Sind Sie schon mal im Frühjahr im Wald spazieren gegangen und haben sich über einen knoblauchartigen Geruch gewundert? —  Der Geruch kommt vom weiß blühenden Bärlauch, den man in feuchten Laubwäldern antreffen kann, und der oft große Kolonien bildet; er trägt aus diesem Grund auch den Namen Waldknoblauch. Mit wissen­schaft­lichem Namen heißt der Bärlauch „Allium ursini“, also „Lauch des Bären“. Und zwar deshalb:

In jenen Zeiten, in denen in unseren heimischen Wäldern noch wilde Bären hausten, waren diese nach ihrem  Winterschlaf natürlich ausgehungert und entkräftet. Doch sobald sich der Bärlauch mit seinen würzigen Blättern in der  Frühjahrssonne durch den Boden drängte, hatte die Not der imposanten Vierbeiner ein Ende. Bär stepptGierig stürzten sie sich auf das knoblauchduftende, stärkende Grün. Und  innerhalb weniger Tage kehrten ihre alten Kräfte zurück.

Der Bärlauch blüht in den Monaten April – Juni.

Schon die alten Römer, Gallier und Germanen schrieben dem Bärlauch heilsame Wirkungen bei verschiedenen Erkrankungen zu. Im Laufe der Zeit ist diese Pflanze jedoch  leider in Vergessenheit geraten.

Bärlauch enthält, ähnlich dem Knoblauch, Lauchöl, Flavonoide, Biokatalysatoren, Fructosane und viel Vitamin C. Das frisch Kraut ist ein hervorragendes Gewürz für Salate, Suppen, Gemüse und Tomatensoße. Man kann ihn roh aufs Brot essen oder auf Weichkäse legen und unter Kräuterquark mischen. Bärlauch ist aber auch eine wertvolle Heilpflanze und hat die gleichen Eigenschaften wie der Knoblauch. Er wirkt blutreinigend, krampflösend und blutdrucksenkend. Die Pflanze hilft bei Magen- und Darmstörungen bei Darminfektionen, Hautausschlägen, Bronchialkatarrhen sowie bei Darminfektionen, außerdem bei Bluthochdruck und Arterienverkalkung. Bärlauch ist ein wirksames Kraut bei Frühjahrskuren.
Bär-Lauch ist übrigens giftig für Pferde, Hasen und Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen. Näheres dazu finden Sie >> hier.

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Bärlauch als Heilpflanze

Schon im alten Rom wurde der Bärlauch als Arzneipflanze verwendet. Die heilende Wirkung und damit auch die Anwendung dieser Pflanze wurden dem Knoblauch vorgezogen, dessen Wirkung ähnlich war.

Die Germanen waren der Meinung, dass die Anwendung des Bärlauchs Bärenkräfte verleihen würde.

Die Hauptwirkstoffe des Bärlauchs sind ätherische Öle, Vitamin C, Schwefel, Bio­katalysatoren und Allicin, das antibiotisch wirkt. Bärlauch enthält weit mehr Eisen,  Magnesium, Mangan und Schwefelverbindungen als Knoblauch, wobei die lebenswichtigen und gesundheitsfördernden Mineral- und Schwefelverbindungen vorwiegend in  „Chelatform“ enthalten sind. Diese natürliche Zusam­men­setzung garantiert eine bedeutend bessere Aufnahme durch den Magen-Darm-Kanal als die isolierte Zufuhr  solcher Einzelstoffe.

Man verwendet die jungen Blätter des Bärlauchs. Sammelgut ist aber nicht nur das frische Kraut, das man im April und Mai sammelt, sondern auch die Zwiebel, die im Herbst gezogen wird.

Bärlauch regt Leber und Galle an und wirkt normalisierend auf den Fettstoffwechsel. Er hilft aber auch bei Verdauungsbeschwerden und bei Magen-Darm-Problemen. Bärlauch regt den Appetit an und er senkt den Cholesterinspiegel, er regt die Harnbildung an und senkt den Blutdruck und schützt sogar gegen Arterienverkalkungen. Bärlauch steigert die Durchflussgeschwindigkeit des Blutes in den Adern um nachgewiesene 30 % und verhindert zudem das Verkleben der roten Blutkörperchen aneinander. Kurz gesagt: Wer Durchblutungsbeschwerden hat, sollte Bärlauch zu sich nehmen!

Der Bärlauch hilft uns übrigens auch, Umwelt­belastungen besser zu ertragen: Er hilft dem Körper, giftige Schwermetalle wie Blei auszuscheiden. Das gilt auch für andere Umweltgifte.

Zudem wird die Anzahl der Killerzellen im Blut erhöht, was das Immunsystem stärker und effektiver werden lässt.

Wichtig für die Wirksamkeit  ist das Sammeln der Blätter vor der Blüte!

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Bärlauch in der Küche

Nachdem der Bärlauch gesammelt, geputzt und vorbereitet ist, bleibt nur noch die Frage, welche köstliche Form der Zubereitung nun gewählt werden soll. An Variationen fehlt es nicht: Ob cremige Brotaufstriche für Brunch sowie den Frühstückstisch oder lieber herzhafte Snacks für abends. Natürlich lassen sich aus dem würzigen Wildkraut auch ganze Menüs kreieren wie zum Beispiel eine Bärlauchsuppe zur Vorspeise, als Hauptgang ein Bärlauchrisotto mit Kurzgebratenem und statt eines süßen Desserts eine feine Käseplatte mit frischem Bärlauchbrot.

Zu einer Paste verarbeitet hält sich Bärlauch bis zu einem Jahr, sofern er im Kühlschrank aufbewahrt wird. Bärlauch ist so stark antibiotisch, daß  unter diesen Bedingungen nur ganz langsam eine Vergärung einsetzt. Zudem ist auch der teilvergorene Pesto immer noch gut zu gebrauchen.

Tipps zum Haltbarmachen von Bärlauch

  • Das Trocknen der Blätter ist nicht zu empfehlen, da zu viel Aroma verloren geht.
  • Ganze oder gehackte Blätter in einer Plastikdose oder einem Gefrierbeutel einfrieren.
  • Fein gehackten Bärlauch mit wenig Wasser oder Öl vermischen und portionsweise in einem Eiswürfelbereiter einfrieren. Die entstandenen Würzwürfel dann zur Aufbewahrung in eine Gefrierdose geben.
  • Sehr fein gehackte oder in Öl pürierte Blätter mit Öl bedeckt in ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank oder Keller aufbewahren.
  • Weiterverarbeiten zu würzigen Zutaten wie Bärlauchöl, Bärlauchbutter, Bärlauchsalz etc.

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Quellen:
http://www.botanikus.de/Heilpflanzen/Barlauch/barlauch.html
http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/baerlauch.htm
http://www.chefkoch.de

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