– von Wolfgang Eggert  –

NSU: Der Fall hat aussenpolitische Hintergründe

TEIL II.
. Die Filmauftritte des NSU
. Die “Dönermorde”
. Der Kiesewettermord


Die Filmauftritte des NSU

Eine schöne Räubergeschichte. Sie haben Phantasie.

Die braucht man, wenn man sich mit der niedrigstufigen Kriegsführung der Geheimdienste befasst. Ich würde mich freuen, wenn Sie davon ausgingen, dass auch die Geheimdienstler Phantasie haben.

Nehmen wir einmal an es hat dieses Smearing gegeben. Finden Sie einen Punkt, wo es sich dann wirklich ausgezahlt und verzinst hat?

Da muss ich Ihnen leider schon wieder mit der nächsten Verschwörungsgeschichte kommen. Fokussieren Sie die Daten, das macht einiges klarer.

2000, 2004. Das ist das Zeitfenster eines anderen, weit größeren Terroranschlags. In den USA. Der 11. September 2001. Der nebenbei gesagt die gleichen “Roten Heringe” aufweist wie der Fall NSU im Jahr 2011.
Es gibt inzwischen eine recht große Anzahl an Daten, Zeugen und Fachleuten, auch geheimdienstlichen, die darauf verweisen, dass 9/11 ein Inside Job war. Dass neokonservative – nicht nur aber auch israelisch beeinflusste – Netzwerke in den USA den Anschlag gewollt, geplant oder zumindest “durchgelassen” haben.
Die Faktenlage ist hier teilweise erdrückend.

Folgt man diesen Enthüllern und legt die Ereignisse auf eine Zeittafel, dann wird klar, dass der Beginn der Aktion, die Skizzierung, die ersten Vorplanung Anfang 2000 in Gang kam.

Damals, noch saß Clinton im Weißen Haus und nicht Bush, ausschließlich unter echten Likudniks. Ein Teil der später erfolgreich zu Alleintätern gebrandmarkten Saudis um Mohammed Atta war bereits auf dem Weg und machte bekanntlich eine Zeitlang Station in Deutschland, bevor er weiter in die USA ging. Bzw. dorthin geführt wurde.

Die israelischen Kriegsfalken und ihre neokonservativen Ableger in Amerika mussten damals davon ausgehen, dass diese Anlaufgeschehnisse den deutschen Diensten auffielen. Und dass diese Arm in Arm mit der Bundesregierung versuchen würden, das kommende Ereignis, über dessen Details sie natürlich wie die Saudi-Zelle selbst im unklaren waren, zu verhindern.
Im Sinne transatlantischer Bündnistreue. Oder, schlimmer noch: dass Berlin den Braten roch.

Dass die Bundesregierung merkte, dass hier eine Geheimdienstaktion ablief und dieses nach dem Anschlag irgendwann geschickt an die Öffentlichkeit bringen würde. So etwas musste verhindert werden. Und dafür, dafür wurde der Anschlag von 2000 fabriziert, mit dem man den Bündnispartner fest an der Hand hatte.
Die CIA wird das kaum direkt inszeniert haben, die bringen keinen antisemitischen Anschlag, das ist auch denen zu heiß. Aber die Israelis, bei denen kommt so was vor. Wenn sie es damals taten und ihre Einflussnahme gut vertarnten, dann hatten sie durch Düsseldorf über den KKK zugleich die CIA und damit das Weiße Haus an der Kandare.

Dafür haben sie aber keine Beweise.

Ich weiß, ich weiß, die Beweise liegen hier in der ersten Linie in der Logik. Der alte Spruch: Stimmt eine Story, dann ist sie auch wahrscheinlich, wird Sie kaum überzeugen.
Aber es gibt ein sehr pittoreskes Indiz, mit dem ich die Stimmigkeit auf ein noch höheres Niveau heben kann.

Sehen Sie, Atta und andere große 9/11-Namensträger lebten 2000 in Hamburg und wurden beobachtet, abgehört, ihr mutmaßlicher Helfer Motassadeq bereits 1999. Es gab Spitzel in deren Umgebung.
So kam´s im Sommer 2001 tatsächlich zu der erwarteten Einmischung der Deutschen. Der BND warnte seine amerikanischen Kollegen, dass Anzeichen für einen islamistischen Megaanschlag auf amerikanischem Boden sich besorgniserregend mehrten. Es wurden sogar korrekte Orte und Szenerien angegeben.
Die Amerikaner dankten höflich und das war´s.

Nun blieben die Deutschen aber an dem Thema dran. Irgendwann müssen sie dann gespannt haben, dass hier etwas faul war, bestätigt durch Informationen, die sie von den Franzosen bekamen, die genauso gewarnt hatten und genauso freundlich abgewiesen worden waren. Obwohl sie die extremistische Szene in Nah- und Mittelost von allen kontinentaleuropäischen NATO-Partnern am Besten kannten.

Aus Sicht der Neocons war es damit an der Zeit einen ersten, sagen wir “Warnschuss” gegen das fleißig weiter grabende Berlin abzugeben. Dafür bot sich das Hintergrundwissen um den NSUkomplex an. Und diese Karte wurde tatsächlich jetzt zum ersten Mal gezogen.

Ende November 2001, da ist bei den deutschen Schlapphüten der Groschen längst gefallen, wird im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen eine neue Tatort-Folge ausgestrahlt.
Der Film, “Bestien”, Ende April bis Anfang Juni in Köln gedreht. Drei Monate vor Produktionsbeginn fand in der Domstadt ein Sprengstoffattentat statt, das man aufgrund der “Auffindung” des sogenannten “Bekenntnisvideos” erst 2011 der NSU zuordnete.

