DAS VOLK STEHT ÜBER DEM STAAT!

Generalmajor Otto-Ernst Remer

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Generalmajor Otto-Ernst Remer

Schon der Grieche Heraklit sagte ,,panta rei“ („alles fließt“) und meinte damit auch eine ständige Weiter- und Höherentwicklung der Menschheit. Die Menschheit aber ist in Völker gegliedert, und uns liegt besonders am Herzen die Weiter- und Höherentwicklung unseres Volkes, das zu den wesentlich kulturtragenden Nationen dieser Erde gehört.

Nicht die künstlich und willkürlich errichteten deutschen Teilstaaten in Bonn, Ost-Berlin und Wien können für uns Deutsche Maßstäbe für unser nacktes Überleben und dem sich daraus resultierenden politischen Handeln Zeichen setzen, sondern ausschließlich unsere Rückbesinnung auf unsere geistige, kulturelle und seelische Herkunft – also auf unser deutsches Volkstum – allein zu erfassen durch eine Gesamtschau.

Wir brauchen in dieser Zeit der Not und Demoralisierung aller uns angestammten und heiligen Werte nicht zu verzagen und mutlos zu werden. Das Schicksal hat uns vor rund 180 Jahren, zu Zeiten Napoleons, und nach dem 1. Weltkrieg schon ähnlich schwere Zeiten beschert, die wir bewältigt und überstanden haben; ja kraftvoller als zuvor daraus hervorgegangen sind. Das sollte uns zuversichtlich stimmen und uns Mut für die Zukunft machen.

Aus der Geschichte wissen wir, daß ein Volk immer jeweils so gut oder so schlecht ist wie seine jeweilige Führung. Noch niemals ist Geschichte von sogenannten Intel­lektuellen, die nur aus einer auseinanderstrebenden Detailschau, mit einem Sezier­messer in der spezialisierten Hand, Geschichte gemacht worden, sondern von der Vorsehung begnadeter Männer. Das heißt von einer kleinen Elite, die sich ihrer Aufgabe das Wesentliche, das Ganze zu sehen, zu erkennen und zu gestalten, bewußt waren und sich dieser schweren Aufgabe ohne Wenn und Aber verantwortungsbewußt und gläubigen Herzens unterzogen. Zu dieser Aufgabe sind wir auch heute aufgerufen. Wir können und werden vor der Geschichte und vor allem vor unserer Jugend nur bestehen, wenn wir uns heute erneut aufraffen und bereit sind, Herr der anstehenden Probleme zu werden.

Welches aber sind die Aufgaben, die es vorrangig anzupacken gilt? Diese sind in erster Linie geistiger Art. Eine Wende, eine Erneuerung muß fortschrittlich sein. Sie muß zukunftsweisend sein und mit den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaften, vor allem der Naturwissenschaften – angefangen bei der Vererbungslehre, über die Verhaltungsforschung bis hin zur Monokularbiologie und der Chemie und Physik – übereinstimmen. Gelingt es uns diese heute wissenschaftlich anerkannten Grundsätze anzueignen und danach zu leben und zu handeln, sind wir die Fortschrittlichen — und unsere Gegner, die in alten Gedankengängen und überholten Traditionen befangen sind, die Reaktionäre. Wir haben heute die einmalige Chance, bisher Geglaubtes und Gelehrtes ad absurdum zu führen und uns selbst durch Kenntnisnahme und Begreifen neuzeitlicher Erkenntnisse zum Bannerträger der neuen, anbrechenden Zeit zu machen.

Dazu sind wir alle, die unser Vaterland lieben und an seine Zukunft glauben, in letzter Stunde aufgerufen, wenn wir nicht mit den durch lebensfeindlichen und den sich als falsch erwiesenen Ideologien mit in das Chaos und den endgültigen Untergang hereingerissen werden wollen.

Die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse besagen, daß unsere heute so wichtig genommene Erde und damit unser Lebensraum als besonderer Himmelskörper vor rund 5 Milliarden Jahren entstanden ist. Aber erst vor 1 1/2 Milliarden Jahren bildete sich als Voraussetzung für höheres Leben unsere Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre. Immerhin dauerte es dann 1 Milliarde Jahre, bis Landtiere vor 400 Millionen Jahren und Säuger erst vor 200 Millionen Jahren auftreten konnten. Bekanntlich trennte sich erst vor 20 bis 25 Millionen Jahren im Verlauf dieser Entwicklungsgeschichte der Vormenschzweig vom Menschenaffen. Anders als es die christliche Schöpfungsgeschichte wahrhaben will, leben seit 6 Millionen Jahren als Menschen anzusprechende Wesen. Aber erst mit der Jungsteinzeit vor 10.000 Jahren setzte auf unserer Erde zunächst eine nur langsam, dann aber immer schneller fortschreitende Kultur- und Zivilisationsentwicklung ein, bis hin zum heutigen verhängnisvollen Atom- und Neutronenzeitalter.

Das hat nunmehr zweifelsohne zum Kult des Intellektes unter Mißachtung des geistig-schöpferischen, des seelischen, des instinktiven, sowie des körperlich-biologischen Aussagewertes des menschlichen Individuums geführt. Diese katastrophale und instinktlose Mißachtung der grundlegenden Gesetze unseres Lebens, mit den wis­sen­schaftlich widerlegten Irrlehren des Christentums und anderer Religionen, die den Körper von seinem Geist und seiner Seele zu trennen versuchen, aber ebenso mit der Irrlehre des Liberalismus und in Umkehrung in seinem Gefolge die Lehre des Marxismus machen es der heutigen Menschheit – insbesondere uns Deutschen – so schwer, wieder zu einem notwendigen, erträglichen und lebenswichtigen Menschen- und Weltbild zurückzufinden.

Das sicherlich begrüßenswerte Zeitalter der Aufklärung hat zweifellos eine Befreiung und Ausweitung des menschlichen Geistes von Unmündigkeit und Fremdbeeinflußung erreicht. Aber ebenso nachteilig hat sie einen überdosierten Kult des Intellektes her­vorgebracht, der zur Vernachlässigung der Gesamtschau und der Überbewertung des Details geführt hat.

Dieses alles hat letztlich kein Fundament mehr, läßt eher die Menschen unsicher werden und die Angst vor der nicht mehr überschaubaren Zukunft aufkommen. Sinn und Hauptzweck unseres Lebens in Verantwortung für kommende Generationen muß daher die Wiedererweckung des Selbstbehauptungswillens sein. Nur so haben wir auch Chancen für ein Überleben.

Nun darf man die Gefahr einer möglichen Vernichtung unseres Volkes nicht allein von der militärischen Seite aus betrachten, wie unsere Friedensfreunde es tun und damit ohne geistige Grundlage dastehen. Viel wichtiger ist die Gefahr, die wir aufgrund falscher Erkenntnisse und Lebensformen über uns selbst heraufbeschwören, indem wir uns – dank unserer lebensfeindlichen Umerziehung – immer mehr von den eigentlichen Quellen unserer Kraft entfernen.

Wir haben die Gesetze des Lebens zu beachten, die allein die Wahrheit beinhalten. Wir dürfen uns nicht durch Ideologien und Weltanschauungen, die auf Irrtümern und Trugschlüssen beruhen, irre machen lassen. Hier können uns die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften, wie z. B. die biologische Anthropologie des Heidelberger Philosophen Hans-Georg Gadamer richtungsweisend sein, der uns unwiderlegbare Fakten gegen die heute herrschenden, lebensfeindlichen Ideologien in die Hand gibt. Nur muß man sich heute darüber im klaren sein, daß ein neues Menschen- und Weltbild letztlich aus der Gesamtschau, aus ethischen, sittlichen und religiösen Bereichen kommen muß.

Zunächst müssen wir uns darüber klar werden, daß nicht die „große Welt“ mit ihrem Versprechen auf Glück und die Zukunft unseren Erwartungen auf das wahre Glück und eine hoffnungsvolle Zukunft Verheißungen bringen kann. Nicht weltbeglückende Menschheits- und Menschheitswürdeideen sind es, die uns ein Überleben garantieren. Sie werden nur benutzt und von denen in den Mund genommen, die mit ihren, den Menschen innewohnenden Raubtierinstinkten uns zu beglücken versuchen, aber dafür um so mehr unterdrücken und herrschen wollen. Jene also, die weniger das Wohl der Menschheit, aber vielmehr ihre eigenen Interessen im Auge haben und Machtpolitik betreiben.

