Reinhold Hanning — „SS-Wachmann in Auschwitz“

1943: Reinhold Hanning als SS-Unterscharführer. - © Bundesarchiv

Der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning wurde vom Landgericht in Detmold (Nordrhein-Westfalen am Freitag der Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen für schuldig gesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Schamlosigkeit ist grenzenlos…
Auf Grundlage der Nürnberger Siegerjustiz kann die „Rechtsfindung“ ja jederzeit nach Bedarf (gern im nachhinein*) angepaßt werden. Gab es bei den Katholen/Vatikan nicht sogar mal ’nen Scheinprozeß gegen so’n ollen Papst, den sie dazu extra wieder ausgegraben und vor der Leiche ein Anklage-Spektakel aufgeführt haben?

Mal schauen, wie „flexibel“ sich unsere Ekeljustiz noch zeigen wird — die mit diesem „Recht on demand“ zudem jedes Mal ein neues „Signal“ (!) gesetzt haben will. Oder gar einen „Meilenstein… Schöner Neusprech-Euphemismus. Früher hieß das „Rechtsbeugung“ und war an und für sich  schon srafbar.
Heute macht jedes popelige Landgericht daraus ein „historisches“ Urteil…smilie_girl_155.gif

 

(*„In Nürnberg hatten die Siegermächte beschlossen, einen Angriffskrieg als Verbrechen zu bezeichnen. Für Internationales Recht jedoch ist Kriegführen, auch bei einem Aggressionskrieg, kein Verbrechen, und es besteht keine Möglichkeit, jemanden anzuklagen, weil er an einem Krieg beteiligt war.” — Richard Goldstone, Generalankläger des Internationalen Strafgerichtshofs der UN in Den Haag, laut “Le Monde”,2.2.1996.)

*

Ein paar Ekel-Berichte aus den Mainstream-Schmierenblättern der Judenpresse

Im „Nordkurier“:

smilie_iek_020.gifAuschwitz-Wachmann zu fünf Jahren Haft verurteilt

Beihilfe zum Mord verjährt nicht. Erneut ist deshalb ein früherer Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz nach 70 Jahren zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Für die Beihilfe zum Mord an 170 000 Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz ist ein ehemaliger SS-Mann zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Detmold sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 94 Jahre alte Reinhold Hanning als Wachmann zum Funktionieren der Mordmaschinerie in Auschwitz beigetragen hat. „Sie waren knapp zweieinhalb Jahre in Auschwitz und haben damit den Massenmord befördert“, sagte Richterin Anke Grudda zu Beginn der Urteilsbegründung.

Hanning hatte im Prozess zugegeben, Mitglied der SS-Wachmannschaft gewesen zu sein und vom Massenmord gewusst zu haben. Er war von Anfang 1942 bis Juni 1944 in dem nationalsozialistischen Vernichtungslager eingesetzt. In Auschwitz kamen während des Zweiten Weltkriegs mindestens 1,1 Millionen ums Leben.

Überlebende hofften vergeblich auf umfassende Aussage

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre Haft gefordert hatte. Hannings Verteidiger hatten Freispruch beantragt. Es seien im Prozess keine Beweise für die direkte Beteiligung Hannings an konkreten Taten vorgelegt worden. Er habe zu keinem Zeitpunkt Menschen getötet, geschlagen oder dabei geholfen.

Der 94-Jährige aus Lage im Kreis Lippe hatte den Prozess weitgehend regungslos verfolgt. Überlebende Auschwitz-Häftlinge hatten ihn vergeblich zu einer umfassenden Aussage aufgefordert. In einer persönlichen Erklärung hatte Hanning lediglich gesagt, er bereue zutiefst, „einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben“.

Hanning ist der zweite ehemalige SS-Angehörige, gegen den in jüngster Zeit ein Urteil wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz ergangen ist. Das Landgericht Lüneburg hatte im Juli 2015 den als „Buchhalter von Auschwitz“ bezeichneten Oskar Gröning zu vier Jahren Haft wegen der Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Bundesgerichtshof muss noch über eine Revision entscheiden.

Quelle: http://www.nordkurier.de/nachrichten/ticker/detmold/auschwitz-wachmann-zu-fuenf-jahren-haft-verurteilt-1723288706.html

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…auf „Spiegel online“:

smilie_iek_020.gifUrteil im Auschwitz-Prozess: „Sie haben zugesehen, wie Menschen in Gaskammern ermordet wurden“

Von Benjamin Schulz, Detmold

Ein Leben lang versuchte Reinhold Hanning, seine Zeit in Auschwitz hinter sich zu lassen. Nun hat das Landgericht Detmold den früheren SS-Wachmann zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist ein Signal [].

