— Auszug aus dem Programm der NSDAP von Gottfried Feder —

nsdap-parteiprogrammAbschnitt 3 — Die Grundgedanken

 

Aus dem Chaos entsprang die Welt, aus dem Unge­ord­ne­ten die Ordnung, aus dem wilden Wirbel das Organische.

Chaos herrscht heute auf Erden, Verwirrung, Kampf, Haß, Neid, Streit, Unterdrückung, Ausbeutung, Roheit, Selbst­sucht. Der Bruder versteht den Bruder nicht mehr. Volksgenossen fallen übereinander her, prügeln einen zu Tode, nur weil dieser ein Hakenkreuz trägt. Sie tragen alle gleiche Last, gleiche Entbehrung — aber wo hat man in den letzten Monaten gehört, daß marxistische Arbeiter ihre Arbeitgeber oder ihre Parteibonzen oder gar einmal einen der großen Blutsauger von Bank und Börse oder einen Großschieber überfallen und zu Tode geschlagen hätten? Die Opfer des Chaos waren einfache, schlichte, brave Arbeiter.

Verwirrt sind die Hirne, die Marxisten scharen sich um die größten Ausbeuter ihrer eigenen Klasse und wenden sich verhetzt und vertiert gegen ihre Retter aus ihren eigenen Reihen.

Die Nationalsozialisten, vaterländischen Kreise, Rechtsparteien … streben in die Regie­rung oder sitzen darin mit den Verneinern und Zerstörern ihres Staatsideals und ver­lie­ren dabei Ehre und Charakter. Die Wehrverbände wollen „hinein in den Staat“, in den Staat der Severing und Grzesinsky. Mit Pazifisten, Internationalisten, Juden glauben sie zusammen regieren zu können.

Verwirrt sind die Hirne! Die sog. Rechtskreise sehen nicht, daß es niemals Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Adler und Schlange, zwischen Rind und Löwe, zwischen Mensch und Cholerabazillus geben kann und geben wird. So stützen sie mit ihren Kräf­ten, mit ihrem Willen zur Form, die zur „Ordnung“ gewordene Unordnung, das poli­ti­sche Chaos, die politische Ohnmacht. — Aber sie stellten sich gegen die National­sozia­li­sten, gegen diese „Fanatiker“; sie stoßen – als vermeintliche „Realpolitiker“ – die Retter aus dem politischen Chaos von sich, sie nicht minder hassend, obgleich verwandt sich fühlend, aber voll innerer wahnsinniger Angst, die Nationalsozialisten möchten ihnen etwas nehmen von ihren früheren Vorrechten oder Stellungen. Sie vergessen dabei, daß sie alles verloren haben durch diejenigen, von denen sie nun Anteil an den staatlichen Futtergrippen begehren!

Die Wirtschaft, ob groß oder klein, Schwerindustrie oder Kleingewerbetreibender, sie kennen nur ein Ziel: „Profit“; sie haben nur eine Sehnsucht: „Kredit“; nur eine Aufwal­lung: die „gegen die Steuern“; nur eine Furcht und namenlose Hochachtung: die „vor den Banken“ — und nur ein überlegenes Achselzucken über die nationalsozialistischen Forderung der „Brechung der Zinsknechtschaft“.

Alle drängen sich danach, „Schulden zu machen“. Die maßlosen Wuchergewinne der Banken, die – ohne Müh‘ und Arbeit – als Tribut vom Leihkapital erpreßt werden, findet man durchaus in der Ordnung. Man gründet eigene „Wirtschaftsparteien“ und stimmt für die Dawesgesetze, die die Grundursache für die maßlosen Steuerlasten sind. Man stürzt sich in tiefe Zinsknechtschaft, schimpft über Steuern und Zinsen und erstirbt vor Hochachtung vor jedem Bankier und Börsenpriaten.

Verwirrt sind die Hirne! Die ganze Wirtschaft ist entedelt, entpersönlicht, in Aktien­ge­sell­schaf­ten umgewandelt worden. Die Schaffenden haben sich selbst ihren größten Feinden in die Hände gegeben: dem Finanzkapital. Tief verschuldet, bleibt den Wer­te­schaffenden in Werkstatt, Fabrik und Kontor nur karger Lohn, jeder Gewinn der Arbeit fließt in die Taschen der anonymen Geldmacht als Zins und Dividende.