Wir Deutsche sind dabei derzeit eine seltene Ausnahme. Nicht, wie ich meine, zu unserem Vorteil, sondern sehr zu unserem Nachteil. Man gaukelt uns ein Ideal vor, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt und uns als ein Idealzustand angepriesen wird. Man ist dabei so bei der Sache, daß man darüber vergißt, erst einmal im eigenen Land Ordnung und ein geistiges Fundament zu schaffen. Man legt sich Scheuklappen an und merkt gar nicht, daß es den Internationalismus in der Praxis kaum gibt; daß aber der Nationalismus des 19. Jahrhunderts noch eine spießbürgerliche Angelegenheit war im Vergleich zum dynamischen Nationalismus des 20. Jahrhunderts vor und nach dem 1. Weltkrieg.

Der Nationalismus ist auch heute noch existent und lebendig. Voran bei den Juden in Israel. Alle farbigen Völker, ja die ganze Welt sind von ihm erfaßt und alle Kontinente und Rassen unterliegen dem Diktat dieses Naturgesetzes, das sich nicht durch intellektuelles Geschwätz aus der Welt schaffen läßt.

Nur wir Deutsche scheinen das nicht zu bemerken und sind daher reaktionär und linkslastig. Daher muß unsere Hauptforderung die Wiederherstellung einer volks­bewußten, heimattreuen und nationalen Haltung sein. Nur eine solche Politik ist schlicht und einfach lebenswichtig, fortschrittlich und zukunftsträchtig. Sie widerspricht dem heutigen Trend und ist daher nicht rechtsradikal, konservativ und reaktionär. Wir sind uns dabei sicher, daß uns nur so die Zukunft gehört und der Kampf der Linken gegen diesen Geist und die Wahrheit naturgemäß verloren gehen muß. D. h. schlicht und einfach, daß ab heute jeder verantwortungsbewußte Deutsche zur tätigen Mitarbeit aufgerufen ist, den Willen zum Volksein und Volkbleiben zu aktivieren. Es darf kein Tag, keine Stunde ungenutzt bleiben, um Gleichgültige, Zögernde, Verführte, aber insbesondere die Jugend aufzurufen und zu überzeugen. Nur so erfüllen sie mit einer unentwegten geistigen und kulturellen Tätigkeit ihren Auftrag im Sinne eines verantwortungsvoll gelebten Lebens.

Dieses ist keine absonderliche Forderung an jeden einzelnen, dieses entspricht einer natürlich gewachsenen Tradition, die von jeher von Geschlecht zu Geschlecht wei­ter­geleitet und vererbt wurde. Wohl kaum ein anderes Volk ist so reich an gewachsenen geistigen und kulturellen Werten und verfügt über einen so gewaltigen Umfang an Wissen und Fähigkeiten wie das deutsche Volk. Wir brauchen und dürfen uns dessen nicht zu schämen, denn dieses alles ist in vielen, vielen Generationen erarbeitet, entwickelt und gestaltet worden. Darauf sollten wir stolz und dankbar sein.

Wenn heute eine solche Gesinnung und ein Bekenntnis zum Volkstum als reaktionär oder faschistisch verschrieen wird, so richten sich damit nur unsere Umer­ziehungs­apostel und Umerziehungsillusionisten mit kurzem Verstand, die gar nicht merken, welche Eintagsfliegen sie in Wahrheit in der Langzeitgeschichte eines jahrhundertealten Volkskörpers sind. Sie sind ein Opfer ihres Intellektes und sie werden nie begreifen, daß die Kraft des Volkstums aus einem angeborenen, instinkthaften Verhalten des Menschen herrührt, welche eine stammesgeschichtlich entwickelte, natürliche Ursache hat. Umerziehung und Geschichtsfälschung sind – ebenso wie die Sprengung der geistigen Einheit unseres Volkes – nichts anderes als ein bewußter Völkermord. Mit dieser Behauptung finde ich mich absolut in Übereinstimmung mit der Internationalen Konvention der UNO vom 9. 12. 1948, die hinsichtlich der Verhinderung und der Unterdrückung des Völkermordes auch den schweren Angriff auf die geistige Integrität eines Volkes einschließt.

Erst mit seiner raumgebundenen, geistigen und kulturellen Tätigkeit erfüllt der Mensch seine Lebensaufgabe und unterscheidet sich somit mit seinem kulturschöpferischen Denken und Handeln vom Tier.

Ein gesundes und lebensrichtiges Volkstum kann nur entwickelt und erhalten werden, wenn dazu die Voraussetzungen geschaffen und altbewährte Grundsätze beachtet werden. Hier geht es in erster Linie um die Pflege und Gesunderhaltung der vorhandenen biologischen Substanz über die einzelnen Generationen hinweg. Dazu gehört auch die körperliche Gesundheit als Voraussetzung für gesunde Kinder und damit für die Erhaltung und Mehrung der Volkszahl als Garant für unseren Lebensraum. Schon unsere instinktsicheren Vorfahren kannten das Sprichwort: „Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist leben“. Dieser altrömische Spruch hat bis heute nichts von seiner Richtigkeit und Bedeutung verloren — nur scheinen unsere Umerzieher und verantwortlichen Politiker nichts vom Gehalt dieser Worte zu wissen. Es sei denn, sie werden bewußt mißachtet, dann aber sicher nicht im Interesse der Erhaltung unseres seit Jahrhunderten gewachsenen Volkskörpers.

Es gab einmal vor nicht allzulanger Zeit eine vom Staat geförderte, breit ausgelegte Jugendertüchtigung, die in Jugendverbänden, im Breitensport, im Arbeitsdienst, im Wehrsport, bei Wanderungen durch unsere schöne Heimat zur Gesundung und Abhärtung der jungen Generation beitrug, um sie für den Lebenskampf vorzubereiten.

Davon ist heute wenig übriggeblieben. Körperliche Bewegung wird heute in Dis­kotheken, durch Krawalle in den Fußballstadien, bei gewalttätigen Demonstrationen unter Alkohol- und Drogenmißbrauch getätigt. Betonsilos, Hochhäuser, Großraumbüros entfremden den Menschen von seiner angestammten Familientradition und treiben in die Vereinzelung und Vereinsamung. Kinder finden in dieser umweltfeindlichen Umgebung kaum noch Auslauf und geeignete Spielplätze, um sich gesund und natürlich entwickeln zu können.

In den Massenmedien werden Sex und Porno salonfähig gemacht, in der Regen­bogen­presse wird die Unzucht verniedlicht. Man redet dem deutschen Volk ein, daß zu viele Menschen auf der Welt leben und Hungers sterben müssen — und zieht daraus den Schluß, daß diese Bevölkerungsexplosion auch für uns eine Gefahr bedeutet. Die Folgen werden jetzt sichtbar: unsere Sterberate liegt heute höher als der Geburtenzugang. Während wir früher Frankreich als ein aussterbendes Volk bedauerten, sind wir es heute, die mit unserer familienfeindlichen Politik in Europa hinsichtlich des Gebur­tenrückganges eine einsame Spitzenstellung erreicht haben. Abtreibung unter gesetzlich festgelegten Umständen sind nunmehr erlaubt. Darf es deshalb verwunderlich erscheinen, wenn ungestraft Frauen unflätig herausschreien dürfen: „Mein Bauch gehört mir“ und damit die Tötung, ja den Mord am ungeborenen Leben begründen? Und das, während man sich über die Züchtigung eines Kindes durch die Eltern als Erziehungsmaßnahme übertrieben aufregt. Dieses alles sind offensichtlich Niedergangserscheinungen, die zwangsläufig zu einem Volk ohne Jugend und damit ohne Zukunft führen müssen. Von jeher war die Forderung der Abtreibung ein Lieblingsthema der Marxisten, die damit ihre lebensfeindliche Einstellung zur Erhaltung der Lebenskraft unseres Volkes unter Beweis stellen.

