von Dr. Georg Jaeckel
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Sender Gleiwitz

Eine Untersuchung dieses Vorfalls durch Gleiwitzer Zeitzeugen zeigt jedoch auf, daß:

1. ein Überfall von deutscher Seite nicht stattfand,

2. daß, falls von deutscher Seite aus ein­mal ein Überfall geplant gewesen sein sollte, er durch die militärische Ent­­wicklung in Polen längst überholt war, weil Polen selbst durch eine von ihm betriebene und behandelte Provo­kations­strategie eine deutsche mili­tä­ri­sche Reaktion laufend herausforderte.

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GESCHICHTE DES GLEIWITZER SENDERS BIS ZUM KRIEGSAUSBRUCH

Auf einem der höchsten Punkte der Stadt Gleiwitz an der Raudener Straße errichtete die Stadtverwaltung im Jahre 1925 gemeinsam mit der Schlesischen Funkstunde AG in Breslau die oberschlesische Rundfunksendestation. Sie bestand aus einem Ver­waltungs- und Sendegebäude und zwei 75 Meter hohen Antennenmasten. Im Jahre 1936 entstand im Nordosten (Tarnowitzer Landstraße) der neue Sender mit seinem rund 100 Meter hohen Holzturm. Die Sender standen rund 7 km von der Grenze entfernt. Der alte Sender war außer Betrieb, der neue war Nebensender des Reichs­senders Breslau und strahlte dessen Programm aus, zeitweise auch regionale Wetter- und Landwirtschaftsnachrichten. Die meisten Hörer hörten das Breslauer Programm. Nur wenige Personen aus Gleiwitz und Umgebung bekundeten später, im Radio plötzlich polnische Stimmen gehört zu haben, die meisten erfuhren erst in den späteren Tagesnachrichten von dem angeblichen Überfall. [1]

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SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks erzählt in der Gefangenschaft sein Gleiwitz-Märchen 

SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks

Im Nürnberger Prozeß und in Massenmedien berichtete später der SS-Sturmbannführer Naujocks von einem Plan, wonach er von SD-Chef Heydrich ausersehen worden sei, mit fünf oder sechs ausgesuchten polnisch sprechenden Männern einen Überfall auf den Gleiwitzer Sender vorzutäuschen, weil man einen Kriegsgrund gegen Polen brauche. Doch sind die Widersprüche zwischen den einzelnen Berichten von Naujocks so zahlreich und schwerwiegend, daß diese nicht als wahrheitsgetreue, zuverlässige Unterlagen gelten können.

Als Falschmeldung erweist sich auch, daß in den Berichten mehrfach von Schießereien gesprochen wird, die während des Überfalls geschehen sein sollen. Wegen der zunehmenden Kriegsgefahr baute im Sommer 1939 die Reichswehr die Grenzwacht auf, eine aus Freiwilligen bestehende paramilitärische Organisation, in der das Offi­ziers­korps von Reserve­offizieren gestellt wurde. Im Raum Gleiwitz wurde mit ihrem Aufbau der Volksschullehrer Otto Radek beauftragt, Oberleutnant d.R., später Hauptmann d.R. des Weltkriegs 1914/18, und als verantwortlicher Kommandeur eingesetzt. Seit dem 24. August 1939 war die Grenzwacht voll im Einsatz, mit scharfer Munition ausgerüstet und mit dem Objektschutz beauftragt. Der Sender wurde von der 3. Kompanie, Grenzwachtbataillon 1/68 bewacht.

Nach dem Bericht von Naujocks stürmte am 31. August 1939 um 20.30 Uhr angeblich sein Kommando in polnischer Uniform schießend in das Gebäude des Senders und überwältigte das Bedienerpersonal, wobei es im Senderaum zu einer “furchtbaren Schießerei” gekommen sein soll, bei der Naujocks mehrfach mit der Pistole gegen die Decke geschossen habe. Dann hätten die Männer “lautlos, wie sie gekommen waren”, das Gelände des Senders verlassen. Nur ist dies ein reiner Phantasiebericht, weil das Haus durch eine Wachmannschaft geschützt war. Das Betreten Unbefugter wäre ein Vorkommnis und hätte gemeldet werden müssen.