Kann die Justiz ein Verbrechen nach mehr als 70 Jahren noch sühnen? Kann ein Gericht jemanden angemessen bestrafen für die Beteiligung am Holocaust? Kann Opfern des NS-Regimes Gerechtigkeit widerfahren?

Wer nach dem Urteil des Landgerichts Detmold gegen Reinhold Hanning in die Gesichter der Auschwitz-Überlebenden Erna de Vries, Leon Schwarzbaum, Hedy Bohm und William Glied blickt, weiß die Antwort: Ja, es ist möglich. [Selbstverständlich! hust…]

Hanning aus Lage in Nordrhein-Westfalen erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren wegen seiner Zeit als SS-Wachmann in Auschwitz, wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen. „Eine unvorstellbare Zahl“, sagte Anke Grudda, Vorsitzende der Schwurgerichtskammer. So viele Menschen wurden in Auschwitz umgebracht, während der heute 94-jährige Hanning von Januar 1943 bis Juni 1944 dort Dienst tat.

Oberstaatsanwalt Andreas Brendel hatte sechs Jahre Haft für den früheren SS-Wachmann gefordert, Verteidiger Johannes Salmen einen Freispruch. Der Anwalt will das Urteil anfechten. Ob der gebrechliche Hanning jemals ins Gefängnis muss, ist unklar. Dazu müsste er haftfähig sein.

„Meilenstein in der Aufarbeitung des NS-Unrechts in Deutschland“

Die Bedeutung der Entscheidung liegt ohnehin nicht im Strafmaß oder einer Inhaftierung Hannings, sondern in der Urteilsbegründung. Eine Stunde lang sprach Grudda. Ihre Worte markieren „einen Meilenstein in der Aufarbeitung des NS-Unrechts in Deutschland“, wie Staatsanwalt Brendel sagte. Nebenklageanwalt Cornelius Nestler sagte, es sei zum ersten Mal von einem deutschen Gericht gesagt worden, dass man als SS-Mann für alle Morde in Auschwitz mitverantwortlich sei. Nestlers Kollege Thomas Walther meinte gar, erst mit diesem Urteil gehe „der Zweite Weltkrieg zu Ende“.

Tatsächlich sendet der Schuldspruch eine Botschaft: Als SS-Angehöriger in Auschwitz konnte man nicht unschuldig sein, wie die Verteidigung argumentiert hatte. „Das gesamte Lager glich einer Fabrik, ausgerichtet darauf, Menschen zu töten“, sagte Richterin Grudda. „In Auschwitz durfte man nicht mitmachen.“

Hanning habe einen Beitrag zum „reibungslosen Ablauf der Massenvernichtung“ geleistet, das Morden billigend in Kauf genommen. Da spielt es demnach eine untergeordnete Rolle, wie groß dieser Beitrag war. Es gab ihn. Und dadurch machte Hanning sich schuldig.

Grudda wandte sich direkt an den 94-Jährigen, der im Rollstuhl sitzend ihre Worte äußerlich weitgehend regungslos aufnahm. „Sie haben zweieinhalb Jahre zugesehen, wie Menschen in Gaskammern ermordet wurden. Sie haben zweieinhalb Jahre zugesehen, wie Menschen erschossen wurden. Sie haben zweieinhalb Jahre zugesehen, wie Menschen verhungerten.“

Berichte über die „Hölle auf Erden“

Hanning habe sich mit seiner Tätigkeit arrangiert, sei in Auschwitz zweimal befördert worden und habe sich nicht an die Front versetzen lassen. Dass er keinen Dienst an der Rampe verrichtet haben will, wo Menschen für den Arbeitseinsatz aussortiert und der Rest direkt in die Gaskammer geschickt wurde, sei eine Schutzbehauptung. „Dass Sie, Herr Hanning, nie an der Rampe gestanden haben, halten wir für völlig abwegig.“ Genauso sei „ausgeschlossen, dass Sie nicht ein einziges Mal erlebt haben, wie Menschen in die Gaskammern gingen“.

Schwarzbaum, de Vries, Bohm und Glied haben in Auschwitz viele Angehörige verloren. Im Verfahren berichteten sie vom unvorstellbaren Grauen, vom Leben in der „Hölle auf Erden“, wie Schwarzbaum sagte. „Wir können nur hoffen, Herr Hanning, dass die Berichte der Nebenkläger Sie nicht unberührt gelassen haben“, sagte Richterin Grudda. Diese hätten den Opfern „eine Stimme und ein Gesicht gegeben“. Während die meisten Täter wie Hanning nach dem Krieg in ihr normales Leben zurückgekehrt seien, habe die Hölle von Auschwitz für die Überlebenden lebenslang bestanden.