Die Leute, die die wirtschaftliche Vernunft in Pacht genommen haben, wissen das ent­standene Chaos nicht zu bändigen. Von oben ausgepreßt durch Steuern und Zinsen, von unten bedroht durch das unterirdische Grollen der betrogenen Arbeitermassen, haben sie sich in wahnwitziger Verblendung dem Finanzkapital und seinem „Staat“ an den Hals geworfen und werden von den Nutznießern und Ausbeutern des heutigen Chaos doch nur als Sklavenhalter über die Massen des arbeitenden Volkes geduldet. Aber nicht gegen die Schächter der deutschen Wirtschaft wendet sich ihr Zorn, nicht gegen marxistischen Wahnwitz — nein, gegen die Hakenkreuzler. Man vergißt, daß wir es einzig und allein waren, die die Tragödie der deutschen Wirtschaft kommen sahen, voraussagten und rechtzeitig Wege gewiesen hatten, wie aus eigener Kraft die Wieder­aufrichtung der gesamten Wirtschaft erfolgen kann.

Verbände, Interessengruppen, Berufs-, Beamten-, Angestelltenverbände, Sparer­schutz-, Kleinrentner-, Reichsbankgläubigerverbände, Wehrverbände, Kriegervereine, Innungen, Vereine, Genossenschaften, Gewerkschaften, Bauern- und Land-Bünde, Klubs, und was noch für Namen derartige seltsame Körperschaften führen mögen – vernünftig im Grundgedanken, sinnlos im Chaos des heutigen öffentlichen Lebens -, bemühen sich Ordnung zu machen. Vergeblich, weil nirgends organisch in die Ge­sell­schaft, in die höhere Ganzheit des Volkes eingegliedert. Alle nur erpicht auf die Er­rin­gung kleiner Vorteile für die eigene Kaste, die eigene Klasse, bar jedes großen poli­ti­schen oder wirtschaftlichen Leitgedankens, hilflos sich an möglichst viele politi­sche Parteien wendend, anerkennend die nun einmal gegebene Staats­wirt­schafts­form, gehorsam und knechtselig gegen die sogenannte Obrigkeit.

Sie kosten zwar dem deutschen Volke unendliche Summen, füttern zahlreiche Syndizi, Verbandsleiter, Direktoren und „Gschaftlhuber“, aber nützen können sie alle mitein­ander nicht das Geringste. Eine verbrecherische Revolutionsmaßnahme – die Inflation – beraubt alle Kassen, beraubt die Sparer, Vereinsmitglieder, Genossen, Gewerke. Ein Steuergesetz – eine Maßnahme vom grünen Tisch – zerstört die Hoffnung jahrelanger Arbeit; ein Vorteil auf der einen Seite – nach unendlichen Versammlungen, Bespre­chun­gen, Eingaben, Vorstellungen bei Regierung und Reichstag erreicht, erschachert – ist meist längst inzwischen überholt durch steigende Teuerung, steigende oder fallende Preise.

Chaos und Wirrnis! – Die Gehirne sind verwirrt: Wie kann der Bauer leben, wenn er ge­schunden und geplagt wird; wie kann der Arbeiter kaufen, wenn der Zwischenhandel die Preise verteuert; was nützen Beamten und Angestellten die endlich erreichten Gehalts- und Lohnerhöhungen, wenn inzwischen der Lebenshaltungsindex prozentual viel höher gestiegen ist? Aber gläubig starrt man auf die Hilfe des Staates — auf den Staat, den Träger der Verarmung und Niederhaltung der Bevölkerung, der alles andere, nur nicht „Vater Staat“, sondern Zwingherr und Zins- und Steuereintreiber für die Geldherrschaft ist.

So wendet man sich immer wieder an die alten Parteien, selbst erklärt man sich als „unpolitisch, überparteilich“ und liefert sich damit erst recht der elendesten Parteipolitik aus.

Das gleiche fürchterliche Bild des Chaos bei allen übrigen Erscheinungsformen des öffentlichen Lebens, ob Kunst, Literatur, Theater, Kino, Radio, Kirche, Schule — überall das „Ferment der Dekomposition“, der große Zersetzer und Zerstörer, der Jude und Freimaurer, sichtbar an den wichtigsten Stellen oder unsichtbar hinter den Kulissen als Drahtzieher der Puppen, die als Strese- oder Scheidemänner auf der öffentlichen Bühne tanzen oder unverhüllt als Jakob Goldschmidt, Warburg, Wassermann, Levy u. a., die das deutsche Volk mit Presse und Zinspeitsche verblöden und ausbeuten.