Eine ungeklärte Frage ist, wie der Rundfunk dazu kam, ein immerhin wichtiges Ereignis zu melden, das gar nicht stattgefunden hatte. Denn der Kommandeur erfuhr von dem Vorfall zu Hause aus den Radionachrichten. Darauf ließ er sich in seinem Dienstwagen zum Sender fahren. Die Wachmannschaft bis auf einen Posten, der seelenruhig auf und ab schritt, schlief und wußte von nichts. Als der Kommandeur der Wache vorhielt: “Hier ist doch geschossen worden, da müssen doch die Einschüsse feststellbar sein“, konnte er sich überzeugen, daß es im ganzen Hause keine Einschußspuren gab. Die Wachmannschaft berichtete allerdings, daß sie einige SS-Männer in Zivil, die sich ordnungsgemäß ausgewiesen hätten, in den Senderaum gelassen hätten, wo sie über ein Wettermikrophon Sprechübungen in Deutsch und Polnisch veranstaltet hätten. Nach wenigen Minuten hätten sie sich aber mit “Heil Hitler” wieder korrekt verabschiedet.

Der Kommandeur rief daher vom Sender aus beim Armee-Kommando in Breslau an, das ihn beschied, daß alles in gewollter Ordnung sei. Doch wurde er zu absolutem Schweigen verpflichtet.

Daß am neuen Sender Ruhe herrschte, wird durch einen Hitlerjungen und unabhängig davon auch von Bewohnern in der Nachbarschaft bestätigt. Diese waren von Breslauer Verwandten, durch die Rundfunkmeldung “ganz aufgeregt” angerufen worden und staunten nun wegen der in ihrer Nähe herrschenden Ruhe darüber, daß dort ein Überfall mit Schießerei stattgefunden haben soll.

Wie oben schon erwähnt ist es eine offene Frage, wie es im Breslauer Sender zu der falschen Radiomeldung über die Schießerei im Gleiwitzer Sender kam, die den Kommandanten zum Eingreifen im Sender Gleiwitz veranlaßten. Otto Radek, der als Kriegsteilnehmer in sechsjährige jugoslawische Kriegsgefangenschaft geriet, von wo er 1951 nach Marbach am Neckar kam, setzte sich 1962 mit seinem Gleiwitzer Lands­mann Eberhard von Zalewski in Verbindung, um die Angelegenheit zu klären.

Im Zuge der deutsch-polnischen Verständigung wäre es von großem geschichtlichen Wert, bei den zuständigen polnischen Stellen nachzuforschen, ob die damaligen Nachrichten des Reichssenders Breslau, die die falsche Meldung über die Schießereien im Gleiwitzer Sender brachten und den Kommandanten Otto Radek zum Eingreifen veranlaßten, amtlich gespeichert und vielleicht bis heute aufbewahrt werden.

Dem Auftreten nach jener Männer, mit denen die Wache zu tun hatte, lag zweifellos ein Auftrag zugrunde. Sollte dieser aber dahin gegangen sein, für Hitler einen Kriegsgrund zu schaffen, dann war dies politisch-militärisch wirklichkeitsfremd.

Auch Joachim Fest schrieb zu Gleiwitz in seinem Bestseller Hitler: »Ziemlich genau um die gleiche Zeit (am Abend des 31. 8. um 21 Uhr) drang der SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks im Verlauf eines vorgetäuschten polnischen Angriffs in den deutschen Sender Gleiwitz ein, gab eine kurze Proklamation durch, feuerte eine Anzahl Pistolenschüsse ab und ließ die Leichen einiger dafür ausgesuchter Sträflinge zurück.« Dieser angeblich schon Anfang August vorbereitete Überfall wird auch als Beweis dafür angesehen, daß Hitler den Zweiten Weltkrieg gewollt, provoziert und verbrecherisch vorbereitet habe.

