Geschrieben von: Janina
26. Februar 2014

Im Osten nichts Neues, es wird wieder gemordet. Das kommt bekannt vor. Waren solche und ähnliche Handlungen, die damals allerdings vom polnischen Staat protegiert und gefördert wurden, nicht der eigentliche Auslöser damals in grauer Vorzeit? Diese Tat sollte uns Deutsche aufschrecken lassen. Sollte sich der Verdacht einer politisch motivierten Tat erhärten, dann beweist dieses schreckliche Ereignis, wohin die nicht aufgearbeitete Schuld an den Verbrechen gegen die Deutschen und die deutsche Minderheit in Polen letztlich führt. Die Geschichte scheint sich, zumindest in diesem Fall, zu wiederholen.

Die Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland und Osteuropa in den Jahren 1945-1948 war die größte und konsequenteste Völkervertreibung der Weltgeschichte; für über 20 Millionen Menschen bedeutete sie Flucht, Vertreibung oder Verschleppung, Misshandlung oder Diskriminierung. 2,8 bis 3 Millionen verloren dabei ihr Leben. Das Geschehen in den Vertreibungsgebieten ist als (unverjährbarer) Völkermord zu bezeichnen. Noch niemals in der Geschichte ist eine so große Bevölkerung liquidiert und mit einem einzigen Federstrich aus Atlanten und Geschichtsbüchern getilgt worden – Unperson im Sinne von George Orwell. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Liquidation der deutschen Stämme und Volksgruppen im Osten die größte Völkervertreibung der Weltgeschichte darstellt.

diterNach der Ermordung eines zur deutschen Minderheit gehörenden Bürgermeisters in Oberschlesien spekulieren örtliche Medien über einen möglichen politischen Hintergrund.

Dieter Przedzwing, der langjährige Bürgermeister des Ortes Deschowitz, war am Dienstagabend tot aufgefunden worden. Nach der Obduktion am Mittwoch sprach die Staatsanwaltschaft von einem „brutalen Mord“.

Der Bürgermeister hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt für eine wirtschaftliche Autonomie Oberschlesiens ausgesprochen. Er war damit zum Ziel auch politischer Anfeindungen geworden. Polizei und Staatsanwaltschaft machten wegen der laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben zu den Todesumständen und möglichen Verdächtigen.

In einer Stellungnahme auf der Webseite des Verbands der Deutschen in Polen forderte Verbandschef Bernhard Gaida eine spezielle Aufsicht der obersten Justizbehörden über das Ermittlungsverfahren.

Hierzu meldet die  Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.:

Die Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. trauert um einen aufrechten Deutschen und einen herausragenden Kommunalpolitiker, der am Dienstagabend, 18. Februar 2014, unter dramatischen Umständen ums Leben kam. Die Oppelner Staatsanwaltschaft spricht von brutalem Mord. Dieter Przewdzing war als Bürgermeister von Deschowitz/ Zdzieszowice einer der dienstältesten Gemeindeoberhäupter ganz Polens.

Er war zudem einer der verdientesten und profiliertesten Kommunalpolitiker in Oberschlesien. Seit der politischen Wende hat er die Bürgermeisterwahlen als Kandidat des Wahlkomitees der deutschen Minderheit stets gewonnen und sich über die Gemeindegrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Dieter Przewdzing wurde zuletzt durch seine Forderung nach wirtschaftlicher und kultureller Autonomie für Oberschlesien bekannt. Er kritisierte die zentralistischen Strukturen in Polen als wirtschaftlichen Nachteil für Regionen und Kommunen, vor allem den Mittelabfluss nach Warschau. Mit dieser Forderung und Kritik hat sich Przewdzing in nationalistischen Kreisen, die ihm Separatismus vorwarfen, keine Freunde gemacht. Mehrfach wurden Äußerungen laut, dass der Mann weg müsse.

Ich möchte davor warnen, voreilige Schüsse aus diversen Zusammenhängen zu ziehen, die sicherlich hergestellt werden könnten und bereits jetzt in der öffentlichen Diskussion Platz haben. Wir Oberschlesier appellieren an sämtliche beteiligten polnischen Behörden, eine umfangreiche und lückenlose Aufklärung der Umstände des Todes von Dieter Przewdzing herbeizuführen. Die Untersuchungen müssen ganz unvoreingenommen durchgeführt werden. Bereits jetzt ist innerhalb der deutschen Minderheit aufgrund der möglichen Tatzusammenhänge eine große Verunsicherung aufgetreten. Die Ermittlungsbehörden müssen alles dafür tun, diese Verunsicherung zu zerstreuen.

Heute trauern wir um unseren Landsmann. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Es ist ein trauriger Tag für die deutsche Minderheit, aber auch für unsere ganze Heimat.“

Quelle: http://www.netzplanet.net/anti-deutsche-hetze-deutscher-buergermeister-in-polen-ermordet/6706

(Danke, Daily Ale!)

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Polen/Deschowitz/Zdzieszowice: Bürgermeister Dieter Przedzing beigesetzt

Messe in der Kirche von Deschowitz, Klaudia Kandzia/Wochenblatt.plFoto: Messe in der Kirche von Deschowitz, Klaudia Kandzia/Wochenblatt.pl

26. Februar 2014

Die Zeitung der deutschen Minderheit in Polen Wochenblatt.pl (www.wochenblatt.pl) hat den folgenden Artikel und Kommentar zum Begräbnis des ermordeten Bürgermeisters von Deschowitz (Zdzieszowice) in Oberschlesien zur Verfügung gestellt. […]  –> weiterlesen: http://fuer-uns.info/politik/welt/24124-polen-deschowitz-zdzieszowice-buergermeister-dieter-przedzing-beigesetzt.html

(Danke, Svea!)

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Siehe auch: Geschichte —  Volksabstimmung in Oberschlesien

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