Der Wille zur Form, der Wille, das Chaos zu entwirren, die aus den Fugen gegangene Welt wieder in Ordnung zu bringen und als Wächter (in höchstem platonischen Sinn) der Ordnung zu walten — das ist die ungeheure Aufgabe, die sich der Nationalsozialismus gestellt hat.

Es muß hier ausdrücklich bemerkt werden, daß weder die scheinbare äußere Ordnung eines Polizeistaates, noch die gewohnheitsmäßigen Übungen und gesetzlich zulässigen Raubzüge des Finanzkapitals, noch die Abreden der Syndikate und Trusts und andere „organisierte“ Maßnahmen des allgemeinen Volksbetruges von uns als „Ordnung“ aner­kannt werden, auch wenn sie noch so gut „funktionieren“. Auch eine Räuberbande hat ihre „Ordnung“, ein Zuchthaus „seine Zuchthausordnung“. Aber vom Standpunkt eines organisch gegliederten Volksganzen aus gesehen, sind fast alle Erscheinungen unseres gesamten öffentlichen Lebens in höchstem Maße gequält, unfrei, gedrückt, unwahr­haf­tig, und geben, von oben aus gesehen, ein völlig verwirrtes, chaotisches Bild: das Bild eines Kampfes aller gegen alle.

Regierung gegen das Volk, Parteien gegen Parteien, dabei die seltsamsten und unmög­lich­sten Bündnisse schließend, Parlamente gegen Regierungen, Arbeitnehmer gegen Arbeiter, Verbraucher gegen Erzeuger, Händler gegen Erzeuger und Verbraucher, Haus­besitzer gegen Mieter, Arbeiter gegen Bauern, Beamte gegen das Publikum, Arbei­ter­klasse gegen „Bourgeoisie“, Kirche gegen Staat —  alle blindwütig auf den der­zei­ti­gen Gegner einschlagend, alle nur eines im Auge: ihr eigenes persönliches Interesse, ihre Machtstellung, ihren Eigennutz, die Interessen ihres Geldbeutels.

Keiner daran denkend, daß auch der andere sein Lebensrecht habe, nicht bedenkend, daß die  rücksichtslose Verfolgung des Eigennutzes nur auf Kosten der anderen erreicht werden kann, kein Gedanke an das Wohlergehen des Volksgenossen, kein Blick auf die höheren Pflichten der Allgemeinheit gegenüber, kein Halten in dem atemlosen Jagen nach persönlicher Bereicherung. Ellenbogen dem Nebenmann in den Magen gestoßen, um vorwärts zu kommen, über Leichen schreiten, wenn es nur Nutzen verspricht – was Rücksicht nehmen? Das ist die moderne Wirtschaftsgesinnung.

So jagt und tobt und brüllt und schreit die Menge, so stößt und zerrt, tritt und schlägt zu Boden der Stärkere den Schwächeren, der Gemeinere den Anständigen, der Brutalere den Edlen. Genußgier erschlägt Gesittung, Gewalttat triumphiert über Recht, Partei­inte­res­se über Allgemeinwohl, Lumperei, Schiebung und Betrug siegt über ehrliche Arbeit.

Ein grauenvoller Kampf aller niederen Instinkte ward noch nie erhört, man ist unwill­kürlich versucht, an die alten Weissagungen von der Götterdämmerung zu denken, „da Recht und Sitte zerbrach, Wolfzeit und Beilzeit anbrach; das Meer rast, Feuer fällt vom Himmel und Götter und Menschen vergehen“.

Täuschen wir uns nicht: Wir stehen wirklich inmitten einer Weltwende, und es ist be­greif­lich, daß der einfache Sinn, der arme verwirrte Geist aus dem heutigen Chaos keinen Ausweg mehr sieht, verzweifelt den Tod sucht oder das Ende der Welt nahe glaubt — oder selbst den wahnwitzigen Tanz ums goldene Kalb mitrast und, alle Bande vergessend, sich gleichfalls in den tollen Strudel stürzt. „Genieße solange du kannst – nach uns die Sintflut!“

Eine so fürchterlich tiefe Erschütterung des Gefüges eines Volkes ist nur möglich und erklärlich, wenn die geistigen Grundlagen der gesamten Gesellschaft zerrüttet oder falsch sind — und in der Tat sehen wir, daß Marxisten und Kapitalisten, Wirtschaftler und Leiter des öffentlichen Lebens ganz gleichheitlich der gleichen Weltanschauung huldigen: dem Individualismus. Der persönliche Nutzen ist die einzige Triebfeder, der Vorteil für den engen Kreis der eigenen Klasse, Berufsvertretung ist das einzige Ziel.

