir wären die undankbarsten Menschen, wenn wir trotz aller Schwere nicht frohe Menschen wären. Da möchte ich euch ein Er­lebnis erzählen, das ich vor einigen Tagen mit einem Menschen gehabt habe, der in einer Versammlung war und nachher zu mir sagte: Sie können den Menschen Freude und Kraft und Liebe predigen.
Ich hatte in dieser Versammlung gerade über die eben dargelegten Dinge gesprochen und darauf hingewiesen, daß, wenn wir doch nur bedächten, was Gott dem Führer, was er jedem einzelnen von uns Tag für Tag rein an körperlichen und seelischen Kräften schenkt, wir doch sagen müßten, daß das allein schon ein so unendlicher Beweis der Liebe und des Segens Gottes sei, für den wir froh und dankbar sein müßten.
Ja, wissen Sie, meinte der Mann, das ist nun einmal so bei Ihnen und bei den andern Nazis: ihr predigt, wenn ihr schon von Gott redet, den Menschen nur den Gott der Liebe. Das ist einfach. Aber den andern Gott, der den Menschen straft und verfolgt, von dem wollt ihr nichts wissen.
Da entgegnete ich ihm: Mein lieber Mann, jetzt muß ich Sie einmal etwas fragen. Haben Sie schon jemals im Leben eine Liebe, und zwar eine große Liebe eines Menschen an sich selbst erlebt? Da schaute er mich erst einmal etwas komisch an, und dann sagte er: Ja, warum nicht. Da erwiderte ich ihm: Kein Mensch, der noch einen Funken Gutes in sich hat, wird sich der Einwirkung einer großen und edlen menschlichen Liebe ent­zie­hen können; er wird immer versuchen, sich irgendwo, ohne daß er darüber nachdenkt, dieser Liebe würdig zu erweisen. Er wird dankbar und froh sein, er wird gut sein wollen, und wenn er sich einmal nur im geringsten an dieser Liebe versündigt, dann schämt er sich – das wißt ihr auch – ganz von allein so, daß ihm der andere nicht erst eine lange Predigt zu halten braucht, daß er sich an dieser Liebe versündigt hat.

Wenn ich nun in meiner menschlichen Begrenztheit schon so große Liebe verschenken kann und ihre Wirkung auf einen Menschen so gewaltig ist — wie unendlich gewaltiger muß dann die Kraft der Liebe Gottes sein und ihre Wirkung auf den Menschen! Wenn ich an der Segnung, die auf unserm Werk liegt, täglich und stündlich an vielen Tausenden und an mir diese unendliche Liebe Gottes spüre und erlebe, warum soll ich dann nicht meinen Mitmenschen und meinen Kameraden an der Hand nehmen und auch ihm sagen: Freu‘ dich, und sieh doch diese große Liebe Gottes in der Welt.
Warum sollte ich ihm dann sagen: Aber paß auf, eines Tages wird der liebe Gott mit dir zanken. Wenn wir, die wir diese Liebe Gottes spüren, uns durch eine Tat, durch Ge­dan­ken oder Handlung an dieser Liebe Gottes versündigen, dann soll man den einfachsten Menschen in Deutschland nicht für so verkommen halten, daß er sich dann nicht vor Gott mindestens so schämt, wie er sich vor dem Menschen schämen würde, an dessen Liebe er sich versündigt hätte.

Wir glauben nun einmal, daß man den Menschen mit positiven Dingen stärker macht und weiter bringt als mit negativen. Wir wollen auch nicht, daß der deutsche Mensch so klein von seinem Herrgott denkt, daß er ihn immer dann braucht, wenn er etwas Böses getan hat, daß ihm gewissermaßen Gott persönlich erscheinen und ihm sagen muß: Du hast etwas Böses getan.
Wir wollen den Menschen wieder so machen, daß er selber sich schämt, aber nicht im Zerknirschung liegenbleibt, sondern sagt: Lieber Gott, ich war ein törichter, schwacher Mensch, aber ich will zusehen, daß ich es zehnfach wieder gutmache, damit ich wieder vor dir bestehen kann.

Meine Frauen und Männer! Welche Arbeit wir auch verrichten, ob sie eine wirtschaftlich-soziale, sozialpolitische oder sonst eine ist: sie ist nur ein Weg zu diesen letzten inne­ren Erkenntnissen und zu diesem letzten Bejahen der uns gestellten Lebens­auf­gabe.
Wir Nationalsozialisten haben schon soviel lernen müssen — wir werden vielleicht auch noch in dieser schweren Zeit der Auseinandersetzungen lernen müssen, uns eben gegenseitig auch den Glauben an die Größe und Unendlichkeit Gottes, an diese Liebe, die wir an uns verspüren, ab und zu wieder zur Kenntnis zu bringen und zu vermitteln.
Wir müssen das aus dem ganz einfachen Grunde, weil wir heute leider an manchem Menschen, der kraft seines Amtes berufen wäre, uns diese Liebe als Kraftquelle zu übermitteln und der sich Stellvertreter Gottes nennt, erleben, daß er uns oft mehr als ein gestrenger Vorgesetzter Gottes, denn als sein bescheidener Stellvertreter vor­kommt. Deshalb wollen wir an unserm Teil den Menschen die Liebe Gottes zum Erleben bringen in unserer Arbeit.

Als wir in unserer Aussprache so weit gekommen waren, sagte der Mann: Nun sagen Sie mir aber eins: Ihr bekämpft doch die Lehre Christi. Glauben Sie wenigstens an Christus?
Da habe ich mich besonnen und ihm erwidert: Darauf kann ich Ihnen nur eine persön­liche Antwort geben. Ich glaube, daß es für unser deutsches Volk viel wesentlicher ist, daß wir fragen: Lieber deutscher Mensch, willst du dir vornehmen, so zu glauben, wie Christus geglaubt hat und aus diesem Glauben heraus ein solch wahrhaftiges und starkes Leben auf dieser Welt führen wie er es geführt hat? Denn er hat uns ja wohl das wahrhaftigste und brüderlichste und kraftvollste Leben vorgelebt, das jemals auf dieser Welt vorgelebt wurde.

Und darum, meine Frauen, wollen wir getrost auf diese Frage: „Glaubst du an Christus?“ erwidern: Ich will versuchen zu glauben, wie er geglaubt hat mit dieser unendlichen Kraft und mit dieser Bedingungslosigkeit — und wenn wir das begriffen haben, werden wir auch nicht mehr fragen: glaubst du es auf katholisch oder evangelisch, auf diese oder jene Art. Wir wissen dann auch, daß, wenn wir einmal innerlich erlebt zu haben glauben, wie Christus geglaubt hat, zu leben, wahrhaftig, stark, treu und in gegen­seitiger Hilfe, daß dann unser Leben ein einziges Bejahen sein wird in seiner Arbeit und in seiner Haltung und in seiner Treue gegenüber unserem Nächsten.

Dann werden wir vielleicht nur noch sagen: Gott ist so unendlich groß und unfaßbar, daß es menschliche Anmaßung ist, sich über ihn zu zerstreiten.

Darum glaubt eins, meine Frauen: Es ist nötig, daß wir uns jetzt mehr denn je in unsern Kundgebungen sagen: Wir wollen erstens Menschen werden, die viel mehr Ehrfurcht vor der Sprache des gewaltigen Lebens haben — und damit auch Menschen, die wieder Ehrfurcht kennen vor Gott und vor den Mitmenschen als einem kleinen Atom Gottes.

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Quelle (edit.): Scholtz-Klink Gertrud – Verpflichtung Und Aufgabe Der Frau Im Nationalsozialistischen Staat (1936).pdf

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