…diesseits und jenseits des Urals

Ausschnitt aus den Tagesthemen vom 7. Januar 2015

Frage der Moderatorin:

Atalay: “Sie treffen ja morgen auf Kanzlerin Merkel. Sie erwarten eine Menge von ihr, Merkel aber auch viel von Ihnen. Womit wollen Sie die Kanzlerin überzeugen, damit sie Ihnen und Ihrem Land weiterhilft?”

[von 0:39 bis 1:38]

Antwort:

Jazenjuk: “Deutschland und die Bundeskanzlerin persönlich machen sehr viel, um den Frieden in der Ukraine wieder herzustellen. Und nicht nur in der Ukraine, sondern um die Stabilität in ganz Europa zu gewährleisten. Die russische Aggression in der Ukraine, das ist der Angriff auf die Weltordnung und auf die Ordnung in Europa. Wir können uns alle sehr gut auf den sowjetischen Anmarsch auf die Ukraine und nach Deutschland erinnern. Das muss man vermeiden und keiner hat das Recht, die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges neu zu schreiben. Und das versucht der russische Präsident Herr Putin zu machen. Konkret zur Unterstützung: die Unterstützung liegt darin, dass wir einheitlich bleiben.”

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Jaaa, darüber können sich die Russen so richtig echauffieren:

http://aufgewachter.files.wordpress.com/2014/01/funny_joke.gif?w=630 — Was für ein Schauspiel!

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Der Artikelschreiber der kommunistischen Propagandaschau ist natürlich auch empört:

„Das hätte ein NPD-Kader im Interview nicht anders formuliert – wenn der jemals in den tagesthemen zu Wort kommen würde. Es war allerdings kein NPD-Kader, sondern der von den USA und EU in Kiew installierte Ministerpräsident Jazenjuk, der im aufgezeichneten Interview mit Pinar Atalay einen neonazistischen Geschichtsrevisionismus verbreiten durfte, den vermutlich selbst wohlmeinende Zuschauer in der ARD nicht für möglich gehalten hätten. […]

Wie tief faschistisches und revisionistisches Gedankengut in der jetzigen Kiewer Regierung verankert ist, demonstrierte der Ministerpräsident im Interview mit der ARD höchstpersönlich. Dass Moderatorin Atalay nicht einmal in diesem aufgezeichneten Interview Jazenjuks Aussagen hinterfragte, zeigt das ganze Ausmaß der Verkommenheit, Doppelmoral und politischen Agenda bei der ARD.“

…und im gleichen Tenor sind auch die Kommentare der meisten Leser gehalten. Aber ein paar hellere Köpfchen, die denen gar nicht „schmeckten“, sind auch dabei; hier eine kleine Auswahl: (grob rechtschreibkorrigiert)

* * *

8. Januar 2015 um 19:48 – slapperong4 sagte: 

Sorry, selten habe ich so einen gequirlten Unfug gelesen.
Die damalige Sowjetunion hat einen Verteidigungskrieg geführt, mit der Ansage Stalins die Deutschen auf eigenem Boden zu schlagen. Das die Sowjets in denen von Ihnen genannten Ländern (es waren noch ein paar mehr) ebenso einmarschierte, leuchtet jedem Kleinkind ein. Einzigste Ausnahme ist der Krieg gegen Finnland – der ist aber historisch gewachsen, […]

8. Januar 2015 um 20:08 – Carlo sagte:

Die Sowjetunion unter Stalin hat nur Verteidigungskriege geführt, per Definition (genau wie die USA heute auch). Die Weltrevolution sollte ausschließlich über Verteidigungskriege erreicht werden.

Zuerst war es im August 1939 ein Verteidigungskrieg gegen Japan, bei dem die Sowjetunion die Mongolei eroberte. Auch gegen das bereits geschlagene Polen war es pure Verteidigung mit anschließendem Katyn-Massaker. Selbst gegen Finnland musste sich die SU im Winter 1939/40 offiziell verteidigen und eroberte dabei Karelien. Auch die kleinen baltischen Länder waren im Frühjahr 1940 eine echte Bedrohung für Moskau und wurden nur deshalb militärisch besetzt. Und gegen Rumänien war es schon fast Notwehr, als die Sowjetunion dem Land Bessarabien und die Bukowina abknöpfte. Und natürlich war auch das im Westen mit England beschäftigte Deutschland eine Gefahr, als Stalin im November 1940 die Kontrolle über die finnischen Erze und das rumänische Oel verlangte, und damit de facto die deutsche Kapitulation forderte.

Merke: Stalin hat sich immer nur verteidigt. Per Definition.

8. Januar 2015 um 20:16 – Mischa Strogow sagte:

@Carlo, lass es einfach. Du machst Dich nicht nur mit den Putschisten und Kriegstreibern gemein und solchen schrägen Theoretikern wie Snyder, sondern Du machst auch unserem Ruf als Verschwörungstheoretiker alle Ehre. So spannend wie solche historischen Diskussionen über einen deutschen Präventivschlag und einen Angriff Stalins, ich halte das für widerlegt sind, so sehr kann es uns hier schaden.

