Es ist für uns alle ersichtlich, dass wir nun an einem Scheideweg der Geschichte unseres geliebten Vaterlandes Ukraine stehen. Wir alle sind nicht nur Zeugen dieser großen Umwälzungen, sondern dürfen auch Teil daran haben. Die meisten von uns haben zudem die Pflicht tatsächlich auch aktiv daran Teil zu nehmen. Aus diesem Pflichtgefühl heraus wende ich mich an Euch, meine ukrainischen Brüder und Schwestern. In Liebe zu Gott und der ukrainischen Heimat wurde ich von meinen Großeltern in der Diaspora erzogen. Mit der Aufnahme bei den Kosaken habe ich den Eid geleistet den heiligen orthodoxen Glauben und das ukrainische Volk, sowie die Freiheit und die Unabhängigkeit der ukrainischen Nation zu verteidigen.

Und genau diese Freiheit und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes ist derzeit wieder einmal bedroht.

Wie schon oft in unserer Geschichte versuchen fremde Mächte sich der Ukraine zu bemächtigen und das ukrainische Volk in Unfreiheit zu versetzen.

Eine diesbezügliche Macht ist Russland. Wir wissen alle aus der Geschichte, dass ein Teil der Ukraine lange Zeit von Moskau regiert wurde. Spätestens mit der Zerstörung der Zaporožer Sič 1775 wurde die Russifizierung immer erdrückender. Und so wurde 1793 die Ukraine vollständig zu einer Kolonie Russlands. Doch der ukrainische Geist konnte nie vollständig vernichtet werden. Der erste freie ukrainische Staat der Neuzeit mit der Unabhängigkeitserklärung vom 12. Januar 1918 und der Vereinigung beider ukrainischen Staaten am 22. Januar 1919 fand sein jähes Ende in seiner Aufteilung zwischen Polen und Russland am 18. März 1921. In beiden Teilen wurden die Ukrainer unterdrückt. Wir alle wissen von den Säuberungen im sowjetischen Teil und seinem Höhepunkt, dem Genozid am ukrainischen Volk. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass die Bolschewiken nicht gleichzusetzen sind mit den Russen. Und wir wissen, wie schwer sich das heutige Russland mit einer vollständig freien und souveränen Ukraine tut. Es ist daher richtig, sich allen Bestrebungen Russlands zu widersetzen, sich in innerukrainische Angelegenheiten einzumischen. Nur das ukrainische Volk und seine Regierung haben das Recht für sich Entscheidungen zu treffen.

Es ist eine philosophische Frage inwieweit die Welt dual geprägt ist. Derzeit wird die Ukraine vor die Wahl gestellt, entweder Russland oder die EU. Die Argumentation der Gegner der dualen These führt uns dahin, dass es mindestens drei Wege gibt, nicht nur zwei. In diesem Fall gibt es auch hier einen weiteren Weg, nämlich den ukrainischen. Und auf diesem Weg ist es völlig legitim, sowohl mit Russland, als auch mit der EU Verträge zu schließen, wenn sie im ukrainischen Interesse, zum Wohle der ukrainischen Nation und des ukrainischen Volkes sind, ohne sich einer Macht unterzuordnen. Folgen wir allerdings den Anhängern der dualen Welttheorie, so müssen wir die Dualität auch richtig erkennen. Sie ist nicht, wie uns glauben gemacht wird, die Entscheidung zwischen Russland und der EU, sondern die Entscheidung zwischen Fremdherrschaft und Freiheit. Denn um nichts anderes geht es in den derzeitigen Fragen. Es geht um die Freiheit der Ukraine!

Wollen wir denn tatsächlich glauben, dass die EU die Freiheit der Ukraine fördert? Glauben wir tatsächlich, dass die EU nur Gutes für die Ukraine im Sinn hat und völlig aus Nächstenliebe handelt? Nun ja, es steht zwar Weihnachten vor der Tür, doch in der großen Weltpolitik gibt es keine Geschenke zu verteilen. Schauen wir doch einfach nur einmal kurz in die Geschichte der „westlichen“ Nationen. Wann und in welcher Form spielte die Ukraine dort eine Rolle? Beschränken wir uns nur auf das 20. Jh.

Noch während des russischen Bürgerkrieges entsandten Frankreich und England Truppen nach Russland und die Ukraine um ihre Interessen in Russland zu wahren und eine weitere Annäherung der Sowjets mit den Mittelmächten zu verhindern. Die Ukraine und ihr Kampf um Unabhängigkeit spielten dabei keine Rolle, ganz im Gegenteil. Das alte Russland sollte unterstützt werden, um den Kampf mit den Mittelmächten weiterzuführen. Eine freie Ukraine war dabei nur störend und für das Unterfangen gefährlich.