Um dieses selbstverschuldete Geburtendefizit auszugleichen, holte man 5 Millionen Fremdarbeiter ins Land, die zum Teil eine völlig anders geartete Kultur mitbringen und zudem noch bei der ansteigenden Verknappung der Arbeitsplätze deutschen Arbeitern die Arbeit wegnehmen. Ganz abgesehen von den ungeheuren Devisenverlusten, bei noch zusätzlicher Auszahlung des Kindergeldes an diese fremden, kinderreichen Familien. Daß diese planmäßig betriebene Überfremdung unseres Volkes ver­hängnis­volle Folgen zeitigen muß, will man nicht zur Kenntnis nehmen, obwohl dieses gegen jegliche Erkenntnis der Vererbungslehre und dem Gleichheitsprinzip der Menschen widerspricht.

Wir sprechen heute von der freiheitlichsten Demokratie, die es je in Deutschland ge­geben hat. Wenn dem so wäre, hätte niemand etwas dagegen. Doch nicht auf die äußere Form kommt es an, sondern auf ihren Inhalt, auf ihren Gehalt. Wenn aber diese freiheitliche Demokratie anarchistische Züge annimmt, die sich für die Erhaltung unserer Art und unseres Volksgutes als lebensunrichtig und zerstörend auswirkt, ist es unsere Pflicht, sich mit allen Mitteln des geistigen Kampfes aufklärend zu widersetzen. Auch dem Einfältigsten müßte es doch zu denken geben, daß ausgerechnet im Wohlstandszeitalter dieser Geburtenrückgang zu verzeichnen ist, während davon selbst im Steckrübenwinter des 1. Weltkrieges oder in den Bombennächten des 2. Weltkrieges keine Rede sein konnte.
Durch unentwegte Propagierung von Verhütungsmitteln, ebenso die Propa­gierung der unumschränkten persönlichen Freiheit, die einen selbst­zerstörenden Egoismus zur Folge hat, begeht man bewußt einen lebens­feindlichen Verstandes­irrtum, der unsittlich ist und an Barbarei grenzt.

Der Erhaltung unserer Volkssubstanz hat also unsere ganze Aufmerksamkeit und Kraft zu gelten. Nur ein gesundes Volkstum kann die Voraussetzung für eine geistes- und kulturschöpferische Tätigkeit schaffen. Besinnen wir uns nicht wieder auf unsere stammesgeschichtliche Tradition und bekennen wir uns nicht bald wieder zu alt­erprobten Werten, ist unser Untergang als führende Kulturnation vorprogrammiert.

Es gehört zur Perversität lebensfeindlicher Ideologien, die Naturgesetze zu mißachten, obwohl uns diese täglich lehren, daß das Leben im Pflanzen- und Tierreich fast ausschließlich auf die Erhaltung und Entwicklung des Einzelwesens und besonders die der Arten und Rassen ausgerichtet ist. Nur ein Intellektueller – nach dem Brockhaus nämlich ein Mensch, der seinem Verstand nicht gewachsen ist – kann dieses leugnen.

Zur Erhaltung und Vermehrung unseres Volkstums gehört auch der dazugehörende Lebensraum. Der Mensch ist kein Herdenvieh. Er braucht zu seiner Entwicklung Platz und Abstand von seinem Nachbarn. Während in Amerika und der Sowjetunion etwa 10 oder 20 Menschen auf einen qkm leben, hat man uns in Westdeutschland mit 250 Menschen auf einen qkm zusammengepfercht. Dieses kommt einem Verbrechen gleich und muß früher oder später zu einer Explosion führen, genauso wie dieses vor dem 2. Weltkrieg geschah. Wir haben im Osten unser bestes Agrarland und damit unsere natürliche Lebensbasis verloren. Weite Gebiete sind den Polen mit nur 108 Menschen auf einen qkm zugeschlagen worden, wie ebenso den Russen und den Tschechen. Unter diesen Umständen ist es schon erstaunlich, daß insbesondere die Polen sich als unfähig erwiesen haben, sich selbst ausreichend zu ernähren und auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Die Umerziehung hat den deutschen Michel so gedankenlos werden lassen; wie selbstverständlich handelt er und merkt dabei nicht, wie er sich selbst aufgibt. Man nimmt einfach nicht zur Kenntnis, daß Verhaltensforscher, wie Prof. Leihhausen, das Recht auf den Raum als Grundrecht eines jeden Menschen gleichrangig mit denen der Grundrechte wie Freiheit der Meinungsäußerung und dem Recht der Unversehrtheit der Persönlichkeit bewerten. Wir aber werden von unseren Massenmedien, von den Kommentatoren, von unseren mehr oder weniger verantwortlichen Politikern für dumm verkauft, wenn es darum geht, unsere Rechte preiszugeben, indem wir einfach Land verschenken. Leute, die eine solche Politik betreiben, versündigen sich bewußt an der Zukunft unseres Volkes und handeln nicht nur lebensunrichtig, sondern verbrecherisch. Die Geschichte wird sie dereinst, trotz ihres jetzigen Höhenfluges, für alle Zeiten als Verräter verdammen.
Statt aber nun alles zu tun, um unsere bodenständige Bevölkerung auf dem Lande zu belassen, um sie dort gesund und glücklich leben zu lassen, werden durch angeheiztes Profitstreben mit Hilfe staatlicher Entwicklungspläne und Investitionsprogramme die Ballungszentren gefördert und damit die lebensfeindliche Politik verantwortungslos weiter vorangetrieben. Die Statistiken beweisen es: So wurde innerhalb von nur 20 Jahren bis 1970 der Anteil der Bevölkerung in den kleinen Gemeinden (unter 500 Einwohnern) von 6,1 % auf 4,3 % herabgedrückt, und in den Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern sank die Bevölkerung von 29,1 % auf 19,0 %.

Und das alles zu Gunsten der Mittel- und Großstädte. Nimmt es bei einer solchen Entwicklung dann wunder, daß diese Menschen ihrem ursprünglichen Siedlungsraum entfremdet, in ihren neuen Wohnsilos krank und neurotisch werden? Die Folgen daraus sind Arzneimittelmißbrauch, Rauschgift und Alkoholsucht. Bei solchen Verirrungen und einer von dem Gewinnstreben mißbrauchten Technik ist die Zeit abzusehen, in der nach Leihhausen mindestens die Hälfte der Bevölkerung aus Psychiatern bestehen wird, um die Neurosen der anderen Hälfte zu behandeln. Der Zeitpunkt der Unmöglichkeit der Finanzierung der Renten ist damit abzusehen. Eine lebensfeindliche Politik ist damit eindeutig unter Beweis gestellt.

Zum Volksein und Volkbleiben unserer in drei Teilstaaten aufgeteilten deutschen Menschen gehört auch die Tradition. Man kann uns wohl teilen, auch Preußen vom Internationalen Kontrollrat 1947 als Staat von der Landkarte streichen, aber niemals ein Volk mit seiner Tradition verbieten oder gar entleiben. Dazu sind seine ererbten Verhaltensweisen zu festgefügt, dazu fließt das Blut zu dick in seinen Adern. Der Anthropologe Prof. Arnold Gehlen schreibt über die Traditionen: „… sie gehören zum kleinen Einmaleins der Kultur“. Wenn die äußeren Sicherungen und Stabilisierungen, die in den festen Traditionen liegen, entfallen und abgebaut werden, dann wird unser Verhalten entformt, triebhaft, unberechenbar, unzuverlässig, und wenn man die Stützen wegschlägt, primitivieren wir sehr schnell. Wie sehr Gehlen recht hat, erkennen wir an Gammlern, Rockern, am Hippi-Unwesen, aber auch in den vielen halbreligiösen, mystischen Einrichtungen, zu denen deutsche Aussteiger hinströmen, um dort ihr Heil zu finden. Aber auch in Presse, Rundfunk und Fernsehen, besonders in einem Teil der modernen Kunst wie der zeitgenössischen Literatur erkennen wir die Schrittmacher einer Subkultur, einer Primitivität. Menschen, die Kultur ablehnen oder gar verachten, sind Kulturzerstörer.