In dem fiktiven Krimi geht es auf jeden Falll um ein Mädchen, das vergewaltigt und ermordet wird. Was folgt ist amtlich gedeckte Lynchjustiz, die Mutter bringt den Täter um, Ermittler Max Ballauf vernichtet ein Beweismittel, so dass der Frau eine Mordanklage erspart bleibt. In einer Szene besucht der Vater des ermordeten Mädchens die Redakteurin einer Kölner Zeitung. Er erhofft sich von ihr Hilfe bei der Suche nach dem Täter.
Die Frau zeigt ihm Akten des BKA, „alle Sexualverbrechen aus der Gegend hier, nehmen Sie sich Zeit“, sagt sie zu ihm.
Der Vater fragt: „Hier sind jetzt andere Fälle drin, als bei den Bullen, oder wie?“ – und sieht sich die Papiere an.

Auf der zweiten Akte wird ein Sexualverbrecher gezeigt, unten drei Fotos, die einen Schauspieler zeigen, sie sind gestellt. Oben links aber ein echtes Fahndungsfoto: Es zeigt Uwe Mundlos. [1]

Wie konnte das “passieren”? Laut Medien sagt der damalige Requisiteur, eine “Praktikantin” habe die Phantasieakten händisch aus Archivmaterial zusammen kopiert. Unter einem Artikel, wo war das jetzt, Moment, hier Spiegel Online, da gibt es folgenden Post in der Kommentarleiste.
Ich les das vor : „Ich arbeite selber beim Film und habe auch in 3 Tatort-Folgen mitgearbeitet. Solch eine Panne ist ausgeschlossen, da keine unbezahlte Studentin oder Praktikantin solche Requisiten bearbeitet.“

Wirklich irre aber ist die tatsächliche Nutzung des Mundlos-Bildes. Nochmal der Kommentator: „Fotos von Gesuchten werden bei Dreharbeiten entweder von Komparsen, die ihr Einverständnis zur Nutzung gegeben haben verwendet oder von Mitgliedern der Film-Crew. Es werden keine reellen Personen benutzt.“
Diese Aussage stimmt! Es gibt hierfür mehrere Gründe, unter anderem die Bildrechtefrage. Der Requisiteur und die Produktionsleiterin bestätigen das, indem sie sagen, die angeblich existente Praktikantin müsse angenommen haben, dass es sich beim Mundlosbild um das Foto eines Mitarbeiters der Filmcrew gehandelt haben, „denn solche würden üblicherweise zu solchen Zwecken verwendet“.

Das Foto des NSU-Terroristen, so die Produktionsleiterin, müsse „irgendwie… dorthin (ins Archivmaterial) geraten sein“. Irgendwie. Ja, bloß wie? Und warum?
Was hat es im Archiv der Requisite zu suchen, wenn es eh nicht genutzt werden kann? Ein reales Suchfoto hatte da ganz und gar nichts verloren. Und selbst wenn, warum dann ausgerechnet dieses Bild? Es gab eine halbe Million alter und aktueller Fahndungsbilder, die man für die Sendung verbraten konnte, die leichter zu recherchieren gewesen wären.

Das Mundlosbild tauchte aber bis 2001 nur zweimal auf: Auf einem Fahndungsaufruf und in einem Artikel der Osttühringer Zeitung irgendwann Anfang 2000.
Wie gesagt, zu viel der Zufälle. Hier hat ein Dienst ganz anderer Art bei der Requisite geholfen. Um einen kleinen Nadelstich zu setzen. Eine Art Trailer. „Fortsetzung folgt. Wenn ihr wollt.“

Die Enthüllung, dass ein Mitarbeiter des deutschen Verfassungsschutzes dem damaligen Leiter des European KKK Dienstgeheimnisse zukommen ließ und ihn vor seiner Überwachung durch die Behörden warnte, passt in die gleiche Schublade.
Dieses kompromittierende Zusammenspiel war einigen Leuten, die das nach 2011 durch entsprechende Pressekanäle aufdeckten, schon 2002 bekannt.

Die Erpressung setzt voraus, dass es in amerikanischen Sicherheitskreisen tatsächlich ein Vorwissen über den 11. September gab.

Natürlich gab es das, sowie den danach ablaufenden Grabenkrieg zwischen den verschiedenen Geheimdiensten auch. Nehmen Sie nur den Skandal vom Spätsommer 2002, als abgehörte Telefongespräche zwischen Bush und Blair der Presse zugespielt wurden.
Angeblich stammten sie von der IRA, was – wenn das stimmt – der größte Erfolg Gaddafis ever war, auf jeden Fall sind die Gespräche echt.

In dieser Unterhaltung lässt Bush durchblicken, dass die Amerikaner vom Mossad erpresst würden, dadurch dass dieser – allerdings nur um sich aus begründeten Verdachtsmomenten zu befreien, das sage ich – dass der Mossad mit sehr spezifischen Vorwarnungen hinsichtlich 9/11 an das Weiße Haus, die CIA und das US-Justizministerium herum wedelte, denen damals ebenfalls nicht nachgegangen worden war.
Die weitere Verbreitung dieser Information wurde sofort durch eine “D-Notice” von höchster Stelle unterbunden.

Und weiter: Das sogenannte BND-Geheimpapier von April 2002. Das ist von seiner Enthüllungsgeschichte her ganz sicher dubios, aber auch hier stimmen die Angaben inhaltlich und es bestehen wenig Zweifel, dass das Papier wirklich vom Bundesnachrichtendienst aufgesetzt wurde.
Der Inhalt zeigt, dass sich die Deutschen darüber im klaren waren, dass die Bush-Administration die Terrorangriffe vom 11. September zumindest geschehen ließ, um über den Trümmern des World Trade Center eine offensive Kriegspolitik aufzubauen.