Auch hier muß ich auf eine spätere Arbeit dieser Schriftenreihe verweisen, die sich grundlegend mit diesen letzten soziologischen Fragen des Aufbaus der Gesellschaft befassen will.

Hier soll nur im Vorbeigehen der Versuch gemacht werden, an einem Gleichbild den grundlegenden Unterschied aufzuzeigen zwischen dem Gefüge bzw. dem Fehlen eines organischen Gefüges im heutigen Staat und der heutigen Wirtschaft und dem Aufbau eines nationalsozialistischen Staates. Die zur Zeit herrschende Lehre lautet: Die Gesell­schaft ist eine Summe der einzelnen Menschen, der Staat im besten Sinne ein Zweck­ver­band verschiedener Einzelpersönlichkeiten oder Verbände.

Im Gleichbild entspricht dieser Lehre vom Bau der Gesellschaft ein Steinhaufen; in ihm sind tatsächlich die einzelnen Steine und Steinbrocken das einzig Reale, die äußere Form etwas Zufälliges, ob der eine Stein oben oder unten liegt, ist für den Steinhaufen gleichgültig – er bleibt immer ein Steinhaufen, bestehend mechanisch aus soundso viel einzelnen Steinen.

Und nun zum Gleichbild des Staates, der unserer nationalsozialistischen Gesell­schafts­lehre und Staatsphilosophie entspricht: Das Haus. Auch das Haus besteht mechanistisch, individualistisch gesehen, aus soundso viel Ziegelsteinen, Kies, Zement, Balken, Fenstern, Türen, Böden usw. usw. Aber es leuchtet doch jedermann ein, daß ein Haus, ein Raum etwas Höheres, Eigengesetzliches, etwas Neues, eine eigene, höhere Ganzheit ist, als nur eine Summe, ein Haufen von Ziegelsteinen usw. Jedermann begreift, daß ein Haus nicht entsteht nur durch das zufällige Zusammenfahren von soundsoviel Einzelteilen, sondern nur, wenn diese Einzelteile nach einem Plan sinnvoll zusammengefügt werden. Dann entsteht erst das Neue, Größere, gewissermaßen der geistige Überbau.

So auch im Volk: erst wenn das Chaos sinnvoll – organisch – geordnet wird, wenn nach bestimmten Plänen aus dem Chaos die Form wird, aus der bloßen Masse ein sinnvoll gegliedertes Ganzes, erst dann erstehen gewissermaßen die Einzelteile erst zu wirk­li­chem sinnvollen Leben, erst dann entsteht – der wahre Staat. Mit unübertrefflicher Meister­schaft hat Othmar Spann, Wien, der frühere Rektor der Wiener Universität in seinem Buche „Der wahre Staat“ und in seiner „Gesellschaftslehre“ die soziologischen Grundlagen des heutigen individualistisch gebauten Staates im Gegensatz zu dem Hochziel der universalistischen Ordnung der Gesellschaft wissenschaftlich begründet.

Wir Nationalsozialisten haben schlicht und einfach die jedermann verständliche Formel dafür geprägt:

Gemeinnutz vor Eigennutz

Erst im Dienst der Allgemeinheit, erst als dienendes Glied im Rahmen des Volksganzen erwacht der einzelne zu höherem Leben; erst so wird er – jeder an seinem Platze – wahr­haftig eingegliedert in die höhere Ganzheit seines Volkes; erst so begriffen, ge­winnt der echte Sozialismus = der Gemeinsinn, wahres Leben. Nur unter der Herr­schaft dieses Grundgedankens wird der einzelne das Gefühl der Geborgenheit gewinnen und erkennen, daß nur unter dieser beherrschenden Idee aus der heutigen Raubwirtschaft eine reichgegliederte, organische Volkswirtschaft entstehen kann, zum Nutzen der Gesamtheit – und damit auch zum Nutzen jedes einzelnen.

