— Auszug aus dem Programm der NSDAP von Gottfried Feder —

nsdap-parteiprogrammWirtschaftspolitik

Grundsatz:

Die Aufgabe der Volkswirtschaft ist die Bedarfsdeckung — und nicht  möglichst hohe Ren­ta­bilität für das Leih­kapital.

Dem schlichten Denken des einfachen Menschen möchte es überflüssig erscheinen, eine solche Selbst­ver­ständ­lich­keit besonders und gar grundsätzlich zu betonen.

Dem schaffenden Menschen, dem Landwirt, Handarbeiter, Handwerker, dem  Gewerbetreibenden und Fabrikanten und all den Hilfsbetrieben für Zubringung und Verteilung der Güter liegt es gewissermaßen im Blut, daß das, was erzeugt, ge- oder verbraucht wird. Im Eigenbedarf oder als volkswirtschaftliches Tauschgut von anderen.

Eine „Wirtschaft“, die nicht auf Erzeugung und Verbrauch eingestellt ist, erscheint ihm lächerlich – unmöglich – widersinnig.

Auch hier stehen wir wieder vor einer der großen geistigen Schwierigkeiten in unserer Werbearbeit, daß wir unseren Volksgenossen sagen müssen: Du hast zwar ganz recht mit deinem natürlichen Empfinden, wenn du über Sinn und Zweck der Arbeit und der gesamten Volkswirtschaft nachdenkst, aber leider entspricht unsere heutige soge­nann­te Wirtschaft keineswegs dieser natürlichen Forderung; bei näherem Zusehen wirst du im Gegenteil die erschreckenden Züge finden, die der natürlichen Aufgabe der gesam­ten Volkswirtschaft vollkommen zuwiderlaufen.

Was tut denn der Wucherer und Schieber? Denkt diese weitverbreitete Sorte von Leuten etwa an die Bedarfsdeckung? Nein! Ist er überhaupt werteschaffend tätig, erzeugt er etwas? Nein! — Er raubt, stiehlt und betrügt in volkswirtschaftlichem Sinn und bereichert sich.
Was tun die Banken? — Sie vermitteln den Geldverkehr und geben „Kredit“. Ja; aber erste­res besorgt auch die Post, und zwar billiger, rascher und besser. Und wem geben die Banken Kredit? Etwa den Notleidenden, den Massen der Arbeiter, die kein eigenes Heim haben, um damit Häuser zu bauen, um den dringenden volkswirtschaftlichen Bedarf an Wohnraum zu decken? – Nein!

Oder den Landwirten, Gewerbetreibenden und Geschäftsleuten, die doch die Erzeuger und Vermittler der volkswirtschaftlichen Bedarfsgüter sind? Kaum, und nur dann, wenn die Betreffenden „Sicherheit“ bieten und über die naturgemäße Rückzahlungspflicht hin­aus sich noch zu hohen Sondergegenleistungen bereit­erklären: zu den „Zinsen“. Liegt den Banken etwas daran, daß die Kunden von den Gewerbetreibenden und Ge­schäftsleuten gut, schnell und billig bedient werden, daß also der volks­wirt­schaft­liche Bedarf rasch, billig und zuverlässig gedeckt wird? Nein! — Sie haben nur ihr einseitiges Profitinteresse an den Zinsen, Provisionen und wie die Geld­ab­zap­fungs­künste der Banken noch heißen. Und was erzeugen denn die Banken? Nichts! Und was verdienen sie? Ungemessene Summen.

Also Wucherer und Schieber, Banken und Berufsleihkapitalisten decken keinerlei Bedarf, aber sie ziehen gewaltige Profite aus dem heute herrschenden zinskapitalistischen System — mehr noch: sie sind die eigentlichen Herrn, Nutznießer und Ausbeuter dieser heute herrschenden, antisozialen Wirtschaftsordnung. „Rentabilität“ des Leihgeldes ist heute die Hauptaufgabe der Wirtschaft; d. h. die Arbeitenden haben unter diesem zinskapitalistischen System jeweils ein Gutteil ihrer Arbeitserträgnisse abzuliefern an das Großkapital der Banken, Börsen und an volkswirtschaftliche Wucherer und Schieber. Was tut der „Unternehmer“ im üblen, landläufigen Sinn, der „Ausbeuter“ und „Blut­sauger“ in der Ausdrucksweise der Arbeiterschaft? Er versucht durch möglichst geringe Lohnzahlung und durch Verwendung minderwertigen Materials einerseits, durch Massenproduktion oder „Aufmachung“ und hohe Preise andererseits, einen möglichst hohen Profit für seine Tasche herauszuschinden.