8. Januar 2015 um 20:24 – Carlo sagte:

Es ist eben ironischerweise genau umgekehrt: Diejenigen, die noch die alliierte Propaganda aus dem Zweiten Weltkrieg glauben, machen sich letztlich mit den heutigen Kriegstreibern gemein. Denn Sie mögen/können nicht unterscheiden zwischen einer Sowjetunion unter Stalin und einem Russland unter Putin.

Geschichte ist nun mal kein Wunschkonzert. Und mit “Verschwörungstheorie” hat das erst recht nichts zu tun.

Snyder habe ich im Übrigen nirgends zitiert, und werde dies auch nicht so schnell tun. Er spielt erste Geige unter den Propagandisten. Nicht umsonst ist er ja Mitglied im CFR.

9. Januar 2015 um 11:17 – Dirk sagte:

Das einzig positive an Deinen Ergüssen zur Historie ist, dass Du Klartext schreibst Carlo… Fakt ist, dass das faschistische Deutschland der Aggressor war. Deine Versuche, die Geschichte im Nachhinein umzuschreiben und die Sowjetunion zum Täter zu machen, mögen zwar einigermaßen originell sein, sind aber dennoch leicht durchschaubar und schon gar nicht neu. Dein Fazit “Deutschland opferte sich für Europa” ist seit Jahr und Tag neonazistisches Gedankengut in Reinkultur. Wer sowas verbreitet oder auch nur nachplappert, ist auf dieser Plattform völlig falsch, hier geht es nämlich vorrangig um die Freiheit der Medien. Und das ist nur ein Grundrecht, welches Hitler und seine Mittäter mit Füßen getreten haben, weshalb “ihr” Deutschland auch völlig zurecht untergegangen ist. Leider ist nur die staatliche Hülle zerschlagen worden, die perverse Ideologie blieb bis heute hartnäckig in so manchem Kopf erhalten…

9. Januar 2015 um 11:23 – Carlo sagte:

Apropos Propaganda und Medien: Schon mal drüber nachgedacht, welcher Standpunkt heute in den Medien nicht mal diskutiert werden darf? Schon mal drüber nachgedacht, warum dies so sein könnte? Und schon mal drüber nachgedacht, ob du statt der Diffamierung mittels “neonazistisches Gedankengut in Reinkultur” auch irgendwelche inhaltlichen Argumente dazu hast?

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8. Januar 2015 um 18:37 – Carlo sagte:

Die Aussage von Jazeniuk ist historisch korrekt. Die Ukraine war vor dem deutschen Angriff bereits vollständig sowjetisch besetzt und zwangs-sowjetisiert worden (Stichwort Holodomor Hungerkatastrophe). Ebenso Teile Finnlands, das ganze Baltikum, ganz Moldawien und Teile Rumäniens. Und natürlich halb Polen.

Zudem forderte Stalin im November 1940 die Kontrolle über Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Jugoslawien, den Bosporus, Finnland und Dänemark.

Der sowjetische Aufmarsch an der Westgrenze im Frühjahr 1941 war und ist bis heute der größte militärische Aufmarsch der Geschichte gewesen.

Das ist alles völlig unbestritten.

Über die Absichten Stalins wird noch etwas gerätselt, nicht zuletzt, weil immer noch viele russische Archive unter Verschluss sind.

Wenn man sich die Fakten jedoch unvoreingenommen anschaut, kann es eigentlich keine Zweifel mehr geben: Stalin wartete auf ein deutsches Ultimatum, um dann das geschwächte Europa (im Westen bombardierte England ununterbrochen, trotz zahlreicher deutscher Friedensangebote) zu überrollen.

Aus den historischen Fakten folgt freilich keineswegs, dass das heutige Russland auch nur im Entferntesten ähnliche Absichten hat, oder überhaupt irgendwelche offensiven Absichten hat.

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9. Januar 2015 um 9:52 – Michel sagte:

Ist das Wort “Geschichtsrevisionist” jetzt schon zur Beleidigung verkommen? Diese Revisionisten liefern unzählige Indizien für ihre Thesen. Bandera war sicherlich ein Monster (zwischen Monstern), aber dass die Russen Pläne nach Westen hatten, kann man nachforschen. “Operatsia Groza”

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9. Januar 2015 um 10:37 – Jambalaya sagte:

Der Autor dramatisiert wohl etwas mit dem Begriff Geschichtsrevisionismus, ohne selbst irgendeine Ahnung zu haben.

Der ehemaliger Sovietkader (Victor Suvorov) hat schon 1987 ein interessantes Buch geschrieben “Der Eisbrecher Hitler in Stalin Kalkül” und dokumentiert den Willen und die Vorbereitungen der Tschekisten zum Krieg gegen Deutschland.

Die Version des Deutschen Überfalls haben Stalin und seine Schergen in die Welt gesetzt, leider ist das heute Mainstream. Historiker die dagegen anschreiben werden zwar gerne diffamiert, wurden aber noch nie widerlegt!
In dem Kontext sieht sich auch Jazenjuk, die Roten haben damals in den 30-er Jahren in der Ukraine böse gewütet, wurden im wahrsten Sinne des Wortes von der Wehrmacht befreit und dann von den Roten wieder zurückerobert.