Es ist das Verdienst des Gerichts, dass es auch auf eine Frage einging, die über dem gesamten Verfahren schwebte. „Warum hat es mehr als 70 Jahre gedauert, bis dem Angeklagten der Prozess gemacht wird?“, fragte Grudda und formulierte damit die Bedenken vieler. Die Antwort sei „so einfach wie erschreckend“: Nach dem Krieg wollte niemand von den Verbrechen wissen, geschweige denn mitgemacht haben. „Dieses Verfahren ist das Mindeste, was eine Gesellschaft tun kann, um den Überlebenden des Holocaust ein wenig Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.“

„Es gibt kein Verzeihen, die Toten vergeben nicht“

Hanning hatte in einer Erklärung Reue über seine SS-Mitgliedschaft bekundet. „Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe.“ Er wünsche, nie in dem KZ gewesen zu sein.

Man kann ihm abnehmen, dass er das aufrichtig meinte. Aber das Gericht hatte Zweifel. Man habe „keine Möglichkeit gehabt, den echten Menschen Reinhold Hanning kennenzulernen“, sagte Grudda. Die Nebenkläger waren erst recht nicht überzeugt.

Bei einer Pressekonferenz nach dem Urteil verlas Schwarzbaum einen Brief, den er Hannings Anwalt übergeben hatte. „Ihre Erklärung ist für mich nicht glaubwürdig“, heißt es darin. „Sie versteckten sich hinter Ausreden, Schweigen und Paragrafen.“ Für das Morden in Auschwitz verfluche er die SS, der Hanning angehört habe. „Es gibt kein Verzeihen, die Toten vergeben nicht. Es lag an Ihnen, die historische Wahrheit zu sagen. Das haben sie nicht getan.“

Die Holocaust-Überlebende Bohm sagte unter Tränen, Hanning habe damals nicht das Richtige getan und wisse es heute immer noch nicht. Sie habe nie gewagt zu träumen, dass es jemals Gerechtigkeit für ihre ermordeten Angehörigen geben würde. Nun sei der Traum wahr geworden. „Meine ermordete Mutter und mein ermordeter Vater können nun endlich in Frieden ruhen.“

So bleibt das Strafverfahren gegen Reinhold Hanning vor allem ein Symbol. Es erinnert daran, dass eine Beteiligung am größten Menschheitsverbrechen der Geschichte [also… mindestens!!] nicht ungesühnt bleiben darf, selbst wenn dies erst nach vielen Jahrzehnten geschieht. Das ist die eine Seite.

Die andere: Hanning wurde nun verurteilt, mit 94 Jahren. Aber in der Nachkriegszeit, als die Nazi-Täter noch keine Greise waren, gab es bei der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen flächendeckendes Versagen, das nun nicht mehr korrigiert werden kann. Ähnliche Verfahren wird es kaum noch geben. Der Fall sei eine Warnung an die heutige Generation vor den Versäumnissen der Justiz, sagte Richterin Grudda.

Auch das macht Reinhold Hanning zur Symbolfigur: Der Schuldspruch gegen ihn erinnert daran, dass Zigtausende Mörder und Fanatiker davonkamen.

Zusammengefasst: Das Landgericht Detmold hat das ehemalige SS-Mitglied Reinhold Hanning wegen dessen Zeit als Wachmann im KZ Auschwitz schuldig gesprochen. Der 94-Jährige wurde wegen Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er half, den auf Vernichtung der Insassen ausgerichteten Lagerbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Entscheidung ist historisch bedeutsam, weil sie klarstellt, dass man als SS-Angehöriger nicht in Auschwitz sein konnte, ohne sich schuldig zu machen.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/auschwitz-wachmann-reinhold-hanning-eine-historische-entscheidung-a-1098295.html

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…im Locus: 

smilie_iek_020.gifKZ-Wachmann Reinhold Hanning zu fünf Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Detmold hat einen früheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach den 94-Jährigen Reinhold Hanning am Freitag der Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen schuldig.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Sie sieht es als erwiesen an, dass Hanning mit seinem Einsatz als Wachmann zum Funktionieren der Mordmaschinerie in Auschwitz beigetragen hat.

Mitglied der SS-Wachmannschaft

Der heute 94-Jährige war von 1943 bis 1944 in Auschwitz eingesetzt. Er hatte im Prozess zugegeben, Mitglied der SS-Wachmannschaft in Auschwitz gewesen zu sein und vom Massenmord gewusst zu haben.

Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert. In der Verhandlung sind nach ihrer Ansicht keine Beweise für die direkte Beteiligung Hannings an den Morden vorgelegt worden. Er habe zu keinem Zeitpunkt Menschen getötet oder dabei geholfen.

