Anm.d.R.: Vorsicht, beinhaltet BRD-SYSPROP! — Trotzdem interessant, wie man damals den – heute gefeierten – sog. “Widerstand” sah:

Der Stern startete am 6. Mai 1951 in Heft 18 unter dem Titel „Rote Agenten mitten unter uns“ eine Serie über die sowjetische Spionage, die in weiteren acht Folgen bis Heft 26 fortgesetzt wurde. Die Tätigkeit der Roten Kapelle fand demzufolge ihre direkte Fortsetzung in Form der Spionage des Ostblocks in der aktuellen Nachkriegszeit. Mit den Mitgliedern der Roten Kapelle ging der Stern in seiner Einleitung hart ins Gericht:

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quod

Das Thema dieses Tatsachenberichtes ist zweifellos eines der “heißesten Eisen”, mit denen sich eine Zeitung in Deutschland heute beschäftigen kann. Wenn man das über ganz Europa gebreitete Netz der sowjetischen Spionage darstellen will, dann kommt man um eine Aufrollung des Falles “Rote Kapelle” nicht herum. Unter diesem Namen wurde mitten im Kriege die entscheidende Agentengruppe des Kreml in Deutschland ausgehoben und abgeurteilt. Die Namen ihrer Mitglieder, von denen eine Reihe hingerichtet wurde, erschienen nach 1945 in den Ehrenlisten der Widerstandskämpfer gegen Hitler. Manche entgingen dem Urteil, manche entgingen der Bestrafung, manche wurden bei Kriegsende befreit. Einige bekleiden heute, dank ihrer angeblichen Verdienste als Widerstandskämpfer, hohe und höchste Ämter in der Deutschen Demokratischen Republik jenseits, oder in der Deutschen Bundesrepublik diesseits des Eisernen Vorhangs.

Wir werden die Namen dieser Leute nicht verschweigen. Nicht einen.

Aber wir werden auch niemanden angreifen, dem wir nicht hierdurch die Möglichkeit anbieten, im STERN zu seiner Rechtfertigung zu sagen, was er für richtig hält. An der gleichen Stelle, in der gleichen Schrift und im gleichen Umfang, in dem wir uns mit seiner Person beschäftigt haben.

Da die Frage nach der Tendenz dieses Berichtes früher oder später auftauchen wird, sei eines vorweggenommen. Wir haben noch nie die Geschäfte einer politischen Partei oder einer politischen Gruppe wahrgenommen, und wir tun es auch diesmal nicht. Wir achten die Freiheit der politischen Überzeugung – und auch das Recht auf den politischen Irrtum.

Wir ehren die Männer und Frauen, die unter Hintansetzung ihrer Freiheit und ihres Lebens gegen Hitler kämpften, um Deutschland zu retten. Aber wir meinen, daß derjenige, der für die Sowjets arbeitete, kein Recht hatte, sich seines Kampfes gegen die Nazis zu rühmen. Der Hochverräter, der um einer sauberen politischen Idee willen gegen das herrschende System arbeitet, hat auf die Achtung selbst seiner politischen Gegner Anspruch. Der Landesverräter, der mit dem Feind konspiriert, ist in allen Ländern der Welt, in allen Armeen und unter allen politischen Systemen noch immer als ein Lump angesehen und entsprechend behandelt worden.

Wenn der Wahnsinn in einem Lande regiert und ein Widerstand von innen her sinnlos geworden ist, dann mag es in einzelnen Fällen keinen anderen Weg zur Rettung des eigenen Volkes geben als den, das Land zu verlassen und von außen her den Zusammenbruch der terroristischen Staatsgewalt im eigenen Lande zu bewirken. Denn das Volk und das Land sind wichtiger als alle Staatsgewalt. Auch der Arzt muß gelegentlich zu Giften greifen, um das Leben des Menschen zu retten.

Aber man kann Hitler nicht mit Stalin bekämpfen, wenn man nicht vom Regen in den Wolkenbruch geraten will. Wie wenig es den Leuten der “Roten Kapelle” um Hitler, und wie sehr es ihnen um die Bolschewisierung Deutschlands und der Welt zu tun war, das geht allein aus der Tatsache hervor, daß die kommunistische Agententätigkeit für Sowjetrußland mit dem Zusammenbruch des Naziregimes keineswegs beendet war. Das Netz spannt sich heute dichter denn je. War es gestern Hitler, ist es heute etwa Adenauer? Nein, es ist gestern wie heute der Befehl Lenins und Stalins, die Welt zu erobern für die rote Diktatur. Mit allen Mitteln und unter allen Vorwänden.

Noch eins, um allen Mißverständnissen vorzubeugen: Wir wollen keine neue Dolchstoßlegende verbreiten hellen. Deutschland hat den Krieg nicht verloren, weil Verrat seine Widerstandskraft ausgehöhlt halte. Auch nicht durch die Verräter der “Roten Kapelle”. Und die verratenen Offensiven, bei denen die von ihren eigenen Landsleuten an die Sowjets verkauften deutschen Soldaten zu Tausenden in die Garben sowjetischer Maschinengewehre liefen, mögen auf den Gesamtverlauf des Krieges bezogen – auch wenn einiges anders gekommen wäre – die Zahl der Blutopfer nicht erhöht haben. Aber vielleicht würde der Graben, der Deutschland mitten entzwei schneidet, heute weiter östlich verlaufen, wenn es den Funkverkehr zwischen Berlin und Moskau, Pan’- und Moskau, Brüssel und Moskau, Hamburg und Moskau und so weiter nicht gegeben hätte.

Und sicher ist eins: Die Gefahr eines neuen Krieges und die Wahrscheinlichkeit, daß einmal Deutsche auf Deutsche schießen werden, wächst mit jedem roten Agenten, der mitten unter uns sein teuflisches Spiel treibt. Der Kommunismus ist nicht eine politische Anschauung wie jede andere auch, das wissen wir Deutschen am besten. Der Kommunismus ist nach außen Angriff bis zur Eroberung der ganzen Welt, nach innen ist er Terror und Unterdrückung. Es wird mit an uns liegen, ihn von außen zu bekämpfen, damit wir nicht nach innen geraten. […]quod

Der Stern, Heft 18, 6. Mai 1951, S.14

Gefunden bei: mythoselser.de/texts/schulze-boysen-anhang.htm#stern
[+eigene Hervorhebungen]

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Wenn mich nicht alles täuscht, „regieren“ diese Leute heutzutage die BRD
und
besetzen damit unser Land.

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