von Hans Püschel

Taube - Auf Leute scheißenIn der ordentlichen Bundes-Demokratie stiegen die Gehälter der DAX-Konzerne in 2o14 um gut neun Prozent im Schnitt. Da müssen selbst Piloten schon ganz schön schnell fliegen, um den Anschluß nicht zu verpassen. Der Facharbeiter, gar der enfache weiter unten können da nur noch hinterdrein gucken, mitunter röhrenmäßig. Vor der letzten Bundestagswahl 2009 gab es ob solcher Zockerei sogar ein bundeskanzlerisch verständnisloses Kopfschütteln, natürlich auch konsequenzlos. Gut, bei einem VW-Chef mit Milliardengewinnen mag das noch schleichen, aber bei der seinerzeit notverstaatlichten Commerzbank? Da kriegt der Boß auch nahezu seine 3 Milliönchen Salär, noch dazu mit Kanzlerinnen-, also Bundessegen. Eben bundesdemokratisch, schamlos.

In der Schweizer Demokratie gab’s Volksinitiative “gegen Abzockerei”
Zum gleichen Sachverhalt. Und trotz millionenschwerer Propaganda gegen die Initiative stimmten zwei Drittel der Schweizer für die Beschränkung des Übermaßes von Vergütungen der Börsenkonzerne. Und nicht ein Konzern ist abgewandert wie angedroht wurde. Ist es eben in der Schweiz eine doch etwas andere Demokratie? Keine gelenkte, es sei den, man bezeichnet die direkte Bestimmung durch das Volk in wichtigen Fragen als Lenkung. Bundesdeutsche Lenkung klappt dafür bei der Quotierung, zunächst für Frauen. Für Karrierefrauen sollen ja nun auch die schamlosen Gehälter fließen. Man sitzt ja schließlich nicht umsonst an der Tete. Die Millionen übrigen Frauen weiter unten haben dafür etwas zum Träumen. Man sieht allenthalben, wer in Deutschland was lenkt.

Dafür geht jeder achte in Deutschland krank zur Arbeit.
23 Prozent der Beschäftigten verzichten gar auf Pausen laut Barmer GEK. 18 Prozent arbeiten oft an der Leistungsgrenze und jeder dritte hat Angst vor Überforderung. Sicher – die Barmer hat wohl keine Beamten im Portfolio; nur – gesund klingt das alles nicht. Allerdings – es gab schon mal ganz andere, sogar anordnete Gepflogenheiten in Deutschland wie:
– “Lieber eine kurze Zeit in ärztliche Behandlung und dann wieder gesund an den Arbeitsplatz, als lange Zeit kränklich und leistungsschwach am Arbeitsplatz.” und
– “Pausen sind als Ruhezeit zu nutzen. Besonders nach dem Mittagsmahl ist liegend zu ruhen.”

Klingt gesund aber irgendwie sozialistisch, nicht wahr?
So nach Gewerkschaft und Sozis. Nun ja – so ähnlich. Es war in einer sehr gelenkten Demokratie – nämlich der nationalsozialistischen, Hitler- oder NSDAP-gelenkten. Und galt eben nicht nur für den besseren deutschen Arbeitnehmer sondern für alle, sogar für die Häftlinge in Auschwitz. Oben angeführte Anordnungen stammen neben vielen anderen zu den Arbeits- und Lebensbedingungen aus den Kommandanturbefehlen von ebenda. Der erstere vom 14. Februar 1944 und der zweite noch vom 17. April 1944. Ob es entsprechendes auch in den Gulags der Sowjets oder den Lagern der Amis, Engländer und Holländer gab? Sollten wir sie nicht wieder einführen angesichts bundesdeutscher Wirklichkeit? Natürlich nicht die Lager; aber die nationalsozialistischen Arbeits- und Lebensbedingungen?

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TextQuelle: Demokratien, Quoten und andere Schamlosigkeiten | Hans Püschel.

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