Ihn kümmert nicht die Not seiner Arbeiter, ihm ist es gleich, wenn seine Waren als Schund bald weggeworfen werden müssen — um so besser, denn das bedeutet neue Aufträge für ihn und neuen Profit, das Volk ist ja dumm genug, immer wieder auf billigen Schund hereinzufallen, wenn er nur recht verlockend angepriesen und aus­gestellt wird. Der Krebsschaden des Warenhauses (s.d.a.O.).

Sein „Profit“, also die Rentabilität seines Kapitals, ist ihm Hauptsache, die „Bedarfs­deckung“ nur Mittel zum Zweck.

Aber immerhin — er erzeugt doch wenigstens etwas, schafft Arbeit. Ganz anders ist demgegenüber der wahre Unternehmer zu beurteilen, der sich seiner hohen Aufgabe als Wirtschaftsführer bewußt ist. Ein solcher muß schon eine sittliche Persönlichkeit sein, wenigstens im volkswirtschaftlichen Sinn. Seine Aufgabe ist zunächst, die wirk­lichen wirtschaftlichen Bedürfnisse des Volkes zu erkennen – oft leistet er als Erfinder selbst diese Pionierarbeit -, dann muß er die besten und billigsten Herstel­lungs­ver­fahren ergründen, muß mit den Preisen an die unterste Grenze gehen, um seine Erzeugnisse einzuführen, muß tadellose Ware liefern, für dauernden Nach­schub sorgen, muß seine Arbeiter gut entlohnen, um auch in ihnen kaufkräftige Abnehmer der volkswirtschaftlichen Erzeugnisse zu haben, muß stets bedacht sein auf Neuerungen und Verbesserungen im Betrieb und Vertrieb. Macht er dies zum Leitsatz seines Han­delns, dient er also im besten und höchsten Sinne der „Bedarfsdeckung“, so kommt der Gewinn ganz von selbst, ohne daß er diesen als höchstes Ziel anstreben müßte. Nicht minder hoch sind in dieser Hinsicht die wirklich großen Schöpfer unserer Groß­indu­strie einzuschätzen, wie Carl Bosch, Krupp, Kirdorf, Thyssen, Abbé, Mannes­mann, Siemens — um nur wahllos einige zu nennen.

Aber sofort schlägt die Wesensart solcher Betriebe um, wenn sie nicht mehr unter der selbstverantwortlichen Leitung einer sittlichen Persönlichkeit stehen, die meist ihren Arbeitern auch im wohlverstandenen Interesse ihres Betriebes fürsorglich und an­stän­dig gegenüber gestanden sind, sondern „anonymisiert“, „entpersönlicht“ werden und in die Form einer Aktiengesellschaft oder G.m.b.H. übergehen.

Solange noch der Gründer und Schöpfer eines solchen Werkes als Hauptaktionär die alten gediegenen Überlieferungen seines Werkes pflegen kann, mag es noch angehen, aber meist beginnt schon bald nach der Umwandlung der Ansturm der reinen Prof­it­interessen der Aktionäre, d. h. der Berufskapitalisten. Die früheren Besitzer, die Vor­stände, die Direktoren sind gegenüber Forderungen nach Verbesserungen im Betrieb, nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen vom „Aufsichtsrat“ abhängig — und dieser hat gar kein Interesse (über das des Sklavenhalters hinaus!) an dem Wohlergehen von Arbeiterschaft und Werk, solange er nur recht hohe Dividenden für das hingestreckte Kapital erzielen kann. Ganz verheerend wurden diese Zustände durch die Einführung der Inhaberaktie, so daß also jeder hergelaufene Schieber und Geldmensch Aktionär, Großaktionär und damit Besitzer größter industrieller Werke werden konnte, ohne das geringste vom Betriebe zu verstehen. Was sind den Berufsleihkapitalisten, den Groß­aktionären, den Börsianern, diese Anteilscheine, die Aktien, anderes als „Spielpapier“ an der Börse? Interesse an Produktionsstätte, Erzeugung und Arbeitsplatz hatten die „Ak­tio­näre“ ganz gewiß nicht, ja sie wußten und wissen meist gar nicht einmal die Produkte zu nennen, die Absatzverhältnisse, die Arbeits-, Lohn- und Gehalts­ver­hält­nisse der Werke, deren „rechtmäßige“ (!) Besitzer sie sind, auf Grund ihres an der Börse er­scho­be­nen Aktienpaketes dieser oder jener Fabrik.

