Verdeckte Geheimdienst-Aktionen als Mittel zur Gestaltung der Weltpolitik

Ob die Ermordung eines Hamas-Funktionärs in Dubai, Anschläge auf iranische Mit­arbeiter des Atomprogramms oder die Beeinflussung radikaler politischer Strömun­gen zur Heraufbeschwörung von Gegenmaßnahmen — überall, wo es auf der Welt zu Spannungen kommt, ist im Hintergrund – teils deutlich, teils nur schemenhaft – ein aktives Element auszumachen: Der israelische Geheimdienst Mossad.

Er gilt trotz aller immer wieder auftretender Pannen als der erfolgreichste Geheim­dienst der Welt. Das Geheimnis seines Erfolges: In vielen Staaten der Welt kann er auf die Mit­hilfe jüdischer Bürger rechnen, die sich mit dem Staat Israel verbunden fühlen und für ihre Tätigkeit nicht einmal bezahlt werden brauchen.

Ein weiterer Vorteil des Dienstes ist das schlechte Gewissen der Welt gegenüber dem Schicksal der Juden im 2. Weltkrieg — ein jahrzehntelang eingeimpfter Schuldkomplex, der insbesondere in Deutschland zur bedingungslosen Unterstützung des Mossad so­wohl durch den Auslandsgeheimdienst BND als auch den Inlandsdienst Verfas­sungs­schutz führte.

Schon seit der unmittelbaren Nachkriegszeit war die Welt der Geheimdienste kei­nes­wegs strikt in zwei Blöcke unterteilt (bis 1989 KGB und Stasi  gegen die westlichen Geheimdienste, seitdem die arabischen Geheimdienste) sondern war offen für eine blockübergreifende Zusammenarbeit, sofern es um gemeinsame Ziele ging — Hey-Rabbi-Whatcha-Doingetwa die Bekämpfung nationaler „rechtsradikaler“ Strömungen innerhalb der BRD, an der Stasi, CIA und Mossad etwa durch Haken­kreuz­schmiere­reien an Synagogen in den 50er Jahren erfolg­reich zu­sam­men­ar­bei­te­ten. Als Verbindungsschanier der Ost-West-Geheim­­dien­ste fungierte stets der isra­eli­sche Geheim­dienst Mossad, der westliche und östliche Geheimdienste regelmäßig gegeneinander ausspielte und seit frühester Zeit arabische Terroristen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für sich benutzte, wie Mossad-Experte Shlomo Shpiro ausführte:

Cohen war ein Meister der so genannten „false-flag operations“  (Operationen unter falscher Flagge). Dabei wurden Agenten für den Mossad angeworben, jedoch im Glauben gelassen, sie arbeiteten für ein anderes Land. Geduldet und gefördert vom BND rekrutierte Cohen eine Reihe von arabischen Diplomaten in Bonn, die glaubten, sie arbeiteten für die Nato.

Der BND half auch dabei mit, Mossad-Agenten für einen Einsatz in den arabischen Staaten auszubilden. In einem „sicheren Haus“ in München wurden die Mossad-Offiziere in Spionage, Funkverkehr, Geheimschrift und Dokumentenfälschung aus­gebildet.

Warum der damalige Mossad-Chef Harel eine Zusammenarbeit mit ehemaligen „Nazis“ innerhalb des BND befürwortete, erklärt Shpiro folgendermaßen:

Der Mossad-Chef Harel, der viele Angehörige durch den Holocaust verloren hatte, sah zwar das Potenzial für eine Zu­sam­men­arbeit. Aber er war gleichzeitig besorgt über die sowjetische Infiltration des Gehlen-Dienstes und die engen Beziehungen Pullachs zu arabischen Staaten. Harel billigte deshalb zu­nächst eine begrenzte Zu­sam­men­arbeit, um die Möglichkeiten und die Aufrichtigkeit des BND zu testen, den Mossad bei Ope­ra­tio­nen in Osteuropa zu unterstützen. Harel ließ dazu zunächst BND-Agenten beauf­tra­gen, bestimmte Informationen zu sammeln und sie Israel zukommen zu lassen. Tatsächlich lagen diese Informationen dem Mossad aber bereits vor. Auf diese Weise wollten die Israelis die Zuverlässigkeit der Deut­schen testen. Der Test erbrachte zufriedenstellende Ergebnisse. Also beschloß Harel, eine engere Kooperation mit dem BND einzugehen. […]