Der Holodomor (stalinistischer Völkermord am ukrainischen Volk) war allen westlichen Demokratien seinerzeit bekannt. Und die Reaktion? Keine! Das Leid der Ukrainer war ihnen völlig egal. Sie sahen zu und es war ihnen auch nicht Wert darüber zu berichten. Auch heute ist dieses Thema nicht allzu beliebt bei den westlichen Staaten. Der Genozid wird verharmlost, wenn er denn genannt wird. Auch sind öffentliche Veranstaltungen ukrainischerseits nicht unbedingt gewünscht. Wir, das DUZ e.V., haben als einer der wenigen Vereine in Deutschland eine Ausstellung vor 5 Jahren dazu organisiert und erfolgreich durchgeführt. Dies gegen alle Widerstände. Die größte lokale Zeitung schreckte noch nicht einmal vor der Lüge zurück, die Ausstellung würde nicht statt finden. Dies am Tag der Ausstellungseröffnung!

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges lieferten englische und amerikanische Truppen eiskalt ukrainische Freiheitskämpfer und Kosaken den Sowjets aus. Genau wissend, dass ihnen der sichere Tod bevorsteht. Selbst junge Mädchen und junge Männer, welche in den DP – Lagern als ehemalige Zwangsarbeiter untergebracht waren, wurden den kommunistischen Mörderbanden ausgeliefert. Es waren unsere ukrainischen Ahnen, welche aus Fenstern und unter fahrende westalliierte LKWs sprangen, um den Sowjets nicht in die Hände zu fallen.

Und diese Staaten sollen sich heute ernsthaft für die Ukraine interessieren?

Mit Sicherheit ja, allerdings nur in ihrem Interesse. Es geht um Macht und um die ukrainische Erde. Diese darf per Gesetz nicht an Ausländer verkauft werden. Als EU-Mitglied, müsste die Ukraine dieses Gesetz fallen lassen. Es geht um neue Märkte. Die Wirtschaft der EU braucht freien Handel um zu überleben. Es geht um billige Arbeitskräfte. Genauso wie Osteuropäer nach Westeuropa kommen um zu arbeiten, werden die Ukrainer ziehen müssen. Denn das einzige, was europäischer Standard wird, sind die Preise. Die Löhne bleiben so niedrig, wie jetzt. Sicher sind die Lohn- und Preisverhältnisse auch jetzt sehr schlecht. Doch überleben viele Ukrainer mit weiterem Privathandel, Beispielsweise mit dem Verkauf von Selbstangebautem oder Privatarbeiten. Dies wird in der EU verboten sein. Und vergessen wir doch nicht die Geopolitik. Wie würden sich die USA freuen in einem ehemaligen Sowjetstaat Armeebasen aufbauen zu können. Direkt vor der Haustür Russlands. Denn eines müssen wir wissen: die EU und die USA gehören zusammen. Die BRD als Motor der EU ist noch immer besetztes Feindesland der USA.

Weiter ist es sehr interessant, wie die EU bereits jetzt mit der Ukraine umgeht. Nur wenn die Ukraine Vorgaben bedingungslos umsetzt, kann sie näher mit der EU zusammenarbeiten. Hierzu gehört die Freilassung einer rechtmäßig verurteilten Person. Man kann zu Julia Timoschenko stehen wie man will, doch Fakt ist, dass sie sich auf Kosten des ukrainischen Volkes um Millionen bereichert hat. Das ist schlichtweg Betrug am eigenen Volk. Sicher laufen heute noch genug andere Verbrecher frei rum. Böse Zungen behaupten, dass man diese sogar im Parlament vorfindet. Doch was ist das für eine Logik, nur deswegen eine Freilassung zu fordern, weil andere noch frei herumlaufen? Nach dieser Logik darf niemand mehr verurteilt werden, da immer irgendjemand frei herumläuft. Das ist absolut abstrus. Der richtige Weg ist der Versuch der Verurteilung aller, die sich etwas zu Schulden haben kommen lassen. Hier ist nichts anderes als der Versuch zu sehen, in ein rechtsstaatliches Justizsystem einzugreifen. Diesen Eingriff gilt es zurückzuschlagen. Ehren wir denn nicht einmal mehr unsere eigenen Gesetze? Das Vorgehen der EU ist in diesem Fall schlichtweg Erpressung. Das ist keine Basis einer zukünftigen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Und dieser Verteidigungsakt des ukrainischen Parlaments wird verdreht als Ablehnung zum Assoziierungsabkommen. Das erniedrigende Verhalten der IWF in den letzten Jahren ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Ukraine derzeit nicht auf Augenhöhe gesehen wird. Aber nur so können Verträge erst geschlossen werden.

