Von Egon W. Kreutzer

Die Krim – Einblicke in das Drehbuch

1989 ging es mit Ceaucescu in Rumänien zu Ende. Ein von einem diktatorischen Regime gequältes Volk ging auf die Barrikaden. Am Ende wurden der Diktator und seine Frau zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Sie erinnern sich?

2003 – also 14 Jahre später – entstand ein Dokumentarfilm, der auf ARTE ausgestrahlt wurde. Eine Vielzahl von Interviews mit hochrangigen Angehörigen verschiedener „Dienste“, Regierungsberater und Politiker, hinterlegt mit den passenden Aufnahmen aus den Archiven und behutsam moderiert, fügen sich in diesem Film unmissverständlich zu einer voll und ganz inszenierten Geschichte zusammen. Die Dokumentation zeigt mit vielen konkreten Details, wie der Sturz Ceaucescus aus geostrategischen Überlegungen heraus ins Auge gefasst, geplant und Schritt für Schritt einem großen – weltumspannenden – Drehbuch folgend, umgesetzt wurde.

Es wird deutlich gemacht, wie die Oppositionellen, die zu Meinungsführern wurden, ausgewählt und aufgebaut wurden, wie man ihnen nicht nur zur Bekanntheit und Glaubwürdigkeit verholfen hat, sondern ihnen auch ihre Ausschnitte aus dem Drehbuch an die Hand gegeben hat, damit sie ihre Rolle so spielen konnten, wie sie sie spielten, während gleichzeitig der vorher noch hofierte Ceaucescu Schritt für Schritt, bis zum physischen Ende durch Erschießen, demontiert wurde.

Diese Dokumentation geht weit über das hinaus, was man gemeinhin so zu wissen glaubt, während man aber letztlich doch nur mit der Stange im Nebel herumstochert. Da kommen Menschen zu Wort, die mit der gebotenen professionellen Distanz (früher hieß das: skrupellos), nicht davor zurückscheuen, auch vollkommen Unbeteiligte heimtückisch zu ermorden, nur weil man, um den Volkszorn zu steigern, einfach noch ein paar Opfer braucht.

Die komplette Dokumentation  ist auf youtube gespeichert. Eine Stunde und ein paar Sekunden, die jedem, der sie gesehen hat, mit klarerem Blick auch auf die Ereignisse in Jugoslawien, in Afghanistan, im Irak und in Libyen blicken lässt – und ganz aktuell die Zündeleien des Westens in der Ukraine als das erkennen lässt, was sie sind: Nichts als ein weiterer Zug auf einem Schachbrett, auf dem die einfachen Menschen, das Volk, nicht einmal mehr als Bauern eine Rolle spielen.

Nehmen Sie sich diese Stunde Zeit. Am besten noch heute.

Quelle: http://www.egon-w-kreutzer.de/


von Viva8sioN

„HINTERGRÜNDE DES STURZES VON DIKTATOR NICOLAE CEAUSESCU     Schachmatt – Strategie einer Revolution – Eine Fallstudie amerikanischer und sowjetischer Außenpolitik

Wie fabriziert oder inszeniert man eine Revolution?

Susanne Brandstätter hat fast drei Jahre lang an ihrem Dokumentarfilm „Schachmatt – Strategie einer Revolution“ gearbeitet, um die Hintergründe der rumänischen Revolution 1989 und des Sturzes von Diktator Nicolae Ceausescu aufdecken zu können. Ihr Film zeigt, wie und warum Deutschland, Ungarn und vor allem die USA hinter den Kulissen agiert haben. Dabei ging es nicht nur um das Wohl des rumänischen Volkes. Europas Einigung und Deutschlands Wiedervereinigung standen auf dem Spiel – und Amerikas Vormacht. Susanne Brandstätter stellt die Ereignisse in Rumänien in einen internationalen Kontext und lässt die ganze Dimension dieser Geschehnisse erkennen. Es war ein internationales Schachspiel – ein Machtspiel mit weit reichenden Folgen für Europa und die USA.“

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