Von Dimitris Michalopoulos

Ein italienischer Denker sagte einmal, Demokratie sei wie ein Sack, denn sie formt sich nach all dem, was man in den Sack hineinsteckt. Das Problem der heutigen Rechten ist, dass sie versucht, sich ebenfalls in diesen Sack zu zwängen, in diesen unrühmlichen Sack.

Demokratie ist eine soziale und moralische Katastrophe. Die athenische Demokratie hat das alte Griechenland zerstört, dann zerstörte sie Europa und jetzt kommt die ganze Erde dran, wenn nicht eine traditionalistische Strömung, z. B. der Islam, sich von den zionistischen Fesseln befreit und der Demokratie und der nachfolgenden Katastrophe Einhalt gebietet.

Tatsächlich ist der Mensch, wenn man ihn nur als Einzelwesen begreift, wie es demokratische Regime tun, eine Null, deshalb ein Sklave. Eine Million Sklaven können keinen freien Mann hervorbringen, und aus einer Million Dummen wird nie ein intelligentes Wesen. Demokratie erniedrigt die Leute zu unwissenden Sklaven, und diese können nur noch versuchen, ihre Arbeitskraft den Plutokraten zu verkaufen – das ist alles! Da die Plutokraten selbst nicht klug, sondern nur verschlagen sind, wird die Symbiose von Sklaven und Plutokraten notwendig in die Katastrophe führen.

Die Schlussfolgerung heißt: Je schneller unsere Welt die demokratischen Absurditäten los wird, desto bälder wird sie wieder sicher sein und neu erblühen. Das ist alles vollkommen klar. Wo also liegt das Problem? Warum gibt es dennoch keine starke Rechte, um Liberale und Demokraten, Plutokraten und Sozialisten hinwegzufegen? Die Antwort ist einfach: Weil die Vordenker der heutigen Rechten das Gegengift zur Demokratie in der – Demokratie suchen. Und warum das? Weil die antidemokratischen, völkischen Kräfte Europas im Zweiten Weltkrieg geschlagen worden sind. Als Folge davon fürchtet sich beinahe jedermann, die Wörter Faschismus und Nationalsozialismus schon nur auszusprechen.

Allerdings ist nie der Beweis dafür erbracht worden, dass diese rechten Bewegungen Fehlschläge gewesen seien. Deutschland, Italien und Japan verloren den Krieg. Na und? Ist das etwa eine Widerlegung?

Die Griechen hatten vor der erfolgreichen Revolution von 1821 gegen die Türken ungefähr zehn Mal vergeblich versucht, sich von der Hohen Pforte unabhängig zu machen. Sie erlitten vier Jahrhunderte lang Niederlagen von türkischer Hand. Gemäß unserem heutigen Denken wäre es deshalb 1820 falsch gewesen, die Freiheit erlangen zu wollen. Halten wir fest: Eine Niederlage zeigt eine machtmäßige Unterlegenheit, nicht eine falsche Haltung.

Es ist klar, dass die Rechte aus ihrer gegenwärtigen Sackgasse nicht herauskommt, wenn sie nicht aufhört, in den Feldern des Gegners herumzustochern und dort nach Worthülsen und unbrauchbaren philosophischen Waffen zu suchen.

Der athenische Feldherr Themistokles hat die Perser nicht mit der persischen Kampfweise überwunden, und die Engländer haben die spanische Armada nicht mit jenen großkalibrigen Schiffen besiegt, wie sie die Spanier damals benutzten. Mit anderen Worten: Es ist Zeit für eine andere Sprache und Weltanschauung bei der Rechten. Wenn wir nur das Überleben anstreben, werden wir nicht einmal überleben. Wir müssen vielmehr angreifen, und dieser Angriff bedeutet – zuerst und vor allem – die gegenwärtige politische Theorie und Struktur dieser Welt in Frage zu stellen.

(Aus: „AB AETERNO“ Nr.3/2010, S.3-5. Leicht gekürzt.)

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Quelle: http://www.europaeische-aktion.org/Dokumente/de/
als PDF: http://www.europaeische-aktion.org/Dokumente/de/Europaeischer-Diskurs/Was-macht-die-heutige-Rechte-falsch.pdf