Im Leben gibt es eine ständige Entwicklung, die von einem Fundament ausgeht, aber auch sehr von der Umwelt, vom Milieu und der Erziehung und damit von einer von außen kommenden Beeinflussung abhängt. Der Mensch ist also nicht völlig frei und ungebunden. Er ist von Natur aus in eine Gemeinschaft eingebunden. Deshalb ist es auch ein Irrtum zu glauben, man könne in jeder Generation eine neue Kultur und Zivilisation schaffen. Man kann wohl einiges zum Positiven oder Negativen verändern. Absolute Starrheit ist unschöpferisch und führt auch hier zum Tode. Nur, ohne Erhaltung und Weiterführung der Tradition geht es nicht. Wie der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Prof. Konrad Lorenz nachweist, ist das fortschreitende Abreißen der Traditionen eine Todsünde. Aus seiner Wissenschaft heraus weist er nach, daß die Traditionen für das geistige Leben dieselbe Bedeutung haben, wie die Erbanlagen für die biologische Vererbung, und daß größte Konservativität im Festhalten des einmal Erprobten zu den lebensnotwendigen Eigenschaften des Menschen gehören. Die Erhaltung und Weiterführung der Traditionen und damit des geistigen Lebens eines Volkes ist daher eine wichtige Forderung lebensrichtiger Politik.

Wie ich zuvor schon angedeutet habe, leiden wir heute unter den so bevorzugten, blutlosen Intellektuellen, die auf vielen Gebieten der Sammelwissenschaften wie Nationalökonomie und -technik eingedrungen sind. Wir Deutsche vergessen dabei, daß wir zwei große, nur von uns zur reinen Höhe erhobenen Beiträge zur Geschichte der Weltkultur geleistet haben, nämlich die Kritische Philosophie und die absolute Musik. Mögen andere Völker auf anderen Gebieten ebenfalls große Leistungen vorweisen, hier aber bleiben wir einsam an Größe und Kraft.

Zweifellos hat eine Entwertung des Denkens zu Gunsten des Rechnens stattgefunden. Wirtschaftsdenken, in Verbindung mit Profitsucht und technisches Zweckhandeln ver­derben den Geschmack für geistige Werte und bevorzugen ökonomisches, oppor­tunistisches und konjunkturbedingtes Zweckdenken. Daher neben großen Erfolgen die vielen Mißerfolge, die immer augenscheinlicher sichtbar werden. Der menschliche Verstand, der rein intellektuell denkt, maßt sich Entscheidungsbefugnisse an und hält sich für die einzige Wahrnehmungs- und Urteilsinstanz. Man vergißt dabei, daß rein rationales Handeln alleine nicht genügt für eine richtige Voraussetzung zur Ent­scheidung aller Probleme. Richtig ist vielmehr ein gefühlsmäßig, intuitives, instink­tives und auf ganzheitlichem Gesamteindruck beruhendes Urteil und Handeln. Unter der Macht des Intellektes drohen die echten Quellen des Geistes zu unterliegen. Man vergißt, daß nicht alleine der Verstand den Menschen ausmacht. Zu ihm gehören auch in gleicher Weise sein Körper und Geist und seine Seele. Erst dieser Dreiklang ergibt die natürliche Harmonie im Menschen. Lebensrichtiges Denken und Handeln muß sich gegen diesen übersteigerten, einseitigen Intellektualismus wenden. Das sind wissenschaftliche Erkenntnisse der Verhaltensforschung. Zur gleichen Erkenntnis kommt auch, wenn auch auf ganz anderer Seite, Prof. Karl Steinbach als Kybernetiker und Informationstheoretiker in seinem Buch „Kurskorrekturen“.

Weil die obigen Erkenntnisse oftmals von unseren Politikern, Wirtschaftlern, aber auch von Kirchenleuten nicht erkannt werden, kommt es zu den immer häufiger werdenden Fehlentwicklungen, die dann Unbehagen in der Bevölkerung auslösen und zu Bür­ger­initiativen oder Krawallen im Rahmen der „Alternativen“ führen. Dazu gehört auch das frühzeitige Herauslösen der Kinder aus der Obhut der Familien, die, weil die Mutter arbeiten muß, viel zu früh in Kinderkrippen oder in Vorschulen kommen, weil die Eltern angeblich zu dumm für die Erziehung sind. In gleicher Art wird diese Erziehung in der Schule fortgesetzt und führt dann zu Obstruktion gegen die Erziehungsberechtigten und -verpflichteten. Ursache ist, daß man die ursprüngliche Stammesgemeinschaft und das Volk leugnet und eine Gruppe von Menschen nur als Summe von einzelnen Menschen betrachtet und diese zu den Modernen und Führenden zählt.

Tradition heißt ein Bekenntnis zur deutschen Nation. Der Versuch, eine westdeutsche, mitteldeutsche und österreichische Nation schaffen zu wollen, wird und muß scheitern. So wie ein wesentliches Merkmal einer Nation die Sprache ist, so ist auch in gleicher Weise sie ein Bestandteil einer Nation. Sie ist nicht nur Ausdruck der Verständigung gleicher Landsleute untereinander, sondern sagt auch etwas über die Wesensart und den Charakter der sie benutzenden Volksangehörigen aus. Wohl kaum eine andere Sprache ist so ausdrucksvoll und so bilderreich wie die deutsche und kann das den Deutschen angeborene Gemüt so farbig ausdrücken und auf der anderen Seite in der Philosophie, in der Dichtkunst, aber auch wissenschaftlich so präzise, gehaltvoll und logisch sich formulieren.

Nun muß man genauso wie die Tradition auch die Sprache pflegen. Sie ist ebenso zart und empfindsam wie eine zierliche Pflanze, mit der kostbar umgegangen werden muß. Denn die Sprache ist die Seele eines Volkes. Nicht umsonst hat ein Luther mit seiner kraftvollen Sprache die Bibel den deutschen Menschen verständlich zu machen versucht und ein Johann Wolfgang Goethe in Dichtung und Prosa den deutschen Wortschatz zur höchsten Blüte und Vollkommenheit, weltweit anerkannt, gedeihen lassen. Aber auch viele Militärs, wie z. B. Moltke an der Spitze, haben durch eine knappe, inhaltsreiche und sehr bestimmte Formulierung der deutschen Sprache Form und Gesicht verliehen. Genau wie unsere Kultur ist die Sprache entwicklungsfähig und ein kostbares Kleinod, die viel über Charakter, Gesinnung und Mentalität eines Volkes auszusagen weiß. Die moderne Sprachforschung hat längst bewiesen, daß die Sprachstruktur, die Grammatik und der Wortschatz eines Menschen und dessen Denkstrukturen Aufschluß gibt und damit die Visitenkarte eines Volkes ist. Das was heute die APO-Generation von sich gibt, ist weiß Gott keine deutsche Sprache!

Doch wie sieht es heute mit der Förderung unserer kostbaren Sprache aus? Ich will gar nicht von dem primitiven APO-Deutsch, das heute angeblich gebildete deutsche Studenten sprechen, reden. Sie ist verballhornisiert und für einen normalen Menschen völlig unverständlich. Es strotzt von selbsterfundenen Fremdworten und scheint einer Kloake entnommen.

Genau wie unser Land zerteilt und fremden Herrschaftsformen unterworfen ist, soviel Fremdworte amerikanischen und russischen Ursprungs haben sich in unseren Wort­schatz eingeschlichen. Dabei kommen sich die Benutzer dieses Kauderwelsch noch sehr wichtig und gebildet vor — und merken nicht mehr, wie sie immer stärker dazu beitragen, sich ihrem Volkstum zu entfernen. Wir sind heute „in“ oder „groggy“, wir gehen auf „partys“ und feiern „happy birthday“, wir prosten uns mit „nastorowie“ zu und finden das „charascho“. Ich könnte diese Beispiele beliebig fortsetzen. Vor lauter „high-heit“ verbergen sie ihre Blödheit. Legen sie Gutachten von Experten oder Professoren vor, so braucht der normale Verbraucher ein Lexikon, um halbwegs zu begreifen, welcher Unsinn da wieder zustande gekommen ist. Wenn noch die vielen Psychologen, Therapeuten, Soziologen, usw. dazukommen, wird der bestehende Krankheitszustand noch mehr verschlimmert und undurchsichtiger. Mit einem ungeheuren Aufwand von Vokabeln, die dem natürlichen Volksempfinden fremd erscheinen, wird nachgewiesen, daß nicht der Verbrecher, sondern die kranke Umwelt schuld am Mord ist.

