“Weder Mann noch Frau” — so der Titel eines Beitrags, in dem Heinz-Jürgen Voss erklärt, warum die “Einteilung in zwei Geschlechter Schaden anrichtet”

Vorneweg ein Kommentar bei sciencefiles:

Mai 24, 2015 um 4:09
Die Kehrseite sagt:

Das erklärt der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgehaltene und an der Fachhochschule Merseburg eine Forschungsprofessur für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung innehabende Heinz-Jürgen Voss dem evangelischen Online-Magazin “Chrismon.de(AdR: die meisten Kommentare dort sind erfreulich eindeutig). Der Text, auf den uns ein Leser hingewiesen hat, er ist aus dem September 2013, sollte aber, ob seiner umwälzenden Erkenntnisse nicht in Vergessenheit geraten. Vielmehr raten wir die Lektüre jedem, der wissen will, was oder wer der Heinz-Jürgen Voss denn eigentlich ist, wer hier aus Mitteln der Steuerzahler finanziert wird.

Es gibt unzählige Geschlechter, so verkündet Voss gleich zu Beginn seines Beitrags, denn das Geschlecht, es werde durch Chromosome, Hormone, Geschlechtsorgane, das Aussehen, die Erziehung, die Kleidung geprägt. Deshalb treffe es die Realität nicht, “nur in männlich und weiblich einzuteilen”.

Angesichts der Voss’schen “unzähligen Geschlechter”, die, nähme man sie ernst, zu dem Ergebnis führen würden, dass jeder Mensch sein eigenes Geschlecht ist, stellen sich schon erste Zweifel an den Offenbarungen des Sexual-Professoren aus Merseburg ein — Zweifel, die den Verdacht nähren, hier verwechselt jemand biologisches und soziales Geschlecht, Sex und Gender im Englischen – hier weiß ein Professor für ausgerechnet sexuelle Bildung nicht, wovon er spricht.

Der Verdacht erhärtet sich:

Heinz J vossHeinz-Jürgen Voss:

“Bis in die 1920er Jahre sprach man von ­Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologi­schen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist.”

 .

Die Nazis sind also an der Zweigeschlechtlichkeit schuld, wer an der Zweiteilung der Geschlechter festhalten will, damit ein Nazi – oder? Ob es den Päpsten des Mittelalters klar war, dass sie die Diversität der Geschlechter predigen, wenn sie von ehelichen Verpflichtungen gesprochen haben? Ob es Minnesänger für tausend Geschlechter gab? Wo die Unterdrückung der Frauen herkommt, von der die Genderisten fabulieren, wenn es gar keine Frauen als solche gibt und schon gar keine sie angeblich unterdrückenden Männer? Wie in-vitro Fertilisation angesichts der “unzähligen Geschlechter” funktionieren kann? Dies alles sind Fragen, die man Heinz-Jürgen Voss lieber nicht stellen sollte. Am Ende gibt er eine Antwort.

Eine Antwort, der man nicht nur sein Weltbild mit großem Erschrecken entnehmen kann — eine Antwort wie die folgende:

Heinz-Jürgen Voss: “Zum einen werden geschlechtlich „untypi­sche“ Kinder mit Gewalt in die vermeint­lich natürliche Ordnung eingepasst, mit ­geschlechts­zuweisenden Operationen, Hormonen und zig Arztbesuchen. Zum anderen verfestigt die radikale Zweiteilung nur wieder hierarchische, gewaltsame Strukturen: Gewalt gegen Frauen, Zwangsprostitution, ungleiche Löhne.”

Da hat der Sexualprofessor schon recht – oder? Entsprechend empfehlen wir Ärzten, bei denen sich Heinz-Jürgen Voss z. B. wegen einer Blinddarmentzündung vorstellt, von einer Behandlung ob der damit einhergehenden Gewalt abzusehen. Wir wollen den Professor für sexuelle Bildung ja nicht gewaltsam in die vermeintlich natürliche Ordnung von Gesunden und Kranken oder von einer Blindarmentzündung Geheilten bzw. daran Verstorbener zwingen.

Auch Korrekturen bei Neugeborenen, die z. B. Deformationen an Knochen oder Schädel beseitigen oder notwendig sind, um Kindern das Sehen zu ermöglichen, sind ob der damit einhergehenden Gewalt und dem Einpassen in die “vermeintlich natürliche Ordnung” der nicht-Defomierten oder Sehenden zu unterlassen.

Obschon, es grenzt an intellektuelle Gewalt, wenn Voss fabuliert, dass die radikale Zweiteilung hierarchisch gewaltsame Strukturen verfestigt, die es – ohne die radikale Zweiteilung – also nicht in der Weise geben würde. Aber nehmen wir ihn beim Wort! Streichen wir die gewaltsame Struktur, die Voss einen höheren Lohn zubilligt als z. B. einem Harz-IV-Empfänger. Wenn schon Befreiung, dann richtig: Hartz-IV statt W2 für Heinz-Jürgen Voss! Wer eine entsprechende Petition initiieren will, unsere Unterstützung ist ihm sicher.