Es ist kein Zufall, dass das BND-Papier gerade zu einem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gelangte, als sich die Irakkriegsvorbereitungen auf dem Höhepunkt befanden. Denn das war ein Krieg den Deutschland und Frankreich – das “Alte” Europa wie Donald Rumsfeld herablassend sagte – nicht mitgingen und nicht einmal finanziell unterstützen wollten.
Das war bis dahin noch nicht vorgekommen. Es war die tiefste Krise, die die NATO jemals erlebt hatte. Die Neokonservativen schworen Frankreich und Deutschland bittere Rache.

Viele dieser kriegerischen Neocons wurden nach Ende des Irakkriegs aus den verantwortlichen Positionen entfernt.

Sie wurden aus der vordersten Front genommen. Und auch nur die jüdische Neoconabteilung, bei denen der nahöstliche Bezug nun wirklich nicht übersehen werden konnte. Und auch nur um die an sich schon belasteten transatlantischen Beziehungen nicht noch mehr zu strapazieren.

Real wirkte die aggressive US-Politik noch einige Jahre nach. Den Drohungen folgten ja auch wirklich Taten. Nehmen Sie die antisemitischen und migrantischen Unruhen in Frankreich 2004/2005. Während im Sommer 2003 in Deutschland über das Bestehen einer “Braunen Armee Fraktion” berichtet wurde, die angeblich Bushs Hauptgegenspieler, Bundeskanzler Schröder, durch ein gezieltes Attentat töten wollte.
Wer verkündete das? Der bayerische Innenminister Günther Beckstein, der dafür bekannt ist, dass er das sagt, was das Pentagon ihm einflüstert. Halten Sie das alles für Zufälle?

Bleiben wir doch beim NSU.

Da sind wir längst. Ich beschreibe Ihnen die ganze Zeit über den politstrategischen Überbau, an dem diese Gruppe hängt, und den sie immer wieder nolensvolens bedient.

Wenn Sie dafür wieder ein konkretes Beispiel haben wollen, bitte: 2004, als sich auf diplomatischer Bühne der NATO bereits die Gegenachse Paris-Berlin herausgebildet hat und sich zum Schrecken des Pentagon nach Moskau zu erweitern droht, weg von der Transatlantik, passiert der nächste größere Terroranschlag in Deutschland.
Auch dieser wird später mit der NSU in Verbindung gebracht. Auch dieser wird damals von der amtlichen Politik tief gehängt. Auch hier drängen sich KKK und rechtsgerichtete Neocons – diesmal bei der CIA – als eigentliche Drahtzieher auf: Der Nagelbombenanschlag von Köln. 20 zum Teil schwer Verletzte.

Und nur wenige Monate später, immer noch 2004 spielt der NSU schon wieder in einer deutschen Krimiproduktion mit:

Am 10. März strahlt das ZDF unter dem Titel “Gegen die Zeit” eine Folge der Serie “Küstenwache” aus. In diesem Fall tauchen in einer Pseudo-Akte gleich mal die realen Fahndungsfotos von zwei NSU-Mitgliedern auf: Mundlos und Böhnhardt. Zusammen!
Wie im Tatortfall eigentlich ein Unding, ein produktionstechnisches NoGo.

Und wieder schwimmt die Redaktion. ZDF-Sprecher Gruhne sagt: „Wie diese Bilder in den Film gekommen sind, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen“ – zumal, so heißt es, die Requisiteurin bereits seit Ende 2003 nicht mehr für den Produzenten arbeite. Wahrscheinlich hatte man damals bei den Öffentlich-Rechtlichen kein Telefon zur Hand!

Aber der Knaller kommt noch: Der Requisiteur – bzw. jemand der hier hilfreich zur Hand war – verwendete die echten Geburtsdaten der Zwickauer Terroristen, obwohl diese Information nicht öffentlich bekannt waren. Man fand sie vorher weder in der Presse noch auf den 1998er Fahndungsaufrufen des LKA Thüringer.
Hier gab sich jemand für einen Zehnsekundeneinspieler richtig Mühe, oder?

Und: Um noch einen Augenzwinkerer drauf zu legen acted als dritter AktenTerrorist – mit, Achtung: Beate Zschäpes korrekten Geburtsdaten – eine Frau. Im Film Claudia Schöneberger, aber in der Akte trägt sie den Namen der TV-Darstellerin Barbara Schöneberger, die durch ihre Serie “Blondes Gift” bekannt wurde.

Zusätzlich pikant: Uwe Böhnhardt, unter dem Aliasnamen “Christian Köster” abgebildet, und Uwe Mundlos, mit Realnamen in Großbuchstaben, tauchen in der Fake-Akte als “radikale Islamisten” der “Radikal Islamischen Gruppe” (RIG) auf. Böhnhardt wird als getöteter Bundeswehrsoldat bezeichnet, der Giftfässer aus einem Bundeswehr Depot gestohlen hatte. In der entsprechenden Filmsequenz sucht man Terroristen, die als Käufer für Biogifte in Frage kommen.
Aufschrift der Filmakte: „Vorbereitung von biologischen Kampfstoffen“.

In der Rückschau erahnt man den zwei Jahre später aufgeflogenen Sauerlandfall. Diese Ahnung, um das mal in Anführungszeichen zu setzen, bewegte sich auf hohem geheimdienstlichen Niveau.
Nur die CIA und/oder der Mossad konnten den Sauerlandfall damals schon drehbuchartig im Köcher gehabt haben und imstande gewesen sein, die handelnden Terroristen auch entsprechend auf den Weg zu schicken. Der türkische MIT und die CIA sollten da am Ende aktive Player sein.

