von Michael Winkler

Sinister heißt hinterhältig, bösartig, verschlagen – oder ganz einfach links. Genau das – links – ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Wortes „sinister“. Würde ich mich linker Touren bedienen oder versuchen, Sie zu linken, käme Ihnen das völlig zurecht reichlich sinister vor. Das Gegenteil ist „dexter“, rechts, wobei das englische „dextrous“ bzw. „dexterous“ für „geschickt“ darauf hindeutet, daß die Mehrzahl der Menschen als Rechtshänder mit der rechten Hand geschickter sind und mit der anderen eher linkisch. Rechts steht für recht wie richtig, für Recht und Ordnung, für Gerechtigkeit und es ist gut, wenn jemand das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Zumindest war das früher so, als wir noch keine Bundeskanzlerin aus DDR-Altbeständen gehabt hatten, die den „Kampf gegen Rechts“ propagiert und damit den Kampf gegen Gerechtigkeit, (Menschen- und Bürger-)Rechte, sowie Recht und Ordnung meint. Wer früher bekannt hat: „Ich bin ein Linker!“, der wurde von der arbeitenden Bevölkerung als suspekter Schmarotzer angesehen. Natürlich nicht in der DDR, aber da war man kein Linker, sondern Sozialist. Heute traut sich kaum noch jemand zu gestehen: „Ich bin ein Rechter“, denn in der DDR war man damit ein Bourgeois, Kapitalist, Imperialist oder gleich Faschist. Damit sich die „Kämpfer gegen Rechts“ nicht so viele Feinheiten und Begriffe merken müssen, hat man das mittlerweile auf Faschist reduziert.

Jedenfalls haben wir jetzt die Begriffe sozial, sozialistisch und kommunistisch, die alle für links stehen und deshalb reichlich sinister sind. Betrachten wir den Sozialismus bzw. Kommunismus so, wie ihn Karl Marx beschrieben hat, dann gibt es da einen großen Topf oder besser, eine große Kasse. Das Kommunistische Manifest stammt aus dem Jahr 1849, deshalb verwende ich das der damaligen Zeit angemessene Menschenbild. Sie sind ein Arbeiter und, der besseren Übersicht, ein Tagelöhner. Sie kommen abends müde nach Hause und schütten unterwegs den Inhalt Ihrer Lohntüte in den großen Topf. Am anderen Morgen geht Ihre Frau zu diesem großen Topf, nimmt sich 20 Euro heraus und geht beim Bäcker und Metzger einkaufen. Abstrakter formuliert heißt das, daß jeder nach seinen Bedürfnissen bekommt und nach seinen Fähigkeiten abliefert.

Sie sind Fabrikarbeiter in einer Werkswohnung (die gab es damals noch), Sie haben es also nicht weit zur Arbeit. Ihr Nachbar ist Maurer, die nächsten sechs Wochen zieht er ein Gebäude zwei Straßen weiter hoch, danach arbeitet er am anderen Ende der Stadt. Damit er zur Arbeit kommt, wäre ein Fahrrad ganz nützlich. Und, es lebe der Sozialismus, er zieht 500 Euro aus dem Topf und kauft damit sein Fahrrad. Er geht damit pfleglich um, der Drahtesel tut es die nächsten zwanzig Jahre und findet danach sogar noch einen Zweitbesitzer. So ungefähr funktioniert es bei Karl Marx.

Mit Karl Marx läuft es ein wenig anders. Er ist schließlich ein Vordenker, ein Funktionär. Die Honorare für seine schwer lesbaren Bücher fließen spärlich, aber als Vordenker hat er natürlich gehobene Bedürfnisse. Eine Villa, mit ruhigem Arbeitszimmer, mit Koch, Hausmädchen, Gärtner und Chauffeur, sowie einen Wagen der Oberklasse sieht er als angemessen an. Außerdem benötigt er unbedingt Maßanzüge, er muß schließlich etwas darstellen. Der Sozialismus, also die große Kasse, in die alle einzahlen, finanziert ihm diese Bedürfnisse. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, daß die Mehrheit der Sozialisten deutlich bescheidener lebt.

