[Der Reichsparteitag 1933 fand vom 31. 8. bis zum 3. 9. 1933 statt.]

Reichsparteitag 1933 Kongreßhalle in der Nürnberger Luitpoldhallequod-klein  Am 30. Januar 1933 wurde die national­sozia­listische Partei mit der politischen Führung des Reiches betraut. Ende März war die national­sozialistische Revolution äußerlich abge­schlos­sen. Abgeschlossen, insoweit es die restlose Übernahme der politischen Macht betrifft.

Allein, nur der, dem das Wesen dieses gewal­tigen Ringens innerlich unverständlich blieb, kann glauben, daß damit der Kampf der Weltanschauungen seine Beendigung gefunden hat. Dies wäre dann der Fall, wenn die nationalsozialistische Bewegung nichts anderes wollte als die sonstigen landesüblichen Parteien. Diese pflegen allerdings am Tage der Übernahme der politischen Führung den Zenith ihres Wollens und damit auch ihrer Existenz erreicht zu haben.

Weltanschauungen aber sehen in der Erreichung der politischen Macht nur die Voraussetzung für den Beginn der Erfüllung ihrer eigentlichen Mission. Schon im Worte „Weltanschauung“ liegt die feierliche Proklamation des Entschlusses, allen Handlungen eine bestimmte Ausgangsauffassung und damit sichtbare Tendenz zugrunde zu legen. Eine solche Auffassung kann richtig oder falsch sein: Sie ist der Ausgangspunkt für die Stellungnahme zu allen Erscheinungen und Vorgängen des Lebens und damit ein bindendes und verpflichtendes Gesetz für jedes Wirken. Je mehr sich nun eine solche Auffassung mit den natürlichen Gesetzen des organischen Lebens deckt, um so nützlicher wird ihre bewußte Anwendung für das Leben eines Volkes sein.

Daher trägt auch das unverdorbene primitive Volk die natürlichste Weltanschauung in seinem Instinkte, der es zu allen es betreffenden Fragen des Lebens die natürlichste und damit nützlichste Haltung automatisch einnehmen läßt. So wie der natürliche, gesunde und unverbildete Mensch als Einzelwesen die seinem Sinn zuträglichste Einstellung zu den ihn bewegenden und angehenden Fragen hat, aus dem Innersten als vollkommen natürliche Reaktion unbewußt schöpft, so wird auch das gesunde Volk die den Bedürfnissen seines eigenen klaren Wesens entsprechendste Stellungnahme zu allen Lebensforderungen, die ihm bewußt werden, einfach aus dem ihm angeborenen Selbsterhaltungstrieb instinktsicher finden.

Die Gleichheit der Lebewesen einer bestimmten Art erspart damit förmlich die Auf­stellung bindender Regeln und verpflichtender Gesetze.

Erst die physische Vermengung innerlich verschiedenartiger Einzelwesen verwirrt die Stellungnahme und führt zum Zwang, den sonst zersplitterten verschiedenartigen Reaktionen eines solchen Volkes auf die Einwirkungen und Anforderungen des Lebens durch Gesetz und Regel einen einheitlichen Ausdruck zu ermöglichen.

Da die von der Vorsehung gewollten und verschiedenen Arten der Menschen keine gleiche Zweckbestimmung erhalten haben, wird bei der Vermischung derselben für die Führung und Gestaltung des Lebens einer solchen Mischung entscheidend sein, welche Teile auf den verschiedenen Gebieten des Existenzkampfes die ihnen natürlich zu eigene Auffassung als allgemein verpflichtende aufzustellen vermögen.

Alle geschichtlich feststellbaren Weltanschauungen sind nur verständlich in ihrer Verbindung mit den Lebenszwecken und der Lebensauffassung bestimmter Rassen. Es ist daher sehr schwer, zu der Richtigkeit oder Unrichtigkeit solcher Auffassungen Stellung zu nehmen, wenn man nicht ihre Auswirkung den Menschen gegenüber prüft, auf die man sie angewendet wissen will oder nicht.