WJC begrüßt Entscheidung

Der Jüdische Weltkongress hat das Urteil begrüßt. „Er hat die Strafe bekommen, die er verdient“, sagte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, in New York. Hanning sei Teil der „unbarmherzigen Tötungsmaschinerie“ gewesen, sagte Lauder. Er habe ein spätes, aber faires Verfahren erhalten, das mit einem deutlichen Urteil abschließe. „Ohne die aktive Hilfe von Menschen wie ihm wäre Auschwitz nicht möglich gewesen.“

Auch der deutsche Zentralrat der Juden begrüßte die Entscheidung des Gerichts. „Die Verurteilung des SS-Mannes hat für die Opfer und ihre Angehörigen eine hohe Bedeutung“, sagte Präsident Josef Schuster der „Neuen Westfälischen“. Das Urteil könne aber nicht die Jahrzehnte langen Versäumnisse der deutschen Justiz wiedergutmachen, sagte Schuster.

Quelle: http://www.focus.de/politik/mord-in-mindestens-170-000-faellen-auschwitz-wachmann-zu-fuenf-jahren-haft-verurteilt_id_5644788.html

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…in „Die Welt“:

smilie_iek_020.gifDas wohl letzte Auschwitz-Urteil ist gefällt

Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen: In Detmold ist ein 94-jähriger ehemaliger KZ-Wachmann verurteilt worden. Die Richterin räumte in ihrer Begründung mit einem Berg an Mythen auf.

Das historische Urteil ergeht um 14.07 Uhr. Da erfährt der 94-jährige Reinhold Hanning aus dem westfälischen Lage, dass er für fünf Jahre ins Gefängnis soll – für Taten, die mehr als 70 Jahre zurückliegen: Der Angeklagte war von 1942 bis 1944 als Unteroffizier bei den Wachmannschaften im Vernichtungslager in Auschwitz eingesetzt.

Er ist einer der letzten noch lebenden einstigen SS-Angehörigen, die noch angeklagt werden konnten. Das Urteil könnte das tatsächlich letzte sein, das zu Auschwitz gefällt wurde. Bei drei weiteren Beschuldigten in Deutschland ist unklar, ob sie verhandlungsfähig sind.

Im Mittelpunkt des Verfahrens, bei dem die Beweislage eindeutig war und der Angeklagte seine Beteiligung an den Verbrechen auch gestand, schwebte immer das hohe Alter Hannings, verbunden mit der Frage, ob es sinnvoll sei, einem so alten Mann den Prozess zu machen.

Doch dies sei „keine juristische Frage“, stellte die Richterin Anke Grudda klar. Angesichts des Tatvorwurfs „war das Verfahren zu eröffnen“, da Mord nicht verjähre und der Angeklagte verhandlungsfähig sei. Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Jahre Haft, die Verteidigung einen Freispruch.

„Rechtmäßiges Denken und Handeln war auch damals möglich“

Grudda zertrümmerte in ihrer Urteilsbegründung die Mythen, die sich über Auschwitz und die fehlende justizielle Aufarbeitung des Massenmords aufgetürmt hatten. „Polizei, Justiz und Gesellschaft wollten sich nicht mit dem Holocaust beschäftigen“, so Grudda, alle Institutionen hätten bei diesem Thema „versagt“. Dieses Versäumnis hätte die Kammer natürlich nicht aufarbeiten können, die Richter hatten nur die individuelle Schuld des Angeklagten zu prüfen.

Und der machte sich nach Auffassung der Kammer schuldig. Selbst wenn man berücksichtige, dass Hanning als junger Mann der NS-Propaganda ausgesetzt war und es nicht so viele Möglichkeiten gab, sich zu informieren, so wusste er doch, was er tat: „Es ist nicht so, dass Sie keine Wahl gehabt hätten“, sagte Grudda an Hanning gewandt. „Rechtmäßiges Denken und Handeln war auch damals möglich“, so die Richterin.

Jeder SS-Mann, der in Auschwitz eingesetzt war, habe gewusst, was dort passierte. „Auch Sie wussten es, Sie haben mit Ihren Kameraden gesprochen“, so Grudda. Die Kammer habe keinerlei Zweifel, dass Hanning als Gruppenführer in der Wachmannschaft auch an der Rampe Dienst versah, an der die Deportationszüge eintrafen.

Hanning bestreitet, an der Rampe gewesen zu sein

Er musste die entkräfteten Frauen, Kinder und Männer gesehen haben, die dort zum größten Teil sofort in die Gaskammern getrieben wurde. „Sie waren ein willfähriger und effizienter Gefolgsmann“ sagte Grudda. Juristisch förderte er als „Rädchen in der Maschine“ das „Geschehen insgesamt“ und sei daher zu verurteilen gewesen.