Man muß sich einmal diese Dinge in ihrer volkswirtschaftlichen Tiefenwirkung klar machen, um die ganze Verderblichkeit dieses zinskapitalistischen Systems zu erkennen.

„Profit“, Rentabilität, ist heute die Aufgabe der Wirtschaft.

Die Warenhäuser  – Tietz, Wertheim, Karstadt usw. usw., lauter Juden – gehen einen etwas anderen Weg, ich deutete dies oben schon an. „Anreiz“, „Aufmachung“, „Bluff“, Erweckung von gänzlich unnötigen „Bedürfnissen“, also von „Luxus“, sind deren Geschäftsmethoden.

Riesenhafte Paläste von ungeheuersten Ausmaßen, mit allen Verfeinerungskünsten gebaut, verlocken zum Einkauf von meist unnützen Gegenständen, scheinbar billige Preise, günstige Zahlungsbedingungen verführen zu allen möglichen Luxusausgaben. „Erfrischungsräume“ erleichtern den Daueraufenthalt im Warenhaus. So sind die Warenhäuser mehr Pflanzstätten für Verschwendungssucht, denn niemand möge sich einbilden, daß er etwas geschenkt bekommt. Wirklich vermögende Leute gehen gewiß nicht ins Warenhaus, um ihre Einkäufe zu machen; sie wissen, was die armen Leute meist nicht wissen: „Wer billig kauft, kauft teuer“. Glauben denn die Käufermassen der Warenhäuser, daß diese Paläste anders als aus ihren eigenen Spargroschen gebaut werden! Glaubt der Besucher der Warenhäuser, daß nicht er selbst die „rollenden Treppen“, Aufzüge, Ruheräume, die feenhafte Beleuchtung bezahlen muß!

Bedenkt man noch, daß das Warenhaus der Ruin des gewerblichen Mittelstandes ist, daß das Warenhaus in der grausamsten Weise Heimarbeit ausnützt, ebenso wie das Personal, daß das Hauptarbeitsgebiet der billige Schund ist, während die besseren Artikel teurer sind als in gediegenen Fachgeschäften, so rechtfertigt sich hieraus unser scharfer Kampf gegen die Warenhäuser. Wir sehen auch in diesen Einrichtungen eine besondere Organisationsform der zinskapitalistischen Idee, die nicht der wirklichen Bedarfsdeckung dienen, sondern hauptsächlich riesige Gewinne für die Aktionäre der Warenhäuser abwerfen sollen.

Unter diesem übergeordneten Gesichtspunkt der Bedarfsdeckungswirtschaft, die gar nichts mit kommunistischer Planwirtschaft zu tun hat, wie ausdrücklich vermerkt sein soll, gebührt der Frage nach der Stellung zum Privateigentum der erste Platz.

(1. – 7. hier)

8.   Der Nationalsozialismus erkennt das Privateigentum grundsätzlich an und stellt es unter staatlichen Schutz — und zwar das ehrlich erworbene und erarbeitete Eigen­tum. Eine grundsätzliche Erörterung kann hier nicht gegeben werden, aber wer die „Arbeit“ richtig erfaßt hat, dem kann es keinen Augenblick zweifelhaft sein, daß die Arbeitserzeugnisse „Eigentum“ des Arbeitenden sein müssen. Weder kann der Schaf­fende begreifen, daß seine Arbeitserzeugnisse bzw. deren Gegenwerte einer unfaß­baren „Allgemeinheit“, „Allen“ gehören sollen, noch will es ihm in den Sinn, daß die Früchte seiner Arbeit einem Einzelnen, dem Kapitalisten gehören sollen. So wächst aus dem richtig verstandenen Arbeitsbegriff notwendigerweise die Anerkennung des Privateigentums heraus. Schließlich handelt es sich auch hier wieder um allerletzte Dinge, wie beim Heimatgedanken.