Denn was einem Volke natürlichste, weil ihnen angeborene und damit zukommende Lebensäußerung ist, bedeutet für ein anderes, wesensfremde[s] Volk unter Umständen nicht nur eine schwere Bedrohung, sondern sogar das Ende.

Auf keinen Fall aber kann ein Volk, das sich aus verschiedenen Rassenkernen zusammensetzt, sein Leben in den wichtigsten Belangen auf die Dauer von zwei oder drei Auffassungen zu gleicher Zeit bestimmen lassen und nach ihnen aufbauen. Dies führt zwangsläufig früher oder später zur Auflösung einer solchen widernatürlichen Vereinigung. Soll dies daher vermieden werden, dann ist entscheidend, welcher rassische Bestandteil sich durch sein Wesen weltanschaulich durchzusetzen vermag. Das bestimmt dann aber die Linie, in der die Entwicklung eines solchen Volkes weiterhin verläuft.

Jede Rasse handelt in der Behauptung ihres Daseins aus den Kräften und Werten heraus, die ihr natürlich gegeben sind. Nur der heroisch geeignete Mensch denkt und handelt heroisch. Die Vorsehung hat ihm die Voraussetzung hierzu gegeben. Die von der Natur aus schon rein sachlich, also zum Beispiel physisch unheroischen Wesen tragen auch in der Führung ihres Lebenskampfes nur unheroische Züge an sich. So sehr es aber möglich ist, daß z. B. die unheroischen Elemente einer Volksgemeinschaft in die Richtung des Unheroischen die an sich heroisch Veranlagten hineinerziehen und damit ihres innersten Wesens entäußern, so sehr kann auch das betont Heroische anders­wertige Elemente zielbewußt seiner Tendenz unterordnen.

Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Indem er die ihrer innersten Ver­anlagung nach zu dieser Weltanschauung gehörenden Menschen erfaßt und in eine organische Gemeinschaft bringt, wird er zur Partei derjenigen, die eigentlich ihrem Wesen nach einer bestimmten Rasse zuzusprechen sind. Er erkennt dabei die Gegebenheit der verschiedenen rassischen Substanzen in unserem Volke. Er ist auch weit entfernt, diese Mischung, die das Gesamtbild des Lebensausdruckes unseres Volkes gestaltet, an sich abzulehnen. Er weiß, daß die normale Spanne unserer Fähigkeiten durch die innere rassische Gliederung unseres Volkes bedingt ist. Er wünscht aber, daß die politische und kulturelle Führung unseres Volkes das Gesicht und den Ausdruck jener Rasse erhält, die durch ihren Heroismus allein dank ihrer inneren Veranlagung aus einem Konglomerat verschiedener Bestandteile das deutsche Volk überhaupt erst geschaffen hat. Der Nationalsozialismus bekennt sich damit zu einer heroischen Lehre der Wertung des Blutes, der Rasse und der Persönlichkeit, sowie der ewigen Auslesegesetze und tritt somit bewußt in unüberbrückbare Gegensätze zur Weltanschauung der pazifistisch-internationalen Demokratie und ihren Auswirkungen.

Diese nationalsozialistische Weltanschauung führt zwangsläufig zu einer Neu­orien­tierung auf fast sämtlichen Gebieten des völkischen Lebens. Die Größe der Auswirkungen dieser gewaltigen geistigen Revolution läßt sich heute noch nicht annähernd abschätzen.

So wie erst im Laufe einer langen Entwicklung der Menschen der Zusammenhang zwischen Zeugung und Geburt klar wurde, so beginnt heute erst der Menschheit die Bedeutung der Gesetze der Rasse und ihrer Vererbung aufzudämmern. Diese klare Erkenntnis und bewußte Berücksichtigung wird der kommenden Entwicklung einst als Grundlage dienen.

Ausgehend von der Erkenntnis, daß aber auf die Dauer alles Geschaffene nur durch dieselben Kräfte zu erhalten ist, die vorher die Träger der Schöpfung waren, wird der Nationalsozialismus im deutschen Volk das Wesen derjenigen Bestandteile zu dominierendem Einfluß und damit zur sichtbarsten Auswirkung bringen, die die Bildung unseres deutschen Volkskörpers im Laufe vieler Jahrhunderte angeregt und durch­geführt haben.