Übrigens ist die “Überfallversion” als Ergebnis der Feststellungen und Urteile des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses per Siegerverfügung in unsere Kultusbehörden und Schulbücher bindend eingegangen. Ich bin zwar sonst ein Putin-Versteher, aber hier setzt er nahtlos das kommunistische Geschichtsverständnis fort. Und auch im Westen hat niemand ein Interesse dieses Bild zu ändern, dann könnte man Deutschland nicht mehr zu schön finanziell erpressen!

Diese Zusammenhänge sollte man kennen bevor man von Geschichtsklitterung spricht!

9. Januar 2015 um 11:08 – Carlo sagte:

100% Zustimmung.

Es ist genau wie Sie schreiben. Putin muss am Mythos des “Großen Vaterländischen Krieges” festhalten, damit er es sich mit den Nationalisten und den Kommunisten nicht verscherzt. Und die Angloamerikaner müssen daran festhalten, um Deutschland moralisch und politisch unten zu halten (und sich selbst oben).

Das gelang deshalb so gut, weil die alliierten Sieger das deutsche Schul- und Medienwesen nach 1945 komplett neu aufbauen und besetzen konnten. Damit konnten Sie bis heute einen spektakulären Schuldkult aufbauen und eine Art Massenpsychose induzieren.

Fakt ist freilich, dass Stalin einen Angriff auf ganz Europa vorbereitete, während Churchill und Roosevelt alles taten, damit es zu diesem Krieg kommt und Deutschland und Russland sich im Osten verheizen.

“Der Eisbrecher” ist übrigens nicht mehr ganz aktuell. Suworow hat kürzlich “The Chief Culprit: Stalin’s Grand Design to Start World War II” herausgegeben. Ferner empfehle ich von Dmitrij Chmelnizki “Die rote Walze: Wie Stalin den Westen überrollen wollte. Zehn internationale Historiker belasten die Sowjetunion” und “Überfall auf Europa: Plante die Sowjetunion 1941 einen Angriffskrieg? Neun russische Historiker belasten Stalin”. Ferner Joachim Hoffmanns “Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945: Planung, Ausführung und Dokumentation”. Auch Pat Buchanan “Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte” (obwohl er noch von einem “unnötigen Krieg” spricht und die gezielte Kriegstreiberei von Churchill & Co. gewaltig unterschätzt).

Vor allem muss man aber Stefan Scheil gelesen haben: “Die Eskalation des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis zum Unternehmen Barbarossa 1941″, “Transatlantische Wechselwirkungen.: Der Elitenwechsel in Deutschland nach 1945″, und alle anderen seiner Bücher.

9. Januar 2015 um 13:08 – Schick sagte:

Es tut mir Leid, aber da sind wir wieder bei den Verschwörungstheorien. Plante Stalin, wollte er was? Fakt ist: Deutschland hat den Krieg begonnen. Fakt ist: Die Sowjetunion musste sich verteidigen. Was irgendjemand jemals wollte und plante ist eigentlich nur Nebensache. Die Fakten sind nun mal Fakten.

PS: Wenn Stalin sich auf einen Einmarsch vorbereitet hätte, hätte er tatsächlich so lang gebraucht um den Krieg umzukehren? Oder war es auch nur ein kluger Schachzug. Oh, tut mir Leid, da bin wohl auch wieder bei den Verschwörungstheorien gelandet. 🙂

9. Januar 2015 um 14:04 –  Michael sagte:

Klar mußte sich die Rote Armee verteidigen. Man hat sie ja angegriffen.
Es ist nur in der Retrospektive sehr verwirrend, mit welcher vermeintlichen Dilettanz dieses 5 Mio. Heer mit 10 Fallschirmjäger Divisionen, 9.000 Flugzeugen und kumuliert über 20.000 gepanzerten Fahrzeugen — das größte stehende Heer der Welt an der Westgrenze der UdSSR und dem besetzten Polen — diese Verteidigung vornahm. Wer auch nur ein bißchen strategisch/taktisch belesen ist, muß zu dem Schluß kommen, daß am 22. Juni 1941 eine Riesenarmee während ihrer Bereitstellungsphase für einen Angriff überrascht worden ist. Nur so können die furchtbaren Kesselschlachten, die ungeheuren Verluste und Millionen Kriegsgefangenen Rotarmisten im Sommer 1941 erklärt werden.

Die selbe Unterstellung mit “geplant” = “hätte getan” wird in etablierter Meinung auch in bezug auf den Invasionsplan “Seelöwe” gemacht. “Hitler wollte England einnehmen … blablabla”. Daß Marine und Luftwaffe nach Operation “Weserübung” 1940, vor dem Angriff auf Frankreich, keinerlei Kapazitäten mehr (Verlust vieler Überwasserfahrzeuge) für eine Landung an der britischen Küste hatten, interessiert dabei scheinbar keinen — Hauptsache “Hitler wollte England”.
Im Falle der “Befreiung des kapitalistischen Westens” durch den Bolschewismus (so die Weltanschauung damals in Moskau) sind in den vergangenen Jahren konkrete Aussagen Stalins, Molotows aufgetaucht, die genau diese Absicht bestätigen.