Wiederum muß ich auf die von uns vielfach verkannten Franzosen verweisen, die für unsere Auffassung Vorbild sein könnten. Der frühere Staatspräsident Pompidou sagte einmal: „Wenn wir auf dem Gebiet der Sprache zurückweichen, werden wir einfach weggefegt. Denn unsere Weltgeltung beruht auf unserer Sprache“. Die Folge war, daß infolge seines Anliegens, alle englischen Fremdwörter, die im einzelnen näher bezeichnet wurden, aus dem Behörden- und Schulgebrauch gestrichen werden mußten. Dies sollte auch für uns ein rühmenswertes Beispiel sein.

Doch nun eine ganz wesentliche Voraussetzung, die es uns immer unerträglicher macht, das Leben zu meistern und damit zu weiteren Fehlentwicklungen führt, nämlich die Auffassung von der Gleichheit der Menschen. Hier besteht ein grundsätzlicher Irrtum: Es wird die völlig unwissenschaftliche Behauptung aufgestellt, daß alle Men­schen bei der Geburt die gleichen Voraussetzungen für eine ebenbürtige Entwick­lung nach oben mitbrächten, wenn sie nicht die unterschiedlichen Qualitäts­grade der Umgebung, des Milieus und der Erziehung daran hindern würden. Man beruft sich dabei sogar auf ein völlig erkenntnisabsurdes Urteil einer Teil­organisation der UNO vom 18.06.1950, das durch die Kulturkommission der UNESCO wie folgt formuliert wurde: Für alle praktischen, gesellschaftlichen Verhältnisse ist die Rasse nicht so sehr eine biologische Erscheinung, als vielmehr ein sozialer Mythos. Diese Meinung wird auch heute, wider jede Vernunft und alle wissen­schaftlichen Erkenntnisse, von unseren Liberalsten, Marxisten und auch den Kirchen vertreten. Wie gesagt, führt man unterschiedliche Begabungen, Fähigkeiten und Talente lediglich auf vorenthaltene Bildungs-, Erziehungs- und Entfaltungs­möglichkeiten zurück, dann verwechselt man damit die richtige Aussage, daß alle Menschen vor dem Gesetz Anspruch auf menschliche Würde und gleiche Rechtsbehandlung haben — was wir natürlich auch bejahen.

Unser großer Lehrmeister kann auch hier nur die Natur und die Geschichte sein. Nicht allein im Pflanzen- und Tierreich zeigt uns die Natur eine unglaubliche Vielfalt von Arten und Rassen, die sich im Laufe von Jahrtausenden aus dem Einzeller in verschiedenartigster Weise gebildet und fortentwickelt haben. Dabei hat wesentlich die Anpassung an die vorgegebenen Verhältnisse eine entscheidende Rolle gespielt. Genauso ist es mit der Krone der Schöpfung, mit dem Einzelmenschen, aber auch mit den Völkern. Auch hier hat uns die Natur die verschiedensten Arten und Rassen beschert, die auf sehr unterschiedlichen Kulturstandart stehen. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, daß die Verschiedenartigkeit nur auf den Erbfaktoren beruht und schlichtweg nicht zu leugnen ist. In diesem Zusammenhang in das Wirken des lieben Gottes hineinmanipulieren zu wollen, ist töricht und eine Anmaßung der Kirchen.

Die Natur ist eine Einheit, trotz ihrer Mannigfaltigkeit. Diese Tatsache anzuzweifeln, kann nur ein völlig unbiologisch und unnatürlich denkender und empfindender Mensch. Die moderne Vererbungslehre hat die Bedeutung der Erbfaktoren für die körperlichen, aber auch für die geistigen und seelischen Merkmale des Menschen zweifelsfrei nachgewiesen. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Milieu-Theorien der Linken falsch und unwissenschaftlich sowie im höchsten Maße lebensfeindlich sind. Diese Theorien führen nämlich zu Konsequenzen, die den natürlichen Rhythmus des Lebens, wie wir heute überall feststellen, zerstören und zu katastrophalen Fehlentwicklungen führen. Um so verheerender aber ist es, wenn auf den Pädagogischen Hochschulen und von einer Vielzahl von linken Lehrern solche Milieu-Theorien gelehrt werden. Dieser bewußte Wissensverzicht gehört nach Prof. Lorenz ebenfalls zu den Todsünden, die unser Volk lebensunfähig machen — vielleicht will man das sogar.

Wie sich jeder heutzutage in der Welt überzeugen kann, gibt es höher und niedriger entwickelte Völker und Rassen. Diese Tatsache zu leugnen, würde die Einstellung der Entwicklungshilfe zur Folge haben. Alles was wir auf dieser Erde bewundern – Wissenschaft und Kunst, Technik und Erfindungen – ist nun einmal das schöpferische Produkt weniger Völker und vielleicht nur einer Rasse. Von ihnen hängt auch der Bestand dieser ganzen Kultur ab. Gehen sie zugrunde, so sinken mit ihnen die Schönheiten der Erde ins Grab.

Gerade unsere deutsche Sprache aber besitzt ein Wort, das in herrlicher Weise dieses Handeln in entsprechendem Sinne bezeichnet: Pflichterfüllung; d. h. sich nicht selbst genügen, sondern der Allgemeinheit dienen. Die grundsätzliche Gesinnung, aus der ein solches Handeln erwächst, nennen wir – zum Unterschied zu Egoismus und Eigennutz – Idealismus. Wir verstehen darunter die Fähigkeit zur Aufopferung des einzelnen für die Gesamtheit, für seine Mitmenschen.

Nicht allein in den intellektuellen Garden liegt die Ursache der kulturbildenden und der Aufbaufähigkeit strebsamer Völker. Wären sie nur allein tonangebend, so würden sie nur zerstörend wirken können, auf keinen Fall aber organisierend. Das innerste Wesen jeder Organisation beruht darauf, daß der einzelne auf die Vertretung seiner per­sönlichen Meinung als auch auf die seiner Interessen verzichtet, um beides zu Gunsten einer Mehrzahl von Menschen zu opfern. Erst über den Umweg zugunsten dieser Allgemeinheit erhält er dann seinen Anteil zurück. Er arbeitet dann nicht mehr für sich selbst, sondern er gliedert sich mit seiner Tätigkeit in den Rahmen der Gesamtheit ein. Nicht also nur zum Eigennutz, sondern zum Nutzen aller.

Was die Erbanlagen betrifft, so sind sie sicher nicht allein für die Weiterbildung des Menschen bestimmt. Sie sind nur die Voraussetzung dafür, daß die Erziehung und die Umwelt das ihrige dazutun, die schlummernden Veranlagungen zu fördern und auszubilden. Ein noch so gut veranlagter Handwerker oder Arzt kann ohne Ausbildung und das zur Ausübung seines Berufes erforderliche Handwerkzeug kein vollendeter Handwerker oder Arzt werden. Dagegen werden bei einem Hilfsschüler oder einem als Krüppel geborenen Menschen eine noch so gute Ausbildung und Förderung wenig fruchten, sie werden niemals Gleiches erreichen können. Die Menschen sind also nicht gleich, sie können und sollen jeweils nur die ihren Anlagen entsprechenden, unter­schiedlichen Ziele erreichen. Prof. Lorenz sagt daher: „Der Irrglaube, wonach man den Menschen – richtige Konditionierung vorausgesetzt – schlechterdings alles zumuten, schlechterdings alles aus ihm machen kann, liegt den vielen Todsünden zugrunde, welche die zivilisierte Menschheit gegen die Natur, auch gegen die Natur des Menschen und gegen die Menschlichkeit begeht. Es muß übelste Auswirkungen haben, wenn eine weltumfassende Ideologie und der sich aus ihr ergebenden Politik auf einer Lüge begründet ist.“ In dieser Hinsicht wird man, was die Lebensfeindlichkeit einer Ideologie anbetrifft, dem Nationalsozialismus keinen Vorwurf machen können.