Wenn aber die nationalsozialistische Mission ihre innere Berechtigung erhalten soll, dann wird sie den deutschen Menschen aus der Tiefe einer nur materialistischen Lebensauffassung herausheben müssen in die Höhe einer würdigen Vertretung dessen, was wir unter dem Begriff „Mensch“ verstehen sollen. Denn soll dieser wirklich einer höheren Lebensform zuzurechnen sein, dann muß er sich selbst vom Tier abheben. Wäre er in seinem Streben immer nur innerhalb der Grenze der primitiven Bedürfnisse geblieben, so hätte er sich nie über die Sphäre des nur Animalischen erhoben. Der Mensch muß auch hier seinem ihm von der Vorsehung auferlegten Gebot gehorchen. Denn, daß nun tatsächlich ein Teil der menschlichen Arten die Erfüllung seiner Lebensaufgaben schon in der Befriedigung der niedrigsten Lebensbedürfnisse erreicht, ist bei diesen Völkern genau so natürlich, wie es unnatürlich sein würde, wenn die von der Vorsehung zu Höherem ausersehenen Rassen entgegen der mahnenden Stimme ihres Gewissens, ja dem brennenden Zwange ihres Wesens, sich zu dieser primitiven Lebensauffassung zurückentwickeln sollten, oder gar, was dasselbe ist, sich dazu vergewaltigen ließen.

Da die Natur in einem solchen Falle nun ihren lebendigen Widerspruch anwendet, zog der Zwiespalt in jene Völker ein, in denen zwei ihrem Wesen nach verschiedene Rassenbestandteile sich nebeneinander ausleben wollen. Der Mensch, der zur Befriedigung und Ausfüllung seines Lebens nichts benötigt als Essen und Trinken, hat nie Verständnis besessen für den, der lieber am täglichen Brot kargt, um den Durst seiner Seele und den Hunger seines Geistes zu stillen. Es ist dabei auch falsch zu denken, daß der Mensch jemals fähig sein wird zu begreifen oder zu fassen, was selbst zu fassen die Vorsehung nicht in seine Art gelegt hat. So wie aber zur Auf­rechterhaltung jeder menschlichen Gesellschaft gewisse Prinzipien vertreten werden müssen, ohne Rücksicht darauf, ob alle einzelnen sich damit einverstanden erklären, so muß auch das kulturelle Bild eines Volkes geformt werden nach seinen besten Bestandteilen und dank seiner Art einzig dazu geborenen Trägern der Kultur.

Was aber den dazu nicht Geborenen dann an innerem Verständnis fehlt, was sie an Herz und Seele nie zu fassen vermögen, das muß durch bewußte Erziehung sie zum mindesten in scheuen Respekt versetzen. Im übrigen müssen sie ja nur lernen, die Lebensäußerung der einen Seite ihres Volkes genau so anzuerkennen, wie die andere sich auch mit ihrer Mentalität abfinden muß.

Es haben daher zu allen Zeiten die Weltanschauungen nicht nur das Wesen der Politik, sondern auch das Bild des kulturellen Lebens bestimmt. Die Dichter haben Helden besungen, wenn heldische Zeitalter diese in Erscheinung treten ließen — oder sie stiegen in die Niederungen des alltäglichen Lebens, wenn die Zeit unheroisch wurde und ihr entsprechende Menschen den Ton angaben.

Denn niemals kann man die Kunst vom Menschen trennen. Das Schlagwort, daß gerade sie international sei, ist hohl und dumm. Wenn man schon andere Sektionen des Lebens noch irgendwie durch Erziehung angelernt erhalten kann, zur Kunst muß man geboren sein, das heißt: Die außer aller Erziehung liegende grundsätzliche Ver­anlagung und damit Eignung ist von entscheidendster Bedeutung. Diese Veranlagung aber ist ein Bestandteil einer Erbmasse. Nicht jeder braucht deshalb schöpferischer Künstler zu sein, weil er, rassisch gesehen, zu dieser befähigsten Art zu rechnen ist, wohl aber wird sich nur aus einer solchen das wirkliche Genie erheben können und nur diese Rasse allein wird es empfinden und verstehen.