Die genannte Darstellung von Fest, wie die aller anderen Historiker geht allein auf eine eidesstattliche Erklärung Naujocks’ vom 20. November 1945 vor dem US-Leutnant Martin zurück, die beim Nürnberger Prozeß mehrfach herangezogen wurde.

Darin schildert Naujocks nach Angaben zur Person: Er lief am 19. Oktober 1944 im Westen zu den Alliierten über, nachdem er – was er allerdings verschweigt – vorher strafversetzt, ab 1942/43 aus den Listen der SS gestrichen, zur Wehrmacht überstellt war und dann Frontbewährung erhalten hatte -, daß er »ungefähr am 10. August 1939« von Heydrich »persönlich« den Auftrag zu dem Überfall bekommen und sich von da an in Gleiwitz aufgehalten habe. Am Mittag des 31.08. habe er telefonisch von Heydrich das Schlüsselwort erhalten, daß der Uberfall um 20 Uhr abends auszuführen sei. Zu seinen fünf bis sechs SD-Männern habe er einen polnisch sprechenden Deutschen zur Verlesung einer polnischen Botschaft im Sender sowie einen bewußtlosen, noch lebenden, im Gesicht blutverschmierten »Verbrecher« in Zivilkleidung erhalten, den er nach dem wenige Minuten dauernden Überfall »am Eingang der Station« habe liegen lassen.

Wenn Fest und andere von »mehreren Leichen« sprechen, zum Teil auch von solchen in polnischer Uniform, so ist das bezeichnend und stimmt mit der “Quelle” (Naujocks) nicht überein, somit stellt eine Fälschung dar.

Entscheidend ist jedoch, daß offensichtlich die ganze Darstellung Naujocks in seiner eidesstattlichen Erklärung falsch und erfunden ist, wie bereits mehrere Untersuchungen nahegelegt haben. So ist auffällig und kaum verständlich,

1. daß Naujocks in seiner Erklärung von 1945 seinen SS-Dienstgrad und seine Dienststellung nicht nennt, nicht einmal seine damalige Zugehörigkeit zum Amt VI des SD;

2. daß Heydrich persönlich unter Ausschaltung des gesamten Dienstweges mit Naujocks verkehrt haben und alles nur mündlich und telefonisch erfolgt sein soll, so daß keinerlei Papier darüber existiert;

3. daß für Naujocks Auswahl durch Heydrich persönliche Gründe entscheidend gewesen sein sollen, die Naujocks – auch später – nie angab;

4. daß keiner von Naujocks Vorgesetzten oder von den örtlichen SD-Stellen etwas von dem Vorgang wußte;

5. daß Naujocks keinerlei nähere Ortsbeschreibung je lieferte (liefern konnte?);

6. daß Naujocks keinen seiner angeblichen Mittäter namentlich nannte;

7. daß Naujocks später sagte, daß seine Mittäter keine SD-Leute der Ämter II und VI gewesen seien, sondern aus verschiedenen Abteilungen der Heydrich-Behörde stammen sollten;

8. daß die damalige deutsche Propaganda den Fall “Gleiwitzer Sender” nicht auswertete, Hitler und Goebbels in ihren Reden darauf niemals einen Bezug nahmen, nicht einmal der “Völkische Beobachter” davon etwas erwähnte;

9. daß im deutschen Weißbuch zur Vorgeschichte des Krieges Nr. 1 der Gleiwitzer Fall nur in einer Fußnote, im Weißbuch Nr. 2 in nur vier Zeilen als einer von 44 Grenzzwischenfällen seitens der Polen erwähnt wird;

10. daß die polnische Presse diesen Fall damals nicht behandelte und die deutsche Version nicht richtigstellte;

11. daß ein rangniederiger Naujocks den Gestapo-Chef Heinrich Müller »anwies« – so Naujocks – »den Mann (den »Verbrecher«) in der Nähe der Radiostation an mich abzuliefern«;

12. daß die Beschäftigten am Sender Gleiwitz vor und nach 1945 den »Überfall« nicht schildern konnten;