Hanning betritt zwar, an der Rampe gewesen zu sein. Die Richter halten das aber für „völlig abwegig“, er habe sehr wohl gesehen, wie „die Menschen in die Gaskammer getrieben wurden, wie andere verhungerten und erschossen wurden“, so Grudda.

Hanning selbst blieb in seiner Einlassung vor wenigen Wochen blass und unpräzise, im Gegensatz zu den Zeugenaussagen der Überlebenden, die das Grauen, das ihnen widerfuhr, schilderten. „70 Jahre lang haben Sie sich mit Ihrer Schuld eingerichtet, bis Sie vor zwei Jahren mit dem Ermittlungsverfahren konfrontiert wurden“, so die Richterin. „Sie haben geschwiegen, entweder aus Reue oder aus Scham. Wir haben den Menschen Reinhold Hanning hier nicht kennengelernt.“

„Davon erholen Sie sich nicht“ [

Grudda zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Verfahren nicht ohne Spuren an dem früheren SS-Unterscharführer vorbeigezogen ist. Die erhebliche mediale Präsenz und die Verhandlungstage hätten ihm „zugesetzt“, so die Vorsitzende. „Davon erholen Sie sich nicht.“

Eine angemessene Strafe sei nicht zu finden gewesen, sagte die Richterin. Sie könne „gar nicht hoch genug ausfallen, nichts erscheint uns angemessen“, so Grudda. Gleichwohl betonte sie, dass Hanning nicht als Ausgleich für Tausende Täter, die straffrei ausgingen, symbolisch zur Rechenschaft gezogen werden könne. Mit seiner Einlassung hätte der Auschwitz-Wachmann nun einen „ersten Schritt“ zur persönlichen Aufarbeitung getan. „Sie haben ihr Leben unbehelligt führen können“, so Grudda. „Die Opfer leiden bis heute unter der Hölle von Auschwitz.“

Regungslos ließ sich Hanning nach der Urteilsverkündung im Rollstuhl aus dem Saal fahren. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müsste er auch für die Verfahrenskosten aufkommen, die eine hohe sechsstellige Summe erreicht haben. Seine Anwälte wollen nun prüfen, ob sie gegen das Urteil Revision einlegen.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article156322122/Das-wohl-letzte-Auschwitz-Urteil-ist-gefaellt.html

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…in der Neuen Westfälischen:

smilie_iek_020.gifDie zwei Gesichter des Reinhold Hanning – eine Annährerung

Auschwitz-Prozess: Mit 19 Jahren meldet sich der Hitlerjunge zur Waffen-SS. Nach der Kriegsgefangenschaft führt er in Lage ein Milchgeschäft. Jetzt ist er Angeklagter in einem weltweit beachteten Prozess

Detmold. Als der ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning am ersten Verhandlungstag des Auschwitz-Prozesses vor die Schwurgerichtskammer des Detmolder Landgerichts tritt, wirkt der 94-Jährige aus Lage gebrechlich. Begleitet von seinem Sohn geht er mit kleinen Schritten zur Anklagebank. Dort sitzt er mit gefalteten Händen unbeteiligt zwischen seinen Verteidigern und schaut während des ersten Prozesstages nur einmal kurz auf. Es scheint, als gehe die auf zwei Stunden befristete Gerichtsverhandlung an ihm vorbei. Das Glas Mineralwasser führt er mit zittrigen Händen zum Mund.

Am zweiten Verhandlungstag wirkt Hanning deutlich interessierter. Er schaut sich im Gerichtsaal um. Beobachtet die Zeugen und blickt zum Richtertisch. Als ihn die Vorsitzende Richterin Anke Grudda nach seinem Befinden fragt, spricht er erstmals im Prozess: „Ich bin zufrieden.“ Aber seine Stimme ist kaum verständlich für die Zuhörer im Gerichtsaal. Sein Anwalt Johannes Salmen wiederholt seine Antwort ins Mikrofon. Hanning muss sich in einem der letzten großen NS-Prozesse wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen in der Zeit von Januar 1943 bis Juni 1944 verantworten.

