Von theodiskfolk

Im Rahmen der Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags sollte in mehreren deutschen Gebieten über deren weitere Zugehörigkeit zum Reich entschieden werden, wobei insbesondere die Ostgrenze Deutschlands unbedingt geschwächt und brüchig gemacht werden sollte.
So mussten große Gebiete (Polnischer Korridor, Freie Stadt Danzig, Memelland) ohne Abstimmung abgetreten werden. Bei zwei früheren Abstimmungen im Juli 1920 entschieden sich im Abstimmungsgebiet Marienwerder im restlichen Westpreußen sowie im Abstimmungsgebiet Allenstein in den südlichen Kreisen Ostpreußens jeweils deutlich über 90% für einen Verbleib im Deutschen Reich.

Für 1921 war nach dem Versailler Vertrag aber noch eine weitere Abstimmung in der preußischen Provinz Oberschlesien vorgesehen. Die Abspaltungsbemühungen wurden dabei überwiegend nicht von angestammten Schlesiern getragen, sondern von polnischen Zuwanderern in den schlesischen Industriegebieten, die nun die Annektion dieser Gebiete durch den polnischen Staat forderten. Dieses Ziel sollte bereits im Vorfeld der Abstimmung, für die erneut eine deutsche Mehrheit zu erwarten war, mit Waffengewalt durchgesetzt werden.

Die Spannungen mündeten in offenem Kampf, der in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1921 ausbrach und bis zum 5. Juli 1921 dauerte. Die unmittelbare Ursache war die Ablehnung des britisch-italienischen Gebietaufteilungsvorschlags (Percival-de Marinis-Linie) durch die propolnische Seite, der drei Viertel Oberschlesiens, darunter alle Industriezentren, bei Deutschland belassen wollte. Zahlreiche Freiwillige aus Polen beteiligten sich an den Übergriffen. Damit begann die gewaltsame Besetzung jenes Teils Oberschlesiens, der nach polnischen Vorstellungen an Polen abgetreten werden sollte. Lediglich die italienischen Völkerbund-Truppen hinderten die Polen am Vormarsch, die französischen Verbände schritten nicht ein.

Deutsche Freikorps schlossen sich daraufhin im Selbstschutz Oberschlesien (SSOS) zusammen und begannen mit der Gegenwehr. Die größte Schlacht fand in der Gegend um den St. Annaberg vom 21. bis 27. Mai 1921 statt, deren Höhepunkt der Sturm auf den Annaberg durch den SSOS mit der Besetzung des Berges am 21. Mai 1921 bildete. Die Kämpfe endeten am 5. Juli 1921 mit einem Waffenstillstandsabkommen. Der polnische Anführer Korfanty wurde dafür von der polnischen Militärführung scharf kritisiert. Korfanty setzte sich dennoch durch und konnte den 1922 in Genf unterzeichneten Teilungsvorschlag (2/3 Deutschland, 1/3 Polen) als eigenen Erfolg feiern.

Beim Deutschen Reich verblieb der zwar flächen- und bevölkerungsmäßig größere, vor allem jedoch eher agrarisch strukturierte Teil des Abstimmungsgebiets. Große industrielle Komplexe gingen wie geplant an Polen verloren. In Deutschland führte die Teilung zum Rücktritt der Regierung von Joseph Wirth.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ArReccdL9zM

Advertisements