Roosevelt signed the Lend-lease ActPräsident Roosevelt beschrieb in einer weltweiten Rundfunkrede am 15. März 1941 das Wesen des Nationalsozialismus und er­klärte, daß das amerikanische Volk jeden Versuch einer Ver­stän­digung mit den Nazis ablehne:

quod-klein-lilaDer preußische Absolutismus war schlimm genug, der Nazis­mus aber ist viel schlimmer. Die Nazis erstreben nicht allein Besitzveränderungen in den Kolonien oder bescheidene Grenz­ver­änderungen in Europa. Sie erstreben offen die Zerstörung aller aus Volkswahlen hervorgegangenen Regierungssysteme, einschließlich unseres eigenen, und wollen sie durch ein Regierungssystem ersetzen, das alle Menschen dem Kommando einer Handvoll von Tyrannen unterwirft, die durch Gewalt zur Macht gekommen sind.

Diese Leute und ihre hypnotisierten Anhänger nennen dieses System eine ,Neue Ord­nung‘. Es ist nicht neu und es ist keine Ordnung. Denn Ordnung unter den Völkern setzt etwas Bleibendes voraus, ein System der Gerechtigkeit, unter dem Menschen willig sind, lange geschichtliche Zeiträume hindurch zu leben. Die Menschheit wird niemals dauernd ein System annehmen, das ihr von einem Eroberer aufgezwungen ist und sie versklavt.

Diese modernen Tyrannen müssen, um ihre Pläne auszuführen, jede Demokratie aus­merzen — eine nach der andern. Die Völker Europas – und selbst wir Amerikaner – hatten diese Pläne nicht durchschaut. Jetzt durchschauen wir sie. Die Ausmerzung der europäischen Staaten ging indessen während der Jahre 1939 und 1940 planmäßig weiter vor sich, bis dieser Plan durch die unbesiegbaren Verteidiger Großbritanniens zerschlagen wurde.
Die Feinde der Demokratie haben in ihren Berechnungen aus einem sehr einfachen Grund geirrt: Sie haben geirrt, weil sie glaubten, daß die Demokratie unfähig sei, sich der schrecklichen Wirklichkeit einer Welt im Krieg anzupassen. Sie glaubten, daß die Demokratie, erfüllt von der ihr eigenen tiefen Achtung vor den Menschenrechten, niemals zu den Waffen greifen und kämpfen würde. Sie glaubten, daß die Demokratie, immer vom Willen beseelt, mit den Nachbarn in Frieden zu leben, ihre Kräfte nicht einmal zu ihrer eigenen Verteidigung zu mobilisieren imstande sein würde.
Sie wissen nun, daß eine Demokratie eine Demokratie bleiben kann, als Demokratie sprechen, zu Entscheidungen gelangen und sich zu ihrer Verteidigung hinreichend bewaffnen kann.

Die Propagandaämter der Achsenmächte haben zuversichtlich prophezeit, daß die Eroberung unseres Landes eine ,innere Angelegenheit‘ sein würde, eine Aufgabe, die nicht eines überwältigenden Angriffs von außen her bedürfe, sondern die durch innere Verwirrung, Spaltung und moralische Zersetzung gelöst werden könne.
Wer daran glaubt, kennt unsere Geschichte schlecht. Amerika ist kein Land, das von Kompromißlern, Defätisten und geheimen Unruhestiftern zuschanden gemacht werden kann. Amerika ist ein Land, das seine Probleme in aller Öffentlichkeit diskutiert — und wer will, mag zuhören.
Unsere Demokratie mag langsam von Entschluß sein. Aber wenn einmal ein Entschluß gefaßt ist, dann ist es nicht der Entschluß eines einzelnen, sondern der Entschluß von 130 Millionen. Er bindet uns alle, und die Welt weiß dann, woran sie ist.

Wir haben uns entschlossen — und damit ist es mit allen Verständigungsversuchen in unserem Lande zu Ende; zu Ende mit dem Drängen, uns doch mit den Diktatoren ab­zu­finden; zu Ende mit Kompromissen, mit der Tyrannei und den Gewalten der Unter­drückung. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir sind fest davon überzeugt, daß, wenn unsere Produktion erst in vollem Schwung ist, die Demokratien der Welt den Beweis liefern werden, daß Diktatoren nicht siegen können. Aber heute ist der Zeitfaktor von überragender Bedeutung. Jedes Flugzeug, jedes sonstige Kriegsgerät, ob neu oder alt, das wir erübrigen können, wollen wir über die Meere senden. Das ist Strategie des gesunden Menschenverstandes.