Der Angeklagte wird am 28. Dezember 1921 im lippischen Helpup geboren. Er wächst in Billinghausen auf und besucht dort vom 7. bis zum 14. Lebensjahr die Volksschule. Danach arbeitet er in einer Fabrik. Mit 14 Jahren tritt er in die Hitlerjugend ein, fünf Jahre später meldet er sich freiwillig zur Waffen-SS und wird am 25. Juli 1940 Angehöriger der SS-Division „Das Reich“. Im Januar 1942 wird er zum SS-Totenkopfsturmbann Auschwitz versetzt. Im Februar 1943 wird Hanning vom SS-Sturmmann zum SS-Rottenführer (entspricht einem Obergefreiten) befördert. Damit hat er das Kommando über vier SS-Mannschaftsdienstgrade.

Strafrechtlich nie in Erscheinung getreten

Im gleichen Jahr im September erfolgt die Beförderung zum SS-Unterscharführer (Unteroffizier). Damit unterstehen Hanning jetzt 7 bis 15 SS-Männer. In den Konzentrationslagern waren Unterscharführer häufig als Blockführer eingesetzt. Der Blockführer hatte in dem ihm zugeteilten Häftlingsblock auf Ruhe, Ordnung und Sauberkeit zu achten.

Im Juni 1944 folgt eine erneute Versetzung, diesmal zum SS-Totenkopfwachbataillion Sachsenhausen.

Im Mai 1945 kommt Hanning bei Neuruppin/Brandenburg in Kriegsgefangenschaft, aus der er am 20. Mai 1948 in Munsterlager in der Lüneburger Heide entlassen wird. Anschließend arbeitet er als Koch bei den britischen Streitkräften in Lage. 1949 wird der junge Mann Fahrer und Verkäufer in einem Molkereifachgeschäft in Lage. Diesen Betrieb übernimmt er 1964. Hanning führt das Geschäft bis 1984, dann geht er in Rente und lebt bis heute in Lage. Strafrechtlich ist der Witwer nie in Erscheinung getreten.

Aufgaben der SS-Wachmannschaften

Während des Prozesses, der bisher auf zwölf Verhandlungstage angesetzt ist, wird Hanning medizinisch von Bernd Meißnest, dem Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinikum in Gütersloh, betreut. Meißnest hat den Rentner eingehend untersucht und für zwei Stunden pro Prozesstag für verhandlungsfähig erklärt. Seine beiden Verteidiger, Johannes Salmen aus Lage und Andreas Scharmer aus Detmold, achten genau auf die Einhaltung der Prozessdauer.

Laut der Anklage von Oberstaatsanwalt Andreas Brendel hat Hanning eingeräumt, während seiner Zeit als SS-Wachmann im Stammlager Auschwitz 1 eingesetzt gewesen zu sein. Er bestreitet allerdings, sich an den Tötungshandlungen beteiligt zu haben.

Die Aufgaben der SS-Wachmannschaften in den Konzentrationslagern sind durch glaubhafte Aussagen vernommener Wachleute und durch noch lebende Zeitzeugen laut Anklage nachgewiesen. So soll allen in Auschwitz tätigen SS-Angehörigen nach kurzer Zeit bekannt gewesen sein, wie die Gefangenen getötet werden. Dies gelte auch für die Tötungen durch die Lebensbedingungen. Die Wachleute hatten von den Wachtürmen oder durch den Stacheldrahtzaun immer die Möglichkeit, in das Lager hineinzuschauen.

Hannings Anwälte haben angekündigt, dass sich der 94-Jährige doch vor Gericht äußern will. Vielleicht werden dann die vielen Fragen, die sich aus dem Zwiespalt seines Lebens in Auschwitz und danach ergeben, beantwortet.

Quelle: http://www.nw.de/nachrichten/thema/auschwitz_prozess/20711125_Die-zwei-Gesichter-des-Reinhold-Hanning-eine-Annaehrerung.html

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…in „RP online“:

smilie_iek_020.gifUrteil gegen den Wachmann von Auschwitz

„Eine Strafe, die er verdient“

Detmold. Reinhold Hanning, ein früherer Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz, ist in Detmold zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Überlebende des Holocaust sprechen von später Gerechtigkeit.

Von Wolfgang Dahlmann und Florentine Dame

Anders als an früheren Prozesstagen, als Reinhold Hanning meist in sich versunken auf den Boden schaute, lauscht der greise Angeklagte den Worten der Vorsitzenden Richterin Anke Grudda sichtlich aufmerksam. Auch noch am Ende der einstündigen Urteilsbegründung bleibt der 94-Jährige gefasst. Immer wieder spricht die Richterin den alten Mann im Rollstuhl an: „Mit Ihrer Wachtätigkeit haben Sie für einen reibungslosen Ablauf der Tötungsmaschinerie gesorgt“, sagt Grudda. Er sei ein Rädchen in der industriellen Vernichtung gewesen, „Rückgrat der Wachmannschaft“, die jeden Gedanken an Flucht und Widerstand im Keim erstickte.

