28. Juni 1914

Attentat

Bildquelle: http://anno.onb.ac.at

 

Der Termin für den Besuch des Thronfolgerpaares in Sarajevo war von Feldzeugmeister Oskar Potiorek, Landeschef Bosniens und der Herzegowina, in argloser und unsensibler Weise auf den 28. Juni festgelegt worden: den Veitstag (Vidovdan), den die Serben zur Erinnerung an die Schlacht auf dem Amselfeld (1389) alljährlich als nationales Hochfest begingen, 1914 sogar als 525-Jahr-Jubiläum.

So konnte der Besuch des Thronfolgers und seiner Gemahlin Herzogin Sophie von Hohen­berg auch als antislawische Provokation empfunden werden. Letztlich aber war die Wahl des Besuchstermins nicht ausschlaggebend. Vielmehr nutzte eine radikale Minderheit junger serbischer Nationalisten die Gelegenheit zu einem Anschlag. Im Nachhinein betrachtet waren die seitens der Hauptstadt Sarajevo und des Landeschefs getroffenen Sicherheitsvorkehrungen durchaus unzureichend. Es hatte zwar im Vorfeld Warnungen gegeben, die aber bei genauer Betrachtung über das übliche Ausmaß nicht hinausgegangen waren. Wie den zahlreichen zeitgenössischen Äußerungen zu entnehmen ist, war das Gelingen des folgenschweren Anschlags durch eine Kette widriger Umstände und einer Reihe grober Fehleinschätzungen ermöglicht worden.

Geplant und ausgeführt wurde die Bluttat von einigen 18- und 19jährigen enthusiastischen, nationalistisch gesinnten Schülern und Studenten, die der proserbischen Jugendorganisa­tion Mlada Bosna (Junges Bosnien) angehörten. Die Hauptattentäter waren Gavrilo Princip (*1894), Nedjeljko Cabrinovic (*1895) und Trifko Grabež (*1895).

Das Attentat verlief in zwei Phasen: In einer aus sechs Fahrzeugen bestehenden Autokolonne fuhr der „hohe Besuch“ durch die Stadt. Auf dem Weg zum ersten Halt, dem Rathaus, wurde das am Appelkai im Konvoi fahrende „Automobil“ des Grafen Harrach, in welchem das Thronfolgerpaar saß, von einem der Attentäter, Nedjeljko Cabrinovic, mit einer Bombe beworfen. Die Bombe verfehlte jedoch ihr Ziel bzw. richtete nur geringen Schaden an. Lediglich der dahinter fahrende Wagen wurde beschädigt und einer der Insassen verwundet.

Nach dem Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister von Sarajevo beriet man über die Weiterfahrt und entschied sich schließlich für eine geänderte Route: nicht durch die Altstadt, sondern wieder den Appelkai entlang. Die Fahrer der Wagen waren jedoch über die Routenänderung nicht ausreichend informiert und folgten zunächst der alten Route. Feldzeugmeister Potiorek bemerkte den Irrtum und ließ reversieren. Dabei kam das Fahrzeug des Thronfolgers für kurze Zeit zum Stillstand. Diesen Augenblick nutzend feuerte Gavrilo Princip aus einer Browningpistole zwei tödliche Schüsse auf das Thronfolgerpaar ab. Franz Ferdinand traf ein Schuss in den Hals und verwundete ihn schwer, Herzogin Sophie wurde in den Unterleib getroffen und starb vermutlich sofort an inneren Verletzungen. Gavrilo Princip sagte dazu später aus, er habe mit dem zweiten Schuss nicht die Herzogin – eine Tschechin – sondern den Landeschef Potiorek treffen wollen.

Man brachte den schwer verwundeten Erzherzog in den Konak, den Amtssitz des Landeschefs Potiorek. Ärztliche Hilfe war zur Stelle, doch wenig später erlag auch der Thronfolger seinen Wunden.

Das Attentat wurde in zahlreichen Berichten in unterschiedlicher Ausführlichkeit beschrieben. Das Kriegsarchiv verwahrt unter anderem den Augenzeugenbericht des Oberst Dr. Carl von Bardolff, Flügeladjutant und Vorstand der Militärkanzlei des Thronfolgers: Unmittelbar nach dem Attentat telegraphierte Oberst Bardolff, in knappen Worten an die Militärkanzlei Seiner Majestät nach Bad Ischl. Später folgte sein ausführlicher Bericht, der in hektographierter Form mehreren staatlichen Stellen übermittelt wurde.

Die sterblichen Überreste von Franz Ferdinand und Sophie wurden am 2. Juli nach Wien gebracht, am 3. Juli in der Hofburgkapelle öffentlich aufgebahrt und eingesegnet, dann nach Artstetten (Niederösterreich) überführt und dort am 4. Juli 1914 nach nochmaliger Einsegnung in der auf Initiative Franz Ferdinands errichteten Familiengruft beigesetzt. Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrt dazu eine beglaubigte Kopie des von der k. u. k. Hof- und Burgpfarre ausgestellten Totenscheines, der die Details dieser Vorgänge dokumentiert.

Quelle: http://wk1.staatsarchiv.at

Publiziert am von Freiraum 

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Des Führers Ansicht über die Habsburger allgemein und Franz Ferdinand speziell:

Die geschichtliche Erkenntnis des Wirkens des Habsburgerhauses wurde noch unterstützt durch die tägliche Erfahrung. Im Norden und im Süden fraß das fremde Völkergift am Körper unseres Volkstums, und selbst Wien wurde mehr und mehr zur undeutschen Stadt. Das „Erzhaus“ tschechisierte, wo immer nur möglich, und es war die Faust der Göttin ewigen Rechtes und unerbittlicher Vergeltung, die den tödlichsten Feind des österreichischen Deutschtums, Erzherzog Franz Ferdinand, gerade durch die Kugeln fallen ließ, die er selber mithalf zu gießen. War er doch der Patronatsherr der von oben herunter betätigten Slawisierung Österreichs.

Zitat zu Mein Kampf

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