Der englische Vererbungsforscher Prof. Darlington entgegnete daher der heutigen Politik der Lüge, indem er sagte: „Die Zukunft der Menschheit beruht auf jenen genetisch verschiedenen Gruppen, seien es nun Rassen oder Klassen, die sich gegen­seitig zu helfen vermögen und sich achten. Aber weder Hilfe noch Achtung können auf die Dauer gefördert werden, wenn man den Leuten irgend etwas einredet und vor allem ihnen weiszumachen versucht, sie seien in ihren körperlichen, geistigen und kulturellen Fähigkeiten gleich“.

Es besteht kein Zweifel, daß der Geist der Gleichheit und der Nivellierung, den man heute durchzusetzen versucht, auch der Grund dafür ist, daß man den sog. Rechts­extremismus so unberechtigt verteufelt. Dieser besitzt eine richtige Lebens­auf­fassung, während die Etablierten selbst reaktionären und wissenschaftlich widerlegten Auf­fassungen nachtrauern. Sie können uns nicht widerlegen und werden deshalb nervös, versuchen uns zu bekämpfen. Nur müssen wir uns gegen den Begriff Rechtsextremismus wehren, da die Begriffe Rechts, Links oder Mitte dem vergangenen Jahrhundert zuzuordnen sind. Wir dagegen wollen die allgemeine Volksgemeinschaft, die uns alle einbindet, ohne nach rechts oder links zu fragen. Wir sind deshalb die Mitte, die anderen die Extremisten. Das werden diese eines guten Tages begreifen müssen.

Als Beispiel für die falschen Auffassungen mag die Schulpolitik hier genannt werden, nämlich das Hin und Her der Gesamtschulen als Einheitsschulwesen. Auch hier hat der Gedanke der Gleichheit aller Menschen Pate gestanden. Man will allen das gleiche bieten, ohne dabei das biologische Gesetz der Verschiedenheit der Menschen zu beachten. Früher hieß es einmal „Jedem das Seine“ und traf damit instinktiv, hinsichtlich einer lebensrichtigen Entscheidung, das richtige, ohne daß die modernen biologischen und genetischen Erkenntnisse bis zu dem heutigen Stand herangereift waren. Wiederum ein Beweis, daß nicht der Verstand allein zu richtigen Ergebnissen kommen muß, sondern das angeborene, instinktive Verhalten weitaus zielsicherer das richtige trifft. Wenn also die Menschen verschieden sind, dann ist das altbewährte Schulsystem das bessere. Eben weil das genetische Erbe verschieden ist, ist ein differenzierteres Schul- und Erziehungswesen angebrachter. Denn nur eine Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten gibt jedem einzelnen Menschen gleiche Ausgangschancen.

Wer steckt eigentlich dahinter, daß man so systematisch auf der elenden Nivel­lierungs­politik beharrt, obwohl die Bedeutung der Vererbung körperlicher wie geistiger Merkmale enorme Fortschritte gemacht hat? Warum laufen unseren liberalen und linken Kreise diesen Sturm gegen die Bedeutung der Erbfaktoren für die Ent­wicklung der geistigen, seelischen und charakterlichen Merkmale? — Weil die Unterdrückung der Ergebnisse der humanen Genetik weltweit geschieht, sind über 50 Professoren – zumeist Amerikaner, darunter 4 Nobelpreisträger – gegen diese Unter­drückung öffent­lich aufgetreten und haben nachhaltig gefordert, daß in allen Fragen der Pädagogik und der Soziologie eine stärkere Berücksichtigung der Vererbungstatsachen erfolgen müsse, wenn unser Weltbild in Übereinstimmung mit dem wahren Leben bleiben solle. Eingehende Untersuchungen und daraus resultierende Statistiken haben längst bewiesen, daß die geistigen Fähigkeiten, ganz gleich aus welchem sozialen Milieu die Kinder kommen, aber von gleicher genetischer Herkunft, zum weitaus größten Maße erblich bedingt sind. Über die Intelligenzfähigkeit wird von einer Reihe von Forschern festgestellt, daß 80 % der aufzeigbaren Intelligenz auf erbliche Anlagen zurückzuführen sind und nur 20 % auf die fördernden Einflüsse der Umgebung und Erziehung entfallen.

Dies gilt nicht nur für den Einzelmenschen, sondern auch für die Völker. Ich bin der Meinung, daß es viel besser und für die Menschheit sehr viel fruchtbringender ist, wenn entgegen alles zu nivellieren und einen Einheitsbrei als wünschenswert zu begreifen, sich darüber zu freuen, daß erst der Reichtum der Begabung und der menschlichen Talente die kulturellen Leistungen und Schöpfungen ergeben. Gerade die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit sind ein fundamentales Naturprinzip und lassen eine Ergänzung und Zusammenarbeit als wünschenswert erscheinen. Solange ein Teil unserer Politiker und vor allem unsere Massenmedien dieses nicht begreifen wollen und weiterhin eine lebensfeindliche, von falschen Grundsätzen ausgehende Politik und Propaganda treiben, wird unsere Welt weiter dem Chaos zutreiben und zur Katastrophe führen.

Hier und nur hier liegt unsere politische Aufgabe. Sie ist eine geistige Ausein­ander­setzung, die letztenendes der gewinnen wird, der die besseren und wahren Argumente ins Volk zu tragen bereit und dazu in der Lage ist — und das sind wir von der Deutschen Freiheitsbewegung „Der Bismarck-Deutsche“!

Ich sprach zu Anfang von der verheerenden Überbewertung des Intellektes. Man ver­kennt, daß das Leben nicht allein vom Verstand her gestaltet wird. Wir brauchen unseren Blick wiederum nur in die lebendige Natur zu richten, um festzustellen, daß dort noch ganz andere Gesetze Gültigkeit haben. Ich möchte auf die Wichtigkeit der Instinkte zu sprechen kommen, mit denen Menschen, Tiere und selbst Pflanzen von der Natur ausgestattet sind. Erstaunt und voller Wunder stellen wir bei den Vögeln fest, daß sie nach ihrem Zug in den Süden wieder zurückkommen und das selbe Nest finden und benutzen. Das Balzverhalten und die Brutpflege sind angeborene Instinkte nicht nur bei den Tieren, sondern auch bei den Menschen. Neugeborene suchen instinktiv, ohne Erziehung und Bildung, die Muttermilch und die Wärme der Mutter. Der Urtrieb einer Frau ist der Mutterinstinkt. Jede normale Frau will Kinder haben. Sie betreut wie eine Henne im Nest ihre Kinder. Sie kämpft für die Sicherheit ihrer Kinder und Familie. Nur verschrobene, moderne, sogenannte progressive Frauentypen möchten am liebsten die Mutter- und Erziehungsaufgaben zugunsten der berufstätigen Frau verdrängen. Lebensfremde, krankhafte Soziologen und Psychologen, die das Instinktverhalten ablehnen, kommen mit ihren Fehlschlüssen zu abartigen Normen – wie beispielsweise die gleichgeschlechtliche Liebe – und tragen damit zu den Mißständen dieser Zeit und zum Untergang wesentlich bei.