Vielleicht mag es Ihnen sinister vorkommen, aber sobald sich der Sozialismus etabliert hat, versorgt er seine Funktionäre. Der Gewerkschafter war früher einer, der neben Ihnen am Fließband gestanden war, dort seine Brötchen verdient hat. Für die Gewerkschaft war er in seiner Freizeit tätig, und die Gewerkschaftskasse hat ihm allenfalls die Fahrt zu einer Wochenend-Schulung bezahlt. Heute ist der Gewerkschafter Betriebsrat, der weitgehend bis ganz von der Arbeit freigestellt ist. Oder er ist sogar Hauptamtlicher, ein echter Funktionär, der von der Gewerkschaft bezahlt wird, also aus Ihren Mitgliedsbeiträgen. Das müsse so sein, sagt der Gewerkschaftsfunktionär, er müsse sich schließlich den ganzen Tag weiterbilden und sich um die Probleme der Arbeiter kümmern. So, wie Karl Marx eben für alle den Vordenker gespielt hat.

Wobei die Gewerkschaft nicht ganz so schlimm ist, da dürfen Sie davon ausgehen, daß deren Funktionäre früher einmal tatsächlich gearbeitet haben. In den sozialistischen Parteien hingegen finden Sie immer öfter lupenreine Politik-Karrieren, die sich mit Kreißsaal, Schulsaal, Hörsaal, Plenarsaal beschreiben lassen, also nach Schule und Universität sogleich in eine parlamentarische Karriere eingemündet sind. Das ist natürlich die ideale Voraussetzung, um Arbeitsministerin zu werden.

Sozial, sprich genossenschaftlich, bedeutet immer Umverteilung. Das ist bei sozialen Versicherungen schon der Fall, bei Versicherungen auf Gegenseitigkeit, wie Krankenkasse oder Rentenversicherung. Sie bezahlen Geld in einen Topf, aus dem die Bedürftigen Leistungen erhalten – und aus dem die Bürokratie finanziert wird, die eine solche Umverteilung erfordert. Solange sich die Politik nicht einmischt, ist gegen solche Sozialversicherungen nichts einzuwenden. Geplündert werden sie erst, wenn die Politik sich einbildet, aus diesen Sozialkassen Wohltaten für Dritte finanzieren zu müssen. Dann wird aus dem „sozial“, dem Verteilen der Lasten auf viele Schultern, ein „sozialistisch“, bei dem sich einige Auserwählte zusätzlich in Sänften tragen lassen.

Sozialismus bedeutet, daß größere Teile der Bevölkerung für Begünstigte mitarbeiten müssen. Der sozialistische Staat benötigt eine Vielzahl überflüssiger Beamter, deren Hauptzweck darin besteht, Bedürftige zu finden, denen der Staat Wohltaten zukommen läßt. In den 60er Jahren wurde ein Sozialabkommen mit der Türkei abgeschlossen, das dafür sorgte, daß die Familien der Gastarbeiter, solange die Ernährer in Deutschland gewesen sind, über deutsche Krankenkassen abgesichert waren. Heute sorgt dieses Sozialabkommen dafür, daß ganze Großfamilien versorgt werden, nur weil ein einziges Mitglied seinen Daueraufenthalt in Vierzonesien genommen hat. Der einstige soziale Gedanke ist zum Sozialismus pervertiert, mit dem Ergebnis, daß die Kassenbeiträge demnächst wieder steigen, die Leistungen dafür gekürzt werden müssen. Besonders gut trifft es sich, wenn der Türke, der seinen Angehörigen die Versorgung garantiert, als Hartz-IV-Empfänger selbst weder arbeitet noch Krankenkassenbeiträge bezahlt.