In Bezug auf die internen Diskussionen über die Rechtmäßigkeit der Zusammenarbeit mit vermeintlichen Tätern berichtet Shpiro weiter:

„Darüber gab es bei uns viele Diskussionen“, sagt Isser Harel. Das sei manchmal sogar so weit gegangen, daß er mit der Faust auf den Tisch schlug und seine Leute anbrüllte, „daß ich ihnen sogar befehlen würde, mit dem Teufel zu kooperieren, wenn es der Sicherheit des Staates Israel dienen würde. Wir einigten uns im Mossad schließlich darauf, daß die künftige Sicherheit Israels, das von seinen viel stärkeren arabischen Nachbarn bedroht wurde, wichtiger war als alle unsere Gefühle über die Vergan­gen­heit.

Gehlen bot den Israelis Unterstützung auf allen Gebieten an. Er offerierte dem Mossad sogar Kopien des täglichen BND-Lageberichts an den Bundeskanzler, das höchst­klas­si­fi­zierte Dokument in der deutschen Regierung. Als Gegenleistung wünschte sich der BND-Chef Informationen aus der DDR und dem Warschauer Pakt. Auch bot er dem Mossad Unterstützung und völlige Freiheit für dessen geheimdienstliche Aktivitäten in Deutschland [Anm.HD: …da gehörten die (im Link) auch dazu!] an.

Wo es also um gemeinsame Ziele ging, erschien dem Mossad auch eine Zusammen­arbeit mit östlichen Diensten nützlich, obgleich offiziell Israel ja fest im westlichen Block eingebunden war und der Ostblock die arabischen Gegner Israels unterstützte.

Geschäftsbetätigungen des Mossad in Deutschland bestanden Anfang der 60er Jahre auch in der Kontrolle eines emsigen, jüdisch geführten Schwarzmarktkartells, das Waren aus der DDR gegen harte Währung in den Westen schmuggelte und auf dem DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalk-Golodkowski seinen Ost-West-Handel „Kom­mer­zi­elle Koordinierung“ (Koko) aufbaute. Ebenfalls integriert in die geheimen Ge­schäfte waren westliche Partner, die durch Erpressung ob eigener illegaler Praktiken zur Zusammenarbeit angehalten wurden. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz mischte seit Anfang der 50er Jahre mit und überwachte mittels der Bezahlung von Kurieren, die Devisen für die westdeutschen Kommunisten der KPD ins Land schmug­gelten, die später verbotene Partei.

Israel profitierte aber auch noch auf einem anderen wichtigen Gebiet von der Koope­ra­tion des Mossad mit dem BND: Bei der Aufrüstung des 1948 neugegründeten Staates Israel.

Die streng geheimen Waffenlieferungen der Bundesrepublik an Israel wurden schon damals durch den Gehlen-Dienst abgedeckt. Dabei zog von Anbeginn an einer der für den BND wichtigsten Politiker die Fäden: der spätere CSU-Chef und bayerische Mini­ster­präsident Franz Josef Strauß. Strauß, damals Bundes­vertei­di­gungs­mini­ster in Bonn, empfing Ende 1958 mehrmals seinen israelischen Amtskollegen Shimon Peres zu vertraulichen Gesprächen in seinem Privathaus in Zell am See. In der Folge dieser Gespräche gingen deutsche Panzer und Militärfahrzeuge über Drittländer an Israel. Strauß unterhielt allerdings nicht nur beste Kontakte nach Israel, sondern auch nach Ost-Berlin. So vertraute er 1985 seinem Freund Schalck-Golodkowski noch vor Amts­an­tritt den Namen des neuen Chefs des Verfassungsschutzes mit, als der künftig der Strauß-Referent Holger Pfahls fungierte.