Wieso glauben nun doch viele an die guten Absichten der EU? Weil man das glauben will und weil es glauben gemacht wird. Es sind einfachste Prinzipien der Massenpsychologie. Ein wichtiges Element sind Emotionen. Mit antirussischen Parolen werden patriotische Gefühle entfacht. Ein Gegner wird so hervorgehoben, dass der andere verschwindet. Diese Gefühle werden so angeheizt, dass eine Reflexion gar nicht erst statt finden kann. Und dies funktioniert in patriotischen Kreisen sehr gut. Doch hier kann ich nur warnen. Gute Patrioten wurden von den Amerikanern in der Nachkriegszeit immer nur missbraucht. Schauen wir uns doch nur mal die NATO „Stand – Behind – Armeen“ an. Diese wurden in ganz Westeuropa aufgebaut, um bei einem sowjetischen Einfall hinter den Linien Sabotageakte durchzuführen. Geführt wurden sie vom MI6 und der CIA. Vielleicht sind sie dem Einen oder Anderen besser unter „Gladio“ bekannt, dem italienischen Arm dieser NATO Geheimarmee. (weiterführende Literatur z.B. Daniele GanserNATO-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. orell füssli Verlag, Zürich 2008).

Rekrutiert wurden hierfür hauptsächlich „rechtsradikale“ und „neofaschistische“ Gruppierungen. Diese galten als 100%ig antikommunistisch. In der BRD war dies z.B. der Bund Deutscher Jugend (BDJ). Diese Gruppierungen wurden aber genauso schnell wieder fallen gelassen, wenn sie keinen weiteren Nutzen im Sinne der NATO mehr hatten. Und was passiert derzeit in der Ukraine? Geht es da nicht auch darum, dass die Ukraine an die NATO gebunden werden soll?

Wieso werden bereits jetzt ukrainische Patrioten in die rechtsextreme Ecke gestellt? Damit sie später leichter abgeschaltet werden können. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Und wie weit der Westen bereits jetzt mit Größen der ukrainischen Kultur geht, zeigt das Beispiel der Wiener Universität. Von der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und dem Mauthausen-Komitee wurde die Ehrentafel von Iwan Franko kritisiert. Er sei ein Wegbereiter des Holocaust gewesen.

Ein weiteres wichtiges Element der Massenpsychologie ist das Entfachen des Gedankens in der Bevölkerung, dass sie durchschnittlich sei. Damit sollen Normalitäten geschaffen werden. Der Glaube an höhere Möglichkeiten des eigenen Volkes soll dadurch zerstört werden. Und man hört doch schon jetzt, dass die Ukraine Führung von außen bräuchte, da sie mit ihren Problemen alleine nicht klar kommen könne. Gewiss, es gibt Schwächen in der Ukraine. Und ich möchte auch nicht leugnen, dass es auch in den politischen Strukturen Schwächen geben mag. Seien es Personen, welche sich durch die Politik nur selbst bereichern wollen, oder gar ganze Seilschaften, welche von bösen Zungen auch als Art Mafia beschrieben werden.

Doch, meine lieben Freunde, Ich lasse mir kein Minderwertigkeitsgefühl einimpfen! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Volk, welches Geister wie Hl. Wolodymyr I. Den Großen, Jaroslav den Weisen, Bohdan Chmelnyckyj Taras Ševčenko, Nikolai Hohol oder den Metropoliten Šeptyc’kyj hervorgebracht hat, nicht in der Lage sein sollte, seinen eigenen Staat, den es in jahrhundertelangen Kämpfen endlich errichtet hat, selber zu führen.

Nein! Ich glaube an das ukrainische Volk! Ich glaube an die ukrainische Nation und ihre Zukunft! Wir brauchen keine Fremdherrschaft von außen! Komme sie von Moskau, Brüssel oder Washington. Was wäre das Blut unserer Väter und Großväter wert, würden wir die Souveränität unserer Ukraine an Brüssel abtreten? Sie kämpften für die Freiheit, für die Unabhängigkeit unserer Ukraine. Wer will es denn da zulassen, dass sie wieder verlorengeht?! Wir haben unser Heil nicht in leeren Versprechungen von außen zu suchen. Dieses finden wir nur in unserer Arbeit, unserem Dienst für die Ukraine. Ein jeder von uns kann seinen Beitrag dazu leisten, die Ukraine in eine freie und bessere Zukunft zu führen. Lasst uns also gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und die Freiheit der Ukraine bewahren!

Großer und einziger Gott, schütze unsere Ukraine!

Quelle: Die EA – Artikel: «10 Gründe warum die Ukraine nicht der EU beitreten darf»

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Weitere Informationen & Aktualisierungen:

7. Mai 2012 – Der Fall der Julija Timoschenko

27. Februar 2014 – Beste Analyse der Geschehnisse vom Maidan in Kiew

28. Februar 2014 – Ukraine: Westliche Brandstifter als Biedermänner

28. Februar 2014 – Die Klitschko-E-Mails

1. März 2014 – Karneval auf der Krim

5. März 2014 – Die mediale Schlammschlacht – keine Fakten, keine Beweise…aber Lügen ohne Ende!

6. März 2014 – Vladimir Putins Einschätzung der Lage

6. März 2014 – Bisher bekannte Fakten des Maidan + Update: Bandera und der OUN

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