Jede einzelne Wohltat im Sozialismus muß erarbeitet und bezahlt werden. Außerdem geht ein Teil der Umverteilungsmasse durch die Umverteilungsbürokratie verloren. Deshalb ist „links“ heute noch reichlich sinister, mag die offizielle Politik das auch anders sehen. Der Sozialismus nutzt zudem jede Gelegenheit, noch mehr Dinge an sich zu reißen. Im oben beschriebenen Beispiel der Tagelöhner fehlt die Bürokratie, bei der die Ehefrau einen Antrag stellen muß, um ihr Einkaufsgeld zu bekommen. Im vollendeten Sozialismus würde sie kein Geld mehr bekommen, sondern Bezugsscheine für Roggenbrot, Margarine und Leberwurst. Weizenbrot, Butter und gekochten Schinken gibt es erst wieder in zwei Wochen.

Die Einschränkung der Freiheit ist mit dem Sozialismus notwendigerweise verbunden. Der Maurer darf keine Mercedes-S-Klasse erhalten, sonst sprengt er das Umverteil-System Dieses Fahrzeug bekommt nur der Parteifunktionär, der Maurer muß sich mit dem Fahrrad begnügen. Das hat Karl Marx allerdings verschwiegen, er war eben ein Linker, der Andere gerne gelinkt hat.

Der Sozialismus redet gerne von Solidarität. Solidarität dient dazu, Nichtleister durchzufüttern. Das wird natürlich nicht erwähnt, geredet wird nur über die Familie, der gerade das Haus abgebrannt ist und die dabei all ihre Habe verloren hat. Mit dieser Solidarität sind wir inzwischen zum Sozialamt der Welt geworden. Das System der Wiedereingliederungshilfen wurde einmal aufgebaut, um abstammungsmäßigen Deutschen, die aus dem kommunistischen Osteuropa geflohen waren, im Westen einen Neuanfang zu ermöglichen. Schwarzafrikaner, die hier ihren Drogengeschäften nachgehen wollen, waren nicht vorgesehen. Auch nicht Wirtschafts-Flüchtlinge aus der ganzen Welt oder aus Ländern, in denen die Amerikaner einen Krieg angezettelt haben.

Das ist übrigens der Unterschied zwischen dem internationalen und dem nationalen Sozialismus – letzterer begünstigt ausschließlich Deutsche, ist also eine Umverteilung innerhalb des eigenen Volkes. Das grenzt den Kreis der Begünstigten erfreulich ein und sorgt dafür, daß die Empfänger von heute die Zahler von morgen werden. Bei integrationsunwilligen Zuwanderern hingegen brauchen wir gar nicht erst zu hoffen, daß die jemals vorhaben, etwas zurückzugeben. 40% der Türken, die noch keinen deutschen Paß haben, beziehen Hartz-IV-Leistungen – um nur die größte „Einwanderer-Gruppe“ zu nennen. Jene 60%, die arbeiten, bezahlen jedoch nicht genug in die Solidarkassen ein, um auch nur ihre eigenen Landsleute zu finanzieren. Die „Zuwanderung“ ist für Deutschland ein Draufzahl-Geschäft, das uns bis jetzt eine Billion Euro gekostet hat.

Vermutlich werden die gefürchteten Gutmenschen jetzt einwenden, daß uns die Aufnahme der 16 Millionen DDR-Bürger das Doppelte gekostet hat, wie die Aufnahme der ähnlich vielen „Mitbürger mit Migrationshintergrund“. In der DDR wurden mit diesem Geld Autobahnen gebaut und Städte saniert, mit anderen Worten, es wurde etwas aufgebaut. Die „Zuwanderer“ hingegen haben nur konsumiert, da wurden keinerlei Werte geschaffen. Die DDR-Bürger haben sich Arbeit gesucht, sind oft genug in den Westen gewechselt, und sie zahlen den „Soli“ wie jeder Andere auch. Sie haben sich also tatkräftig beteiligt, während die „Zuwanderer“ nur fordernd die Hand aufgehalten haben.