Strauß war somit regelrecht das Zentrum der Geheimdienstachse BRD-Israel-DDR.

Bereits zu dieser Zeit, etwa Mitte der 80er Jahre, war die Strategie des Mossad klar. Der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky berichtet dazu:

Der Friede mit Ägypten machte der israelischen Rechten sehr zu schaffen. Der Friede selbst, der von den Ägyptern peinlich genau eingehalten wurde, war schon der lebendige Beweis dafür, dass die Araber Leute sind, mit denen ein Friede möglich ist, dass sie keineswegs das darstellen, was der Mossad und andere Elemente der Rechten uns immer vormachen. … Der Mossad hatte sich in eine Position manövriert, die nach einer Aktion an der ägyptischen Front rief. Die Organisation merkte, dass sie eine neue Bedrohung in der Region schaffen musste, eine Bedrohung von solchen Ausmaßen, dass jedwede Aktion gerechtfertigt wäre, auf die der Mossad verfiele. Die rechten Elemente im Mossad … glaubten, dass Israel damals die stärkste Militärmacht im Nahen Osten war. Der rechte Flügel war und ist immer noch im Glauben, dass diese Stärke aus der Not­wen­dig­keit entsteht, der ständigen Kriegsgefahr, die damals sehr real war, zu begegnen. Würden irgendwelche Friedensangebote gemacht werden, dann setzte ihrer Meinung nach ein Verfallsprozeß der militärischen Mauern dieser ideologischen Festung ein. Das würde die Macht der Militärs reduzieren und möglicherweise den Untergang des Staates Israel mit sich bringen…

Die militanten Elemente des moslemischen Fundamentalismus zu unterstützen, passte gut zum Generalplan des Mossad für die Region. Eine von Fundamentalisten beherrschte arabische Welt ließe sich nicht auf Verhandlungen mit dem Westen ein, wodurch Israel wieder zum einzig demokratischen und rationalen Land der Region würde. Und wenn sie die Hamas dazu bringen könnten, die palästinensischen Massen der PLO abspenstig zu machen, dann wäre alles in bester Ord­nung.  (Ostrovsky: Geheimakte Mossad. TB München 1996, S. 251 f.).


MSM- Version! — Video von phiwi2705
(UNTERTITEL KÖNNEN ÜBER DEN BUTTON UNTER DEM VIDEO AKTIVIERT WERDEN)

Wasserhahn

„Dieser Staat … um seine Moral hochzuhalten … darf, nein, muß Gefahren erfinden, muß Provokation und Vergeltung zur Methode machen … Und vor allem laßt uns auf einen neuen Krieg mit den arabischen Staaten hoffen, so daß wir unsere Probleme schließlich loswerden und unser Land bekommen.“
(Moshe Sharett, 1948-1956 israelischer Außenminister und 1954-1956 Ministerpräsident)

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Dementsprechend unterstützte der Mossad also nicht nur die radikale Hamas in Palä­stina und die Moslembruderschaft in Ägypten, sondern auch Gaddafi, Saddam Hussein und sogar die iranischen Mullahs — je nachdem, wo das Räderwerk der Auf­recht­er­hal­tung einer latenten Kriegsgefahr im Nahen Osten justiert werden musste. Zugleich sorgte der Mossad durch allerlei Tricks dafür, dass insbesondere Gaddafi und Saddam Hussein mit islamistischem Terror in Verbindung gebracht werden konnten, um so die westlichen Staaten, insbesondere die US-geführten, auf ihre Seite zu ziehen. Auch die Anstachelung von Aufständen islamischer Jugendlicher in Frankreich und Groß­bri­tan­nien geht als Maßnahme zur Bloßstellung der Gefährlichkeit des Islam oft auf das Konto des israelischen Geheimdienstes.