Heute ist der einzelne eine hilflose Beute der verschiedenen um die Herrschaft rin­gen­den Kräfte, seine Zusammenschlüsse nützen ihm nichts. Nirgends wird der wahre Feind, der Nutznießer und Ausbeuter klar und richtig erkannt.

Trotz allem antikapitalistischen Geschrei der Marxisten, trotz den frommen Sprüchen des Zentrums, trotz dem Gezeter der Wirtschaft über Steuer- und Zinslasten – kein klares Erkennen des Weltfeindes: des den Erdkreis überschattenden Großkapitals und seines Trägers, des Juden.

Das Volk in allen seinen Berufsständen bekommt die Zinspeitsche zu schmecken, jeder Bevölkerungsschicht sitzt der Steuereintreiber im Nacken, – aber wer wagt der Allmacht des Bank- und Börsenkapitals entgegenzutreten? Diese Allmacht des Leihkapitals zeigt sich darin, daß es, entgegen allen sonstigen irdischen Erfahrungen, ohne Mühe und Arbeit durch Zins, Dividende und Rente aus sich selbst heraus gewissermaßen wächst, immer größer und gewaltiger wird. Der teuflische Grundsatz der Lüge siegt über den Ordnungsgrundsatz der schaffenden Arbeit.

Brechung der Zinsknechtschaft heißt hier unser Feldgeschrei.

Ich weiß, daß gerade diese Grundforderung auch in unseren eigenen Reihen nicht in ihrer ungeheueren und grundlegenden Bedeutung richtig erfaßt und begriffen wird. Man sieht es z. B. daran, wie wenige unserer Redner sich an diese Kernfrage heran­wagen. Wohl fühlen die meisten, daß es die Kernfrage ist, wohl gehört in den Sprachschatz unserer Parteigenossen: „Der Kampf gegen das Börsen- und Leihkapital.“

Aber worin die „Zinsknechtschaft“ eigentlich besteht, wie sie sich praktisch im Leben des einzelnen und der Nation auswirkt, welche finanztechnischen Vorgänge die Be­völ­kerung zu „Zinssklaven“ macht oder gar welche praktischen Maßnahmen geeignet sind, die Brechung der Zinsknechtschaft durchzuführen, und welches die Folgen der Brechung der Zinsknechtschaft für die gesamte Bevölkerung sein werden — das ist den wenigsten so klar, daß sie es mit eigenen Worten dem Frager auseinandersetzen könnten.

Adolf Hitler hat in seinem grundlegenden Werke „Mein Kampf“ Band I, Seite 224/225 die alles überragende Bedeutung dieser Frage mit folgenden Ausführungen gekenn­zeichnet: „Als ich den ersten Vortrag Gottfried Feders über die `Brechung der Zinsknechtschaft´ anhörte (Juni 1919 D.V.), wußte ich auch sofort, daß es sich hier um eine theoretische Wahrheit handelt, die von immenser Bedeutung für die Zukunft des deutschen Volkes werden wird … Der Kampf gegen das internationale Finanz- und Leihkapital ist zum wichtigsten Programmpunkte des Kampfes der deutschen Nation um ihre Unabhängigkeit und Freiheit geworden.“

Alle wirklich ernsten Nationalsozialisten teilen diese Überzeugung, denn die Lösung dieser Frage bedeutet im Grunde genommen die ins verstandesmäßige übersetzte Lösung der Judenfrage — und darüber hinaus noch weit mehr.

Antisemitismus ist gewissermaßen der gefühlsmäßige Unterbau unserer Bewegung.

Jeder Nationalsozialist ist Antisemit, aber nicht jeder Antisemit wird Nationalsozialist werden. Antisemitismus ist etwas rein Verneinendes, der Antisemit hat zwar den Träger der Völkerpest erkannt, aber meist wandelt sich diese Erkenntnis nur in persönlichen Haß gegen den einzelnen Juden und gegen die Erfolge der Juden im Wirtschaftsleben. Im besten Falle hebt sich der Antisemitismus dann zu der Forderung der Entfernung der Juden aus unserem Staats- und Wirtschaftsleben. Über das „Wie“ und „Was dann“ macht sich der Antisemit meist gar kein Kopfzerbrechen.