Sozialismus unterdrückt die Eigeninitiative. Wenn jegliche Mehrleistung nur zur Abschöpfung führt, eine Lohnerhöhung zwar die Abgaben, aber nicht das Nettogehalt ansteigen läßt, wird die Bereitschaft abgewürgt, mehr zu leisten. Wir sind in dieser Beziehung schon sehr weit gekommen, ein Facharbeiter muß acht Stunden arbeiten, um einen anderen Facharbeiter eine einzige Stunde bezahlen zu können. Dank der hohen Abgaben lohnt sich Arbeit in Merkeldeutschland oft nicht mehr, was dazu führt, daß die Arbeitsplätze „wegrationalisiert“ werden. Jene Arbeitsplätze, die wegfallen, sind in aller Regel jene, die geringere Qualifikation erfordern. Das hat den sinistren Effekt, daß jene 40% Türken, die keine Arbeit finden, deshalb keine Arbeit finden, weil die Arbeit mit dem Unterhalt jener 40% Türken belastet wird, die keine Arbeit finden – und damit zu teuer ist.

Sozialismus ist Gleichmacherei. In der Antike gibt es eine Geschichte über einen gewissen Prokrustes, einen gastfreundlichen Menschen, der dem sozialistischen Gleichheitsgedanken angehangen war. Wer zu groß für sein Gästebett gewesen ist, dem hat er die Beine abgeschnitten, wer zu klein war, den hat er auf die Streckbank gelegt. Die Gäste haben diese Behandlung in aller Regel nicht überlebt, aber – „one size fits all“, wie wir auf Neudeutsch sagen, das Bett hat für alle gepaßt.

Nach dem Prinzip des Prokrustesbetts geht der Sozialismus gerne bei der Bildung vor. Wobei das in der DDR nicht der Fall gewesen ist, das heutige Bildungssystem ist eine Errungenschaft der BRD. Die guten Schüler werden ein bißchen gebremst, die schlechten ein bißchen gefördert, und heraus kommen Absolventen, die gute Zeugnisse vorweisen, aber ungeeignet für Lehre und Studium sind. Ursache ist die Unfähigkeit des Sozialismus, auf die Bedürfnisse Einzelner einzugehen. Das hat Karl Marx zwar anders formuliert, in der Praxis ist daraus jedoch ein „one size fits all“ geworden, da eine individuelle Bedürfnisbefriedigung einen zu hohen Aufwand erfordert.

Genau genommen, ist der Sozialismus in Merkeldeutschland ein „Delikatismus“. Delikat und Exquisit, so hießen in der DDR Läden, die zu horrenden Preisen Waren angeboten haben, die es sonst nur im Intershop gegeben hat. Wer genug bezahlen kann, bekommt auch hier im merkelhaften Sozialismus seine Sonderleistungen, seien es Privatkliniken, in denen Ausländer allenfalls Ölscheichs sind, oder Privatschulen, die noch eine vernünftige Bildung vermitteln. Politik und Hochfinanz arbeiten hier Hand in Hand – und das ist, nach Benito Mussolini, Faschismus. Ja, es ist reichlich sinister, daß wir bei fünf Sozialistischen Einheitsparteien im Bundestag – CDU, SPD, CSU, Linke und Grüninnen – einen faschistischen Staat hinbekommen haben. Es zahlt sich eben auch für Politiker aus, Banken und Finanzleuten zu Willen zu sein. Das gemeinsame Interesse, die Bürger auszubeuten, teilen sie ohnehin.

Sozialismus ist das Gegenteil der Freiheit, da die Gleichmacherei immer durch Regeln, Vorschriften und Gesetze erzwungen wird. Der Sozialismus schafft mächtige und privilegierte Funktionäre, die unablässig die eigene Wichtigkeit betonen. Die Grundidee der Demokratie bestand in einem Parlament, das die Regierung überwacht und vor allem die Kasse geschlossen hält, damit die Regierung nicht zu viel Steuergeld eintreibt und verschwendet. Dazu reichen Teilzeit-Abgeordnete völlig aus. Berufspolitiker sind nur die Minister der Regierung, nicht die Parlamentarier.