Die Heimat wird erst dann volles Erlebnis, wenn man auf „eigenem“ Grund steht, wenn ein „Eigenheim“ die Familie umschließt. Eigene Erdbeeren, Kartoffeln, Gemüse, Obst aus dem eigenen Garten schmecken eben einfach besser, als das geschäftsmäßige Abfüt­tern in Massenspeisehäusern.
Wer diese Sehnsucht nach eigenem Besitz nicht kennt, wer das Glück eigenen Besitzes nicht genießen kann, der begreift nicht die grund­le­gen­de Bedeutung der Anerkennung des Privateigentums; der ist entweder wurzelloser Asphaltmensch oder wurzelloser „Kapitalist“, der das Eigentum der Schaffenden als Beute für sich ansieht und es auch durch die zinskapitalistischen Methoden verstand, fremdes Eigentum in seinen Besitz zubringen. Charakteristisch ist, daß mit dem „Raubeigentum“ des Kapitalisten un­trenn­bar eine unersättliche Gier nach immer neuem Besitze – möglichst leicht beweg­lichen Besitz – einhergeht, während der nordische Mensch, der Bodenständige, ganz aus­ge­spro­chen „bescheiden“ ist. Er will von vorn­herein nicht mehr, als was er „erarbeiten“ kann.
Kein Arbeiter, der sich eine großartige Villa bauen möchte, die er nie erarbeiten könnte; aber ein hübsches schmuckes Eigen­heim, das möchte er, das möchte er dann aber auch zu eigenem, freien Besitz, nicht zur „Miete“, wo er an Miete im Laufe seines Lebens drei- oder viermal mehr bezahlt, als was das ganze Haus gekostet hat.
Dagegen der raffgierige Jude, der Kapitalist — er will gar nicht so fest an irgendeine Scholle gebunden sein, ein großer Geldschrank, enthaltend Stöße von Aktien und sonstigen Effekten, Pfandscheinen, Schuldverschreibungen sind sein höchstes Ideal. Reichtum – Reichtum nicht an Gütern, sondern an verpfändetem fremden Gut – ist sein Ziel. Er „arbeitet“ nicht, aber er ruht und rastet nicht, bis er sich im Besitze von so und so viel „Forderungs­titeln“ sieht, auf Grund deren er die Zinspeitsche über seine „Schuldner“ (die ihm doch nichts schuldig sind) schwingen kann. Dieser Entwicklung setzt unser Programm in Ziffer 9 einen Damm entgegen.

9.   Das Wohl des Volkes setzt der maßlosen Reichtumsanhäufung in den Händen Einzelner eine Grenze.
An sich ist Reichtum und Besitz gar nicht schädlich — im Gegenteil: ein gut verwalteter Besitz dient allen daran Beschäftigten. Wieder ist es die besondere Form der zins­ka­pi­ta­li­sti­schen Wirtschaft, die den Segen des Reichtums in das Gegenteil umschlagen und zum Unsegen, zur Ausbeutung werden läßt. Immer härter und schärfer scheidet sich die große Masse der besitzlosen Arbeiter des verschuldeten Mittelstandes von den „Reichen“, von den Kapitalisten; zahllose frühere kleine Besitzer sind enteignet worden, sind überschuldet, und immer grauenhafter wächst die Geldmacht der Berufs­kapi­ta­li­sten, der Leute, die kein  Vaterland, keine Heimat kennen, die in ihren modernen Raub­ritter­burgen – den Banken – die Bevölkerung ausplündern.

Demgegenüber sollen im nationalsozialistischen Staat

10.   alle Deutschen eine Werkgemeinschaft bilden zur Förderung der allgemeinen Wohlfahrt und Kultur.
Diese „Werkgemeinschaft“ ist eben der wirtschaftspolitische Niederschlag der uni­ver­sa­li­sti­schen Vorstellung vom Bau der Gesellschaft. Jede Arbeit, jede Leistung hat im Rah­men des höheren Gedankens der Dienstleistung für die Allgemeinheit zu stehen. Dies steht keineswegs im Widerspruch mit persönlichen Bestrebungen, mit per­sön­li­chem Fleiß und persönlicher Tüchtigkeit — nur „auf Kosten der Mitmenschen“ darf sich das Vorwärtskommen der Einzelnen nicht abspielen, und so betont Ziffer 11 ausdrücklich:

11.   Im Rahmen der allgemeinen Arbeitspflicht jedes Deutschen und unter grund­sätz­licher Anerkennung des Privateigentums steht jedem Deutschen freie Erwerbs­mög­lich­keit und freie Verfügung über seinen Arbeitsertrag zu.
Mit dieser Feststellung werden ausdrücklich „planwirtschaftliche, marxistische, ebenso wie hoch­kapi­tali­stische Sozialisierungsbestrebungen“ abgelehnt. Möglichst viele freie selbständige Existenzen sollen, verbunden durch den sozialen Gedanken der Dienst­leistung, den Staat bilden. Freilich ist es unmöglich, Zechen, Hochöfen, Walzwerke oder Schiffswerften im „Kleinbetrieb“ zu betreiben, aber 100.000 freie selbständige Schuh­machermeister sind z. B. volkswirtschaftlich und staatspolitisch besser als fünf Rie­sen­schuh­fab­riken.