Angesichts von so viel, wie man in der Pfalz sagt, dummem Gebabbel, ist es notwendig, die geistige Gesundheit unserer Leser sicherzustellen, nicht dass noch etwas vom Voss’schen Gebabbel hängenbleibt.

Wer vertiefen will, dem empfehlen wir das sehr gute Buch von Linda Mealey mit dem Titel “Sex Differences. Developmental Evolutionary Strategies”.

Gleich auf Seite 12 des Buches wird eine Unterscheidung eingeführt, von der wir nicht sicher sind, ob der Intellekt von Heinz-Jürgen Voss sie verarbeiten kann. Dennoch: Was Menschen sind hat mit dem, wie Menschen sich fühlen, nichts zu tun. Deshalb hat es sich eingebürgert “… to distinguish between uses of the word ‘sex’ and the word ‘gender. … By adopting this distinction, it is possible to have more than two genders even though there are only two sexes“.

Langsam und für Heinz-Jürgen Voss zum Mitschreiben: Das biologische Geschlecht kommt nur in zwei Ausprägungen vor, während das soziale Geschlecht mehr als zwei Ausprägungen zulässt. Menschlicher Einbildung sind – im Gegensatz zu menschlicher Biologie – keine Grenzen gesetzt. Und nein, die menschliche Biologie wurde nicht von den Nazis erfunden; vielmehr setzt die menschliche Biologie, zwei biologische Geschlechter voraus:

Mealey Sex differencesThere is no particular reason that there have to be two sexes in order for sexual reproduction to occur. In fact, among some algae, bacteria or slime molds, any individual can mate (exchange and mix genes) with any other individual of different mating type (…). Note the use of the term ‘mating type,’ however, rather than ‘sex’. In these organisms there is nothing other than genes that identify a particular mating type, and it is not, therefore, possible to compare types across different species.

The term ‘sex’, however, does refer to a set of identifiable features that are common to two distinct mating types found in most sexually reproducing species. Specifically, those individuals we label ‘female’ are individuals that produce relatively large, nutrient-rich, immobile gametes (sex cells); males are those individuals that produce relative small, nutrient-poor, mobile gametes. This set of correlated features distinguishing two sexes in most sexually reproducing species is technically termed anisogamy (literally: ‘not-same gametes’). While a single plant or animal may produce both male and female types of gametes (a hermaprodite), we never find individuals that produce gametes that mix some features of male sex cells with some features of female sex cells; nor does any individual produce a single type of gamete with in-between features” (Mealey, 2000: 47-48)

Schlechte Nachrichten für Heinz-Jürgen Voss: Es ist klar bestimmbar, ob ein Individuum, vom biologisch Geschlecht aus betrachtet, männlich oder weiblich ist — und schlimmer noch: das biologische Geschlecht diskriminiert eindeutig zwischen männlich oder weiblich. Es gibt weder etwas zwischen Männlich und Weiblich, noch Mischformen — man ist entweder das eine oder das andere, und schuld sind die Gameten (genauer: das Verhältnis der mobilen zu den immobilen Gameten), die Keimzellen (und nicht etwa die Nazis).

Daran kann auch ein Heinz-Jürgen Voss nichts ändern, es sei denn, er ist eine Alge, ein Bakterium oder ein Schleimpilz.

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Quelle: http://sciencefiles.org/2015/05/24/professor-voss-die-nazis-haben-die-zweigeschlechtlichkeit-erfunden/

– Danke an „Alter Sack“ –

 *  *  *

Anmerkung

In der Mitarbeiter-Vorstellung der HS Merseburg ist zu lesen:

Die Forschungsprofessur Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung wird im Rahmen der BMBF-Förderlinie Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen gefördert.

Hmmm, schöner Satz… — WAS wird da jetzt gefördert??
Weiter:

Sie zielt auf die nachhaltige Verankerung und die Fortentwicklung der Forschung zum Thema ‚Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung‘ im Lehr- und Forschungsbereich Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg.

Aha! Und dazu muß man Kinder und Jugendliche wohl erst mal traumatisieren…

Krankes Verbrecherpack!

Ein weiterer Kommentar bei sciencefiles:

Oh je, wohin hat sich der gute Mann denn da verstiegen? Ich war immer davon ausgegangen, dass ein Professorentitel etwas mit der Fähigkeit zu genauer wissenschaftlicher Arbeit zu tun hat, aber hier scheint entweder der Titel falsch oder der Professor auf Abwegen gelandet zu sein. Seine Thesen erinnern fatal an Pipi Langstrumpf, die sich ihre Welt auch so macht, wie sie ihr gefällt. Nur hat diese Figur von Astrid Lindgren nicht die Absicht, andere davon zu überzeugen, dass ihre Welt die Richtige sei.

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Und was die Vor-Nazi-Zeit – die „Goldenen Zwanziger“ betrifft:

The Sexual Decadence of Weimar Germany

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