Archive for 7. Juli 2014



von Michael Winkler

Sinister heißt hinterhältig, bösartig, verschlagen – oder ganz einfach links. Genau das – links – ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Wortes „sinister“. Würde ich mich linker Touren bedienen oder versuchen, Sie zu linken, käme Ihnen das völlig zurecht reichlich sinister vor. Das Gegenteil ist „dexter“, rechts, wobei das englische „dextrous“ bzw. „dexterous“ für „geschickt“ darauf hindeutet, daß die Mehrzahl der Menschen als Rechtshänder mit der rechten Hand geschickter sind und mit der anderen eher linkisch. Rechts steht für recht wie richtig, für Recht und Ordnung, für Gerechtigkeit und es ist gut, wenn jemand das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Zumindest war das früher so, als wir noch keine Bundeskanzlerin aus DDR-Altbeständen gehabt hatten, die den „Kampf gegen Rechts“ propagiert und damit den Kampf gegen Gerechtigkeit, (Menschen- und Bürger-)Rechte, sowie Recht und Ordnung meint. Wer früher bekannt hat: „Ich bin ein Linker!“, der wurde von der arbeitenden Bevölkerung als suspekter Schmarotzer angesehen. Natürlich nicht in der DDR, aber da war man kein Linker, sondern Sozialist. Heute traut sich kaum noch jemand zu gestehen: „Ich bin ein Rechter“, denn in der DDR war man damit ein Bourgeois, Kapitalist, Imperialist oder gleich Faschist. Damit sich die „Kämpfer gegen Rechts“ nicht so viele Feinheiten und Begriffe merken müssen, hat man das mittlerweile auf Faschist reduziert.

Jedenfalls haben wir jetzt die Begriffe sozial, sozialistisch und kommunistisch, die alle für links stehen und deshalb reichlich sinister sind. Betrachten wir den Sozialismus bzw. Kommunismus so, wie ihn Karl Marx beschrieben hat, dann gibt es da einen großen Topf oder besser, eine große Kasse. Das Kommunistische Manifest stammt aus dem Jahr 1849, deshalb verwende ich das der damaligen Zeit angemessene Menschenbild. Sie sind ein Arbeiter und, der besseren Übersicht, ein Tagelöhner. Sie kommen abends müde nach Hause und schütten unterwegs den Inhalt Ihrer Lohntüte in den großen Topf. Am anderen Morgen geht Ihre Frau zu diesem großen Topf, nimmt sich 20 Euro heraus und geht beim Bäcker und Metzger einkaufen. Abstrakter formuliert heißt das, daß jeder nach seinen Bedürfnissen bekommt und nach seinen Fähigkeiten abliefert.

Sie sind Fabrikarbeiter in einer Werkswohnung (die gab es damals noch), Sie haben es also nicht weit zur Arbeit. Ihr Nachbar ist Maurer, die nächsten sechs Wochen zieht er ein Gebäude zwei Straßen weiter hoch, danach arbeitet er am anderen Ende der Stadt. Damit er zur Arbeit kommt, wäre ein Fahrrad ganz nützlich. Und, es lebe der Sozialismus, er zieht 500 Euro aus dem Topf und kauft damit sein Fahrrad. Er geht damit pfleglich um, der Drahtesel tut es die nächsten zwanzig Jahre und findet danach sogar noch einen Zweitbesitzer. So ungefähr funktioniert es bei Karl Marx. Weiterlesen


Der deutsche Youtube-Sumpf klebt an den stalinharten Eiern des Kremls

Ein Kommentar von Phrontistes aka der Dorn im Auge der lupenreinen Demokraten
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Neben den bekannten Putin-Verstehern in Deutschland aus AfD, SPD und LINKE, von Neonazis, die sich interessanterweise zu 90 % mit Putin und nicht mit ihren früheren Swoboda-Partnern solidarisieren, Antifas und sogenannten „Anonymous”-Gruppen und deutschen Unternehmensvorständen sowie sogenannten „Alternativen” und vielen weiteren gibt es auch immer mehr private YouTube-Kanäle, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen und in erstaunlicher Quali- und Quantität produzieren.

Das Muster ist immer dasselbe: Man verkauft sich selbst als konservative patriotische Christen, die der Zerstörung des Abendlandes durch kulturelle Degeneration, Sozialismus und Überfremdung entgegentreten. Russland soll unser Helfer sein, ein Land ohne jede freiheitliche Geschichte. Auch gegen Überwachung wird getrommelt – gegen westliche. Was aber der FSB so alles treibt, wird nicht hinterfragt. Die Ungerechtigkeiten dessen, was die Westalliierten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland angerichtet haben, werden beklagt, ebenso wie die kurzzeitig von Churchill in Erwägung gezogene „Operation Unthinkable”. Was geschehen wäre, hätte die USA niemals interveniert und die Rote Armee Europa überrollt, wird idealisiert, was im Osten mit der deutschen Zivilbevölkerung geschehen ist, verharmlost.

Patriotismus und Vaterlandstreue werden eingefordert und die „Nazikeule” als Propagandainstrumentarium der politisch Linken verdammt, wenn aber der Ukrainer – in Augen des Kremls und seiner Fans nichts anderes als „Kleinrussen” – ihre Unabhängigkeit von einer Nation fordern, die im 20. Jahrhundert 6 bis 7 Millionen ihres Volkes in einem der größten Völkermorde der Geschichte hat aushungern lassen, sind sie „Neonazis” und „Faschisten”. Amerikanische Provokateure und „Revolutionsprofis” seien angeblich überall; dass solche jedoch auch im Auftrag des Kremls agieren könnten und beispielsweise auf völlig friedlichen Demonstrationen den Hitlergruß zeigen, um ein falsches Bild zu übermitteln, wird ausgeschlossen. Denn es kennt ja schließlich nur die USA die Kriegswaffen der Täuschung und Tarnung (selbiges gilt auch für inszenierten Terror zur Kleinhaltung der Bevölkerung und Ausbauen der Macht), nicht wahr?

Wenn Türken und andere dem muslimischen Kulturkreis angehörende Migranten sich in Deutschland danebenbenehmen, dann ist die angeblich einhundertprozent USA-hörige Politik in der BRD daran schuld – und was ist Putin? Ein Garant für ethnische, kulturelle und religiöse Homogenität in Russland? Eher nicht. Er lässt Bürger ehemaliger Sowjetrepubliken in Zentralasien zu Hunderttausenden in die großen Städte wie Moskau immigrieren, damit diese dort für einen Hungerlohn arbeiten dürfen und kriminell werden, was zu ethnischen Unruhen und als Reaktion wiederum zu verstärkter Neonazigewalt führt (nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Neonazis wie in Russland) – aber nein, er ist ja der blonde arische Retter der weißen Rasse, der auf seinem Schimmel angeritten kommt, ein großes goldenes Kreuz um den Hals und die goldgelbe Abendsonne im muskulösen Nacken. Weiterlesen