Es sei auch nicht vergessen, daß Hitler den “Deutsch-Polnischen” Krieg begann, nicht den II. Weltkrieg. Der Begann de facto mit der quasi zunächst folgenlosen Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an das Deutsche Reich am 3. Sept. 1939. Am 17. Sept. 1939 trat die UdSSR in den Deutsch-Polnischen Krieg ein, ohne daß eine weitere Kriegserklärung der Entente-Mächte folgte. Polen wurde folglich als “Bauer” im geostrategischen Schachspiel dieser Mächte als casus belli geopfert.

Das sind alles keine “Verschwörungstheorien” sondern historische Fakten, die einfach nur chronologisch aneinandergereiht und im Kontext der damaligen Zeit betrachtet werden müssen.

9. Januar 2015 um 15:49 – Carlo sagte:

Meine Vorredner haben bereits das Wesentliche gesagt.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass Stalin nicht direkt Deutschland angegriffen hätte. Er hätte den Druck auf Finnland (Erze) und Rumänien (Oel) erhöht (die Deutschland für den Krieg gegen England brauchte, das alle deutschen Friedensangebote ablehnte), und dann auf ein deutsches Ultimatum gewartet. Dies hätte er dann als Kriegsgrund ausgelegt und innerhalb von 10 Tagen die Offensive gestartet. Zur “Verteidigung” natürlich. Stalin wusste ja, dass Deutschland sich zum Angriff positionierte, aber glaubte bis zum Schluss nicht, dass Deutschland ohne Vorwarnung/Ultimatum angreifen würde.

Der Plan für einen zweiten Krieg gegen Finnland ist mittlerweile auch publiziert. Es liegt eigentlich alles auf dem Tisch.

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9. Januar 2015 um 12:24 – weisses rauschen sagte:

Wer den Nationalsozialismus als “Faschismus” definiert, zeigt nur, dass er wirklich keine Ahnung hat, sondern schlicht ein Nachplapperer ist, ohne sich jemals mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.
In der Ukraine sind tatsächlich Faschisten an der Macht, wie auch im Westen.
Kennt die Propagandaschau eigentlich die Definition von Faschismus?

Zum Thema Überfall auf Russland gibt es mittlerweile sehr gute Literatur aus Russland (Viktor Suworows Buch ist 20 Jahre alt!) und dem englischen Raum, die gut recherchiert und dokumentiert nachweisen, das die SU kurz vor einem Angriff/Invasion stand und Hitler ihnen zuvorgekommen ist.

Wer Geschichts-Revisionismus zu ausgewählten Themen als schlecht verteufelt, ist ein Gläubiger und nicht an Wahrheit interessiert. Hat sich die Propagandaschau denn schon mal mit den Revisionisten befasst? Eher nicht.

Ich mag die Propagandaschau sehr, jedoch sehe ich es als sehr problematisch an, das die Propagandaschau die offensichtliche Lügen-Propaganda NICHT sehen will, die gegen Deutschland und pauschal gegen jeden Deutschen “weil er eben deutsch ist”, seit dem 1. WK vorgebracht wird. Haben Deutsche keine Menschenrechte? Ich bin ja keiner, klärt mich mal auf!

Die Propagandaschau ist stramm links – schade. Nicht weil man das nicht darf, absolut legitim, aber weil es für die Reputation und Glaubwürdigkeit nicht gut ist. Insbesondere wenn man sich dann auch noch so in Rage schreibt, ohne wirklich Ahnung zu haben. Und wenn man dadurch auf einem Auge betriebsblind wird.

Wer heute noch was von Alleinschuld der Deutschen schwafelt ist entweder ein Ignorant, dumm oder er kann nicht lesen. Wer jeden einzelnen Toten den Deutschen in die Schuhe schieben will ist schlicht ein Arschloch und zwar ein chauvinistisches Arschloch! Wer den 2.WK nicht als Fortsetzung des ersten sieht, hat ebenfalls nichts verstanden.

9. Januar 2015 um 17:23 – weisses rauschen sagte:

@Ritos: Nur schon eine Sichtung der unzähligen Zitate führender Persönlichkeiten z.B. des britischen Imperiums zeigt, dass von einer alleinigen Kriegsschuld Deutschlands nicht die Rede sein kann. Eine Mitschuld tragen alle Parteien, aber eine Alleinschuld ist propagandistischer Schwachsinn.
Ich bin da sehr neutral.
Man wollte diesen Krieg unbedingt – auch auf Seiten der Entente!

“Dass es AUCH imperiale Bestrebungen bei anderen kriegsführenden Mächten gab”

Das meinen Sie ironisch oder? Das britische Empire hatte ganz sicher die heftigsten imperialistischen Bestrebungen die je gemacht wurden. Ich nehme weder Partei für Deutschland noch für sonst jemanden, aber bei die Wahrheit interessiert mich.

“Die Propaganda seinerzeit tat das Beste, um die Bevölkerung auf diesen Krieg vorzubereiten”

Damit meinen Sie hoffentlich die damalige Propaganda auf beiden Seiten? Obwohl die deutsche Propaganda schlicht lächerlich war, im Vergleich zu der der Briten und Co.

Hier einige Zitate von Winston Churchill:

“Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der erfolgreiche Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte.”

“Sie müssen sich darüber im klaren sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt.”

„Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“

„Ich führe keinen Krieg gegen Hitler, sondern ich führe einen Krieg gegen Deutschland.“

“Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht.”

“Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne einen Schuss zu tun, verhindern können, dass der Krieg ausbrach. Aber wir wollten nicht.”

Das die Putschisten in Kiew eine Bande von menschlichem Abschaum sind, muss man mir nicht sagen. Das ist offensichtlich.

@Spitz: Was meinen Sie mit “mit der Erinnerung haben viele Deutsche Probleme”? Denken Sie ich bin Deutscher? Haben Sie meinen Kommentar überhaupt gelesen? Ich bin und war noch nie ein Deutscher! Ich habe auch nicht vor einer zu werden.

Auch für Sie einige Zitate:

„Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind heilige Götter auf diesem Planeten. Wir sind so weit entfernt von den minderwertigen Rassen, wie sie von Insekten sind. (…) Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet. Unser Schicksal ist es, die Herrschaft über die minderwertigen Rassen zu übernehmen. Unser irdisches Reich wird von unseren Führern mit einem Stab aus Eisen regiert werden. Die Massen werden unsere Füße lecken und uns als Sklaven dienen!”

(Israels Ministerpräsident Menachem Begin in einer Rede vor der Knesset.  Amnon Kapeliouk, “Begin and the Beasts”, New Statesman, 25. Juni 1982)

“… die Verantwortung für den 1. Weltkrieg liegt ausschließlich auf den Schultern internationaler jüdischer Bankiers. Sie sind für Millionen Tote und Sterbende verantwortlich.”

(1920, 67. Kongressrekord, 4. Sitzung, Senatsdokument 346)

“… Deutschland ist der größte Feind des Judaismus und muss mit tödlichem Hass verfolgt werden. Unser Ziel ist daher eine gnadenlose Kampagne gegen alle Deutschen, eine komplette Vernichtung dieser Nation und eine Wirtschaftsblockade gegen jeden Deutschen, deren Frauen und Kinder.”

(der jüdische Professor Kulischer, Oktober 1937)

“Millionen von Juden in Amerika, England, Frankreich, Afrika, Palästina sind entschlossen, den Ausrottungskrieg gegen Deutschland zu tragen, bis zur totalen Vernichtung.”

(13. Sept 1939 Zentralblatt der Juden in Holland)

*

9. Januar 2015 um 23:48 – Wotan sagte:

Carlo:

“Es ist eben ironischerweise genau umgekehrt: Diejenigen, die noch die alliierte Propaganda aus dem Zweiten Weltkrieg glauben, machen sich letztlich mit den heutigen Kriegstreibern gemein. Denn Sie mögen/können nicht unterscheiden zwischen einer Sowjetunion unter Stalin und einem Russland unter Putin.”

Sie bringen es auf den Punkt. Ich find´s sogar recht amüsant ehrlich gesagt. Da werden und wurden die Angelsachsen in den letzten Jahrzehnten unzählige Male der Lüge überführt bezogen auf ihre geopolitischen Konflikte aller Art, aber ausgerechnet die Geschichtsversion der Sieger @beide Weltkriege soll dann glaubwürdig und korrekt sein?! Entschuldigung, aber das ist doch lächerlich. Zumal wir Deutsche noch vertraglich daran gebunden sind, die eigene Geschichte durch die Siegerbrille zu betrachten. Wer sich mal ein bisschen näher mit dem Thema befasst hat, sich aus unterschiedlichen Quellen bedient, der wird schnell feststellen, dass die offizielle Version lediglich ein schlechter Witz ist. Letztendlich wurde Deutschland in 2 große Kriege getrieben, die es nie wollte. An der deutschen Einflußsphäre hatte Stalin die größte Armee der Weltgeschichte fertig zum Einmarsch postiert.

“Hitler und das deutsche Volk haben den Krieg nicht gewollt. Wir haben auf die verschiedenen Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geantwortet. Nun müssen wir feststellen, daß er Recht hatte. An Stelle einer Kooperation Deutschlands, die er uns angeboten hatte, steht die riesige imperialistische Macht der Sowjets. Ich fühle mich beschämt jetzt sehen zu müssen, wie dieselben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter einem anderen Namen verfolgt werden.”
-Sir Hartley Shawcross, der britische Generalankläger in Nürnberg (vgl. Shawcross “Stalins Schachzüge gegen Deutschland”, Graz, 1963)

“Lange vor dem 22. Juni 1941 bereitete sich Stalin auf einen Angriffskrieg gegen Deutschland vor.”
-Prawda vom 11.6.2002

“Lange vor Kriegsausbruch 1941 rief Stalin seine Söhne zu sich und erklärte ihnen: ‘Bald bricht der Krieg aus, und ihr werdet Soldaten sein’.”
-Kriegshistoriker Andrej Tscherkassow

Viktor Suworow – der ehemalige Generalstabsoffizier der Roten Armee – zeigt in seinen drei Büchern (“Der Eisbrecher: Hitler in Stalins Kalkül” / “Der Tag M” / “Stalins verhinderter Erstschlag”) auf, daß Stalin nie von dem Ziel der kommunistischen Weltrevolution abgerückt ist und der Zweck seines im Juli 1941 geplanten Überfalls auf das Deutsche Reich die Eroberung ganz Europas und seiner Kolonien war. Suworow beweist anhand von Rüstungsziffern, Aufmarschplänen und anderem Material: Hitlers Angriff auf die Sowjetunion rettete Europa in letzter Minute vor dem Bolschewismus.
-Buchankündigung von “Stalins verhinderter Erstschlag”

