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Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.
Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Johann Wolfgang Goethe, 1749-1832
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Ostara

In vielen nichtchristlichen Religionen wird die Sonne als Lichtspenderin und göttliche Fruchtbarkeitsquelle verehrt und gefeiert. Dazu gehört die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche. Viele feiern dieses Fest unter dem Namen Ostara, nach der Göttin Ostara benannt. Die Göttin Ostara ist die Göttin des strahlenden Lichts, des wiederkehrenden Frühlings, Göttin der Erneuerung, des beginnenden Lebens, des Neuanfangs. Manche sagen aber auch, daß die Benennung für Ostern daher kommt, daß die Sonne im Osten aufgeht.

Ostara ist aber nicht nur das Fest, an dem der endgültige Sieg des Frühlings über den Winter gefeiert wird, es ist auch ein Fruchtbarkeitsfest. Die Menschen der früheren Zeit begannen um diese Zeit mit dem „Fruchtbarmachen“ der Felder, und auch bei vielen Tieren findet in dieser Zeit die Brunft statt. Auch wir Menschen können die so genannten „Frühlingsgefühle“ spüren. Die Sonnenstunden werden spürbar länger.

Ein Symbol dieser Fruchtbarkeit ist auch der Hase, ein anderes sind rohe Eier, die anlässlich dieses Tages an liebe Freunde verschenkt werden.
Ein weiteres, sehr wichtiges Symbol, das an Ostara eine große Rolle spielt, ist das „Ostarafeuer“ als Abbild der Sonne. Die Feuer wurden häufig auf den Hügeln entzündet und man glaubte, daß die Kraft der Sonne und der Segen der Götter dadurch auf die Felder übertragen wird, die im Schein der Feuer lagen. Ebenso war es Brauch, durch diese Feuer zu springen, um dadurch vor den bösen Mächten geschützt zu sein.

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Frühlingsheiler

Heilkraft der Frühlingsschönheiten

In jeder Jahreszeit gibt es Pflanzen, deren Heilkraft wir uns zu Nutze machen können. Im Frühjahr sind es neben den bekannten Wildpflanzen, wie z. B. Huflattich, Fingerkaut oder Löwenzahn, auch Blumen und Pflanzen, die wir heute hauptsächlich als Dekoration für Haus und Garten kennen. Was im Mittelalter und in der Volksheilkunde noch bekannt war und gern genutzt wurde, ist heute oftmals von der einfachen industriellen Herstellung verdrängt worden und in Vergessenheit geraten. 

Forsythie – Forsythia suspensa

Dieser Strauch kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus China nach Europa, wo er als reines Ziergehölz angepflanzt wurde. Im März erscheint vor den Blättern eine Fülle von gelben Blüten. Die Zweige werden gern für den Osterstrauch geschnitten und dekoriert. Dabei sollte man beachten, dass alle Pflanzenteile leicht giftig sind.

In der chinesischen Medizin werden die Früchte verwendet, die antibakteriell und fungizid sind und gegen Entzündung helfen.

Osterglocke oder gelbe Narzisse – Narcissus

Wohl eine der bekanntesten Frühlingsblumen, die es bei uns gibt, ist in allen Pflanzenteilen leicht giftig. Wenn man sie mit anderen Blumen in eine Vase stellen möchte, müssen die Narzissen 24 Stunden allein stehen, dann ist das Gift ausgeschleimt (danach nicht erneut anschneiden!). Der Pflanzensaft kann Hautreizungen hervorrufen.

In der Volksheilkunde wurde sie bei verschiedenen Hauterkrankungen, wie Flechten, Beulen und Geschwüren eingesetzt. In der Homöopathie wird die Narzisse bei Schnupfen, Bronchitis, Keuchhusten und auch als Brechmittel verwendet.

Schneeglöckchen – Galanthus

Schon während noch Schnee liegt, fängt das Schneeglöckchen an auszutreiben und zeigt das nahe Ende des Winters an. Wie viele Frühlingspflanzen ist es in allen Pflanzenteilen giftig.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ihr Alkaloid Galantamin (welches auch in der Osterglocke vorkommt) aus den Zwiebeln des Kaukasischem Schneeglöckchens erstmals isoliert und zur Behandlung von Demenzen, insbesondere Alzheimer, eingesetzt. 

Quelle: http://www.schlangengesang.de/archiv/22.htm#TEXT2

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Immer um die Osterzeit

Immer um die Osterzeit
erklingt die gleiche Frage:
Wo kommen denn die Eier her
zum Fest am Ostertage?

Lange hat der Mensch gedacht,
dass Hasen Eier bringen,
bis die Hühner aus Protest
zu Ostermärschen gingen.

Der Hase ist zu blöd dazu,
so stand´s auf Transparenten;
Im besten Falle können das
am Weiher noch die Enten.

Später kam die Wissenschaft
und wusste ganz genau:
Vielleicht ist es am Osterfest
vom Markt die Ehefrau.

Klarheit aber gab es erst,
als viele Zeugen sagten,
dass scharenweise Hasen
vor der Tür beim Aldi nagten.

Und als genau in dieser Zeit,
die Eier dort verschwunden,
da hatte man die Lösung
für das Rätsel schnell gefunden.

Jetzt konnte auch die Wissenschaft
den Standpunkt sich erlauben
und ohne jeden Zweifel
an den Osterhasen glauben.

© Gerhard P. Steil

Quelle: Ostern feiern
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