13. daß der zuständige Gleiwitzer Polizeipräsident Schade beim Nürnberger Prozeß nicht gehört wurde, obwohl er von Russen und Amerikanern mehrfach verhört worden war; er wurde dann bald in einem polnischen KZ erschlagen;

14. daß Naujocks zusätzliche Angabe der Erklärung von Müller»er hätte ungefähr 12 oder 13 verurteilte Verbrecher, denen polnische Uniformen angezogen werden sollten und deren Leichen auf dem Schauplatz der Vorfälle liegen gelassen werden sollten, um zu zeigen, daß sie im Laufe der Anschläge getötet worden seien«, nie bestätigt werden konnte, aber als weitere, Deutschland belastende Behauptung durch die Literatur ging und geht;

15. daß keiner der in Nürnberg 1945 Angeklagten Kenntnis von dem Überfall hatte;

16. daß Naujocks in einem späteren Spiegel-Interview (13.11.1963, S.71) angab, daß der Text des vorzulesenden Aufrufes von seinen Leuten selbst verfaßt sei, er dafür keine Anweisung erhalten habe, was bei solcher Planung im damaligen Deutschland höchst unwahrscheinlich ist, zumal der Kriegsgrundwunsch von Hitler persönlich stammen soll;

17. daß Tatzeugen die von Naujocks angeblich abgegebenen Schüsse nichts gehört haben,

18. daß auch andere von Naujocks angegebenen Mordkommandos nie zu beweisen waren;

19. daß Naujocks für diesen Fall von den Alliierten nie belangt wurde, sondern 1945 in die Freiheit entlassen wurde;

20. daß auch bei Naujocks späterem Wiederauftauchen in der Bundesrepublik Deutschland er nie zur Rechenschaft gezogen wurde.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß Naujocks 1945 mit anderen Gefangen im US-Intemierungslager Langwasser saß: »Seinen damals dort gleichfalls internierten Kameraden hat er nie eine Andeutung gemacht, daß er mit dem Überfall auf den Gleiwitzer Sender etwas zu tun gehabt habe […] Im Lager Langwasser hatte Herr Naujocks eines Tages mit dem IMT-Pfarrer Pater Sixtus eine längere Unterredung. Anschließend erklärte er seinen Kameraden, er werde aus dem Lager herauskommen und nach Südamerika fliehen. Am nächsten Morgen war er verschwunden.«

Als seine eidesstaatliche Erklärung vor dem Nürnberger IMT behandelt wurde, galt sein Aufenthalt als »unbekannt«. Er wurde beim IMT nicht vernommen. Als er später unter seinem richtigen Namen wieder in Deutschland auftauchte, wurde er nie verfolgt, nicht bestraft, sondern lebte in überraschend guten Verhältnissen bis zu seinem Tode. Er hat sich – wie Höttl – durch seine Falschaussage mit Belastung Deutschlands Vorteile verschafft.

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Gleiwitz in der Weimarer Zeit

Seit 1991 liegt die Darstellung eines Tatzeugen vor, des Volksschullehrers Otto Radek, der als Hauptmann d.R. für die im Sommer 1939 in Oberschlesien aufgebaute Grenzwacht, eine aus Freiwilligen bestehende paramilitärische Organisation der Deutschen im Raum Gleiwitz, Kommandeur war.

Den wohl endgültigen Beweis dafür, daß Naujocks den wesentlichen Inhalt der eidesstattlichen Erklärung erfunden oder gegen Zusicherung von Leben und Freiheit frei Erfundenes unterschrieben hat, liefert folgende, erst durch die Veröffentlichung eines Buches bekannt gewordene Tatsache:

Ende der fünfziger Jahre lebte Naujocks in Hamburg als Besitzer mehrerer Häuser und Kiesgruben ziemlich wohlhabend. Der als Verfasser mehrerer Bücher hervorgetretene Hans Werner Woltersdorf lernte ihn über einen seiner Mieter kennen und hatte dann ein Gespräch mit ihm: »Im Jahre 1959 besuchte er (Naujocks) mich. Wir aßen zu viert gemeinsam zu Mittag. Es stellte sich bald heraus, daß er der Alfred Naujocks war, der mit dem Gleiwitzer Sender zu tun hatte […] Wir kamen auf die Sache mit dem Sender Gleiwitz zu sprechen. Er wartete zurückhaltend, was ich davon zu erzählen wußte. Ich kannte nur die Schulbuchgeschichte von dem fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz. Er widersprach nicht. Ich sagte ihm, daß in den Nürnberger Prozessen und unzähligen anderen Kriegsverbrecherprozessen Tausende von Menschen wegen viel geringerer Vergehen hingerichtet oder lebenslänglich ein­gesperrt worden seien. Er aber habe nach eigenem Eingeständnis eine Anzahl von KZ-Häftlingen ausgewählt und in polnische Uniformen gesteckt, wohl wissend, daß keiner von ihnen lebend davonkommen werde. Das sei heimtückisch vorbereiteter Mord. Trotzdem habe man ihm kein Haar gekrümmt. Wie das zu erklären sei, wollte ich wissen.

“Sie sehen, daß ich noch lebe”, sagte er, “sogar gut lebe; und das ist für mich die Hauptsache.”« Für Woltersdorf und einen weiteren, jetzt noch lebenden Teilnehmer an diesem Gespräch, die der Verfasser (H.W.) beide deswegen besuchte und sprach, war damals eindeutig klar, daß Naujocks mit dieser erpreßten Unterschrift 1945 seine Freiheit erlangt und sein Leben gerettet hatte und daß nichts von seiner Schilderung in der eidesstattlichen Erklärung der Wahrheit entsprach.

Das Interesse der Sieger an einem solchen Geständnis in der damaligen Zeit ist gut zu verstehen. Die Alliierten brauchten im Herbst 1945 solch eine Aussage, um belegen zu können, daß Hitler angeblich schon um den 10. August – also Wochen vor Kriegsbeginn und vor dem Deutsch-Sowjetischen Pakt vom 23.08.1939 – zum Kriege drängte und »polnische Provokationen« als Kriegsgrund suchte, daß also alle dokumentierten Friedensbemühungen der Reichsregierung nur Vorwand gewesen seien.

Die übliche Darstellung, wonach Deutsche mit Schießereien und mindestens einem Toten den Sender Gleiwitz 1939 überfallen haben, darf damit wohl als eine weitere Geschichtsfälschung zu Lasten Deutschlands gelten. Ein solcher Überfall hat gar nicht stattgefunden. Warum der deutsche Sender Breslau eine diesbezügliche Meldung abgab, ist noch ungeklärt.

Die Sache scheint sich so abgespielt zu haben: Einige SS-Männer haben unter Vorlage ihres Dienstausweises Eintritt in den Sender bekommen und dort am Mikrofon eine Botschaft in polnischer Sprache abgesetzt. Inhalt???

Die ganze Gangstergeschichte mit den mitgebrachten Leichen von KZ-Häftlingen (”Konserven”) in polnischen Uniformen, die man angeblich am Tatort zurückgelassen habe, ist frei erfunden.

Zu Naujocks ist zu sagen, daß dieser aufgrund von Aktionen wie der geplanten, aber gescheiterten Entführung des Rundfunkingenieurs Rudolf Formis, der in der Nähe von Prag einen schwarzen Rundfunksender für Otto Strasser betrieb und der bei der Aktion infolge eines Gerangels, bei dem er versuchte, eine Pistole zu ziehen, von Naujocks erschossen wurde – Heydrich “tobte über die gangsterfilmnahe Plumpheit, mit der Sicherheitsdienstler vom Schlage des Naujocks Geheimdienst spielten” (Heinz Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf, Bindlach 1989, S. 211/212), sowie dem sog. Venlo-Zwischenfall vom 09.11.1939, wohl damit rechnen hätte müssen, im günstigsten Falle lange Jahre hinter Gitter zu verbringen, wahrscheinlich aber die Todesstrafe zu erwarten gehabt hätte und sich durch seine eidesstattliche Erklärung zu Lasten Deutschlands die Freiheit erkaufte.

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Quelle: Der Überfall auf den Gleiwitzer Sender | Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen.

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