Ansonsten bin ich bei fast Allem voll auf Linie mit der Propagandaschau. Aber Ordnung muss sein. Auch ich halte die Marionette “Yats” und Konsorten für Verbrecher, keine Frage. Die leicht durchschaubare und durch die gleichgeschalteten Main Stream Medien befähigte antirussische Anti-Putin-Kampagne des Westens ist ja nun auch schon seit Monaten bestens zu beobachten. Man braucht eben unbedingt diesen Aggressor in Form von Putin/Russland. Dabei sitzen die wahren Kriegstreiber ganz woanders. Ein Anti-Putin Artikel folgt dem anderen. Vergleiche mit Hitler kamen bereits aus Washington, Berlin und London (Krim). Das heutige Russland hat nun nichts mehr mit den Sowjets von einst gemein. Ich wäre sogar für ein Bündnis Deutschland-Russland. Dann wäre wieder Ruhe in Europa. Das werden unsere sog. “Freunde” allerdings zu verhindern wissen: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/22/ukraine-usa-wollen-allianz-deutschlands-mit-russland-verhindern/

Und um Roberts zu zitieren:

“Die Wolfowitz-Doktrin ist die Grundlage der Politik der Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber Russland (und China). Diese Doktrin betrachtet jede Macht, die ausreichend stark ist, um unabhängig von Washingtons Einfluss zu bleiben, als „feindlich.“ Die Doktrin stellt fest:

„Unser erstes Ziel ist es, das Wiedererstarken eines neuen Rivalen, sei es auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo, der eine Drohung in dem Ausmaß darstellt, wie es die Sowjetunion war, zu verhindern. Das ist eine dominierende Überlegung, auf der die neue Strategie der regionalen Verteidigung beruht, und diese verlangt, dass wir bestrebt sind, jede feindliche Macht daran zu hindern, eine Region zu beherrschen, deren Ressourcen unter konsolidierter Kontrolle ausreichen würden, globale Macht zu erzeugen.“

Die Wolfowitz-Doktrin rechtfertigt Washingtons Beherrschung aller Regionen. Sie geht Hand in Hand mit der neokonservativen Ideologie von den Vereinigten Staaten von Amerika als dem „unentbehrlichen“ und „außergewöhnlichen“ Land, das berufen ist, die Welt zu beherrschen.

Russland und China stehen der Beherrschung der Welt durch die Vereinigten Staaten von Amerika im Weg. Wenn die Wolfowitz-Doktrin nicht aufgegeben wird, wird wahrscheinlich ein Atomkrieg dabei herauskommen.” http://antikrieg.com/aktuell/2014_05_02_washington.htm

10. Januar 2015 um 0:23 – Wotan sagte:

Nachtrag bzgl. Geschichtsrevisionismus da gerade passend:

“Zunächst einmal muss man sich dessen bewusst werden, dass der Begriff Revision oder Revisionismus, aus der lateinischen Sprache stammt (von re – videre) und soviel wie zurückschauen, aber auch überprüfen und hinterfragen bedeutet. Eine Geschichtswissenschaft kann, wenn sie auf objektiven und demokratischen Grundsätzen stehen will, also nicht um den Revisionismus herum kommen, da sie ihn als Werkzeug der wissenschaftlichen und ergebnisoffenen Arbeit bedingt. Eine Geschichtsbetrachtung ohne eine gewollte Überprüfung und Hinterfragung bekannter und unbekannter Thesen und Standpunkte, kann niemals objektiv sein, sondern nur auf ein bestimmtes Ergebnis hinzielen. Ein guter Historiker muss auch ein Geschichtsrevisionist sein, denn lehnt er den Revisionismus als Werkzeug für seine Arbeit ab, ist er nur ein Propagandist für bestimmte Ziele.
Wer die Deutung über die Geschichte eines Landes hat, der steuert auch die Ausrichtung und das Geschick der Politik der Gegenwart und der Zukunft eines Landes entscheidend mit. (…)

Erster Weltkrieg, Versailles und die Nachwirkungen:

Der Zweite Weltkrieg ist ohne seine Vorgeschichte und damit ohne den Ersten Weltkrieg nicht zu verstehen.”

Quelle: -https://www.youtube.com/watch?v=98TZDu8yEg4-

Im Grunde muss man vor dem WWI anfangen. Ich habe mich mal auf cashkurs.com in einem Leser-Kommentar als Antwort auf jemanden dazu geäußert. Copy/paste:

“Schlafwandlerisch sind vor 100 Jahren die Nationen in den 1. Weltkrieg gestolpert.”