Es ist die große Aufgabe des Tages, die tiefe Pflicht, die auf uns ruht, unsere Erzeug­nisse von den laufenden Bändern der Montagehallen unserer Fabriken in die Kampf­linien der Demokratien zu senden — sofort und ohne Verzögerung! Rasch und wirksam werden wir arbeiten können, wenn wir einig bleiben, so wie wir jetzt einig sind.
Unsere Eintracht ist nicht – und wird niemals – die falsche Eintracht eines Volkes sein, das durch Drohungen eingeschüchtert und durch Propaganda irregeführt ist. Unsere Eintracht ist die freier Menschen, die die Wahrheit erkennen und der Wirklichkeit mit Verstand und Mut ins Auge schauen.
Endlich ist unser Beitrag nicht mehr nur ein Teileinsatz unserer Kraft. Heute ist er ein totaler Einsatz — nur so kann letzten Endes unsere Sicherheit garantiert werden.

Vor einem Jahr begannen wir mit dem Bau von Hunderten von Fabriken und mit der Ausbildung von Millionen von Männern. Als dann das Gesetz zur Unterstützung der Demokratien angenommen wurde, waren wir in der Lage, ein 7,000.000.000-Budget zu beantragen, das dem Produktionsausmaß, wie es jetzt in Aussicht genommen ist, entspricht. Dies schließt nicht nur das Kriegsmaterial selbst ein, sondern auch die Transportmittel, die zu seiner Verschiffung erforderlich sind.

Das Gesetz zur Unterstützung der Demokratien wurde am letzten Dienstag (11. März) von beiden Häusern des Kongresses angenommen; ich habe es eine halbe Stunde später unterzeichnet — fünf Minuten später billigte ich eine Liste von Kriegsmaterial, das unverzüglich verschifft werden soll. Vieles davon ist bereits auf dem Wege. Am Mittwoch empfahl ich die Bewilligung neuen Materials im Ausmaß von sieben Milliarden Dollar, und der Kongreß in seiner patriotischen Haltung setzt heute alles daran, die Genehmigung dieser Summe zu beschleunigen.

Democracy, DemokratieUnser Land ist auf dem Wege, das zu werden, was es gemäß dem feierlich erklärten Willen der Nation nun sein soll: Das Arsenal der Demo­kratie.

Unser Land wird seine Aufgabe erfüllen. Und wenn die Diktaturen zerfallen – und wir flehen zu Gott, daß dies früher geschehe, als wir jetzt zu hoffen wagen -, dann muß unser Land in der Periode des Wiederaufbaus der Welt fortfahren, seine große Rolle zu spielen.

Wir sind der Meinung, daß das Kriegsgeschrei der Diktatoren und ihr Prahlen von einer Herrenrasse sich als Gewäsch und reiner Unsinn erweisen werden. Kein Volk – in Ver­gangenheit, Gegenwart oder Zukunft – ist jemals zur Herrschaft über seine Mit­men­schen berufen.
Die Welt kann nichts mit einem Volk anfangen, das sich das Recht anmaßt, weil es groß an Zahl oder militärisch stark ist, im Stechschritt über andere Völker oder Rassen hin­weg zur Weltherrschaft zu marschieren. Wir glauben, daß jedes Volk – und sei es noch so klein – das angeborene Recht auf sein eigenes Volkstum besitzt.

Wir sind davon überzeugt, daß die Männer und Frauen dieser Völker, ohne Rücksicht auf ihre Größe, in friedlichem Schaffen sich selbst und der Welt dienen können, wenn sie sich um das Wohl der breiten Massen kümmern, ihren Lebens- und Gesund­heits­standard verbessern und Märkte für ihre Industrie und Landwirtschaft erschließen. Durch solches friedliches Wirken kann jedes Volk seine Zufriedenheit vertiefen und die Schrecken des Krieges und die Unmenschlichkeit im Verhalten von Mensch zu Mensch bannen.   quod-klein-lila-Anfang

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TextQuelle: vergessen…

Siehe auch:

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