von Wolfgang Eggert

D-AIQH Germanwings Airbus A320-211Die Absturzursache von Germanwings 4U9525 scheint geklärt. Schnell – zu schnell – präsentierte man den Verantwortlichen. Dabei wird so dick aufgetragen, dass man stutzig werden muss. Der Absturz ist nämlich nur einer in einer ganzen Serie mysteriöser Flugzeugunglücke.

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Die tragfesten »Brücken« der transatlantischen Gemeinde im Medienzirkus sind bekannt. Wie gut die speziellen Verbindungen – gerade auch die der NATOMilitärs – in die Chefetagen des multimedialen Wahrheitsministeriums funktionieren, haben die Sonderbehandlungen der Fälle TWA 800, Swissair 111, 9/11, MH370 und MH17 zur Genüge unter Beweis gestellt. Alles »Flugzeugunglücke«. Alle entführungs- und/oder abschussverdächtig. Alle – wer mag kann es selbst recherchieren – im Dunstfeld von CIA-/Mossad-/NATO-»Diensten« zu Fall gekommen. Und stets funktionierten unsere »Qualitätsmedien«. Sie brillierten durch Abwesenheit. Blendeten Verdächtiges oder gar das Offensichtliche aus. Oder zeichneten den oder die Übeltäter in einer Überschärfe, die bereits aufdringlich wirkt. Belästigend. Unangenehm.

Osama bin Laden, der moderne Lee Harvey Oswald, ist ein Beispiel. Oder der »Iwan« am Pranger, in Form eines schlechtrasierten russischen Rebellen, im Sommer 2014 in der Ukraine. Und jetzt, heute, erlebt ein deutscher Kopilot seine »Überzeichnung«. Wieder in einem aeronautischen Katastrophenmoment, da NATO & Co. geradezu panisch bemüht sind, den Blick ihres Fußvolks auszurichten. Wegzureißen von dem, was auf der Hand liegt.

Amoklauf eines Passagierflugzeugs

Ein Passagierflugzeug läuft Amok, fährt einen Geisterflug, in dem es sich nicht mehr anfunken lässt. Militärjets steigen auf. Und gerade, als sie ihr Zielgebiet erreichen, macht es »Bumm-Bumm«. Zweimal. Die Mirages drehen ab. Zurück bleiben Kleinsttrümmer in weiter Strecke. Was ist hier wohl passiert? Die Frage ist simpel. Sie wirft sich uns inklusive der Antwort an den Hals wie eine Nutte auf Entzug.

Dass es die Medienlandschaft tatsächlich schafft, hier wegzublenden und die Täter zu schützen, zeigt ihre Chuzpe, ihre Käuflichkeit, ihre Rolle im »System«. Dass die New York Times als Vorzeigeblatt »westlicher Medienkultur« aber auch noch die Frechheit besitzt, einem Vertreter aus der Rubrik »hauptverdächtig«, einem anonymen französischen Armeeangehörigen, ein Forum zu bieten, mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen, macht sprachlos.

Dass die deutschen Lizenzmedien sich anhängen, nicht. Auch, dass »unsere« Schlapphuttruppe im bestehenden Bündnisfall ihren »Dienst« tut, dass man Beweise produziert, ist nichts Neues. Die Verbindung Politik-Presse-Polizei ist – leider – nicht nur in Bananenrepubliken eng, oder bei Putin. Die Uhren gehen hierzulande nicht anders.

Aufdringliches Herumwedeln

Nur: Man kann eine Uhr mit britischem Understatement tragen. Bescheiden. Sodass man ihr Ziffernblatt gerade noch erkennen kann. Das macht Eindruck. Es überzeugt. Wedelt man seinem Gegenüber jedoch ständig mit dem Handgelenk vor der Nase herum, lässt man gar einen Kuckuck aus dem protzigen Chronometer springen, dann, liebe Journalisten, reicht es.

Es ist genug. Der Schuss geht nach hinten los. Aktuell könnte genau das passieren, wenn Ihr weitermacht, weiterfuchtelt mit Euren Kuckucksuhren. Und das Täterbild, Euer gewünschtes Täterbild bzw. das Eurer Einbläser noch weiter überdehnt. Noch mehr Leser werden Euch abspringen, einfach weil Eure Glaubwürdigkeit dahin ist.

Sehschwache Piloten bei Germanwings?

Geht davon aus, dass nicht wenige Abonnenten Eure Behauptung, Germanwings stelle Piloten ein, die über ein gehöriges Maß an Sehschwäche verfügen, nicht blind glauben. KEINE Fluggesellschaft tut das. Sie prüfen Ihre Belegschaft laufend auf deren körperliche und mentale Belastbarkeit. Und, Achtung: Sie schicken diese für die Tests nicht zu Fielmann. Sie tun es tatsächlich selbst.

Und noch einmal Achtung: Sie haben bei Andreas Lubitz keine Ausnahme gemacht. Er wäre nicht geflogen, wenn seine Sehkraft eingeschränkt gewesen wäre. Er hätte es nicht verstecken können. Und er hätte vermutlich auch die unterstellten Depressionen schwer geheim halten können. Nicht wenn sie die Ausmaße hatten, die Ihr ihnen jetzt zuschreibt. Konntet Ihr, liebe Journalisten, es nicht einfach bei der Diagnose »depressiv« bewenden lassen? Nein, für einen echten Kamikazeflug muss es schon etwas mehr sein: »Sehr depressiv«, »suizidal depressiv«, »Klinikeinweisung«, »stationär«. Dazu Medikamente: »Jede Menge Medikamente«, »ein Arsenal an Medikamenten«. Inzwischen sind wir bei einem Sortiment angelangt, das meinen Apothekerfreund – er wohnt zugegebenermaßen auf dem Land – vor Neid erblassen lässt.

Über Krankschreibungen und neue Autos

Dann die Sache mit der Krankschreibung. Auch hier einfach zu viel des Guten. Reicht denn eine Krankschreibung vor sechs Wochen nicht? Nein, es muss eine aktuelle sein. Am Tag des Unglücks nicht nur halbblind, sondern auch noch krank. Hochdepressiv. Während zu Hause die Krankmeldung auf dem Schreibtisch liegt. Gottlob hat man sie noch gefunden. Sie passt einfach zu gut in unser Täterbild. In unser Storyboard, nicht wahr? Dafür meine Anerkennung.

Aber vergesst nicht, der eine oder andere Leser wird auch hier stutzig werden. Denn, vorausgesetzt, die Geschichte stimmt überhaupt: Wer zum Arzt geht, sucht Heilung, er will seinen Zustand ändern. Er hat keineswegs aufgegeben und abgeschlossen mit seinem Leben. Das Gleiche gilt für einen Menschen, der sich gerade zwei Autos zulegt. Ein neues Gefährt macht Laune, es vermittelt »lust for life«.

Ist Euch aufgefallen, oder? Habt Ihr deshalb die Meldung hinterhergesetzt, die Freundin, für die eines der Gefährte bestimmt war, habe sich von Andreas L. getrennt? War das der Grund? Hat ihr das Auto nicht gefallen? Hat die Farbe nicht gepasst? Ihr müsst auch das bitte noch erklären. Schreibt, dass sein Wagen schwarz war! Schreibt, dass er zu einem Volvo-Klassiker gegriffen hat, dem bekannten »Schneewittchensarg«. Interviewt für uns einen Psychologen, der das dann für Eure Restleser analysiert! Und dann macht Schluss!

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Quelle: Kopp-Verlag

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