Niemand ist in den 1. WK reingestolpert. Clark´s Buch spricht die vorhergehenden Geheimverträge gegen D. an. Man ließ ihn im TV dazu aber nicht zu Wort kommen. So ein Chefredakteur oder wer das war überschüttete ihn statt dessen mit Lob und wunderte sich, was man dem Buch für tolle Neuigkeiten entnehmen könne (Geheimverträge). Natürlich ist das bloß ein alter Hut. Aber die spielen das heuchlerisch hoch – und damit in den Hintergrund, dass es für die Verschwörung natürlich Gründe gab. Einer der Hauptgründe lautete, eingedampft, “Made in Germany”, sprich “kauft nicht von Deutschen”. Das war ein Grund. GB und FRA waren wirtschaftlich fertig. Dementsprechend überlegte man z. B. in GB im 19. Jht. die Alternativen: Mehr arbeiten oder Krieg führen. Mancher kam wortwörtlich zum Ergebnis: Ein Krieg wäre billiger. Dessen Ziele wurden in Versailles erreicht und festgeschrieben.

“Beginn der Einkreisungspolitik: Der Geheimvertrag von 1897

Man muss staunen. Ein direkter Aufteilungsvertrag gegen Spanien, Deutschland usw. wird von Galliern und Angelsachsen im tiefsten Frieden bis in die Details geregelt, abgeschlossen, ohne jede Gewissensbisse, zum Zwecke Deutschland-Österreich zu zertrümmern und ihre Konkurrenz vom Weltmarkt auszuschließen! 17 Jahre vor Beginn des Weltkrieges ist dieser Vertrag von den Gallo-Angelsachsen geschlossen und sein Ziel systematisch durch diese Zeitperiode hindurch vorbereitet worden!
Nun begreift man auch die Leichtigkeit, mit der König Eduard VII seine Einkreisungspolitik betreiben konnte; die Hauptakteure waren schon lange einig und bereit. Als er den Pakt „Entente cordiale“ taufte, war diese Erscheinung für die Welt, zumal die deutsche, ein unangenehmes Novum, für drüben war es nur die offizielle Anerkennung der dort längst bekannten Tatsachen. Angesichts dieses Agreements versteht man nun auch den Widerstand Englands im Jahre 1897 gegen ein Abkommen mit Deutschland über Kohlenstationen [für die Überseehandelsflotte] und den Ärger darüber, daß es Deutschland mit russischem Einverständnis gelungen war, festen Fuß in China zu fassen, über dessen Ausnutzung ohne Deutschlands Mitwirkung man sich eben zu dritt geeinigt hatte (62).”

-Wilhelm II: Ereignisse und Gestalten 1878-1918 („The Problem of Japan“, 1918)

Dass lange zuvor engl.-französische Militärs schon gemeinsam planten, kommt hinzu. Ebenfalls, dass parallel Frankreich schon lange an der Annäherung an Russland arbeitete, die bis hin zur krassen Deutschfeindlichkeit bis 1914 führte (bloß den Zaren ausgenommen). Weil sich weder Frankreich noch die sog. Entente Cordiale selbst die Finger schmutzig bzw. blutig machen wollten. Das sollte die “russische Dampfwalze” erledigen.

“Was tatsächlich erschreckte, was den Abgrund öffnete, und die große Wendung der englischen Politik vorbereitete das war die steigende politische und wirtschaftliche Macht Deutschlands und das Wachsen seines Seehandels, die gefährliche Konkurrenz. Man machte in England auch gar kein Hehl daraus; Lord Rosebery sagte ganz offen, «nicht nur die Transvaalfrage, nein, vor allem die wirtschaftliche Gefahr, die von Deutschland drohe, habe das gute Verhältnis zwischen beiden Ländern gestört». Und im September 1897 erschien in der Saturday-Review jener berühmte Artikel, in dem es wörtlich hieß : «Wenn Deutschland morgen aus der Welt gestrichen würde, so gäbe es übermorgen keinen Engländer, der nicht umso reicher wäre. Völker haben jahrelang um eine Stadt, um ein Erbfolgerecht gekämpft: sollten sie nicht um einen jährlichen Handel von fünf Milliarden Mark Krieg führen?» Es war dieser Artikel, der mit den Worten «Germaniam esse delendam» (Deutschland muss zerstört werden) schloss.” http://gutenberg.spiegel.de/buch/anklagen-gegen-deutschland-7605/4

Vgl. „Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, dass wir die deutsche Vormachtstellung in Europa nicht akzeptieren können.“ -Sunday Correspondence, London, 17. September 1989

Vgl. „Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden“ -London Times, 1919

Vgl. “Tatsächlich treibt dieser Gedanke alle auf die Barrikaden, denn letztlich wurden zwei Weltkriege geführt, um eben das, eine dominierende Rolle Deutschlands zu verhindern.” -Henry Kissinger, “Welt am Sonntag”, 13.11.1994

10. Januar 2015 um 1:39 – Wotan sagte:

Btw…

Ein Entwurf von König George VI gelesenen Rede, die den Eintritt des Vereinigten Königreichs in den zweiten Weltkrieg bekannt gibt.