Warum haben die Behörden die NSUler nicht schon 2004 verhaftet?

Wofür denn? Für die Bombenanschläge, die im ersten Fall wahrscheinlich nur indirekt und im zweiten gleich gar nicht auf ihr Konto gingen?
Darin war ein kleiner Kreis von Verfassungsschützern eingebunden, zumindest über Wissen. Stellen Sie sich eine Verhaftung vor, nach der die NSUler über ihren feinen Anstellungsvertrag ausgepackt hätten. Eine Katastrophe!

Man hätte sie anderweitig kaltstellen können.

Das setzt voraus, dass die sich keine gescheite Lebensversicherung eingebaut hatten, für solche Fälle. Und jeder von uns würde das tun. Die Terroristen waren ja wie gesagt alles andere als dumm. Die mussten sich absichern.
Was würde ich tun? Aufzeichnungen bei mir tragen und in meiner Wohnung verstecken – was die Brände erklären mag, die eine Vernichtung solcher Beweise bewirken mussten. Ich würde entsprechende Unterlagen bei einem Rechtsanwalt meines Vertrauens unter Verschluss nehmen lassen. Verbunden mit der Vereinbarung, dass der diese öffentlich macht, wenn mir etwas zustößt.

Unfälle oder Herzinfarkte sollen ja auch V-Leute heimsuchen. Wenn Sie in diesem Fall eine spannende Spur suchen, dann finden Sie heraus, welcher Rechtsanwalt am Tag der NSU-Selbstmorde starb, ebenfalls durch Herzinfarkt oder Unfall.
Den Behörden, zumindest den deutschen, waren hier also erst mal die Hände gebunden. So wie in der eigentlichen Dönermordserie, im nächsten Strang, der mit dem NSU nichts zu tun hatte.

Die “Dönermorde”

Inwiefern?

Auch hier, bei den sogenannten Dönermnorden, war der Verfassungsschutz ja die ganze Zeit “am Ball”. Und schritt nicht ein. Das heißt zum Mindesten: vorausgehende und tatbegleitende Mitwisserschaft.
Wie gesagt, es ist ein anderer Fall. Andere Hintergründe. Andere Täter. Die Morde wurden in typischer Mafiaabrechnungsmanier begangen: Jeweils ein gezielter Schuss ins Gesicht. Nachricht “Du hast Deins schon vorher verloren.”

So was ist Sache des türkischen Tiefen Staats. Da spielen Wett/Drogengeschäfte hinein, Schutzgelderpressungen. Es ist die dunkle Alltagswelt der Grauen Wölfe, aber die PKK macht so was ebenfalls. Die starke örtliche Streuung, in der die Taten verübt wurden, alles in Westdeutschland, spricht für einen Auftragsmordprofi.
Dass es diesen im – türkischen – Milieu gab, die nehmen dafür keine deutschen Nazis, und woher der seine Waffe erhielt, dazu komme ich noch.

Die Enthüllung dieses Zusammenhangs war sicher einer der Gründe für die gestageten “Selbstmorde” von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

Aber zurück zum Wesentlichen: Deutsche Verfassungsschützer waren über die Türkenmordserie nahezu ständig im voraus informiert. Praktisch jeder dieser Morde wurde amtlich “begleitet”. Die ganze Zeit über.
Und zwar von immer demselben “Betreuer”, demselben Mann, Andreas Temme, der in erster Linie für den Bereich Ausländerextremismus zuständig ist.

Also PKK und – hier betreute er mindestens einen V-Mann – Graue Wölfe. Was ins Bild passt. Der Punkt ist: Man ließ die Morde allesamt geschehen, griff nicht ein, nahm keine Verhaftung vor. Wobei die Stillhaltemotive auf Seiten der Behörden etwas anders gelagert waren als im Fall NSU.

Die eleganteste Erklärung des Verfassungsschutz für ihr tatenloses Beiseitestehen würde darauf hinauslaufen zu sagen, dass man die V-Männer schützen musste. Man habe kriminalstrategische Gründe gehabt, was bei einer solchen Häufung von Fällen jedoch eine erhebliche Zumutung ist.

Gräbt man tiefer kommen aber auch politisch-exremistische Gründe auf Seiten des angeblich in offiziellen Auftrag observierenden Beamten in Betracht. Und höherenorts steht natürlich der Verdacht der Kompromittierbarkeit und Bestechlichkeit im Raum.

Der Sachsensumpf war ja gerade damals Thema. Und dass im finanziell starken Bereich der Organisierten Kriminalität Staatsbeamte gekauft werden, ist ja auch nicht unbekannt.

Die schlimmste Variante ist der mithandelnde Staat, der mit der Mafia zusammenarbeitet, um selbst Geld zu verdienen, für Schwarze Kassen. Wir zeigen da gern mit dem Finger auf den türkischen Tiefen Staat. Die Frage ist, ob dieser Finger sauber ist …

Trotzdem ist das Fazit bei den Dönermorden das gleiche wie beim NSU-Terrortrio: Ein Quasi-Zusammenspiel des Staates mit Leuten, die man eigentlich nicht frei herumlaufen lassen sollte. Dadurch waren die deutsche Geheimdienstler und ihre übergeordneten ministeriellen Dienstleiter auch hier bereits nach den ersten Hinrichtungen erpressbar.
Und diese Erpressbarkeit erklärt einmal mehr die Vertuschungs- und Schreddermassnahmen nach Auffliegen der NSU-Gruppe, der die Milieumorde in die Schuhe geschoben wurde – mit der sie aber nichts zu tun hatte.