Beihilfe in 170.000 Fällen

Für die Beihilfe zum Mord an 170.000 Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz ist der ehemalige SS-Mann zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Detmold sah als erwiesen an, dass Hanning als Wachmann zum Funktionieren der Mordmaschinerie beigetragen hat. „Sie waren knapp zweieinhalb Jahre in Auschwitz und haben damit den Massenmord befördert“, sagte Richterin Anke Grudda zu Beginn der Urteilsbegründung. Hanning habe den Tod in den Gaskammern, die Erschießungen, das Verhungernlassen und die Misshandlungen der Häftlinge zumindest billigend in Kauf genommen. Als SS-Mitglied mit Befehlsgewalt sei er an den Verbrechen beteiligt gewesen, nicht bloßer Mitwisser. Während seiner Zeit in Auschwitz sei er mehrfach befördert worden. Das zeige, dass er sich wohl als „willfähriger und effizienter Gefolgsmann bei der Tötungsarbeit“ bewährt habe.

Hanning hatte im Prozess zugegeben, Mitglied der SS-Wachmannschaft gewesen zu sein und vom Massenmord gewusst zu haben. Er war von Anfang 1942 bis Juni 1944 in dem nationalsozialistischen Vernichtungslager eingesetzt. Überlebende Auschwitz-Häftlinge hatten ihn vergeblich zu einer umfassenden Aussage aufgefordert. In einer persönlichen Erklärung hatte Hanning lediglich gesagt, er bereue zutiefst, „einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben“.

Die Erwartungen an das Urteil waren von Beginn an hoch, an diesem Tag erfüllen sie sich für die meisten: „Dass ein deutsches Gericht seine Schuld anerkennt, ist für mich das Ende eines Kapitels, ein wichtiger Schritt für Gerechtigkeit“, sagt William Glied, Jude aus Toronto. Als kleiner Junge entkam er dem KZ knapp.

Korrektur eines Versagens

Anwälte der Nebenkläger nennen das Urteil eine Korrektur jahrzehntelangen Justizversagens. „Endlich wird eine historische Selbstverständlichkeit, nämlich die Mitschuld der Wachleute, auch als solche anerkannt“, sagt Nebenkläger-Anwalt Cornelius Nestler. Staatsanwalt Andreas Brendel spricht von einem „Meilenstein bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“. Opfer-Organisationen reagieren erleichtert. „Er hat die Strafe bekommen, die er verdient“, betont der Jüdische Weltkongress in New York

Historisch sind Prozess und Urteil auch deshalb, weil in Detmold zahlreiche hochbetagte Überlebende und Nebenkläger die vielleicht letzte Möglichkeit wahrnehmen konnten, vor einem deutschen Gericht Gehör zu finden: „Spät, sehr spät, aber gerade noch rechtzeitig, bevor die lebenden Erinnerungen in überlieferte Erinnerungen übergehen“, wie Richterin Grudda sagt.

Elf Zeitzeugen hatten mit ihren persönlichen Geschichten dem Horror von Auschwitz Gesicht und Stimme gegeben. Sie schilderten Gewalt und Willkür der SS-Leute, die Todesangst, bei jeder Selektion, wenn die Arbeitsfähigen überleben durften und die Schwachen für die Gaskammer ausgewählt wurden. Sie beschrieben Hunger und Verzweiflung, wenn sie von ihren Familien getrennt wurden.

Für dieses Leid gebe es keine angemessene Strafe, räumt Grudda ein. Dennoch müsse sie sich auf ein Strafmaß festlegen, auch wenn niemand wisse, ob Hanning gesund genug sein wird, eine Haft anzutreten, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Das Gesetz hätte ein Strafmaß bis zu 15 Jahre erlaubt. „Wir können und wir dürfen ihn nicht symbolisch für alle Taten des Holocaust zur Rechenschaft ziehen.“ Er sei geständig, das Verfahren habe ihm zugesetzt, ordnet die Richterin ein.

Eines muss sich der jetzt Verurteilte vorhalten lassen: „Er hätte reden sollen, so wie wir es tun, über das, was in Auschwitz geschehen ist. Diese Chance hat er vertan“, sagt Leon Schwarzbaum (95). Auch er hat im KZ seine Familie verloren.

Quelle: http://www.rp-online.de/nrw/panorama/wachmann-von-auschwitz-reinhold-hanning-eine-strafe-die-er-verdient-aid-1.6057426

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…und als „Krönung“ in der BLÖD:

smilie_iek_020.gifFünf Jahre Haft für Ex-SS-Mann Hanning

Detmold – Das Landgericht Detmold hat einen früheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach Reinhold Hanning am Freitag der Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen schuldig.