Das Dokument ist vom 25. August 1939 datiert, eine Woche bevor das 3. Reich Polen angreift:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2512662/Its-long-winded-What-George-VIs-adviser-thought-early-draft-Kings-Speech.html

Gute Nacht

10. Januar 2015 um 16:55 – Carlo sagte:

@Wotan: Danke für die Rückmeldung. Ja es ist durchaus faszinierend, wie die meisten hier zwar sehr kritisch ggü. der USA und ihrer Kriege sind, aber die Argumentation zu den beiden größten Kriegen nimmt man ihnen vorbehaltslos ab. Der Grund dürfte der sein, dass unseren deutschen Freunden von Kindsbeinen an ein starker Schuldkomplex eingetrichtert wird (insb. via Schulen & Medien), den man kaum hinterfragen kann, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Drischt man jedoch aufs eigene Land ein, fühlt man sich gut dabei. Aus Propaganda-Sicht ist das ein geniales Kunststück.

Aufgrund einiger sprachlicher Wendungen gehe ich davon aus, dass die Macher der Propagandaschau aus der ehem. DDR kommen, und dort vermutlich einiges an sowjetischer Propaganda abbekommen haben. Das erschwert es vielleicht zusätzlich, die Rolle der Sowjetunion während der 30er und 40er Jahre kritisch zu hinterfragen?

Ich habe letztens ein bisschen die Medien/Propaganda in der DDR studiert. Zum Beispiel “spontane” Lobreden am Radio von einfachen Fabrikarbeitern aus Anlass von Stalins Tod am 5. März 1953. Man hört ganz deutlich, dass es ab Blatt gelesen oder auswendig gelernt wurde. Die Vorlage kam wohl aus irgendeinem Büro. Wirkt aus heutiger Sicht fast ein bisschen niedlich.

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11. Januar 2015 um 13:35 – Holger Gerhardt sagte:

So, jetzt muss ich doch auch mal wieder schreiben. Bei den Kommentaren lässt sich ja jeder aus. Aber eure NAZI NAZI und ich bin kein NAZI Sprüche sind der Hammer. Für alles seid Ihr alle offen aber beim Thema NAZI macht Ihr euch alle in die Hose. Das dies durch eine 60-jährige Umerziehung kommt bezieht ihr garnicht in Betracht. Ihr seid alle mit angedichteten Schuldkomplexen behaftet, die jeder Beschreibung spotten. Und hinterfragt wurde nichts davon. Ihr sagt genauso wie im TV diktiert: ja was die und die machen ist ja unmöglich, und was die und die machen ist sogar unmenschlich. Was Ihr aber mit eurem Verhalten in Bezug zum Deutschsein macht, und das auch noch mit Re-Education-Argumenten, das ist wirklich schlimm. Solche Gutmenschen sind es, die dann schreiend weglaufen, wenn mal tatsächlich was passiert. Denn man bedenke, daß diese anscheinende Ruhe in Europa doch nur aufgezwungen ist. Die BRD als das unbestreitbar stärkste Land in der EU zahlt alles und lässt sich nichts bezahlen oder bekommt nichts bezahlt. Und die Deutschen stellen sich dann hin und meinen, daß ja jeder einzelne Schuld daran sei wie schlecht es den anderen Ländern in Europa geht. Weil Deutschland ja anscheinend Polen ÜBERFALLEN hat. Und weil Deutschland alleine so gut war, daß die Amis aus weiter Ferne kommen mussten und noch Millionen mitbringen mussten. Weil nur alle zusammen was anrichten konnten. Wenn ich als Bürger von 5 Leuten auf einmal angegriffen werde ist das eine Straftat. Und wenn die Amis das in de Wege leiten ist es Heldentum. Da ich hier grad auf ’nem Tablet schreib hör ich jetzt mal auf. Ich reg mich eh schon auf. Der ehrlichste Politiker der je Deutschland regierte war und ist Adolf Hitler und egal was angedichtet werden soll. Er hat alle seine Wahlversprechen wahr gemacht. Und zum Thema Revision. Warum soll denn etwas schlecht für die Geschichte sein; und wird ja auch noch verboten per Gesetz, was vor Gericht gang und gäbe ist? Und bei Gericht ist es sogar statthaft in mehrere Revisionen zu gehen. Und für ein ganzes Volk ist das verboten ?? Hallo ?

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14. Januar 2015 um 14:13 – Jambalaya sagte:

Ich kann Carlos Ausführungen nur voll und ganz bestätigen, es gibt inzwischen zahlreiche Literatur die die Präventivkriegthese bestätigen, insbesondere russische und polnische Historiker sind hier an erster Stelle zu nennen.

Zu erweitern wäre die Liste noch um die deutschen Historiker Stefan Scheil und Gerhard Schulze-Ronhoff.

Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass die Kriegsschuldfrage so wie sie in den Nürnberger Prozessen von den Sieger festgestellt wurde (Die Sieger schreiben immer die Geschichte) heute für alle Kultusbehörden (insbesondere Schullehrpläne etc.) verbindlich für Deutschland festgelegt sind.

Fragt sich von den Carlos Kritikern hier wirklich niemand warum wir ein statisch festgestelltes Geschichtsbild in Deutschland haben und jeder der was anderes diskutieren möchte faktenfrei niedergemacht wird? Auch die Geschichtswissenschaft sollte fernab jeglicher Ideologie und Zwängen arbeiten können, dem ist bei leider nicht so.

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Quelle: https://propagandaschau.wordpress.com/2015/01/08/ard-unwidersprochener-geschichtsrevisionismus-in-den-tagesthemen/

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