Beim Durchsehen der internationalen Literatur drängt sich insgesamt der Eindruck einer „ganz massiven und kontinuierlichen Manipulation zumindest der kontinen­tal­euro­päi­schen Geheimdienste und Kriminalpolizeien auf“ — und zwar durch den Mossad, wie Geheimdienstexperte Andreas von Bülow ergänzt: „Das ist den Aussagen ehemaliger Mossaed-Agenten zu entnehmen, daß zum Beispiel die skandinavischen Geheimdienste wie sicher auch die der Bundesrepublik auf das engste mit dem israelischen zusam­menarbeiten.

Ein Zufall, das beide hier genannten Geheimdienste – der skandinavische z. B. in Form des norwegischen Geheimdienstes PST und der deutsche Verfassungsschutz – in die jüngste Serie rechtsradikaler Attentate (Breivik und die NSU) verwickelt sind.

TextQuelle (Auszug): Der israelische Geheimdienst Mossad als Kriegstreiber

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D. Krüger: Rechtsterrorismus & Geheimdienst

(Buchrezension)

Die Instrumentalisierung von Terrorgruppen durch Geheimdienstkreise blickt auf eine lange Tradition zurück. Doch anders als zumeist angenommen, waren hiervon nicht nur linksextremistische oder islamistische Personenkreise betroffen, sondern insbesondere „rechtsradikale“.

Leider hat die fehlgeleitete Bewertung zutagetretender Verbindungen zwischen Regie­rungs-, Logen- und rechtsradikalen Kreisen, wie im Fall der P2-Affäre, immer wieder zu fahrlässigen oder gar bewußten Verschleierung tatsächlicher Hintergründe geführt. So wurde analog zum zweidimensionalen linken Weltbild stets eine Ver­schwö­rung von Regierungs- mit rechtsradikalen Kreisen betont, ohne zu erkennen, daß es gerade diese rechtsradikalen Kreise waren, denen die Handlungen am wenigsten von Nutzen waren.

Während kaum jemand auf die Idee kommen würde, angesichts der Verstrickungen zwischen Mossad und CIA-Kreisen mit isla­mi­stischen Attentätern von einer isla­mi­stisch-jüdischen oder islamistisch-amerikanischen Verschwörung zu sprechen, wird in ähnlich gelagerten Fällen genau eine solche im Falle vorgeblicher rechtsradikaler Taten behauptet. Tatsächlich aber bedienten sich alliierte Geheimdienste noch vor dem Ende des 2. Weltkriegs deutschnationaler Gruppen, um sie für ihre Ziele einzuspannen. Die vermeintlich für einen guten Zweck streitenden Personen ahnten dabei in den wenig­sten Fällen, wie sie mit ihrem Handeln gerade ihren größten Feinden in die Hände spielten.

Vor allem im Bereich der Unterwanderung der rechtsradikalen Gruppen zeigt sich aber um so eindringlicher das wahre Ausmaß der Beeinflußung internationaler Politik durch von unbekannten Hintermännern gezielt eingesetzte Geheimdienstkreise aus Mossad und CIA. Ein vorläufiger Höhepunkt dieser subversiven Tätigkeit wurde seit den 80er Jahren erreicht, als „rechte“ Parteien gute Chancen hatten, größere Wählerpotentiale auf sich zu vereinigen.

Mit dem Fall der nun „enttarnten“ Zwickauer Terrorzelle „Nationalsozialistischer Un­ter­grund“ (NSU) aber, hat diese Verbindung einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. Ein genauerer Blick zeigt aber die hinter der von Medien und Politik auf­ge­bau­ten Fassade des Rechtsterrorismus tatsächlich wirkenden Kreise, wie dieses Buch verdeutlichen soll.

Quelle: Parzifal-Versand 

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