Die Mordserie brach 2006 ein …

Wenn ich einmal einen Vortrag halten sollte nehme ich Sie als Flankengeber mit! Ja, auch dieses Ende ist wieder interessant, so wie das zustande kam, auch dieses Zeitfenster ist wichtig.

Die Dönermorde schienen lange Zeit nach außen hin an sich nichts Ungewöhnliches zu sein. Solche Vorfälle gibt es im Umfeld der südeuropäischen Migration nicht gerade selten. Von daher ist es nicht so überraschend, dass sich die Presse damit lange Zeit kaum explizit auseinandersetzte.

ARD-Krimi "Tatort", Uwe Mundlos, 25.11.2001ARD-Krimi “Tatort”, Uwe Mundlos, 25.11.2001

Doch im April/Mai 2006 passierte das plötzlich: Das Brand Dönermordserie wird geboren. Und obwohl es ganz sicher mehrere solcher Serien gab, konzentrierte sich die Presse nun auf diese eine.
Was an sich erstaunlich ist. Zeitgleich tritt Generalbundesanwalt Nehm zurück, ein geheimdienstkritischer Mann, der unter anderem in Terrorismusfragen sowohl den deutschen als auch westlichen Diensten, auch Politikern wie Rumsfeld, auf die Füße getreten war und der den 11. September als voraussehbar bezeichnet hatte.

Und: Die Medien enttarnen bereits im Juli 2006 unseren Dauerbegleiter Temme, der damals noch anonymisiert ist. Was sie eigentlich, wenn es nicht Nehm war, nur über geheimdienstliche Informanten von außen herausgekriegt haben können, denn dem deutschen Verfassungsschutz muss alles daran gelegen haben, gerade diesen Mitarbeiter aus einer öffentlichen Diskussion herauszuhalten.

Welcher Geheimdienst soll die Affäre publik gemacht haben?

Die meisten deutschen Schlapphüte werden gedacht haben Bush oder Olmert, was beides aus heutiger Sicht nicht wirklich abwegig klingt. Schauen wir tiefer: Die deutsche Regierung hatte gewechselt. Schröder war weg, Merkel hatte übernommen. Bush kam zu einem sehr persönlichen Annäherungsbesuch nach Stralsund, wo noch im selben Jahr die beiden letzten Banküberfälle des NSU stattfanden.
Zumindest werden sie diesem zugeschrieben.

Die transatlantischen Beziehungen waren nicht schlecht. Sie hätten besser sein können, deutlich besser, aber im Vergleich zu 2000/2004 erschienen sie durchaus erträglich.
Interessant ist das engere Zeitfenster: Am 12. Juli begann Israel seinen Krieg gegen den Libanon. Am 13 Juli landet Bush, der Israels Pläne vorab kannte und gebilligt hatte, und es ist klar dass bei dieser Gelegenheit die Nahostfrage sofort oben ansteht.
Nicht ganz ohne Kontroversen.

Am gleichen Tag macht die BILDzeitung mit der Agentenmeldung auf. Das ist kein Zufall. Sondern ein gezieltes Störfeuer gegen die deutsche Regierung. Wer die BILDzeitung kennt weiß, dass es nur amerikanische oder israelische Kanäle sein können, die hier so was inszenieren.
Andere Druckenthüllungen im gleichen Zeitfenster unterstreichen das noch.

Allein in der ersten Julihälfte gab es zwei Fälle, in denen vertrauliche Konferenzgespräche zwischen Politikern an die Öffentlichkeit kamen. Weil die Mikrofone “versehentlich” von Technikern offen oder zufällig in der Nähe abgestellt worden waren. Sagte man.
Aber gegen solche Eventualitäten werden normalerweise strenge Vorkehrungen getroffen. Einmal ein viertelstündiger Streit zwischen US-Außenministerin Rice und ihrem russischen Amtskollegen Lawrow, bei dem es um den Irak ging.
Einmal ein vertrauliches Gespräch zwischen Bush und Tony Blair über die Unterstützung der Hisbollah durch Syrien- ein Dialog der indirekt den fünf Tage vorher von Israel angefangenen Libanonkrieg entschuldigte.
Von daher gehe ich davon aus, dass die Israelis hinter den Enthüllungen standen.

Das im Nachhinein Wichtigste an dem ganzen Zusammenhang aber ist, dass das befremdliche Betreuungsprogramm des Verfassungsschutzes im Mafia-Milieu aufgeflogen war. Die Behörden mussten hier also schnell die Bremse reinhauen, ihre Arbeit reglementieren, das Ganze beenden.
Und so verfuhren sie auch.

Der “Beobachter” Temme wurde umgehend in den Innendienst versetzt, was zeigt, dass er selbst nicht der Täter gewesen sein kann – auch das wurde vermutet – denn sonst hätte man ihn mindestens in den Ruhestand entlassen, so wie man es kurze Zeit darauf mit dem NSU-Trio tatsächlich tat.
Es spricht manches dafür, dass das BfV schon damals die Serientat-Waffe, die Česká, einzog. Das war nicht weiter schwer, Temme kannte ja den bzw. die Auftragskiller.

Damit brachen die “Česká-Morde” an türkischstämmigen Männern, deren letzter im April 2006 stattgefunden hatte, mit einem Schlag ein. Sie war zu Ende. Für immer und ewig. Obwohl sich das NSU-Trio, dem man das nachträglich anlastete, noch weitere fünf Jahre auf freiem Fuß befand.
Sollte vielleicht auch mal jemandem zu Denken geben …

Der Kiesewettermord

Im April 2007 kam aber dann der Mord an der Polizistin Michelle Kiesewetter in Heilbronn.