Würden die geistigen Grundlagen der heutigen Judenherrschaft: „Eigennutz vor Ge­mein­nutz“ und ihre stofflichen Machtmittel, das System der jüdischen Bank-, Anleihe- und Kreditwirtschaft bestehen bleiben, auch nach der Austreibung der Juden, so würden sich genug Judenbastarde oder auch „Normaldeutsche“ in ihrer elenden Rassenmischung finden, an die Stelle der Juden treten, und sie würden gegen das eigene Volk nicht geringer wüten, als es heute die artfremden Juden tun — und vielleicht würden wir sogar manchen „Antisemiten“ dann an den Stellen sehen, wo vorher der Jude saß.

Der Nationalsozialismus dagegen mit seiner Hauptforderung nach Brechung der Zins­knecht­schaft ist wahrhaft aufbauend; schon die Forderung selbst greift viel tiefer und die Folgen sind weit umfassender.

In meiner kleinen Arbeit „Das Herzstück unseres Programms“ (im National­sozia­listi­schen Jahrbuch 1927), habe ich auf die Sonderstellung hingewiesen, die uns gerade diese Forderung unter allen Parteien und Verbänden zuweist. In allen unseren sonstigen Programmforderungen finden wir ähnliche oder gleichlaufende Bestrebungen teils bei den Rechts- und teils bei den Linksparteien.

Nur diese Hauptforderung hat bei keiner anderen Partei ein Gegenstück.

Wir wissen nun alle, daß weder die Linksparteien mit ihrem verlogenen Geschrei „Nieder mit dem Kapitalismus“, noch die Rechtsparteien mit ihren vaterländischen Phrasen fähig sind, eine neue Weltepoche einzuleiten, denn weder die marxistischen noch die reak­tio­nä­ren Forderungen würden am Wesen unserer gesamten Wirtschaft etwas ändern, bzw. würden nur zerschlagen, wie die Kommunisten in Rußland, aber nicht aufbauen.

Was versteht man unter „Zinsknechtschaft“?

Den Zustand der Völker, die unter der Geld- oder Zinsherrschaft der alljüdischen Hochfinanz stehen.

In Zinsknechtschaft befindet sich der Landwirt, der, um seinen Betrieb zu finanzieren, „Kredite“ aufnehmen muß, die er so hoch verzinsen muß, daß die Zinsen den Ertrag seiner Arbeit auffressen, oder der Schulden gemacht hat und machen mußte, und der die Hypothekenschulden als ewiges Bleigewicht nach sich schleppen muß.

In Zinsknechtschaft befindet sich der Arbeiter, der in den Fabriken und Werkstätten Werte erzeugt für kargen Lohn, während der Aktionär – ohne Mühe und Arbeit – Zinsen, Tantiemen und Dividenden bezieht.

In Zinsknechtschaft befindet sich der gesamte gewerbliche Mittelstand, der im Grunde heute fast nur für die Verzinsung seiner Bankkredite arbeiten muß.

In „Zinsknechtschaft“ befinden sich alle, die durch ihre geistige oder körperliche Arbeit ihr Brot verdienen müssen, während ihnen gegenüber eine zahlenmäßig kleine Schicht – arbeits- und mühelos – aus ihren Zinsen, Bank- und Börsengewinnen, Finanz­trans­aktionen usw. riesige Einnahmen beziehen. Hier wolle man nicht an die Kleinrentner und Sparer denken; wohl verdanken, bzw. verdankten auch sie ihre Zinseinnahmen einer grundfalschen Einrichtung, aber ihnen wurden zeitlebens die doppelten und hundertfachen Beträge ihrer kleinen Zinsen abgenommen oder weggesteuert oder sonstwie entzogen, so daß man ihnen im Alter leicht einen Teil des ihnen früher vorenthaltenen, vollen Arbeitsertrages auszahlen kann — dadurch eine große Masse an dem heutigen zinskapitalistischen System scheinbar Interessierter gewinnend.

In „Zinsknechtschaft“ befindet sich der Industrielle, der in zähester Arbeit seinen Betrieb aufgebaut hat, ihn dann dem Zug der Zeit folgend in eine „Aktiengesellschaft“ umge­wan­delt hat, nun nicht mehr Herr seiner freien Entschließung ist, sondern die unersättliche Profitgier der „Aufsichtsräte und Aktionäre“ befriedigen muß — will er nicht entlassen (!) werden aus seiner eigenen Schöpfung.

In „Zinsknechtschaft“ begibt sich jedes Volk, das seinen Geldbedarf durch „Anleihen“ deckt.