Es ist das Zeichen der grauenhaften geistigen Dekadenz der vergangenen Zeit, daß sie von Stilen redeten, ohne ihre rassischen Bedingtheiten zu erkennen. Der Grieche hat noch nie international gebaut, sondern griechisch, das heißt, jede klar ausgeprägte Rasse hat ihre eigene Handschrift im Buche der Kunst, sofern sie nicht, wie z. B. das Judentum, überhaupt ohne eigene künstlerisch produktive Fähigkeit ist. Wenn Völker aber eine artfremde Kunst kopieren, so ist das nicht der Beweis für die Internationalität der Kunst, sondern nur der Beweis für die Möglichkeit, etwas intuitiv Erlebtes und Geschaffenes abschreiben zu können.

Nur dort kann man von einem wirklich verständnisvollen Eingehen eines Volkes in die Kunst eines anderen reden, wo über alle zeitlichen und sprachlichen Entfernungen hinweg ein und dieselbe rassische Wurzel vorhanden ist. Je mehr daher in einem Volke äußerliche Weltanschauung und damit innerlich tatsächlich ein bestimmter Rassenkern dominierenden Einfluß erhält, um so mehr wird dann nicht nur politisch, sondern auch kulturell gesehen, sofort die Annäherung erfolgen an den Lebensausdruck rassisch ähnlich bedingter Völker und Staaten ohne Rücksicht auf die zeitmäßige Distanz. Denn was immer sich auch im äußeren Weltbild verändern mag: die innere Veranlagung der Rassen selbst verändert sich nicht. Jahrtausende sind einflußlos, so lange nicht die Erbmasse selbst blutmäßig verdorben wird.

Daher wird das Schönheitsideal der antiken Völker und Staaten unvergänglich sein, so lange Menschen gleicher Veranlagung, weil gleicher Herkunft, die Erde beleben. Nicht der Stein oder die tote Form sind in ihrer Schönheit unvergänglich, sondern nur die Menschen sind es, die ihre Herkunft derselben Wurzel verdanken. Es ist daher auch ein Irrtum zu glauben, daß die schöpferische Urkraft einer Rasse die Form ihrer künstlerischen kulturellen Äußerungen durch irgendein stilistisches Gesetz bestimmt oder reglementiert erhält. Nein: Nur das instinkt-unsichere, weil rassisch uneins gewordene Volk benötigt der Regeln, um nicht den wunderbaren Faden zu verlieren, den die unkomplizierten, weil natürlichen Repräsentanten einer begnadeten Rasse einst gefunden hatten. Es ist dabei lächerlich zu meinen, daß man ohne weltanschauliche Erneuerung und damit rassische Klärung einen neuen „Lebens-, Kultur- und Kunststil“ finden könnte, wie es lächerlich ist anzunehmen, daß die Natur mit dieser hellseherischen Aufgabe jeden durchschnittlichen Stümper betraut.

Nicht jeder Grieche konnte ein Parthenon erbauen. Aber als ein Grieche dieses Wunderwerk schuf, wußten alle, daß es die gewaltigste, weil herrlichste Proklamation des griechischen Wesens und Geistes war.

So wird die rassisch-weltanschaulich fundierte Tendenz einer Zeit auch die Tendenz und Psyche der Kunst bestimmen. Die Rasse, die dem gesamten Leben eines Volkes ihren Stempel aufprägt, sieht dann auch die Aufgaben der Kunst mit ihren Augen. Sie löst, in souveräner Weise alle Umstände und Bedingungen des Zweckes und des Materials erfassend, nach ihrem Sinn das Kunstwerk. Allein, nur der klarste menschliche Geist kann dabei die Wege zur erhabensten Schönheit finden. Der letzte Maßstab dafür aber liegt in der Erkenntnis einer kristallklar erfüllten Zweckmäßigkeit. Dies hat gar nichts zu tun mit jener vermeintlichen „Sachlichkeit“, die nicht begreifen will, daß der Mensch animalische Primitivität nicht verwechseln soll mit harmonischer Schönheit.