So war es gedacht, bis die Funktionäre glaubten, daß die Abgeordneten mitregieren müßten. Das ist heute, wo die Regierung aus der Mitte des Parlaments gewählt wird, immer der Fall. Die Abgeordneten müßten fachkundig werden, damit die Minister sie nicht über den Tisch ziehen können. Deshalb müssen sie Vollzeit-Parlamentarier sein, die vom Volk so großzügig alimentiert werden müssen, daß sie finanziell unabhängig sind. In der Realität sind heute nicht einmal die Minister selbst fachkundig, die Abgeordneten informieren sich gar nicht mehr über das, worüber sie abstimmen, sie folgen der bequemen Fraktionsanweisung. In Merkeldeutschland stammen inzwischen 90% der Gesetzesvorlagen aus Brüssel; diese müssen in nationales Recht umgesetzt, also im Parlament abgenickt werden. Die Abgeordneten haben dabei weder etwas zu bestimmen noch etwas zu entscheiden, aber dafür gönnen sie sich demnächst mehr als 9.000 Euro monatlich an Gehalt – plus Extrazahlungen, versteht sich. Für dieses Geld tragen die Abgeordneten keinerlei Verantwortung, denn selbst für krasseste Fehlleistungen, sogar für offensichtlichen Landesverrat, werden sie nicht belangt. Die äußerste Konsequenz für einen Minister ist der Rücktritt, Politiker werden weder zur Rechenschaft gezogen, noch müssen sie aus ihrem privaten Vermögen Schadenersatz leisten.

Alle Tiere sind gleich, nur die Schweine sind gleicher. Das stammt aus George Orwells Animal Farm, und es charakterisiert treffend die sinistere Stellung der Funktionäre im Sozialismus. Der Gleichere hat mehr Rechte und Privilegien, die Gleichgemachten dürfen nur arbeiten und gehorchen. Die Antwort der Funktionäre auf alle Probleme ist immer: noch mehr Staat, noch mehr Umverteilung, noch mehr Bürokratie – und noch weniger Freiheit.

Solidarität und Sozialversicherungen haben durchaus dort ihren Platz, wo sie Risiken absichern, die der Einzelne nicht tragen kann. Eine Operation, die 5.000 Euro kostet, kann sich nicht jeder leisten, dafür gibt es die Krankenversicherungen. Aber warum muß sich diese Solidarität auf immer größere Massen beziehen, die niemals ihr Scherflein zu dieser Solidarität beigetragen haben? Es ist Ehrensache, daß niemand seinen Nachbarn verhungern läßt, doch es ist untragbar, die ganze Welt ernähren zu wollen. Wir sollten die sinistren Ansichten der Gutmenschen hinter uns lassen, denn diese wollen oft nicht wirklich helfen, sondern Macht über die Hilflosen erlangen – und über jene, die diesen Hilflosen helfen müssen, also uns alle.

Wenn wir die Menschenwürde und den freien Willen jener respektieren, die zu uns kommen, lösen sich sehr viele Probleme. Wer arbeiten will, soll dies tun, in Arbeitslagern, in kontrollierter Umgebung. Wer in den Hungerstreik tritt, muß das Recht haben, sich zu Tode zu hungern. Wer auf ein Hausdach geht und zu springen droht, hat auch das Recht zu springen. Wem seine Religion derart wichtig ist, daß sie über allem steht, darf jederzeit in ein Land ausreisen, in dem die Gesetze seiner Religion über allem stehen, denn dort gehört er nach seinen Sehnsüchten auch hin. Ich respektiere jeden Türken, der Türke bleiben und nach türkischen Gebräuchen leben möchte, sofern er das in der Türkei tut, die er ja mental nie verlassen hat.