Während die Urinstinkte der Frau auf Erhaltung und Bewahrung angelegt sind, ist beim Mann, trotz aller gegenteiligen Behauptungen, der Raubtierinstinkt ausschlaggebend. Der Mann will für sich und für seine Familie um den Erfolg kämpfen und benutzt zu diesem Zweck oft viel rauhere Methoden als das Raubtier. Diese Raubtierinstinkte treten im Gemeinschaftsgruppen, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Einheimische und Flüchtlinge, arm und reich, bei Erbschaftsangelegenheiten bis hin zu den Völkern untereinander in unübersehbaren Formen auf. Sie zu leugnen, wäre falsch und führt zu Fehldiskussionen. Sie abzubauen ist die Aufgabe der Gesellschaft und der Politik im Namen der Menschlichkeit und Menschenwürde, die von Natur aus nicht vorhanden ist und lediglich als Ziel anzusteuern ist. Weil dem so ist, werden hier die entscheidenden Fehler gemacht. Instinktive Handlungen kommen nicht von außen her; sie sind keine Reflexe, auch keine Reaktionen auf die Reize der Umwelt, sondern – wie die Verhaltensforschung nachweist – spontane, vom zentralen Nervensystem gesteuerte Reaktionen. Eine Aberziehung ist wegen der genetischen Bedingtheit nicht möglich. Unterdrückung aber führt zu einem Aufstau und ist zumeist gefährlich. Instinktive Verhaltensweisen wollen um ihrer selbst willen ablaufen. In natürlicher Umgebung ist auch diese Handlung immer auf die Erhaltung des Lebewesens oder seiner Art ausgelegt und daher natürlich und lebensrichtig. Wie weiter die Verhaltensforschung nachweist, kommen die wesentlichen Grundlagen und Antriebe menschlichen Handelns aus unbewußten und tieferen Schichten des Menschen, aber weniger aus dem Bewußtsein. Daher ist auch für den Menschen sein soziales Verhalten gegenüber den Mitmenschen mehr von seinem instinktiven Handeln geprägt als von rationalen Überlegungen.

Neben den angeborenen Fähigkeiten, die sich, wie die Wissenschaftler es nennen, zu sogenannten Instinktketten aneinanderreihen, gibt es auch die Instinktlücken, die damit die Freiheit der Anpassung durch Hinzulernen und Prägung ergeben. Gerade die Lücken haben die menschlichen Anpassungsmöglichkeiten begünstigt, die Voraussetzung dafür waren, daß der Mensch sich unter den verschiedensten Bedingungen erhalten und ausbreiten konnte und sich zu dem heutigen Kultur- und Zivilisationswesen ent­wickelte. Man sollte die Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung ernst nehmen. Vor allem sollte man die vom Menschen gefundenen Lebensformen und Ideologien auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen, bevor man von falschen Voraussetzungen ausgeht und zu falschen Schlüssen kommt.

Dies gilt auch in aller Konsequenz für die heutige Politik. Die Nivellierung, die Ver­massung, die Gleichschaltung, zu der auch der heute so gepriesene Pluralismus gehört, und auf der anderen Seite die bindungslose Freiheit des Individuums, des ich-bezogenen Menschen, sind gefährliche und lebensfeindliche Entwick­lungs­er­schei­nungen, die künstlich und mit viel Aufwand in die Welt gesetzt werden. Je mehr diese Vermassung und die Bindungslosigkeit fortschreiten, desto besser ist eine solche Hammelherde zu manipulieren — und anscheinend will man uns dazu machen, um uns zu beherrschen.

Unsere in diesem Raum geborenen, stolzen Vorfahren wählten sich dereinst in Notzeiten, in Kriegszeiten demokratisch ihren Herzog. Das war der Mann, der vor ihnen herziehen sollte. Sie erkoren dazu stets den tüchtigsten, den besten, den cha­rakter­vollsten Mann aus ihrer Mitte, aus ihren Stammesgemeinschaften. Charakter bringt der Mensch zum Teil von Natur aus mit und wird dazu noch in einer verhältnismäßig kurzen Zeit seiner Erziehungsphase geprägt. Der Charakter eines Menschen ist das weitgehend Bleibende einer Persönlichkeit. Das Wort kommt vom Griechischen und heißt wörtlich: einritzen. Das Wort will sagen, daß der Charakter einen Menschen in Haltung und Gesinnung tief geprägt hat, nicht auswechselbar und vergeßbar ist, also eine Eigenschaft, die die Persönlichkeit vor anderen heraushebt. Ein wahrer Charakter wird nie sein eigenes Nest, dem er entstammt, beschmutzen. Das verbietet ihm sein Stolz und seine Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Man sehe sich deshalb um und zähle wieviele Charaktere wir Deutschen noch haben!

Um das nicht allzu augenscheinlich werden zu lassen, wird heute an den Schulen, Lehranstalten und Universitäten kein Wert auf charakterliche Erziehung gelegt. Heute zählt nur Wissenschaftsvermittlung — und diese nicht umfassend, nämlich nicht ausgehend von einem Ganzheitsdenken. Es wird möglichst spezialisiert und damit einseitig ausgebildet mit dem Ziel, Fachidioten heranzuziehen, die ihre Nase am Arbeitsplatz im Sinne des Profitdenkens zu stecken haben, um möglichst bequeme Untertanen zu gewinnen. Das man sich dabei allerdings verrechnet hat und immer mehr Rebellen, die unzufrieden sind, herangezogen hat, mag uns erfreuen, aber gehört nicht in den Rahmen dieses Vertrages.

Uns soll nur die Frage interessieren: wie ist das alles in einem solchen Wohlfahrtsstaat zu erklären? Sicher ist nicht unsere Jugend daran schuld, sie ist höchstens zu bedauern. Die Gründe sind eindeutig in der verhängnisvollen antiautoritären Erziehung, in der bewußten Erziehung zur Bindungslosigkeit, maßloser Ich-Bezogenheit zu suchen. Die Folgen sind in der allgemeinen Verunsicherung der Jugend sichtbar geworden. Menschliche Gemeinwesen sind von eh und je einer natürlichen Rangordnung unterzogen gewesen, sei es durch die Liebe oder Achtung den Eltern gegenüber, dem Respekt vor den Lehrern, die Ehrfurcht vor dem Alter oder auch der Angst vor der Strafe. Das zu erkennen ist um so wichtiger, weil die natürliche und notwendige Rangordnung auch nach der Ausbildung auf allen Ebenen weiter gefördert und aufrechterhalten wird. Ein Kind, das völlig ungezähmt und in anarchistischer Freiheit erzogen worden ist, wird es schwer und fast unmöglich gemacht, sich später im Geschäfts- und Berufsleben einbinden zu lassen, wie es bei diesem Leistungsstreben in aller Härte gefordert und verlangt wird. Mit einer antiautoritären Erziehung werden im Grunde genommen die Kinder nur lebensuntüchtig gemacht und der Staat betrügt sich um die Loyalität seiner Untertanen, wie das ja heute offen sichtbar wird.

Die moderne Verhaltungsforschung hat insbesondere nachgewiesen, wie falsch es ist, gerade im sogenannten Trotzalter einem Kinde dauernd nachzugeben und ihm alles zu erlauben. Prof. Leihhausen und die Psychagogin Christa Mewes haben in ihren Arbeiten und Büchern dieses eindringlich dargelegt. Weitere Beispiele dieser Art würden den Rahmen dieses Vertrages sprengen. Hier sollen wir selbst bei unseren Kindern und Enkelkindern beginnen. In jedem Falle gehört zu den notwendigen Bindungen für die Prägung und Charakterbildung, wie auch für die Überlieferung von Traditionen eine natürliche Autorität und deren Respektierung durch die Jüngeren. Prof. Lorenz sagt hierzu folgendes: „In bedeutsamer Weise kommt die stammesgeschichtliche Herkunft der in Rede stehenden Erziehungsvorgänge in den Bindungen zutage, die erfüllt sein müssen, wenn ein junger Mensch die Tradition der Kultur, in die er hineingeboren wurde, annehmen soll.“ Es kommt dabei auch bei vollwertigen und gescheiten Jugendlichen erstaunlicherweise weit weniger auf den einsehbaren Wert oder Unwert der betreffenden Tradition an, als auf bestimmte soziologische Beziehungen, in denen der Empfänger der Überlieferungen zu den Gebern steht. Liebe und Begeisterung für die Werte einer Kultur entstehen offenbar nur dann mit einiger Verläßlichkeit, wenn der Heranwachsende mit einem oder mehreren Vertretern der Kulturpflege in engen, sozialen Kontakt kommt, gemeinsam mit ihnen vollbringt und nicht zuletzt ein gerütteltes Maß von Respekt für sie besitzt.