Nicht jeder Künstler wird diese letzte Vollendung finden; allein alle sollen sie suchen. Jedem Volke sind seine natürlichen Grenzen gezogen. Der gottbegnadete Künstler aber wird als die einmal Mensch gewordene komprimierte Zähigkeit seines Volkes stets den durchschnittlichen, allgemeinen Erkenntnissen voraneilen und unbewußt jene Gestal­tung finden, die als höchste und erhabenste Schönheit empfunden und gesehen, als klarste Zweckmäßigkeit aber oft erst nach Jahrtausenden bewiesen werden kann.

So wie der edle Mensch sich gegenseitig in beiden Geschlechtern stets der Schönheit bewußt war, um wohl erst nach Jahrtausenden zu erkennen, daß die höchste Schönheit des Weibes in der zweckmäßigen Gestaltung und Vollendung ihres Körpers und Wesens genau so wie umgekehrt auch beim Manne liegt, so kann die konstruktive und tektonische Form der Lösung ihrer beiden Aufgaben dem wirklich begnadeten Künstler gelingen, ehe noch die sogenannte exakte Wissenschaft den Beweis für die tatsächliche statische Richtigkeit der gefundenen Lösung zu liefern vermag.

Wir aber wissen von uns, daß im Altertum und in der neuen Zeit der arisch-nordische Mensch stets die zwingende Synthese gefunden hat zwischen der gestellten Aufgabe, dem Zweck und dem gegebenen Material. Sein freier schöpferischer Geist ist sich immer gleich geblieben, und wenn auch Jahrhunderte lang bestimmte Welt­anschauungen als äußerer Ausdruck anderen Volkstums die Menschheit unter Stilgesetze zwangen, die für ihre Zeit weltanschaulich richtig sein konnten, dem wahren inneren arischen Wesen aber widersprachen, so hat doch dieser Geist immer wieder nach einem Ausweg in seine eigene, wenn auch vergangene Welt, gesucht.

Und es ist daher kein Wunder, daß jedes politisch heroische Zeitalter in seiner Kunst sofort die Brücke sucht zu einer nicht minder heroischen Vergangenheit. Griechen und Römer werden dann plötzlich den Germanen so nahe, weil alle ihre Wurzeln in einer Grundrasse zu suchen haben und daher üben auch die unsterblichen Leistungen der alten Völker immer wieder ihre anziehende Wirkung aus auf die ihnen rassisch verwandten Nachkommen. Da es aber besser ist, Gutes nachzuahmen, als neues Schlechtes zu produzieren, können die vorliegenden intuitiven Schöpfungen dieser Völker heute als Stil ohne Zweifel ihre erziehende und führende Mission erfüllen. In eben dem Maße aber, in dem der nordische Geist seine bewußte Wiederauferstehung erlebt, wird er die kulturellen Aufgaben der heutigen Zeit mit nicht minder großer Klarheit und damit in ästhetischer Schönheit zu lösen haben, wie seine rassischen Vorfahren die ihnen gestellten Probleme meisterten.

Es ist dabei ebenso lächerlich, ja kindisch, den von seinen Vorfahren bereits gefun­denen klassischen Formen und Ausprägungen künstlerischer Schöpferkraft ängstlich aus dem Wege gehen zu wollen, wie es dumm wäre, andere Erkenntnisse und Erfahrungen im Leben nur deshalb abzulehnen, weil frühere Generationen schon diese Wahrheiten gefunden hatten.

Die Menschheit würde entarten, die Kultur sich rückbilden, wenn erst die Scheu ein­reißt, eine brauchbare Erbmasse an Lebens- und Kulturgütern weiter zu pflegen nur deshalb, weil dekadente oder rassisch-fremde Elemente in ihrem geistigen Anar­chismus oder ihrer herkunftsmäßig bedingten Ablehnung am liebsten die Brandfackel an alle Leistungen der Vergangenheit überhaupt legen möchten.