„Sie waren knapp zweieinhalb Jahre in Auschwitz und haben damit den Massenmord befördert“, sagte Richterin Anke Grudda zu Beginn der Urteilsbegründung.

Es wird vermutlich das letzte Urteil gegen einen Verantwortlichen der NS-Verbrechen sein. Der Oberstaatsanwalt hat sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidiger wollen einen Freispruch. Angeklagt ist Hanning wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen!

Rechtsanwalt Johannes Salmen begründete die Freispruchforderung damit, dass seinem Mandanten keine individuelle Tatbeteiligung nachzuweisen sei. „Er selbst hat keinen Menschen getötet oder geschlagen, es gab keine unmittelbare Beweismittel oder Tatzeugen, die den Angeklagten wiedererkannten.“

Detmold | So allgegenwärtig war der Massenmord in Auschwitz

Im Prozess gegen Ex-SS-Wachmann Reinhold Hanning vor dem Landgericht Detmold
kamen neue Computeranimationen des Lagers zum Einsatz

Karriere bei der SS

Hanning trat 1934 in die Hitlerjugend ein, meldete sich 1940 freiwillig zur Waffen-SS. 1942 kam er dann in den Totenkopfsturmbann nach Auschwitz. Dort wurde er 1943 erst zum Rottenführer, später zum Unterscharführer befördert.

Dass Hanning hinter der menschenverachtenden Gesinnung der Nationalsozialisten stand, gilt für den Oberstaatsanwalt als bewiesen. „Dass er sich zum Beispiel kurz vor dem Ende des Krieges noch für weitere 12 Jahre verpflichtet hat, zeigt, dass es keine Distanzierung vom Naziregime gab. Er ist durch Zeugenaussagen und Beweise im Prozess überführt.“

Hanning versah seinen Dienst in einer Wachkompanie im Konzentrationslager. Die Hauptaufgaben waren Absperrung, Verhinderung der Flucht, Wachdienst in der Postenkette und auf Wachtürmen und Bewachung von Arbeitskommandos. Auch bei der Ankunft der Züge bewachte er die ankommenden Juden.

► Der Ankläger wirft dem pensionierten Milchmann vor, dass er dadurch die 100 000-fachen Tötungshandlungen unterstützt hat.

„Die haben durch ihren Dienst in der 3. Kompanie dazu beigetragen. Keiner sollte das Lager lebend verlassen. Sie haben die Mordmaschinerie erkannt und am Vernichtungszweck des Konzentrationslagers mitgewirkt. Die Opfer starben durch Hunger, Massenerschießungen oder Vergasung. Es war grausam, dass die später Erschossenen zusehen mussten, wie die vor ihnen in der Reihe erschossen wurden. Auch die qualvollen Tötungen durch das Gas waren grausam. Grund für das Morden waren niedere Beweggründe, auch der Angeklagte war dieser menschenverachtenden NS-Gesinnung verfallen. Es war heimtückisch, die Opfer waren arg- und wehrlos, sie wussten nicht, was sie in Auschwitz erwartet.“

Außerdem warf er Hanning vor, er habe seine Verantwortung versucht abzumildern. „Sie habe die Wahrheit verdrängt. Eine angemessene Strafe ist bei dieser Dimension nicht möglich. Aber ich muss dem Angeklagten anrechnen, dass er hier Reue gezeigt hat, dass die Taten über 70 Jahre zurückliegen und dass er nach dem Krieg völlig unbescholten gelebt hat.“

„Ich bereue zutiefst“

► Hanning hat selbst nur einmal im Prozess geredet.

„Ich habe lange Zeit geschwiegen, ich habe mein ganzes Leben geschwiegen. Ich habe mit keinem anderen Menschen über meine Erlebnisse in Auschwitz gesprochen. Ich habe weder mit meiner Ehefrau oder meinen Kindern oder Enkeln jemals über Auschwitz gesprochen. Ich konnte einfach nicht darüber reden. Ich habe mich geschämt. Ich habe mein Leben lang versucht, diese Zeit zu verdrängen. Auschwitz war ein Alptraum. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich zutiefst bereue, einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben, die für den Tod unzähliger Menschen und die Zerstörung unzähliger Familien verantwortlich ist. Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend habe geschehen lassen. Es tut mir aufrichtig leid, ich entschuldige mich dafür!“

Quelle: http://www.bild.de/news/inland/auschwitz/eil-urteil-detmold-46350556.bild.html

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So, das reicht jetzt aber smilie_girl_155.gif — genug Brechmittel für ’ne ganze Kompanie…

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(farbl. Markierungen v. d. KS-Red.)

Siehe auch:

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