von DER DRITTE WEG

Zur Aufklärung über die Situation der nationalen Bewegung in Russland führten wir ein Gespräch mit Ivan vom „Russischen Zenter“.

Bei dem „Russischen Zenter“ handelt es sich um eine Organi­sation von russi­schen Nationalisten, die sich im ukrainischen Exil befinden. Sie arbeitet eng mit den ukrainischen Natio­­na­­li­sten, etwa der Azov-Bewegung, zusammen.

 

♦  In welchen Organisation(en) warst du?

Ich war Teil einer lokalen Gruppe von Nationalisten. Das Problem ist, dass in Russland die Repression sehr stark ist und große, offene Organisationen schnell bekämpft werden. Alle bekannten Organisationen wie Slawische Union oder Wotan­jugend sind inzwischen verboten. Deswegen bleiben wir mehr im „Unter­grund“, ohne Namen usw. Trotzdem konnten wir in unserer Stadt mit 400.000 Einwohnern 300 Nationalisten zusammenbringen. Außerdem war ich einer der Admi­ni­stra­toren der Netzseite „Hardline Center“, einer NS-Straight Edge Seite (2006-2009).

♦  Wie lange warst du insgesamt in der nationalen Bewegung?

15 Jahre

♦  Wie ist die Entwicklung in Russland?

Es gab schon immer Minderheiten, z. B. islamische. Aber diese bekom­men immer mehr Rechte, bekommen Staatsgelder für den Bau von Moscheen und breiten sich immer mehr aus. Es findet eine Islamisierung statt. Die Zahl der Nicht-Russen wird größer — Putin betont die Wichtigkeit der Minder­heiten für Russland und macht eine Politik der „Derussifizierung“, also ein Verschwinden der russischen Leitkultur, und er lässt nicht-weiße Einwanderung als Gastarbeiter zu. Wir als Nationalisten fordern z. B., dass Ange­hörige der ehemaligen Sowjetrepubliken wie Kasachstan eine Einreiseerlaubnis brau­chen und nicht wie jetzt einfach einwandern können. Putin will das aber nicht, sondern billige Arbeiter. Putin will kein starkes, weißes Russland, sondern eine neue, multi­kul­tu­relle und multiethnische Sowjetrepublik.

♦  In Westeuropa wird Putin von vielen als positiv wahrgenommen, wegen z. B. seiner Haltung gegenüber Homo-Propaganda oder wegen mancher kritischer Kommentare zur Glo­ba­li­sie­rung. Was sagst du dazu?

Putin macht solche Politik nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus Popu­lis­mus, weil die Mehr­heit der Russen z. B. Homosexuelle ablehnt. Er will damit auch von der schwierigen wirtschaftlichen Situation ablenken. Auch bei den Einwanderern ist es das gleiche: Putin versucht den Westen schlecht zu machen, indem er sagt, dass sowas in Russland nicht passieren würde, dabei passiert genau das gleiche auch in Russland. Moskau ist auf dem besten Weg, keine weiße Stadt mehr zu sein.

♦  Was kannst du zu dem im Westen teilweise beliebten Alexander Dugin sagen?

Wir russischen Nationalisten mögen Dugin nicht, er ist keiner von uns, sondern Eurasier und Multi­kul­tura­list.

Ivan als Redner auf der Konferenz am 17.12 in Kiev

♦  Wie siehst du den Konflikt in der Ostukraine?

Als russischer Nationalist lehne ich diesen Bruder­krieg ab. Wir unter­stützten auch den Maidan als Revolution gegen Korruption, und weil Januko­witsch ukrainische Nationalisten einsperren ließ. Wir sehen, dass der Konflikt größtenteils auf Lügen und Propaganda aufgebaut ist.

♦  Wie denkst du über die Krim?

Unabhängig von der Geschichte und der Frage, wer nun ein Anrecht auf die Krim hat, ist die Krim unter Putin schlimmer dran als unter der Ukraine, da sie dann mit nichtweißen Billigarbeitern geflutet wird und die staatliche Repression anziehen wird.