Das ist zum Teil ein fließender Übergang von den Dönermorden, denn auch hier wird es um den Drogenlastigen Tiefen Staat gehen. Und auch hier, wieder, hält der Zeithintergrund einigen Erklärungsstoff bereit.
Erinnern Sie sich: Temme flog auf, als Israel seinen Libanonfeldzug losschlug und die Deutschen gerade darüber mit den Amerikanern konferierten.

Jetzt eine ähnliche Bühnenlage: Israel drückt auf militärische Schläge gegen das iranische Atomprogramm, wird aber von den Europäern ausgebremst. In Frankreich ist Chirac noch im Amt, von wo aus er sich nach wie vor über Amerikas Einsatz im Irak beschwert.
Ein nuklearer Iran stellt für ihn, wie er das einem Pressevertreter sagt, „keine Gefahr“ dar.

In Deutschland klingt das im Ton abgeschwächter, Merkel hat die transatlantischen Verbindungen wieder angekurbelt, aber in der Sache wird auch hier fleißig auf die Konfiktbremse getreten.
Die Einstellung zum Thema Krieg hat sich seit Bushs Irakabenteuer in Berlin nicht verschoben. Das rot besetzte Außenministerium setzt Frieden obenan, Westerwelle macht es später noch entschiedener in den Fällen Libyen und Syrien. Die Kanzlerin trägt dem Rechnung.

Zum Jahreswechsel 2006/2007 herrscht auf jeden Fall rege diplomatische Betriebsamkeit. Olmert trifft sich mit Bush, Blair besucht das Weiße Haus und Olmert. Blair und Olmert sind die offensive Front. Unmittelbar darauf kommt Merkel nach Washington, Steinmeier und Rice treffen sich in Berlin.
Steinmeier und Merkel sind defensiv. All das vollzieht sich von Dezember bis Januar. Olmert merkt natürlich, dass seine Agenda steckenbleibt. Die Falken in Israel sind sauer auf Bush, dem sie Schwäche vorwerfen.

Tatsächlich gibt es Widerstand in den USA. Am 1. Februar 2007 warnt Ex-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski – die Graue Eminenz der amerikanischen Außenpolitik – vor dem Senatskomitee für Auswärtige Beziehungen vor einem Irankrieg.
Als Türöffner, man halte sich fest, befürchtet er, der nun wirklich ein “harter Hund” ist, einen von interessierter Seite verübten Großanschlags gegen Amerika, dessen Spuren nach Iran gelegt würden.
False Flag Terror. Starker Tobak!

Während die zionistische US-Presse zu der Warnung Brzezinskis schweigt bringt Die Zeit sie noch am gleichen Tag. Was die diplomatische Interessenlage gut veranschaulicht.
Ende März 2007 schnappen sich die Briten die angeblichen Drahtzieher des Londoner Großanschlags von 2005, die aus Pakistan stammen sollen. Das Wort Al Kaida liegt wieder in der Luft – die islamische Generalbedrohung gegen den Westen – als Merkel Tage später, Anfang April, Israel besucht.

Und kaum ist sie wieder zurück hat ein Al Kaida-Tiefstaat Topmann in Deutschland einen Großauftritt, bei dem die Polizistin Kiesewetter unter Observation durch US-Geheimdienstler ermordet wird. Ein paar Tage bevor sie zu ihrer US-Reise aufbricht.

Mevlüt Kar …

Verbindungsmann des türkischen MIT, des amerikanischen CIA, Al Kaidas, der islamistischen Sauerlandbande. Die gerade eine blutige Anschlagsserie gegen amerikanische Ziele vorbereitet. Analog zu Brzezinskis Warnung.

Aber wir dürfen Kar nicht allein von seinen extremistischen Verbindungen her sehen. Er ist auch ein Mann des Tiefen Staats, der türkischen Mafia.
Terror, Mafia und Drogen, das sind Bereiche, die eng miteinander verflochten sind.

Jeder Kenner der Organisierten Kriminalität wird Ihnen das bestätigen. Kar ist hier ein wichtiger, fast zentraler Player. Seine Kontakte reichen zu Al Kaida und nach Afghanistan. Al Kaida steht für Afghanistan und Afghanistan wiederum für Drogenhandel. Mit dem sich Terroristen und Geheimdienste ihre Schwarzen Kassen füllen.
Die CIA hat Al Kaida “gemacht”. Die CIA hatte nach der Besetzung Afghanistans 2001 den dort verbotenen Mohnanbau wieder in Schwung gebracht hatte. Das Land wird daraufhin zum Rohopiumexporteur Nummer Eins. Weltweit.

Und die US-Militärs kontrollieren das. Hand in Hand mit Terrorgruppen. Letztere sorgen für die Transporte auf den türkisch-russischen Lieferwegen. Hand in Hand mit den Mafiaverteilern, wie den Grauen Wölfen. Kar hatte zu allen, zu jeder dieser Stationen, Kontakt.
Und am Tag des Kiesewettermords wäscht er in Heilbronn Geld, das, die Verbindung liegt nun wirklich nicht fern, mit einem Drogengeschäft zu tun hat. Ein Deal, in den dann dummerweise zwei deutsche Polizisten hineinplatzen.

Bis heute gilt der NSU für den Kiesewettermord verantwortlich.

Möglich, aber vergessen Sie das einmal für einen Moment. Das basiert wie fast alles in diesem Fall auf den angeblichen Beweisen, die man 2011 fand.
Auf den Roten Heringen.

