…oder Nazi-Spaß am Sonntag

Danke an Svea für den Hinweis      (Spaß muß auch mal sein… — und DAS  hat regelrecht danach geschrien, verhunzt zu werden!) Schilder abfahrt

.  .  .  .  .  .  .  .  .

Matrix2

Umgang mit rechtsextremen Studenten:  „Von Hetzjagden halte ich nichts“ (SZ v. 22.11.2013)

An der Uni Hannover wurde jüngst eine Studentin als NPD-Aktivistin geoutet.smiley1933.gif

„ExPerte“

Konfliktforscher Andreas Zick(e) über den schwierigen Umgang mit recht(mäßig)en Studenten — und warum deren Studienwahl Anlass zur Sorge gibt 

Von Antonie Rietzschel

.

Rechtsextremismus ist für Andreas Zick nicht nur ein theoretischer Untersuchungsgegenstand. 68er KochbuchDer Leiter des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld und seine Kollegen müssen sich mit dem Thema auch in der Realität auseinandersetzen. Im Wintersemester 2009/2010 wurde ein Studierender als hochrangiges Mitglied der Kameradschaftsszene öffentlich geoutet. Seitdem wurden weitere Fälle bekannt. Und die Uni Bielefeld steht mit diesem Problem nicht allein da, wie ein aktuelles Beispiel aus Hannover zeigt.

SZ.de: Vor wenigen Tagen wurde eine Studentin der Uni Hannover als NPD-Aktivistin geoutet. Antifa3Unbekannte hielten in einer Vorlesung ein Schild mit der Aufschrift „Die Uni hasst dich“ hoch und deuteten mit übergroßen Pfeilen auf die 23-Jährige. Ist das der richtige Umgang mit Rechtsextremen in Hörsälen?

Antifa6

„Aktionen“ – Antifa

Andreas Zick: Ich kann durchaus den Impuls zu einer solchen Aktion verstehen – von Hetzjagden halte ich jedoch nichts. Wir hatten vor drei Jahren an unserer Uni in Bielefeld eine ähnliche Situation, als bekannt wurde, dass ein vom Ver­fassungsschutz beobachteter Kamerad bei uns Rechts­wissenschaft studiert.

„Steckbrief“
(„klick“=vergrößern)

Damals kursierten dann auch Steckbriefe. Aber diese Art des Umgangs ist aus meiner Sicht nicht besonders wirkungsvoll.

Weil selten nur eine einzelne Person das Problem ist?

Richtig. Es gibt immer auch ein Umfeld, das solche Einstellungen unterstützt — selbst in höheren Bildungseinrichtungen.

Sie spielen auf Gruppierungen wie rechte Burschenschaften an?

Nein, ich spreche von ganz normalen Studenten, die sagen:

...

„irgendwie“ – hahaha!

„Irgendwie haben die doch recht!“

Bildung schützt nicht vor Vorurteilen…  (…aber auch nicht vor Dummheit:) 

„Politische Dummheit kann man lernen, man braucht nur deutsche Schulen zu besuchen. Die Zukunft Deutschlands wird wahrscheinlich für den Rest des Jahrhunderts von Außenstehenden entschieden. Das einzige Volk, das dies nicht weiß, sind die Deutschen.” – Der Londoner Spectator, 16. 11. 1959

…, auch Menschen mit Abitur oder einer Hochschulausbildung können für neue Formen des Antisemitismus   anfällig sein. (…oooch, — und was ist mit der alten Form? Die war doch noch gut genug:smiley3754.gif)

Wir als Gesellschaft müssen aufpassen, dass sich bei uns keine menschenfeindliche Kultur einnistet – die Unis sind dabei nur eine mögliche Brutstätte. Dagegen helfen aber nicht vereinzelte Aktionensmiley4075.png, die sich mit Rassismus oder Zivilcourage beschäftigen und auf wenige Fakultäten begrenzt sind.

Sondern?

PoliticalCorrectness

Erstsemester

ShutUpAn der Uni Bielefeld haben wir fächerübergreifend eine ganze Veranstaltungsreihe initiiert. Angefangen haben wir mit einer Kampagne für alle Erstsemester. Wir haben Postkarten verteilt und Buttons mit der Aufschrift „Uni ohne Nazis“. Den Neuen sollte vermittelt werden, welche Normen (=Gesinnung) an dieser Universität herrschen. Jetzt planen wir eine Ringvorlesung. Für Dezember haben wir einen Opferanwalt  (Bunte / Farbige laola-welleMultikulti) aus dem NSU-Prozess eingeladen.

NSU (

(„klick“)

Darüber hinaus wollen wir uns mit dem Alltag der Studenten beschäftigen. Gemeinsam mit dem Projekt „Netz gegen Nazis“ planen wir Lehrgänge dazu, wie man Rechtsextremismus und Rechts-populismus im Internet begegnet.

Warum ist diese Auseinandersetzung an der Universität wichtig?

