Morbus ignorantia - Krankheit Unwissen

Von Hans Püschel

Paßt das zusammen? Nein, nie-, nie-, niemals, aber es wird gemacht. Man möchte es herausschreien! Seit Jahren, gar verstärkt und mit allen großen Künstlern. All die kleinen Regisseure von heute meinen, sie müßten uns zeigen, wie die Großen von einst ihr Werk verstanden wissen wollen.
Man sitzt erwartungsvoll im ehrwürdigen Hause, schon ganz gefangen im Zauber, den Semper einst gestaltet hatte. Dann setzt das Wunder Verdischer Musik ein. Ich habe keine große Ahnung von Musik aber spüre förmlich, wie der zerreißende, wundersame Klang – es müssen die Geigen sein mit ihrer leise schwellenden melodiösen Dissonanz – einem Herz und Sinne aufschließt, gefangen nimmt, machtlos macht. Haus und Musik werden eins, mal ganz leis und mal ohrenbetäubend füllend, zu einem tief beeindruckenden Erlebnis.

Dann öffnet sich die Bühne – und es ist wie ein Faustschlag!
Eine graue Häßlichkeit, die da aufzieht. Alle Spieler in Alltagsklamotten. Das Bühnenbild sind…

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