Oh ja, ich bin ein Rechter, der für das Recht der Menschen eintritt, für Gerechtigkeit, für Freiheit und für Ungleichheit. Ich bin dafür, daß jeder nach seiner eigenen Auffassung glücklich werden soll, und lehne es strikt ab, daß eine Gesellschaft, ein Volk in das Pokrustes-Bett der Gleichmacherei gepreßt wird. Jeder Mensch hat seine eigenen, in dieser Mischung einzigartigen Fähigkeiten. Nur wenn er das Recht hat, gemäß seinen Fähigkeiten gefördert und ausgebildet zu werden, findet er etwas, das mehr als ein „Job“ ist, einen Beruf und eine Berufung. Wer die freie Natur liebt und den „grünen Daumen“ besitzt, soll Landwirt oder Gärtner werden, als Bankkaufmann ist er fehl am Platz.

Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Staat. Wir brauchen nicht mehr Gesetze, sondern mehr Freiheiten und mehr Verantwortung. Wir brauchen keine schwerreichen Abgeordneten, sondern Patrioten in den Parlamenten, und keine Parteifunktionäre, sondern Fachleute als Minister. Wir brauchen keinen „Kampf gegen Rechts“, wir brauchen einen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit. Wir brauchen keine Leute, deren Herz links schlägt, sondern Leute, deren Herz auf dem rechten Fleck sitzt. Wir brauchen nicht noch mehr Brüssel, sondern mehr gesunden Menschenverstand.

Nur die Freiheit befähigt einen Menschen dazu, seine eigenen Fertigkeiten voll zu entfalten. Und die Verantwortung für die Freiheit bremst Profitgier und Ausbeutung. Wenn eine Hausfrau hervorragende Plätzchen bäckt, soll sie diese auch verkaufen dürfen, ohne Bäcker- oder Konditor-Meisterbrief. Dafür trägt sie aber die volle Verantwortung, falls ihre Kunden krank werden. Sie kann es sich folglich nicht leisten, schlechtere Zutaten zu verwenden. Eine Bank, die ihre Kunden um ihre Ersparnisse bringt, wird nach dem Prinzip der Verantwortung dafür zur Rechenschaft gezogen. Das Führungspersonal haftet ebenso wie die Kapitalgeber.

Ohne den ganzen steineschweren Rucksack voller überflüssiger Steuern und Umverteilungsabgaben wird sich in diesem Land die Arbeit wieder lohnen. Dazu ist kein Mindestlohn erforderlich, dafür benötigen wir keine Gewerkschaftsfunktionäre, sondern einen freien Markt, der zwar die wichtigsten Lebensrisiken versichert, doch keine soziale Hängematte aufspannt. Vor hundert, ja noch vor fünfzig Jahren erforderte ein Produktionsbetrieb eine große Menge Kapital. Heute bewegen wir uns an der Schwelle zum Ein-Mann-Betrieb. Dank des Internets kann heute jeder Publizist werden, ohne einen Verlag oder eine Druckerei zu benötigen, vom Wohnzimmer aus. Ein Handwerksbetrieb benötigt noch teure Maschinen, aber es gibt bereits die 3D-Drucker, die eine Teilefertigung im kleinen Maßstab erlauben. Der Einzelne kann seine Produkte weltweit anbieten, die Handelsplattformen dafür existieren längst.

Um ein Beispiel zu anzuführen: Lars Tüttelbek bekommt von seiner Oma 5.000,- Euro „Vorauszahlung“ auf sein Erbe. Der junge Mann hat Abitur und künstlerische Fähigkeiten, dafür keine Lust auf ein Studium oder eine Lehre. Er legt sich einen 3D-Drucker zu und produziert Hüllen für die beiden meistverkauften Mobiltelephone. Zuerst verkauft er auf EBay, dann, aus einer Bierlaune heraus, auf AliBaba. Er lebt weiterhin in Nordoosterstedt, seine Hüllen verkauft er bis nach China. Die Grenzen sind heute die eigenen Ideen und die eigenen Fähigkeiten, wenn wir die modernen Mittel nutzen, ist das wie in der Gründerzeit des Wirtschaftswunders. Da hat ein Max Grundig damit begonnen, Bausätze für Radiogeräte zu verkaufen.