Schaun Sie nicht nach oben, nach den Angeln die man Ihnen hinhält, sondern nach unten, dann sehen sie den Grund. Bauen Sie eine Szenerie auf, die Sinn ergibt. Wirklichen Sinn. Halten Sie Ausschau nach Leuten, die beteiligt waren und fragen Sie sich: Warum waren die da, an dem Tag? Was haben die da gemacht? Welche Interessen hatten sie?
Und in welcher Beziehung stand das zu dem Mordfall und der Tatortfrage. Dann kommen Sie weiter. Wenn sich alles in ein logischen Ganzes fügt. Nur dann.

Eröffnen Sie uns den Tatort so wie Sie ihn sehen.

Meine Sicht deckt sich mit den realen Abläufen. Nur dass ihre Logik wesentlich höher rangiert als bei der Verbindung, die gegenwärtig offiziell gezogen wird – einer politisch opportunen Erklärung, die alle vermeintlichen Saubermänner mit einem Schlag entlastet.

Real wissen wir: Am 25. April 2007 zahlte der Sauerländer Terrorpate im Wartestand, Mafiosi und Mehrfachagent Mevlüt Kar zusammen mit einem Spießgesellen bei der Heilbronner SantanderBank 2,3 Millionen Euro ein.
Das war ein klarer Geldwäschevorgang, was selbst die Medien und Behörden heute so sehen. Gehen Sie davon aus, dass der von einflussreichen Leuten gedeckt war, sonst hätte die Bank eine Geldwäscheanzeige gemacht. Aber sie tat es nicht.

Dass sich Mevlüt Kar mit so was auf deutschem Boden umtat, war im Grunde genommen eine Dummheit. Ob die dortigen Behörden das so sexy fanden, steht dahin. Selbst wenn er auf den Payrolls des Verfassungsschutzes stand, was nicht mal klar ist – diese Aktion hätte man auch im Ausland abwickeln können.
Zumal das Geld ja kaum aus sauberen Geschäften stammte. So eine peinliche Kiste hält sich bleiern in den Akten, die bekanntlich nicht allein deutsche Geheimdienstler anlegen.
Der Vorgang erinnert im Ganzen an die Durchschleuseaktion der 9/11-Terroristen, deren Aufenthalt in Hamburg am Ende auch nur Cheneys Neocons zuspielte.

Aber egal. Wer stand hinter diesem Vorgang? Vom Ergebnis her kam es den Israelis zugute, weil, wir werden das noch sehen, es die Türken, Amerikaner und die Deutschen gleichermaßen belastete.
Von Seiten des formalen Anstellungsvertrags her war es aber eine amerikanisch-türkische und wohl auch deutsche Sache. Wir wissen, dass Kar CIA und MIT-Agent war.
Und wir wissen ebenfalls – zwar auch erst durch Veröffentlichungen die Jahre später kamen, aber diese sind aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte glaubwürdig – dass die amerikanische und deutsche Geheimdienstfamilien den Deal mit ihrem Personal begleiteten.

Gegenstand?

Was?

Des Handels!

Ein untergeordnetes Schwarze-Kassen-Geschäft. Die CIA verdient jährlich allein durch die Fernsteuerung Afghanischer Drogengeschäfte Summen, die den Jahresumsatz führender Großunternehmen in den Schatten stellen. Da ist die Summe von Heilbronn nur eine kleinere Tranche, aber trotzdem kommt auch hier am ehesten Drogenhandel als Geschäftsgrundlage in Betracht, ein Gebiet, auf denen sich Kar aufgrund seiner Verbindungen ja auch bestens auskannte.

Nun übergibt niemand eine solche Summe in einem Koffer und sagt „Die Ware kannst Du uns dann irgendwann mal zukommen lassen“. So läuft das nicht im kleinen zwischen Ihnen und mir und natürlich erst recht nicht bei großen Geschäften. Das geht realtime und gleichzeitig. Waren Drogen der Gegenstand, dann wurden die gleich übergeben.
Der Abwickler bekommt das Geld, die Hehler übergeben das gewünschte Produkt, Zug um Zug.

Eine Observation ist da völlig normal. Aus Ausforschungsgründen. Und – wenn die Dienste tiefer eingebunden waren – als Vorsichtsmaßnahme. Schon bei einer halben Million ist die Versuchung groß, statt der vereinbarten Bank das nächste Flugzeug Richtung Rio zu besteigen. Und hier ging es um den fünffachen Betrag.

Und wer handelte mit wem?

Kar, der das Geld einzahlte, ist die eine Seite: Er steht erstens für die Südostschiene der eurasischen Mafia, zweitens für den türkischen Tiefen Staat, drittens für den Islamterror bis in die Gus-Staaten und Afghanistan hinein, mit einer Abzweigung nach Nahost.
Das ist von rückwärts aus betrachtet der klassische Drogenweg. Da bieten sich aus jeder Station Leute an. Für die nördliche Route rechnen Sie auf die Russenmafia, welche die in Usbekinstan, im Pakistianisch-Afghanischen Grenzgebiet operierende Sauerlandlinie kreuzt.

Auf der Südlichen werden Sie die Grauen Wölfe und die Balkanmafia finden. Und genau diese Spuren, Russen- und Balkanmafia, tauchen in Heilbronn auf. Das ist wie gesagt die Verkäuferseite.
Als Abnehmer, als lokale Distributoren, kommen wiederum die Russenmafia und die Grauen Wölfe in Frage.

Die Medien haben auch über den Ku Klux Klan berichtet.

Es soll einige Klanleute vor Ort gegeben haben, darunter Alexander Neidlein sogar im Dienst des Verfassungsschutzes, was die Sache doppelt haarig macht – denn zu Ausforschungszwecken wird das BfV nicht gerade Neonazis zu einer Islamveranstaltung geschickt haben.
Da müssen andere Gründe eine Rolle gespielt haben. Bloß welche?