Umgekehrt wird aber eine schöpferische Rasse die Gesamtsumme der Leistungen ihrer Vorfahren als Stil nicht zu einem tyrannischen Gesetz erheben dürfen, das jede weitere eigene Leistung begrenzt oder gar vergewaltigt.

Nur aus Vergangenem und Gegenwärtigem zugleich baut sich die Zukunft auf. Der gegebene Zweck, das konstruktive Können der Gegenwart sowie das technische Material sind die Elemente, aus denen und mit denen der wahrhaft schöpferische Geist seine Werke gestaltet, ohne Angst, das gefundene und überlieferte Gut der Vorfahren zu verwenden, mutig genug, das selbst gefundene gute Neue mit ihm zu verbinden!

Denn es ist ebenso kleinlich, beim Bau eines Theaters etwa äußerlich leugnen zu wollen, daß wir hier nur die Erneuerer und Fortführer einer bereits seit Jahrtausenden wesentlich gegebenen Institution sind, wie es umgekehrt ebenso unerträglich ist, einer modernen Maschinenfabrik oder einem Elektrizitätswerk griechische oder gotische Formenelemente äußerlich aufkleben zu wollen. Es ist daher auch überhaupt falsch, von einem zu suchenden „neuen Stil“ zu reden, sondern man kann nur hoffen, daß unser bestes Menschentum von der Vorsehung erwählt werden möge, aus dem blutmäßig bewegten inneren Wesen heraus die uns heute gestellte Aufgabe ebenso souverän zu lösen, wie dies z. B. den arischen Völkern des Altertums gelungen war. Was diese, überhaupt die uns verwandte Vergangenheit an konstruktiven und künstlerisch wertvollen Erfahrungen uns überliefert haben, wollen wir genau so frei verwenden und weiter entwickeln, wie ja auch die Kunst der Alten selbst nur das Ergebnis einer weitgespannten Entwicklung war. Entscheidend ist nur, daß wir durch das bewußte Herausstellen der unser Volk tragenden rassischen Substanz sowie durch die souveräne Proklamierung ihres Wesens und der ihr entsprechenden Weltanschauung einen Kern schaffen, der für lange Zeiträume seinen schöpferischen Geist auswirken lassen kann.

Es ist kein Zufall, daß das weltanschaulich verschwommenste Zeitalter in seiner libe­ralistischen Freizügigkeit – sprich: Unsicherheit – auch auf dem Gebiet des kultu­rellen Schaffens unsicher war. In knapp einem Jahrhundert wurden die Kunstleistungen der Völker und Weltanschauungen fast aller Zeiten durchprobiert und wieder abgelegt. In dem kubistisch-dadaistischen Primitivitätskult hat diese Unsicherheit endlich den einzig passenden, weil sicheren, Ausdruck gefunden. Es ist dies die kulturelle Lebensäußerung des kulturlosen Bodensatzes der Nationen.

Der Marxismus mündet nicht nur politisch, sondern auch kulturell zwangsläufig in den Nihilismus. Während so das offizielle Kunstgetriebe des Ausgangs dieses Zeitalters nur den widerwärtigsten Eindruck hinterlassen kann, sind aber dennoch nicht nur geistig-politische, sondern auch kulturell wichtige Vorarbeiten für die Erneuerung der Völker geschaffen worden.

So wie der Nationalsozialismus in Deutschland die Erfüllung zahlreicher seherischer Ahnungen und tatsächlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse ist, so wurde auch unbewußt die Vorarbeit geleistet für eine neue künstlerische Renaissance des arischen Menschen.