In „Zinsknechtschaft“ geht jedes Volk zugrunde, das der Geldmacht, den Bankiers, seine wichtigsten innerpolitischen Hoheitsrechte ausgeliefert, sein Geldwesen (Finanzhoheit), seine Eisenbahnen (Verkehrshoheit) und die Aufsicht über die wichtigsten Steuern und Zölle, wie dies Deutschland durch die Annahme der Dawesgesetze getan hat.

In „Zinsknechtschaft“ befinden sich alle Völker und Regierungen, die sich der Macht des Leihkapitals beugen.

In „Zinsknechtschaft“ befindet sich die schaffende Arbeit, die dem Gelde den Vorrang eingeräumt hat, so daß heute der „Diener der Wirtschaft“ – das „Geld“ – der „Herr der Arbeit“, und zwar deren brutalster Tyrann geworden ist.

„Zinsknechtschaft“ ist der richtige Tatsachenausdruck für die Gegenüberstellung: „Ka­pi­tal gegen Arbeit“, „Blut gegen Geld“, „Schöpferkraft gegen Ausbeutung“. So wet­ter­leuch­ten die Blitze dieses Riesenkampfes von Kraft gegen Tücke, von Geist gegen Stoff, von Freiheit gegen Knechtschaft, von Licht gegen Finsternis in unserem Wollen.

Die Forderung nach „Brechung der Zinsknechtschaft“ ist von so riesenhaftem Ausmaß, von so grundlegender Bedeutung für unser Volk, für unsere Rasse, daß allein von deren Lösung abhängen wird der Wiederaufstieg unseres Volkes aus tiefster Knechtschaft und Schande — ja, daß davon abhängen wird das Wiederaufblühen, Glück und Gedeihen, Wohl­fahrt und Kultur auf dem Erdkreis.

„Brechung der Zinsknechtschaft“ ist die stählerne Achse, um die sich alles dreht. Sie ist weit mehr als nur eine finanzpolitische Forderung; sie greift mit ihren Voraussetzungen und Auswirkungen ebenso tief ins politische Leben wie ins wirtschaftliche ein, nicht minder ist sie eine Hauptfrage der Wirtschaftsgesinnung und greift so auch zu tiefst ins persönliche Leben jedes einzelnen ein, sie fordert von jedem die Entscheidung: Dienst am Volk oder schrankenlose private Bereicherung.  Sie bedeutet somit die „Lösung der sozialen Frage“.

Es liegt in der Natur jeder „Weltfrage“, daß sie sich in einem Wort zusammenballen läßt, das wie ein Flammenzeichen aus dem Chaos aufsteigt, und daß 1000 Bücher und 100 Propheten den einen Gedanken nicht in allen Einzelheiten darstellen und ausschöpfen können. So kann auch hier an dieser Stelle über diesen gewaltigen Grundgedanken des Nationalsozialismus nicht mehr gesagt werden. In meinen bisherigen Kampfschriften „Das Manifest zur Brechung der  Zinsknechtschaft“, München 1926, und „Der Staats­bankerott, die Rettung“, Diessen 1919, Verlag Jos. C. Huber, „Der kommende Steuer­streik“, Diessen 1921, und „Der deutsche Staat auf nationaler und sozialer Grund­lage“, München 1923, Verlag Frz. Eher Nachf. (sämtlich zu beziehen durch unsere Partei-Buchhandlung München, Thierschstr. 11), habe ich alle wesentlichen Seiten dieses Problems beleuchtet.

Es bedarf eingehenden Studiums, um sich in diese Frage einzuarbeiten, denn die prak­tische Wirtschaftsgestaltung der letzten 50 Jahre verlief so völlig im Bannkreis der zinskapitalistischen Idee, daß es für alle in diesen Vorstellungen Großgewordenen eine grundlegende Umstellung bedeutet, sich von diesen fest eingefressenen Vorstellungen loszumachen.

Neben diesen beiden ganz großen und neuen Grundgedanken unseres Programms müssen noch im Zusammenhang damit die Grundsätze für die Staats-, Wirtschafts-, Finanz-, Sozial- und Kultur-Politik genannt werden, aus denen heraus die einzelnen Programmforderungen wachsen.

Unser staatspolitischer Grundsatz lautet schlicht und einfach:

Das Deutsche Reich ist die Heimat der Deutschen.