Das geht aber nur, wenn Freiheit herrscht! Im sinistren Merkeldeutschland bekommt Lars Tüttelbek erst einmal Besuch von der Gewerbeaufsicht, dann ein Schreiben der Berufsgenossenschaft, einen Anhörungsbogen vom Zoll und schließlich mahnt die Gleichstellungsbeauftragte ihn an, die Frauenquote einzuhalten und in seinem Ein-Mann-Betrieb nach Geschlechtern getrennte Toiletten einzubauen.

Der Sozialismus, zumal der internationale, hat sich nirgendwo bewährt. Mit seinem Zwillingsbruder, dem Faschismus, haben diese sinistren Weltanschauungen Eigeninitiativen abgewürgt und Freiheiten unterdrückt. Am Ende stand immer ein Staat, der unter seinem eigenen Gewicht zusammengebrochen ist. So wird es auch diesmal sein. Aus den Trümmern der Überregulierung wird sich ein neuer Geist von Recht und Freiheit erheben, in dem jeder stolz sagen kann: Ich bin ein Rechter, ich stehe ein für Recht und Freiheit, für Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Und ich bin ein deutscher Patriot!

© Michael Winkler

Quelle:  http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html

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Bei allem sonstigen Einvernehmen –  womit ich nicht zufrieden bin, sind Winklers Begriffsverwendungen – insbesondere zum Sozialismus, dem er alle Eigenschaften des Kommunismus zuordnet. Das könnte so ein „alter Hase“ schon etwas genauer nehmen (es sei denn, er meint speziell den „Britischen Sozialismus„):

Sozialismus

Wohl kaum ein Begriff wurde in Vergangenheit und Gegenwart so verschieden und gegensätzlich ausgelegt, wie „Sozialismus“. Der Wortstamm sozial  kommt vom Lateinischen her und bedeutet ein Denken oder Handeln, welches das Wohl der Anderen mitberücksichtigt. Seinen eigentlichen Inhalt kann der Begriff Sozialismus daher erst durch die Weltanschauung erhalten, die das Verhältnis des Einzelnen zur Gesamtheit in feste Beziehung setzt.

Kommunismus

(von lat. communis, „gemeinsam“) bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und das erwirtschaftete Sozialprodukt gesellschaftlich angeeignet wird, das heißt, allen Menschen gleicherweise zugänglich sein soll. […] Der Kommunismus strebt die Gleichheit aller Menschen an und sucht dieses Ideal durch die Herstellung einer neuen gesellschaftlichen Ordnung zu verwirklichen, die einen neuen und besseren Menschen ermöglichen soll. Kritiker sehen darin Gleichmacherei, Nivellierung von Wertunterschieden und aufgenötigte Zwangsideale, die bloß von einer Clique von Intellektuellen ausgehen, aber nicht dem Willen des Volkes entsprechen.

Bolschewismus / Marxismus

Die Grundlage der gesamten Kulturpolitik des Bolschewismus ist die Weltanschauung des Marxismus und der „Historische Materialismus“. Diese Weltanschauung ist aus ihrem innersten Wesen heraus „gottlos“. Es gibt keinen Bezirk eigenständigen geistigen Lebens. Es herrscht der Glaube an die Allmacht der planwirtschaftlich geleiteten Technik. Das Ziel des Bolschewismus ist der kommunistische Mensch. Jede Art von Persönlichkeitswert im westeuropäischen Sinne wird geleugnet. Religionen, Eigentum und Familie gelten als Gegner der Entwicklung des kollektiven Menschen und werden daher rücksichtslos bekämpft (→ Gottlosenbewegung). Die Jugenderziehung ist verstaatlicht und nur auf die genannten Ziele ausgerichtet. Die erbittertsten Gegner des Bolschewismus waren historisch der Nationalsozialismus und der Faschismus.