Die fünf Rechtsextremen (=smiley1927.gifsmiley1927.gifsmiley1927.gifsmiley1927.gif+smiley1933.gif), die hier studieren und mittlerweile geoutet wurden, versuchen, diesen Raum zu erobern. Sie machen Fotos vor dem Asta mit erhobenen Daumen. Nach dem Motto: Seht her, auch hierher haben wir es geschafft! smiley61.gif Das hat weitreichende Konsequenzen („Konzikwensen“ – lt. Steckbrief). d1587-ynetnewsWas bedeutet das zum Beispiel für Studenten, die keine weiße Hautfarbe haben? :smiley4270.gif   Was bedeutet das für den Versuch, die Universität auch für ausländische Gäste zu öffnen? smiley4018.gif  Die Hochschule muss zeigen, dass sie diese Feindseligkeiten nicht duldet. ->smiley2968.gif

Rechtsextreme und Studium – ist das eine Verbindung, die noch überrascht?

Ja, die erste Reaktion der Leute ist immer: Dürfen die das denn?  ()nicken, lächeln, Arschloch

Die Antwortet lautet wahrscheinlich: ja. 

Jeder hat ein Recht auf Bildung. Wir werden ja überhaupt nur auf solche Studenten aufmerksamsmiley136.gif, die geoutet werden oder ihre Gesinnung selbst durch ein entsprechendes Verhalten zum Ausdrucksmiley371.gif bringen. Aber selbst wenn eine rechtsradikale Einstellung offensichtlichsmiley153.gif ist, können wir im Uni-Alltag kaum etwas unternehmen. Ich kann eine Vorlesung nur in bestimmten Fällen ausfallen lassen. Beispielsweise wenn ich mich als Dozent konkret bedrohtsmiley5166.gif fühle, weil gegen einen meiner Studenten ermittelt wird. (Hä?Warum?) Aktuell entwickeln wir ein Training, das Dozenten darin bestärken soll, Gefühle von Angst nicht als Schwäche zu interpretieren (sondern…?), und sie ermutigen soll, sich bei diskriminierenden Äußerungen Unterstützung zu holen.smiley5838.gif

Vollpfosten-Regel

Vollpfosten-Ordnung

Außerdem diskutieren wir darüber, wie viel sich ein Lehrender gefallen lassen muss und ob wir vielleicht die Hausordnung ändern. (Kein Zutritt für Weiße?)

Wie reagieren die rechtsextremen Studenten auf die klare Haltung der Universität? 3D Smileys po

rechtsradikalNach der Erstsemester-Aktion haben sie die Facebook-Seite der Uni mit diskriminierenden Äußerungen überzogen. Bei Vorlesungen setzen sie sich geschlossen in die erste Reihe – ein Versuch der Machtdemonstration und Einschüchterung.smiley1365.gif Und sie sind nicht alleine. Sie haben Freunde und Freundesfreunde. Stellen Sie sich vor, Sie haben während einer Vorlesung der Rechtswissenschaft zum Thema Extremismus diejenigen vor sich sitzen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden.31-10.gif

(Highlight:)

So wie Bildung einen nicht vor Vorurteilen schützt, kann sie auch missbraucht werden. Was ist gefährlichersmiley455.gif: Ein gebildeter oder ein ungebildeter Rechtsextremer?smiley403.gif

Rote 2-34Die Mischung ist das Problem. Auf der einen Seite stehen Parteisoldaten, die um die Straße kämpfen. Auf der anderen die Gebildeten, die mit Propaganda um die Köpfe kämpfen.smiley191.gif Eine ganz klare Strategie der rechten Szene. (… – smiley3109.gifEinfach mal die Frrr…!)

Der Advokat

Der Advokat
(Angst vor „Gegenwind“?)

Auch im Fall der rechtsextremen Studenten in Bielefeld muss man sich fragen, ob da nicht eine Strategie dahinter steckt. Sie studieren ja nicht irgendwas – sie studieren das deutsche Recht. Sie wollen Rechtsanwälte werden und vielleicht auch in Behörden rein.smiley7251.gif

Kann die Universität umgekehrt eine Chance für Rechtsextreme sein, ihre Ideologie abzulegen?

Migranten2

„Kultur-Bereicherer“…
…zum Auseinandersetzen
-> eine ganz neue Herausforderung!

smiley2451.gifSie ist eigentlich der perfekte Ort dafür – denn in der Wissenschaft gibt es nicht die eine Wahrheit. Sie ist frei von Ideologie.smiley744.gif Auch die Auseinandersetzung mit neuen Menschen und Gedanken kann helfen.

3D Smileys naseborenWas würden Sie der Universität Hannover für den weiteren Umgang mit der NPD-Aktivistin raten?

Die Uni sollte sich überlegen, was Konsens (=Gleichschaltung) ist. Ist es eine individuelle Personenverfolgung (Lehrt nichts den Nazis!smiley1928.gif) – oder will man nicht was anderes? Gegebenenfalls muss die Hochschule ein Forum schaffen, in dem über gemeinsame Werte diskutiert wird,Blaue vergiss-es und auch die Frage nach dem Umgang mit jenen gestellt wird, die diese nicht achten.    Auch eine Uni muss sich schließlich politisch weiterbilden.   smiley1735.gifsmiley5621.gif 

arschlöcher (1a)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

TextQuelle: süddeutsche.de/bildung/umgang-mit-rechtsextremen-studenten-von-hetzjagden-halte-ich-nichts-1.1822989

Advertisements