Die riesigen, weitabgelegenen Ländereien im Norden und Osten Deutschlands lassen sich nutzbringender im Großbetrieb bewirtschaften als mit Ein­zel­sied­lungen. Die Einzelsiedlung gehört im weiten Kranz um die Städte und an den Marken. Unsere Ziffer 12 fordert:

12.   Die gesunde Mischung von Klein-, Mittel- und Großbetrieben auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens, also auch in der Landwirtschaft, bleibt aufrechterhalten.

13.   Riesenbetriebe (Konzerne, Syndikate und Trusts) werden verstaatlicht.
Auch diese Forderung ergibt sich folgerichtig aus unserem ganz allgemeinen Kampf gegen die kapitalistische Idee.
Syndikate und Trusts dienen in erster Linie der Absicht, in irgendeinem Pro­duk­tions­ge­biet einen Zusammenschluß gleicher Betriebe zum Zwecke des Preis­syn­di­kats zu erreichen. Nicht das Bestreben, beste und billige Güter zu liefern, ist vor­herr­schend, sondern Güte, Menge und Preis der Ware den Verbrauchern vor­zu­schrei­ben. Besonders beliebt sind derartige „Ringe“ bei den einzelnen gewinn­bringen­den Betrieben. Neue Unternehmungen gleicher Art werden aufgekauft oder stillgelegt, oft gegen riesige Abstandssummen. Man regelt auf diese Weise das „Ange­bot“ selbst durch „Kon­tin­gen­tie­rung“ und ist nun in der Lage, nach dem angeblich grundlegenden Gesetz von „Angebot und Nachfrage“ die Preise zu regeln! Und darauf kommt es ja den Aktionären nur an — nicht darauf, daß durch Wettbewerb die Preise möglichst niedrig gehalten werden.
Und vor allem werden Neuerungen und Erfindungen argwöhnisch beobachtet, am lieb­sten unterdrückt, wenn sie eine Gefahr für die „Rentabilität“ der alten Betriebe sind. Solche Betriebe, die als riesige Trusts nur mehr von einem Beamtenapparat betrieben werden, bezeichnen sich damit selbst als „sozialisierungsreif“, d. h. sie haben aufge­hört, die Aufgabe der immer strebend sich bemühenden, ringenden Unter­neh­mer­per­sön­lich­keit im Dienste der Allgemeinheit zu erfüllen, sie sind im Grunde erstarrt und sollen nur noch der Profitgier des Leihkapitals dienen.

14.   Wucher und Schiebertum, sowie die rücksichtslose Bereicherung auf Kosten und zum Schaden des Volkes wird mit dem Tode bestraft.
Unser geltendes Recht schützt zwar ganz besonders das Eigentum des einzelnen. Ein kleiner Diebstahl wird oft im Rückfall unmenschlich bestraft, dagegen bieten unsere Gesetze keine Handhabe, die Großgauner zu fassen, die mit „kapitalistischen Metho­den“ die ganze Bevölkerung bestehlen. Wir denken hier in erster Linie an die Urheber und Nutznießer der Inflation: Noch nie war es in der Geschichte erhört, daß einem ganzen fleißigen Volk durch ein Inflationsverbrechen in dem ungeheuerlichen Aus­maß der deutschen Währungszerstörung alle Ersparnisse geraubt wurden.

Die Wucherei der Banken nach der Stabilisierung war mehr als Straßenraub. Den Praktiken der Kriegsgesellschaften fielen mehr Deutsche zum Opfer als einer orga­ni­sier­ten Räuberbande.
Wir werden uns mit diesen Dingen seinerzeit noch eingehend zu befassen haben, wir müssen dafür auch die rechtlichen Formulierungen finden; aber, daß „organisierter Volksbetrug“ ebenso strafbar, ja noch schwerer zu ahnden ist als Einzeldiebstahl oder Betrug, wird jedermann einleuchten.

15.   Einführung eines Arbeits- (oder) Dienstjahres für jeden Deutschen.
Die Arbeitsdienstpflicht soll die sichtbare Darstellung der hohen Idee der Dienstleistung gegenüber der Allgemeinheit sein. Sie soll erzieherisch wirken, sie soll jedem Deut­schen in Musterbetrieben die Arbeit der gesamten Wirtschaft vor Augen führen, sie soll in strenger Pflichterfüllung jedem Deutschen den Segen der Arbeit im Dienste der Nation zeigen.
Eine eigene Untersuchung dieser Schriftenreihe wird sich auch mit diesem Problem eingehender befassen müssen.

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Quelle (edit.): NSDAP-Parteiprogramm

Siehe auch:

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