Es ist schon eine Zumutung, was uns an entarteter Kunst alles angeboten wird und dazu noch mit verschämtem Augenaufschlag kommentiert wird. Man hat manchmal den Eindruck, daß diese Kommentatoren samt und sonders verblödet sind. Man hat den Eindruck, kaputte Typen legen es darauf an, uns ihre von ihnen mitverschuldete schizophrene Welt unentwegt vor Augen zu führen. Man legt es förmlich darauf an, uns in den Massenmedien mit unästhetischen und geschmacklosen Erzeugnissen volks-fremder, sogenannter Künstler zu überfüttern. Man muß sich nur ‚die Typen ansehen, die uns tagtäglich vorgeführt werden. Man kann sich nur wundern, daß so etwas auch noch von namhaften Volksvertretern gekauft, aufgehängt und ausgestellt wird. Anscheinend weil sie keine Ahnung von wahrer Kunst haben, sondern nur dem Zeitgeist frönen und diesem nachgeben. Auch in der Kleidung hat uns der Kultivismus erfaßt. Die Kleidung der Jeansmode zeigt uns die Nivellierung auch auf diesem Gebiet. Das alles geht Hand in Hand mit einem gesteuerten und gewollten Absinken unseres Schönheitsgefühles und unserer Moral. Dabei wird bewußt gegen die Erkenntnisse der Verhaltensforschung verstoßen, daß das moralische Gefühl eng mit dem ästhetischen verkoppelt ist und das eine Übung im Ansehen und Erleben von Harmonie und Schönheit den Sinn für Gut und Böse schafft und daß umgekehrt die modernen Disharmonien in Kunst und Bauwesen dieses Gefühl fürwahr abstumpfen oder gar zerstören.

Besinnen wir uns also wieder auf uns selbst. Horchen wir in uns hinein. Erkennen wir, daß Familie und Volk die natürlichen Grundgemeinschaften des Menschen sind. Eine bewußt angesteuerte Zerstörung dieser Gemeinschaften bedeutet eine gewollte Zerstörung der Natur und des Lebens. Genau wie ein Streben nach Eigentum ein in Jahrzehntausenden der Stammesgeschichte des Menschen festgelegter natürlicher Trieb ist, so bedeutet eine Kollektivierung genau das Gegenteil. Ein solches Streben ist menschenfeindlich und auf die Dauer zum Scheitern verurteilt. Gerade weil wir anders denken als die heute Herrschenden, gerade deshalb liegen wir im Zuge der kommenden Entwicklung. Nehmen wir den Kampf gegen den Ungeist dieser Zeit auf! Seien wir davon überzeugt, daß Irrlehren, Aberglauben und menschenfeindliche Ideologien auf die Dauer keinen Bestand haben werden, wenn wir selbst von der Richtigkeit und der Wahrheit unserer Haltung und Auffassung überzeugt sind und unser Gedankengut Tag für Tag, in unermüdlicher Kleinarbeit vertreten. Dokumentieren wir durch unser Vorbild, daß wir noch an unser Volk glauben!

Auch wir brauchen in dieser schweren Zeit Vorbilder und eine Ermutigung für diesen schweren, geistigen Kampf. Erinnern wir uns an die Zeiten Napoleons als Preußen-Deutschland total geschlagen am Boden lag. Auch hier waren es nur wenige Männer und Frauen, die dem Ungeist der neuen Zeit ihren Geist entgegensetzten. Als das Franzosenheer mit seinen Verbündeten geschlagen aus Rußland zurückströmte, folgten ihm auf den Fersen Emigranten wie Ernst Moritz Arndt, Reichsfreiherr vom Stein, aber auch die Generäle Gneisenau und von Clausewitz — aber nicht wie nach dem 2. Weltkrieg Emigranten, die sich selbst den Auftrag gaben, ein besiegtes Volk umzu­erziehen, sondern Patrioten, die vom Willen beseelt waren, das Joch des fremden Unterdrückers endgültig abzuschütteln. Die Konvention von Tauroggen war ihr erster Schritt und hat nichts mit dem Widerstand derer zu tun, die nach Stalingrad zum Feind überliefen. Preußen blieb nur der erste Ansatzpunkt, wie es die letzte Schwelle vor dem Zusammenbruch gewesen war. Emporgetragen von der Begeisterung schaute Arndt weit über Preußen hinaus und meinte: „Was ist des Deutschen Vaterland?“ In der Not gab es auch damals zwei grundverschiedene Haltungen: der kleine Krämergeist und Opportunist wie heute, der die Zerstückelung aus realpolitischen Erwägungen aner­kennt und sie hinnimmt — und andererseits der gläubig Kämpfende, der wie Arndt allen Dekreten zum Trotz auf seine Frage selbst die Antwort gibt und ausruft: „Das ganze Deutschland soll es sein!“ Diese Hoch- und Trutzstimmung reichte zwar aus, den Feind aus dem Lande zu vertreiben, doch die gewollte, revolutionäre, innere Befreiung unterblieb und enttäuschte bitter die eigentlichen Sieger, die als Revolutionäre angetreten waren.
Das gleiche geschah nach dem 2. Weltkrieg. Diesmal aber nicht nach einem Sieg der Waffen, sondern nach einer totalen militärischen Niederlage, die durch das unglaubliche Übergewicht unserer Feinde erzwungen wurde. Ähnlich wie damals überspielte die Reaktion, die von Napoleon eingesetzt war und schmählich versagte, die von den deutschen Revolutionären im Heer von Scharnhorst bis Gneisenau und Clausewitz, den Denkern Fichte und Hegel, den Volksführern Stein und Arndt bekämpft worden waren, diese Männer von Rettern zu Verrätern und Verbrechern umzulügen. Die Jugend, die aufgrund ihres Aufrufes zu den Waffen geeilt war und sich ihre im Kampf erprobte Gemeinschaft des Volkes in den Turnbünden erhalten wollte, wie auch die Burschenschaften an den Hohen Schulen das geistig-seelische Erlebnis ihres Deutsch-Bewußtseins weiter behaupteten, sie wurden alle in wenigen Jahren von einer heillosen Restauration zu Staatsfeinden und Volksverbrechern erklärt — ähnlich wie es sich heute schamlose Gerichte anmaßen und dafür zur Verantwortung gezogen werden. Ähnlich wie heute büßten unzählige, von Jahn bis zu Fritz Reuter, als Patrioten in den Gefängnissen und Festungen dafür, daß sie nichts anderes als deutschbewußte Deutsche waren und für die Rettung und die Freiheit ihres Volkes eintraten.

Nimmt dann heute noch wunder, wenn schon damals nach einem gewonnenen Krieg die Restauration die eigentlichen Sieger gefressen hat? Daß dieses nach einem verlorenen Krieg ungleich viel mehr geschehen ist, lernen wir aus der Geschichte. Ein Hurra-Patriotismus ist völlig unangebracht. Sorgen wir besser in unermüdlicher Kleinarbeit, im täglichen Aufklärungs- und Überzeugungskampf mit unseren Nachbarn und Freunden, vor allem aber bei der Jugend, unser als richtig erkanntes, geistiges Gedankengut voranzutreiben. Nur die Durchsetzung unserer als lebensrichtig erkannten Auffassung kann uns ein Überleben und die Zukunft garantieren. Denken wir stets daran und setzen wir uns unermüdlich dafür ein: ES GEHT UM DEUTSCHLAND

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Wie vor der Klapper des Aussätzigen
weichen sie uns aus,
da wir „Deutschland“ sagen;
sie bringen sich in Sicherheit
vor unserem gefährlichen Ruf,
sie halten sich die Nase zu
vor dem Geruch des Deutschseins.
Sie giften sich, die Hakenschlager,
über unseren geraden Weg,
den Sichanpassern sind wir
ein wandelnder Vorwurf.
Sie mochten uns gestern nicht,
sie hassen uns heute,
und wir werden ihnen auch morgen
nichts wie peinlich sein.
Eine gute Gesellschaft sind wir uns selber.

 – Wilhelm Pleyer –

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Quelle: O.E. Remer: Der Kampf ums deutsche Überleben

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