Sie nahm ihren Ausgang bemerkenswerterweise von den Aufgaben, für deren Lösung Vorbilder überhaupt nicht vorhanden waren. Die moderne Technik zwang den Menschen, eigene Wege zu suchen. Aus Zweck und Material wurden nur Formen gefunden und entwickelt, die in der Ästhetik vieler Maschinen z. B. mehr griechischen Geist atmen als manches schlecht nachempfundene Bauwerk. Dieses gewaltige Neugebiet hat als Neuland die geistigen Denkmäler eines ebenso modernen wie ästhetisch befriedigenden Schaffens aufzuweisen. Von hier aus geht über die neuartigen Baustoffe wie Stahl, Eisen, Glas, Beton usw. die Entwicklung zwangsläufig einen den Bauzwecken und diesen Materialien entsprechenden Weg.

Aber auch hier ist nicht jeder Durchschnittsmensch berufen, Unsterbliches zu leisten. Wer nur das Neue sucht, um des Neuen willen, verirrt sich nur zu leicht in das Gebiet der Narreteien, da das Dümmste in Stein und Material ausgeführt, natürlich um so leichter das wirklich Neuartigste zu sein vermag, als ja in früheren Zeitaltern nicht jedem Narren genehmigt wurde, die Umwelt durch die Ausgeburten seines kranken Hirns zu beleidigen. Unter der Parole „Neu sein um jeden Preis“ kann jeder Stümper etwas Besonderes leisten. Man soll sich aber hüten, in solchen Experimenten allein schon den Beweis für die Bedeutung eines Menschen und seine Arbeit sehen zu wollen.

Nur wenigen Gottbegnadeten hat zu allen Zeiten die Vorsehung die Mission auf­gegeben, wirklich unsterblich Neues zu gestalten. Damit sind diese aber die Wegweiser für eine lange Zukunft, und es gehört mit zur Erziehung einer Nation, den Menschen vor diesen Großen die nötige Ehrfurcht beizubringen, denn sie sind die Fleischwerdung der höchsten Werte eines Volkes. Sie haben nicht geschaffen, von der krankhaften Vorstellung beherrscht, um jeden Preis Neues hervorzubringen, sondern sie schufen Neues, weil sie das Beste schaffen wollten und damit auch schaffen mußten.

Das „noch nie Dagewesene“ ist kein Beweis für die Güte einer Leistung, sondern kann genau so gut der Beweis für ihre noch nicht dagewesene Minderwertigkeit sein. Wenn daher ein sogenannter Künstler seine einzige Lebensaufgabe nur darin sieht, eine möglichst wirre und unverständliche Darstellung von den Lei­stungen der Vergangenheit oder auch der Gegenwart hinzustellen, dann werden immerhin die wirklichen Leistungen der Vergangenheit Leistungen bleiben, während das künstlerische Gestammel eines solchen malenden, musizierende, bildhauenden oder bauenden Charlatans einst nur ein Beweis sein wird für die Größe des Verfalles einer Nation.

Es ist dabei auch unmöglich, daß ein sich so herabwürdigender Mann plötzlich wieder umlernen und Besseres schaffen könnte. Er ist wertlos und wird wertlos bleiben. Er hat versagt, weil ihm die Berufung zum Allerhöchsten und damit die natürliche Aus­zeichnung gefehlt hat. Durch bewußte Verrücktheiten sich auszuzeichnen und damit die Aufmerksamkeit zu erringen, das zeugt aber nicht nur von einem künst­lerischen Versagen, sondern auch von einem moralischen Defekt.

Die Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission. Wer von der Vorsehung ausersehen ist, die Seele eines Volkes der Mitwelt zu enthüllen, sie in Tönen klingen oder in Steinen sprechen zu lassen, der leidet unter der Gewalt des allmächtigen, ihn beherrschenden Zwanges, der wird seine Sprache reden, auch wenn die Mitwelt ihn nicht versteht oder verstehen will, wird lieber jede Not auf sich nehmen, als auch nur einmal dem Stern untreu zu werden, der ihn innerlich leitet.