Faschismus

Der Faschismus war seit 1919 eine italienische politische Bewegung; ursprünglich ein Kampfbund gegen linksradikale politische Parteien. Das Ziel des Faschismus ist die vollständige Integration einer von Desintegration bedrohten Gesellschaft, weshalb alle historischen Faschismen nationalistisch waren und ihren Nationalismus mit sozialistischen Ideen kombinierten. Die Weltanschauung des Faschismus ist idealistisch bzw. voluntaristisch und entstand in einem bestimmten „intellektuellen Klima“, das von sehr verschiedenen philosophischen, religiösen und ästhetischen Strömungen Europas geprägt wurde. Der Faschismus wendet sich gegen jede Ideologie oder Gruppe, die der Integrität der Nation schaden kann. Er erstrebt grundsätzlich etwas Neues und propagiert den Beginn eines „neues Zeitalters“. Ferner schätzt die faschistische Bewegung die Gewalt als Mittel, sowie den Führergrundsatz und die Massenmobilisierung. Trotz wesentlicher Unterschiede steht der Bolschewismus dem Faschismus somit näher als z. B. der Nationalsozialismus.

Nationalsozialismus

Adolf Hitler selbst beschrieb den Nationalsozialismus als „die politische Lehre von der Volksgemeinschaft“. Nationalismus verstand er dabei als die Hingabe des Individuums für seine Volksgemeinschaft, den Sozialismus als Verantwortung der Volksgemeinschaft für das Individuum. Nationalismus und Sozialismus bedeuteten für Hitler im Kern dasselbe, nämlich Selbstaufopferung für das eigene Volk: „Ich verstehe unter Sozialismus: höchster Dienst an meinem Volke, Aufgeben des persönlichen Vorteils im Interesse der Gesamtheit. […] Der Nutzen der Gesamtheit ist das Wesentliche. Der Begriff Nationalismus bedeutet am Ende auch nichts anderes als Hingabe und Liebe zu meinem Volk.

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Was sonst noch zur Auswahl steht:
 

Totalitäre Demokratie 

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Die totalitäre Demokratie ist eine institutionelle Unmöglichkeit. Wenn es keinen dem öffentlichen Zugriff entzogenen Privatbereich gibt, kann die Artikulation und Organisation von Opposition nach Belieben reguliert werden. Die jeweilige Mehrheit kann die jeweilige Minderheit politisch entrechten, und das in einem Prozess, der erst dann endet, wenn diktatorische Verhältnisse herrschen. – Oscar W. Gabriel, Everhard Holtmann, Handbuch Politisches System der BRD, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2005, S. 103 

Ochlokratie

Ochlokratie (altgr. ὀχλοκρατία aus ὄχλος = óchlos = „(Menschen-)Menge“, „Pöbel“ und κρατία = kratía = „Herrschaft“), auch als Pöbelherrschaft bezeichnet, beschreibt einen Zustand, bei dem die Herrschaft, bzw. Gewalt eines Staates überwiegend von rangniederen Menschen ausgeübt wird; die ungeformte, undisziplinierte, ungebildete und unbelehrbare Masse in einem Staate ist schon seit der Antike ein gefürchteter politischer Akteur.
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Die Plutokratie (altgr. πλουτοκρατία plutokratía, von πλουτος Plutos = „Reichtum“ und κρατείν kratín = „herrschen“) oder auch der Plutokratismus ist eine Staatsform, in der die Herrschaft durch finanzielle Machtmittel ausgeübt wird, also die Herrschaft des Geldes (auch „Geldadel“ genannt).
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Von allem etwas und nichts ganz – eine „Schubladisierung“ unseres Regimes ist nicht einfach. Vielleicht sollte man sich in Zeiten wie diesen gar nicht sooo festlegen…
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