In diesem staatspolitischen Grundsatz ist das gewaltige Gebiet der gesamten Außen­politik, einschließlich der politischen Befreiung Deutschlands, sind alle rasse­po­li­ti­schen Forderungen und ebenso die staatsbürgerlichen Folgerungen und Festlegungen ent­hal­ten.

Unser wirtschaftspolitischer Grundsatz lautet:

Die Aufgabe der Volkswirtschaft ist die Bedarfsdeckung und nicht eine möglichst hohe Rentabilität für das Leihkapital.

Dieser wirtschaftspolitische Grundsatz schließt in sich eine grundlegende Stel­lung­nahme des Nationalsozialismus zum Privateigentum, zum Aufbau unserer Wirtschaft im Hinblick auf ihre Organisationsformen (Klein-, Mittel-, Groß- und Riesenbetriebe – Syndikate, Truste) und zu den großen sittlichen Fragen, die in der Wirtschaft lebendig sein müssen, soll die „Volkswirtschaft“ nicht zur Volksausbeutungs- und reinen Pro­fit­wirtschaft werden!

Auf finanzpolitischem Gebiet lautet unser Grundsatz:

Das Geldwesen steht im Dienste des Staates, die Geldgewaltigen dürfen keinen Staat im Staate bilden.

Hier handelt es sich um einen Grundsatz, der eine grundstürzende Änderung bedeutet. Denn bei den hier zu beschreitenden Wegen handelt es sich um die praktischen Maß­nah­men zur „Brechung der Zinsknechtschaft“: Verstaatlichung des Geldwesens, Unter­bindung der Anleihewirtschaft, Bau- und Wirtschaftsbank usw.

Jede dieser Aufgaben ist programmatisch von der größten Bedeutung. Als weiteres Gebiet gehört hierher die gesamte Steuergesetzgebung mit dem scheinbar unmög­lichen Endziel des Staates ohne Steuern.

Auf dem Gebiete der Sozialpolitik lautet unser Grundsatz:

Das allgemeine Wohl ist oberstes Gesetz.

Auch mit diesem Grundsatz stehen wir in scharfem Gegensatz zu der heute geübten Praxis, nach der jeder Stand, jede Klasse, jede Berufsvertretung für ihre Gruppe Vorteile auf sozialpolitischem Gebiet zu erlangen strebt, ohne Rücksicht auf das Allgemeinwohl. Wir werden auch Wohnungsnot und Erwerbselend zu beseitigen und eine allgemeine Altersversorgung aufzubauen haben.

Kulturpolitisch läßt sich nur der unverrückbare übergeordnete Grundsatz aufstellen:

Alle kulturpolitische Arbeit ist unter dem Gesichtspunkte reinen deutschen Volks­tums zu leisten.

Ob die seelischen und geistigen Kräfte unseres Volkes eine neue Renaissance, eine klassische Periode aller schönen Künste bringen werden, läßt sich nicht befehlen, erzwingen oder erzielen. Dagegen lassen sich die tiefen Schädigungen, die unser deutsches Kultur- und Geistesleben unter der jüdischen Diktatur erleidet, durch geeignete Maßnahmen zurückdämmen, besonders durch Entgiftung der Presse.

Außer diesen bedeutsamsten Gebieten des öffentlichen Lebens werden natürlich auch sonst noch verschiedene einschneidende Verbesserungen durchzuführen sein.

Es ist klar, daß unser Rechtswesen – den mannigfachen Neuerungen entsprechend – öffentlich-rechtliche Fassungen finden muß. Daß mit dem Unfug des parla­men­ta­risch-demokratischen Wahlrechtes aufgeräumt werden wird, ebenso, wie man sich dann nach der Übergangszeit einer Diktatur über die äußere Staatsform und das innere staatliche Gefüge der Länder klar werden muß.

Aber man sieht doch schon an dieser kurzen Übersicht die Größenordnung dieser Fragen gegenüber den gewaltigen grundlegenden Grundsätzen unseres Programms.

Es ist für uns keine grundlegende Frage, ob Monarchie oder Republik, es ist gleich­gültig, ob wir 5 oder 25 Bundesstaaten, Landschaften oder Stammesstaaten haben werden, wenn nur alle deutschen Stämme unter einer starken Zentralgewalt vereinigt dem Ausland gegenüber ein Felsen von Erz sind und im Innern die deutschen Staats­bürger froh und zufrieden leben können.

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Quelle: NSDAP-Parteiprogramm

Siehe auch:

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