Die nationalsozialistische Bewegung und Staatsführung darf auf kulturellem Gebiet nicht dulden, daß Nichtskönner oder Gaukler plötzlich ihre Fahne wechseln und so, als ob nichts gewesen wäre, in den neuen Staat einziehen, um dort auf dem Gebiete der Kunst und Kulturpolitik abermals das große Wort zu führen. Ob die Vorsehung uns alle die Männer schenkt, die dem politischen Wollen unserer Zeit und seinen Leistungen einen gleichwertigen kulturellen Ausdruck zu schenken vermögen, wissen wir nicht. Aber das eine wissen wir, daß unter keinen Umständen die Repräsentanten des Verfalls, der hinter uns liegt, plötzlich die Fahnenträger der Zukunft sein dürfen. Entweder waren die Ausgeburten ihrer damaligen Produktion ein wirklich inneres Erleben, dann gehören sie als Gefahr für den gesunden Sinn unseres Volkes in ärztliche Verwahrung, oder es war dies nur eine Spekulation, dann gehören sie wegen Betruges in eine dafür geeignete Anstalt. Auf keinen Fall wollen wir den kulturellen Ausdruck unseres Reiches von diesen Elementen verfälschen lassen; denn das ist unser Staat und nicht der ihre.

Dieser neue Staat wird aber der Pflege des Kulturellen eine ganz andere Auf­merksamkeit schenken als der alte. Indem der Nationalsozialismus das Recht derjenigen Bestände unseres Volkskörpers, die seine Bildung erst einleiteten und durchführten, auf besondere Bevorzugung ihres Wesens anerkennt, muß er dies auch moralisch begründen.

Die Befriedigung der animalischen Bedürfnisse liegt im Wesen aller Menschen. Keine Art könnte daraus die besondere Berechtigung ableiten, andere zu führen oder gar zu beherrschen. Was den Menschen allein dafür auserwählt scheinen lassen kann, ist die ersichtliche Fähigkeit, sich über das Primitive zu erheben und die gemeinen Züge des Lebens zu veredeln. Immer aber wird die politische Führung stofflich und tatsächlich die Voraussetzung liefern müssen für das Wirken der Kunst. Selbst wenn ein Volk erlischt und Menschen schweigen, dann werden die Steine reden, so lange es andere Völker gibt mit annähernd gleichem kulturellen Vermögen.

Es wird daher jedes große politische Zeitalter in der Weltgeschichte das Recht seines Daseins durch die sichtbarste Urkunde seines Wertes sich ausstellen, die es gibt: durch seine kulturellen Leistungen.

Die Meinung, daß in materiell dürftigen Zeiten kulturelle Fragen in den Hintergrund treten müßten, ist ebenso töricht wie gefährlich. Denn wer die Kultur etwa nach der Seite ihres materiellen Gewinns hin einschätzen will, oder auch nur zu beurteilen trachtet, hat keine Ahnung ihres Wesens und ihrer Aufgaben. Gefährlich aber ist diese Auffassung, weil sie damit das gesamte Leben auf ein Niveau herabdrückt, auf dem endlich wirklich höchstens noch die Zahl des Minderwertigen entscheidet.

Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Nöte und Sorgen ist es wichtig, allen Menschen klar zu machen, daß eine Nation auch noch höhere Aufgaben besitzt, als in gegenseitigem wirtschaftlichen Egoismus aufzugehen. Die Kulturdenkmäler der Menschheit waren noch immer die Altäre der Besinnung auf ihre bessere Mission und höhere Würde.

Wenn Völker dies nicht mehr wissen wollen, dann haben sie den besseren Bestandteil ihres Blutes bereits verloren und ihr Untergang ist nur mehr eine Frage der Zeit. Indem wir aber überzeugt sind vom inneren Werte des deutschen Volkes, wollen wir dafür sorgen, daß es durch seine politische und staatliche Führung Gelegenheit erhält, diesen seinen Wert auch unter Beweis zu stellen.

Mögen sich die deutschen Künstler ihrerseits der Aufgabe bewußt sein, die ihnen die Nation überträgt. Da Torheit und Unrecht die Welt zu beherrschen scheinen, rufen wir sie auf, die stolzeste Verteidigung des deutschen Volkes mit zu übernehmen durch die deutsche Kunst.quod-klein

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Quelle: Wintersonnwende

Siehe auch:

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