♦  Was sagst du dazu, dass der Maidan eine Farbrevolution gewesen sein soll?

Man weiß nicht, was es für Hintergrundmächte und Pläne von westlichen Eliten gibt. Vielleicht gab es solche Beeinflussungsversuche. Aber dennoch war der Maidan von großen Teilen des Volkes getragen, und das kam nicht von Geheimdiensten. Es haben auch viele Russen den Maidan unterstützt, und das waren gewiss keine gekauften. Putin hat Angst davor, dass es einmal einen russischen Maidan gibt, deswegen versucht er, den Maidan als neue Orange Revolution darzustellen, obwohl es riesige Unterschiede gibt. Deswegen versucht er, den westlichen Einfluss zu übertreiben. Wenn der Westen die Revolution gekauft hätte, würde er den Krieg weitaus mehr unterstützen.

♦  Wie siehst du die Zukunft Russlands?

Ich hoffe auf eine Achse Berlin – Moskau – Tokio, mit einem entkommunisierten Russ­land. Die Liberalen in Russland sehen England und Frankreich als Partner, wir Natio­na­li­sten aber Deutschland, teilweise wird uns sogar übertriebene Deutschlandliebe von unseren Gegnern vorgeworfen.

♦  Wie denkst du, wird sich Europa entwickeln?

Wie hoffen auf ein unabhängiges Europa, die Restauration der Familie und das Ende der Globalisierung und Überfremdung, und wir glauben daran, dass dieses Ziel erreichen wird.

♦  Wie ist die Repression in Russland?

Das Gesetz gegen kriminelle Organisationen beinhaltet auch Gesetze gegen ethnischen Hass; natürlich wird das Gesetz nur gegen die Russen eingesetzt. Es gibt viele Straf­ver­fahren deswegen, aber nur wenn der „ethnische Hass“ gerade gegen Regie­rungs­linie verstößt. Beispielsweise darf man aktuell mehr oder weniger ungestört gegen Ukrainer hetzen und sie als Untermenschen bezeichnen, weil es auf Regierungslinie ist, oder auch gegen jüdische Oligarchen in der Ukraine, aber wehe man kritisiert nicht­weiße Einwanderung nach Russland oder kritisiert jüdische Oligarchen in Russland, besonders solche, die mit dem Kreml gut befreundet sind!

♦  Wie groß ist die Bewegung in Russland?

Sie war mal recht groß, wir hatten Russenmärsche mit über 20.000 Teilnehmern, aber aktuell ist die Bewegung zerschlagen und viele sind eingeschüchtert. Dabei ist die Stimmung in der Bevölkerung sehr positiv und es werden viele Ideen geteilt, deswegen bezeichnet sich Putin auch manchmal selber aus populistischen Gründen als Natio­na­list. Deswegen hat Putin auch solche Angst vor der nationalen Bewegung, weil es die stärkste und einzig echte Opposition ist.

♦  Wie sieht es mit der Antifa in Russland aus? Und wird sie auch vom Staat unterstützt?

Es gibt sicherlich mehr als in der Ukraine, aber weniger als in Deutschland. Sie mag zwar teilweise sehr radikal sein, aber da die russische nationale Bewegung sehr militant ist und viele russische Antifas in Auseinandersetzungen getötet wurden, trauen sie sich nicht wirklich an uns heran. Sie muss auch gar nicht vom Staat unterstützt werden, da sich der Staat selbst als antifaschistisch versteht und quasi hier die Antifa ist.

 

Quelle (ohne Links): Das „Russische Zenter“, Teil 1 – DER DRITTE WEG

 — Danke an Heider

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Dazu ein besonders widerwärtiges Video vom Kanal Der Ostmärker

…das an Heuchelei kaum zu übertreffen ist — falls die Übersetzung dazu stimmt.

Versteht hier jemand soviel Russisch, um das annähernd verifizieren zu können?

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Siehe auch:

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