Die Vorstellung, dass sich der Verfassungsschutz hier an einem Drogen-Geldwäschegeschäft beteiligte, indem er V-Leute vom KKK als Käufer fungieren ließ, ist erschreckend. Aber die Indizienlage spricht dafür.
Ich nennen Ihnen fünf:

1. Der Klan bietet sich durch seine fast schon logenartige Abschirmung nach außen für das Rauschgiftgeschäft geradezu an.

2. Er mischt dort auch bewiesenermaßen mit. Zwar mehr in Amerika. Aber auch in Deutschland, als Schleuse zu den Motorradgangs, Hells Angels und so weiter.

3. Der Klan hat starke Verbindungen in die Geheimdienste. In den USA gleich sowieso, aber in Baden Württemberg, dort wo sich der Kiesewettermord zutrug, lag das nicht anders. Der deutsche Klanableger wurde um die Jahrtausendwende von einem V-Mann des dortigen Verfassungsschutzes gegründet. Wobei der Führer seine Weihe zum Grand Dragon natürlich in den USA erhalten hat.
Aus dem südwestdeutschen LfV heraus scheint es fast eine konspirative Zusammenarbeit mit diesem Mann gegeben zu haben, Warnung vor Telefonüberwachung eingeschlossen.

4. Zwei Mitglieder der KKK-Gruppe in Baden-Würtemberg waren unmittelbare Kollegen der erschossenen Polizistin bei der Bereitschaftspolizei in Böblingen, einer sogar ihr Einsatzleiter am Tag der Banküberweisung.

5. Es waren am 25. April nachweislich KKK-Leute in unmittelbarer Nähe des Mords.

Wie spielte sich der Polizistenmord dann aus Ihrer Sicht im Einzelnen ab?

Der spielte sich ab, nachdem Kar die Bank verlassen hatte. Glaubt man den offiziellen Berichten, dann hatte die Polizistin ihren Streifenwagen an einem abgelegenen Platz gehalten, der für die Hehler bei einer Warenübergabe in Frage kam. Jedenfalls war die Stelle so beschaffen, dass es bei den tödlichen Schüssen keine zivilen Zeugen gab.
Wir wissen also nicht wie es Kiesewetter und ihren Kollegen wirklich erwischte. Sie ist bekanntlich tot, und der Streifenbeamte, der an ihrer Seite war, will, kann oder darf sich an das meiste nicht mehr erinnern.
Wobei hier nachweislich einiges für die Presse zurechtgebogen wurde.

Offiziell heißt es – und man beruft sich dabei auf angebliche Aussagen des Überlebenden – dass die beiden Polizisten ahnungslos im Auto saßen, dass sich dann von hinten zwei Männer genähert hätten, die quasi zeitgleich durch die offenen Fenster auf die Wageninsassen geschossen hätten.
Das Motiv der Tat soll im Diebstahl der Dienstwaffen bestanden haben, die hinterher wirklich entwendet worden sind. Die Ausführenden seien Böhnhardt und Mundlos gewesen.

Aber diese Geschichte ergibt in ihrer grundlegenden Erzählweise keinen Sinn. Warum sollten die NSU-Terroristen von Thüringen bis ins gegenüberliegende Eck der Republik fahren, nur um dort zwei Pistolen zu entwenden, wo sie doch Waffen in verschiedenster Ausführung besaßen?
Warum stahlen sie diese nicht in Thüringen, wo sie wohnten? Warum nahmen sie das hohe Risiko eines Angriffs auf trainierte Polizisten auf sich, wo sie doch viel einträglicher auch ein Waffengeschäft hätten ausnehmen können, überfallserfahren wie sie waren? Warum die Polizisten ermorden, wo es doch infolge der angeblich so trefflich gelungenen Anpirschung möglich gewesen wäre, diese mit ihren Handschellen zu fesseln und sich die Waffen unblutig anzueignen?

Die offizielle Story ist eine hohe Zumutung an den gesunden Menschenverstand.

Sie zweifeln auch den offiziellen Ablauf der Tat an?

Die Tatumstände sprechen dazu, finde ich, eine sehr deutliche Sprache. Schon die Szenerie, so wie sie uns weisgemacht werden soll, hinkt.
Es heißt, die Täter hätten quasi zeitgleich von links und rechts auf die im Auto sitzenden Insassen geschossen.

Dafür gibt es erstens keinen Beweis, denn die Scheiben blieben ganz, angeblich weil die Insassen sie heruntergelassen hatten.
Und zweitens, das ist ungleich wichtiger, gefährdeten sich die vermeintlichen Meuchelmörder damit gegenseitig. Der eine schießt links vom Wagen stehend Richtung rechtem Fenster, der andere rechts nach links. Die Chance, dass eine Kugeln fehl ging oder das Opfer durchschlug und den zweiten Täter erwischte war in dieser Situation sehr hoch.
Tatsächlich heißt es, dass eine Kugel in einem nahegelegenen Trafohäuschen landete.

Und dann: Glauben Sie dass in einem Nest wie Heilbronn am gleichen Tag zwei von einander unabhängige Terrornahe Großereignisse stattfinden, ohne dass da eine Verbindung besteht?
Glauben Sie ein Drogenterrorist wäscht am gleichen Tag Mafiageld in Millionenhöhe, während kurz danach und nur wenige Blocks entfernt Polizisten beschossen werden, nur weil zwei Neonazis auf die Idee kommen, gerade ein paar zusätzliche Polizeiwaffen zu benötigen, natürlich aus Heilbronn?
Kommen Sie, wir sind doch erwachsene Menschen!

Teil I

Teil III

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Quelle: http://rotefahne.eu/2014/01/nsu-der-fall-hat-aussenpolitische-hintergruende-2/